Sterni ist tot

Festgehalten werden muss: Sterni schmeckt wie Bullenpisse. Finde ich. Geschmacklich betrachtet ist das Zeug untrinkbar. Ästhetisch gesehen sowieso. Immer schon. Dass jemand jetzt für seine Alternative zum vom üblen promovierten Ausbeuter aufgekauften Pseudopunkbier mit dem Attribut "Gleicher Geschmack" wirbt, wirkt da wie eine glatte Drohung. Und überhaupt klingt das ironisch gebrochene Degradieren des eigenen Produkts … Weiterlesen Sterni ist tot

Hope

Da hängt es verschwendet an der Fassade eines Baumarkts. Das perfekte Wahlplakat. Ansprechend. Emotional. Wegweisend. Wieso tritt der nicht an? Ick würd' den wählen. Pfeif doch auf die ganzen Soziologen, Beamten, Juristen, Quotentulpen und ungelernten Apparatniks in ihren vollgefurzten Sabbelbudensesseln. Her mit dem ehrlichen Currybrater. Los doch, trete an, Junge, ich geh' für dich Plakate … Weiterlesen Hope

Berliner Glascontainerparade

Versteh' ick nich. War da einer unsicher, ob die Parfumflaschen, das Nutellaglas und die Ölbüchse überhaupt in den Glascontainer dürfen und stellt den ganzen Kram lieber obendrauf, damit der Glascontainerleerer das entscheidet? Oder ist es wieder Aktionskunst? Vergänglichkeit. Kapitalismus. Überfluss. Man weiß so wenig.

Der Bürgermeister informiert

"Nun, Exzellenz, das Jahr ist bald vorbei und es ist immer noch Steuergeld da. Ich schlage ein paar Schilder vor. Vielen ist zum Beispiel nicht bewusst, dass der Moorgraben durch moorige Wiesen fließt. Außerdem erreichen uns viele Zuschriften aufgewühlter Bürger, die wissen wollen, ob die braune Färbung des Wassers etwa durch Huminstoffe hervorgerufen wird. Ich … Weiterlesen Der Bürgermeister informiert

Prosit Rio

Typen von dem Format finden in der Öffentlichkeit nicht mehr statt, so dass wir uns Zeltplanen mit ihren alten Sinnsprüchen an die Hauswände hängen müssen. Kommen solche nach? Und warum nicht? (gesehen an der Brotfabrik in Weißensee)

Beppo 1.0

Und so begab es sich, dass Beppo Bierbichler in der Umkleide seines Fitnessstudios einen Werbeaufsteller sah, auf dem eine Plattitüde dargeboten wurde. "Euch geb ich's. So geht's ja wohl nicht." sagte er sich, nahm den Stift, den er für solche Gelegenheiten immer in seiner Bauchtasche deponiert hat, und hinterließ einen Kommentar. Mit einem Ausrufezeichen. Können … Weiterlesen Beppo 1.0

Sexistische Kacklimo

Ein dubioser Wächterrat beklebt seit Jahren quer durch die Stadt zu freizügige Werbung mit lustigen Aufklebern auf dem sprachlichen Niveau dieser immer noch schwer aktiven Güllepumpe Internet. Ich weiß manchmal gar nicht mehr, welchen Hintergrund so ein Tugendfuror hat. Protestantisch. Islamisch. Feministisch. Oder auch nur Tourette. Das lässt sich nur noch schwer auseinander halten. Hier ein ganz … Weiterlesen Sexistische Kacklimo

Mutwillige Dezimierung der Selfie-Ghule

Ich mag das Gesundbrunnencenter, denn es leistet einen wertvollen Beitrag zur Dezimierung des Anteils der eitlen Idioten, die sich so gerne selbst fotografieren, weil sie glauben, ihre Umwelt interessiere es, vor welcher Kulisse sie ihr nichtssagendes Antlitz in eine minderwertige Smartphonekamera halten. Das hier ist eine tolle Aktion, denn sie haben das Plakat direkt hinter … Weiterlesen Mutwillige Dezimierung der Selfie-Ghule

Good morning Weißensee

Langhansstraße. Die Allee der Siffkneipen, Kik, Netto, Hausfrauenpuffs, Heimstatt der alkoholkranken Spätiverkäufer und das Endlager aller möglichen geplatzten Träume dieser Stadt. Noch ganz friedlich und in gnädiges Licht getaucht. Der neue Tag weiß noch nicht, was heute wieder kommt. Mit etwas Glück wird es Regen sein, der die Kotze vom Bordstein spült.

Heilige Scheiße

Menschen, die noch nicht lange in Berlin wohnen, erkennen Sie nicht nur an ihrer Neigung zu Übersinnlichem, sondern auch daran, dass sie glauben, dass Schilder eine Wirkung erzielen. Nein, sorry, keine Ausnahme. Auch nicht für die Heilige Familie. Vielleicht hilft ja beten.

