Der Restaurantneurotiker

Mein Freundeskreis besteht größtenteils aus Verrückten. Spinnern. Menschen, die nicht so sind wie der Gurkennormalpatient. Typen, die alle irgendein Ding laufen haben. Einen Spleen. Eine Macke. Einen kapitalen Knall. Irgendetwas, das sie für mich interessant macht. Ich ziehe solche Leute an und finde ihre Gesellschaft spannend. Sie machen viele Dinge anders als alle anderen und … Weiterlesen Der Restaurantneurotiker

Battle mit dem Fragekönig

Und so sprach der Fragekönig: Welches Brot darf es sein? Ganz oder halb? Soll es getoastet werden? Welchen Belag? Doppelt? Mit Käse? Welchen Käse? Bacon extra? Gemüse alles? Zwiebel auch? Oliven? Scharf? Welche Sauce? Pfeffer? Salz? Als Menü? Cookie dazu? Getränk? Schuhgröße? Lieblingsfarbe? Zahnbelag? Hornhaut? Wanderhoden? Wie wird das Wetter morgen? Was ist Unendlich im … Weiterlesen Battle mit dem Fragekönig

Exegese des Treuepunkts

Neulich in Wutausbruchhausen: "Sammeln Sie Treuepunkte?" Treuepunkte. Treuepunkte. Treuepunkte. Mir rieselt der Kalk aus dem Ohr. Drei-, vier-, fünfmal die gleiche Frage in der Woche, sinn- und hirnlose Konversation, von oben angeordnetes Interesse an einer Sammelleidenschaft, die mir schon immer dort vorbeigeht, wo noch nie die Sonne schien. "Sammeln Sie Treuepunkte?" Treuepunkte? Geht's noch? Ich … Weiterlesen Exegese des Treuepunkts

Marienburger Kampftag

Montag. Pest folgt auf Pest. Ich habe die Kruste einer alten Laufrundensturzwunde am Knie wieder aufgepult. Sie eitert nun. Meine auf dem Peter-Prinzip Pirouetten drehende Chefin erzählt mir ganz stolz wie Bolle, dass sie schon wieder befördert wurde und steht ganz erwartungsvoll vor mir wie ein Pennäler mit dem Einserzeugnis. Zwischen meinem hintersten und vorhintersten … Weiterlesen Marienburger Kampftag

Starfucking myself

Berlin-Mitte. Hackescher Markt. Starbucks. Ein Blick auf die Auslagen und ich muss lachen. Nur amerikanische Franchiseketten schaffen es, Europäern den eigenen Scheißdreck zum dreifachen Preis zu verkaufen. Ich sehe ein lumpiges Stückchen Käsekuchen, ein lächerlich winziges Exemplar eines Lebkuchens, eine obszön kleine dünne Scheibe Marmorkuchen und irgendwelche dahergelaufenen Allerweltskekse für einen irrwitzigen Preis, für den … Weiterlesen Starfucking myself

Reisnudelbootcamp

Im Bahnhof Alexanderplatz nachts um 2 zu aufgedreht von der für mich zu oft zu herben Mischung aus Speed und Koks vom Klo einer dieser Berlin-Mitte-Sprallovollhorstbars mit Tischtennisplatte im Gastraum begegnet mir der preußische Militarismus, wenn auch in asiatischer Variante und in Gestalt eines grimmig dreinschauenden Brüllers: "GUTTEN TACK! IHRRRE BESTELLUNG!!" "Ja, einmal Thai Sesam … Weiterlesen Reisnudelbootcamp

Menschgewordene Menschenverachtung

Uargh. Was war das bloß für eine Pocke? Wer hat die angeschleppt? Wer ist mit so etwas befreundet? Und lädt so etwas auch noch auf seine Feier ein? Eine Geburtstagsfeier. Letzte Woche traf ich dort auf eine Frau. Sie ist Leitende Angestellte bei irgendeiner Abrechnungsfirma für Ärzte, die ihrem Mann gehört. Seine oberste Buchhalterin. Angestellte … Weiterlesen Menschgewordene Menschenverachtung

Psycho-Kid goes shopping

Psycho-Kid goes shopping. Und jeden Tag grüßt der Treuepunkt aus der Gruft. Montag. Salatkopf, ein Brötchen, zwei Müllermilch Schoko, etwas Käse. "Sammeln Sie die Treuepunkte?" "Nein, danke." "Brauchen Sie den Bon?" "Nein, danke." Dienstag. Spaghetti, Tomatensoße, Knoblauch, Karotten, etwas Aufschnitt. "Sammeln Sie die Treuepunkte?" "Nein." "Brauchen Sie den Bon?" "Nein." Mittwoch. Klopapier, Deo, Müsliriegel, Melone, … Weiterlesen Psycho-Kid goes shopping

Meine super Führungskraft fährt billig U-Bahn

Ich finde es toll, dass Frauen die besseren Führungskräfte sind. Steht überall. Zeit Online. Spiegel Online. Selbst inzwischen bei der guten alten FAZ. Männer bringen es nicht mehr. Frauen können es besser. Alles. Immer. Ich finde das gut. Ich habe auch eine. Vor mir. Eine Vorgesetzte. Zehn Jahre jünger als ich. Teilzeit. Home Office. Und … Weiterlesen Meine super Führungskraft fährt billig U-Bahn

U-Bahn des Grauens

Eine Samstagnacht im Berliner Öffentlichen Nahverkehr führt mir immer wieder vor Augen, welche schiere Unmenge an Gestörten in der Stadt lebt und den öffentlichen Raum mit der eigenen Nichtvorzeigbarkeit kontaminiert. Ich bin von Rudow aus nach Norden unterwegs. Ab Höhe Britz-Süd beginnen neben mir ein paar Jugendliche eine Diskussion aus einer anderen Galaxie: "Valla wenn … Weiterlesen U-Bahn des Grauens

Lass mal Fahrradterroristen trollen

Neulich auf der Laufrunde Höhe Bernauer Straße: "Du läufst auf dem Fahrradweg!" "Wäh?" "Geh vom Fahrradweg runter, du darfst hier nicht laufen!" "Gnihihihi." "Was gibt's denn da zu lachen? Du läufst auf dem Fahrradweg!" "Muhuhuhuhuhahahaha! Ein Radfahrer faselt was von Verkehrsregeln. Muhuhahaha! Ein Radfahrer! Ausgerechnet. Das ist zu gut. Ganz groß. Aua. Mein Bauch." "Was … Weiterlesen Lass mal Fahrradterroristen trollen

Zuckungen im Schwebebad

Ich soll entspannen, sagt der Wellnessgutschein für einen Salzwassertank. Schweben soll ich, auf Salzlake, zu beruhigender Musik, mich verlieren in Raum und Zeit und dadurch meine Abwehrkräfte stärken. Steht da. Das ist doch wieder eine dieser dekadenten Yuppie-Eso-Heilsteine-Ufos-gelangweilte-Steglitzer-Hausfrauen-Erfindungen, mit denen du so viel anfangen kannst wie mit einer Fußreflexzonenmassage, indischen Räucherstäbchen oder einer Gurkenmaske auf … Weiterlesen Zuckungen im Schwebebad

Stehenbleiben. Nicht fliehen.

Was ich sagen wollte: In einer Berliner Badeanstalt fürchtet man immer, Keile zu bekommen. Ich werde das Gefühl nie los. Unsere Bevölkerung hat diesen Wesenszug in sich, einen jugendfrischen Wesenszug: und wer bei uns auf Körperverletzungen immerhin von vornherein gefasst ist, ist weise. Die positive Gesinnung, die Goethe dem ersten seiner starken Gesellen in den … Weiterlesen Stehenbleiben. Nicht fliehen.