Landesverrat

Ein Plakat am S-Bahnhof Landsberger Allee. Das Sturmgeschütz der Demokratie Die Güllepumpe des Neoliberalismus beschwört in ihrer Verzweiflung die glorreiche Vergangenheit. Rudolf Augstein, Spiegel-Gründer, 1962 wegen Landesverrats angeklagt und 103 Tage in Untersuchungshaft - schreiben sie tapfer. Und ich muss lachen. Diese Chuzpe. Nichts könnte heute weiter von dieser Illustrierten entfernt sein als Landesverrat. Ich stelle … Weiterlesen Landesverrat

Ein freundlicher Hetzer

Neulich beim Autofahr'n. Freundlicher Hetzer. Ich finde, das ist ein Widerspruch. Zumindest semantisch. Und ja, ich bin bestimmt die fünfte Generation, die sich über diesen bekannten Berliner Autohändler lustig macht. Name-Blaming? Auf jeden Fall, aber wieder eine Gelegenheit, auf das ausgesprochen schöne Blog der eleganten Heidi Hetzer hinzuweisen, die gerade in Australien ist: http://heidi-um-die-welt.com Und hier … Weiterlesen Ein freundlicher Hetzer

Scheißplakat (Bonustrack)

Greifswalder Straße am frühen Morgen. Ein paar Chemtrails sorgen für gute Stimmung, die Magensäure hat inzwischen die Kehle erreicht und mir fällt ein Plakat ins Auge: Greifzu 167. Bock auf ein kleines Scheißwortspiel am frühen Morgen? Greifswalder Straße - Greif zu. Hahaha, Bock auf einen schicken kernsanierten Altbau? Jugendstil? Im Erstbezug. Jahaha das ist kein … Weiterlesen Scheißplakat (Bonustrack)

Debil durch das Festival of lights

Manchmal will sich Berlin fein machen. Und wie macht man sich fein, wenn man potthässlich ist? Man dimmt das Licht und sorgt für optimale Beleuchtung. Dann sieht man die Fältchen nicht, die Pustelchen, die Narben. Festival of lights.Es fahren Busse zu allen ausgeleuchteten Sehenswürdigkeiten, die in allen möglichen Farben strahlen, und natürlich fahre ich da … Weiterlesen Debil durch das Festival of lights

Prominente für die MLPD

Heute: Die Scream-Maske. Morgen: Jason Vorhees. Übermorgen: Billy, die Dreiradpuppe aus Saw. Und wenn gar nichts mehr hilft: Mein Nachbar, das Biofilzhaarmonster mit Hornbrille und Patchouli im Abgang. Des Horrors reine Seele. Ich selbst halte mir hinter einem Bretterverschlag im Keller übrigens zehn Frauen in Ketten, die ich mit altem Weißbrot, abgelaufenem Joghurt und Abwaschwasser … Weiterlesen Prominente für die MLPD

So lasset uns denn die Chucks begrünen

Wir sehen die kreative Nachnutzung ausgelatschter Chucks in Prenzlauer Bergs spießigen Urban Gardening-Feldern und den diesjährigen Favoriten in der Kategorie "Freaky Arts" des Wettbewerbs "Unser Dorf soll schöner werden". Hut ab. Ich habe eine unverkäufliche Kackschüssel von meinem Kind übrig. Mit alten Schlieren, die nicht mehr weg gehen. Vielleicht drapiere ich die auch mal auf … Weiterlesen So lasset uns denn die Chucks begrünen

Wir sind Ohne Hirn und Verstand

Irgendwie kann ich der SPD gar nicht mehr böse sein. Sie verwendet jetzt das Kennzeichen für ihren Slogan, das wie kein anderes für Menschen ohne Orientierung und inneren Kompass steht. Toll. Ich mag Selbstironie. Sehr sogar. Daumen hoch, SPD. Daumen hoch, OHV. Apropos Brandenburg: Vorgestern habe ich eine der seltenen positiven Zuschriften über das Kontaktformular bekommen, … Weiterlesen Wir sind Ohne Hirn und Verstand

Hunde scheißen auf eigene Gefahr

Wir sehen eine typische zugeschissene Fläche in Prenzlauer Berg und jemand, der offensichtlich noch nicht lange genug hier wohnt, um von der so beliebten wie unvermeidlichen Berliner Kackwurstparade zu wissen, mag sich nicht damit abfinden und schreibt erst einmal einen Zettel: Versteh ick nich. Was heißt "auf eigene Gefahr"? Selbstschussanlagen sehe ich keine und Panzerabwehrminen, … Weiterlesen Hunde scheißen auf eigene Gefahr

Ein Ruf wie ein Kotbeutel

Ab wann genau wurde es eigentlich peinlich, in Prenzlauer Berg zu wohnen? Wann ungefähr ist der Bezirk gekippt? Wann fing das an mit den Witzen auf den Partys? Schwabylon. Happy Hippo Bionadeland. Pregnant Hill. Dachgeschosshippies. Schnöselparadies. Bonzenghetto. Seit wann kann es sich sogar eine bräsige Wohnungsbaugesellschaft aus dem Märkischen Viertel leisten, diese Lachnummer von ehemaligem … Weiterlesen Ein Ruf wie ein Kotbeutel

Dolly

Was zur Hölle ist das? Stellen sie jetzt eine Wachspuppe auf die Bühne, zu deren Lippenbewegungen jemand singt? Oder ist es abseits von Politikerplakaten das schlimmste jemals gesichtete Photoshopverbrechen? Geisterbahn. Ich wette, sie glaubt, dass sie tatsächlich so aussieht wie man sie hier gemalt hat. Es läuft mir kalt den Rücken runter, denn dieser Goblin … Weiterlesen Dolly

Spreeschwan

Blick auf Stralau. Wenn der verdammte Kalender nicht wäre, könnte es Frühling sein. Doch es riecht jetzt endlich auch nach Winter, finde ich. Ich mag diesen Geruch vor einem Wetterumschwung. Regen, Gewitter, Wintereinbruch. Der Geruch kündet schon von dem, was kommt und Erwartung liegt in der Luft.

Papierschwertransport

Neulich auf der Elsenbrücke: Nein, das ist nicht witzig, sondern sieht nur so aus. Denn Bilder wie dieses häufen sich in den letzten Jahren. Papier. Metall. Pfandflaschen. Kein Auto. Nur Einkaufswagen. Wir sehen die Armut nun ganz offen. Wenn wir hinsehen. In diesem reichen Land.