Von Quäkern, Sabblern und Brüllern

Wie der Rest meiner Stadt geht auch der öffentliche Nahverkehr in Berlin vor die Hunde. Festmachen können Sie das am Publikum. Stinker gab es schon immer in Berlins Bahnen. Immer mal wieder einen. Manchmal wochenlang keinen. Dann wieder zwei Stinker in drei Tagen. Kam rein. Stank nach Verwesung, wochenlang nicht gewaschenem Puller oder schlicht nach … Weiterlesen Von Quäkern, Sabblern und Brüllern

Das Bier und die Sauerkrautköpfe

Schon mal mit Bierflasche in der einen und dem Kind an der anderen Hand über den Kollwitzplatz, dem superkorrekten Übermütterparadies von Prenzlauer Berg, gelaufen? Woah. Herrlich. Die Blicke. Diese Blicke. Sie machen sich keine Vorstellung. So etwas haben Sie noch nicht gesehen. Aus den Pupillen funkt und sprüht nur ein Wort: Jugendamt. Mit sehr vielen … Weiterlesen Das Bier und die Sauerkrautköpfe

Bum Bum – zur Hölle mit dem Drehstuhl

Ich habe Sympathie für das Prinzip Auge um Auge. Unmodern. Unpopulär derzeit. Stimmt. Aber egal. Schlagen Sie mich, schlage ich zurück. Pöbeln Sie mich an, ernten Sie exakt die gleiche Menge Gossengepöbel, mit der Sie mich beschenkt haben. Sie dämlicher Arsch. Nerven Sie mich, nerve ich Sie zurück. Immer auf dem gleichen Level. Gleiche Dosis. … Weiterlesen Bum Bum – zur Hölle mit dem Drehstuhl

Mein WiFi heißt „Fickt euch alle“

Warum wird der gute alte Hass so sehr verpönt? Niemanden darf man mehr hassen. Warum? Wem nutzt das? Wieso muss ich plötzlich alle möglichen Vollidioten, finalneurotischen Schneeflöckchen und durchgeknallten Sozialkrüppel lieb haben? Ich will das nicht. Ich kann die meisten Menschen gar nicht leiden. Eigentlich kann ich alle Menschen nicht leiden. Sprechen mich Menschen unverlangt … Weiterlesen Mein WiFi heißt „Fickt euch alle“

Wo bleibt eigentlich die Rezession?

Was gibt es denn so Neues? Oh. Viel. Kürzlich gab es bei Tchibo einen apfelgrünen Kiwibehälter zu kaufen. Und ein bananenförmiges Bananenbehältnis für Bananen. In Bananengelb. Direkt neben dem Eierschneider und dem Strumpfhosen-Notfallset. Ich wiederhole: Strumpfhosen. Notfall. Set. Doch das ist noch nicht alles. In der Behörde, in der einer meiner Freunde arbeitet, haben sie … Weiterlesen Wo bleibt eigentlich die Rezession?

Bärenstark wie Berlin

Oh Hirn. Oh degeneriertes Hirn. Diese Vorlage kann ich nicht ungenutzt lassen. Ein sinnloser Shampoohersteller macht Werbung mit dem sinnlosen Spruch "Bärenstark wie Berlin." Nein, ich brauche nun wirklich keinen Beweis mehr, dass Werber zu ihrem überwiegenden Teil nicht die Windboe Ahnung haben wovon sie reden. Haar. Berlin. Stark wie. Klasse. Doch. Gerne schieße ich … Weiterlesen Bärenstark wie Berlin

Der Bürgermeister informiert

"Nun, Exzellenz, das Jahr ist bald vorbei und es ist immer noch Steuergeld da. Ich schlage ein paar Schilder vor. Vielen ist zum Beispiel nicht bewusst, dass der Moorgraben durch moorige Wiesen fließt. Außerdem erreichen uns viele Zuschriften aufgewühlter Bürger, die wissen wollen, ob die braune Färbung des Wassers etwa durch Huminstoffe hervorgerufen wird. Ich … Weiterlesen Der Bürgermeister informiert

22%

Meine Güte, Gender plakatiert momentan wie vom wilden Pascha gebissen. Ich weiß gar nicht wo ich mit knipsen anfangen soll. Friedrichshain ist zugekleistert. Und natürlich mit Recht. Es ist eine zum Himmel stinkende und mit nichts auf der Welt vergleichbare Sauerei, dass das System Frauen immer noch massenhaft in diese prekären Friseurberufe und brotlosen Geisteswissenschaften … Weiterlesen 22%

Baseballschläger gegen das Patriarchat

Sehr gut. Na endlich. Ich kann Blumen auch nicht leiden. Darüber hinaus finde ich es gut, wenn sich Initiativen für einen konstruktiven Dialog der Geschlechter einsetzen. Neues Gimmick für den nächsten Valentinstag: Tonfa statt drecks Pralinen. So ein bisschen Dresche schadet nie. Und hey, es geht nichts über schlagringkräftige Argumente. Eier grün-blau ihr Ficker.

Schüler im Museum

Haha. Völlig benommen schlurft eine Schulklasse vor mir durchs Deutsche Historische Museum. Schnarch. Laaaaaaaaaaaaaangweilig. Einem hängt ein Sabberfaden aus dem Mund, er schläft mit offenen Augen. Der Lehrer labert irgendwas über den 30-jährigen Krieg, ein Schüler reißt den Dauerbrenner "Ey, der Kowalke labert so, der hat den bestimmt selber erlebt." Der Rest der Meute starrt … Weiterlesen Schüler im Museum

Beppo 1.0

Und so begab es sich, dass Beppo Bierbichler in der Umkleide seines Fitnessstudios einen Werbeaufsteller sah, auf dem eine Plattitüde dargeboten wurde. "Euch geb ich's. So geht's ja wohl nicht." sagte er sich, nahm den Stift, den er für solche Gelegenheiten immer in seiner Bauchtasche deponiert hat, und hinterließ einen Kommentar. Mit einem Ausrufezeichen. Können … Weiterlesen Beppo 1.0

Wrangelpain

Farbe runter. Kontrast rauf. Das ist mein alter Supermarkt im Wrangelkiez. Es gibt ihn immer noch. Life Action Role Pain. Am Eingang lungern immer noch die Trinker, daneben ... bittääääääää bittäääääää ... die effizienter als mein Straßenfegerverkäufer in Prenzlauer Berg Organisierten, immer mit Baby im Arm. Ich drehe mich weg. Auch wenn ich gerne gebe, … Weiterlesen Wrangelpain

Der irre Händler des Jahres

Ach Lidl. Du bist ja nun wirklich der Bad Guy des Einzelhandels und hast dir im Laufe der Jahre locker so einen desaströsen Ruf erarbeitet wie Banken, Stromkonzerne und die Berliner S-Bahn. Was war da nicht alles? Bespitzelung der Mitarbeiter, Verhinderung von Betriebsräten, Dumpinglöhne, Denunziantentum, alles wie aus der Vorhölle des vorletzten Jahrhunderts gekoppelt mit … Weiterlesen Der irre Händler des Jahres

Sexistische Kacklimo

Ein dubioser Wächterrat beklebt seit Jahren quer durch die Stadt zu freizügige Werbung mit lustigen Aufklebern auf dem sprachlichen Niveau dieser immer noch schwer aktiven Güllepumpe Internet. Ich weiß manchmal gar nicht mehr, welchen Hintergrund so ein Tugendfuror hat. Protestantisch. Islamisch. Feministisch. Oder auch nur Tourette. Das lässt sich nur noch schwer auseinander halten. Hier ein ganz … Weiterlesen Sexistische Kacklimo

Tanz die Dekadenz

Oh nein. Das verfluchte Adagio am Potsdamer Platz. Der Schnöselclub der Schnöselclubs. Selten war mir schon so kurz nach dem Eintritt so schlecht wie hier. Aalglatte FDP-Restposten meets RCDS-Nachwuchslackaffen, blondierte Botox-Schicksen meets Lader-Koth-Imitate, nur jünger, und Big Brother-Container meets Exclusiv Weekend mit Frauke Ludowig mit einem Hauch Gina-Lisa Lohfink neben Julian Stöckel beim Showposen auf … Weiterlesen Tanz die Dekadenz

Ha Ha Hamsterkäufe

Was ist das? Ist ein Krieg ausgebrochen? Generalmobilmachung? Der Russe vor den Stadttoren? Atomraketen unterwegs? Luftschutzbunker olé? Nein! Morgen ist Feiertag! Und danach Sonntag! Mehr nicht! Alarrrrma! Hamsterkäufe. Panik. Morgen gibt's nix mehr. Übermorgen auch nicht. Nie wieder. Wir werden alle verhungern. Der Laden voll. Die Nerven blank. Die Honks in Hochform. Und der Wichser … Weiterlesen Ha Ha Hamsterkäufe

Mutwillige Dezimierung der Selfie-Ghule

Ich mag das Gesundbrunnencenter, denn es leistet einen wertvollen Beitrag zur Dezimierung des Anteils der eitlen Idioten, die sich so gerne selbst fotografieren, weil sie glauben, ihre Umwelt interessiere es, vor welcher Kulisse sie ihr nichtssagendes Antlitz in eine minderwertige Smartphonekamera halten. Das hier ist eine tolle Aktion, denn sie haben das Plakat direkt hinter … Weiterlesen Mutwillige Dezimierung der Selfie-Ghule

Rent a rant by Herrn Ackerbau

tl;dr: Bloodsport. Blinder Hass. Der infantile Pleppo in mir verlangt, dass ich jeden Scheiß mitmache, schon um zu verhindern, dass das Ding hier einen zu ernsthaften Drive bekommt. Rent a rant. Proudly presented by Herrn Ackerbau aus dem neuen krassen hippen Hot Spot Pankow, den die Philanthropen der Immobilientrusts endlich auch mal aufwerten, damit diese elenden kaufkraftamputierten … Weiterlesen Rent a rant by Herrn Ackerbau

Neuköllner Jogginghosentag

Schöne Grüße aus Neukölln. Es gibt Jogginghosenrabatt. Am Internationalen Tag der Jogginghose. Erfunden hat das der Praktikant zwischen Kaffee kochen und Falafel holen. Einmal die Hermannstraße rauf und die Boddinstraße rechts rein und fertig ist die Marketingidee. Das Plakat hängt mitten in Nord-Neukölln, natürlich, wo sonst als dort, wo auch ohne Rabatt 90% der Einwohner … Weiterlesen Neuköllner Jogginghosentag

Der ganz normale Mob

In Ausnahmesituationen lernen Sie Ihre Mitmenschen besser kennen. Das Dumme ist: Die meisten fallen durch. Frankfurt. Mein Flieger nach Berlin ist gecancelt. Technischer Defekt an der Maschine. Als das durchgesagt wird, muss ich kurz lachen. "Lieber Fahrgastpöbel, wegen Verzögerungen im Betriebsablauf (vulgo: Zug kaputt) muss der Zug der Linie S85 leider entfallen." Kennen wir doch. … Weiterlesen Der ganz normale Mob

Solidarität für Irrenhausen

  Vor ein paar Wochen rüttelte ein Hilferuf an mehreren Informationstafeln die Bürger von Pankow und Weißensee auf. Jetzt gibt es Anteilnahme in Form von wertvollen Hinweisen und klassischem Zuspruch:   Mein Berlin. Der Solidaritätsgedanke lebt. Auch für die Bekloppten, die diese Stadt gebiert. Toll.

Schon gehört?

Ich stehe konsterniert vor einem Schild in den todtraurigen Schönhauser Allee Arcaden: "Schon gehört? Foot Locker ist umgezogen und jetzt eine Etage tiefer zu finden." Bitte was? Schon gehört?!?!? Eines ist klar: Der Preis für die realitätsfernste Kundeneinschätzung des Jahres geht mit großem Abstand an Foot Locker. Da kann nichts mehr kommen. Die halten ihren … Weiterlesen Schon gehört?

Kurze Durchsage aus Irrenhausen

Bitte Helfen Sie mir, ich werde mit einen Telekommunikationssystem gevoltert und gequelt! Rüdiger der Polizei Chef aus Hamburg und Hans von der SoKo Hamburg benutzen das Telekommunikationssystem für das Menscliche Gehirn Ilegal gegen mich. Mit dem Telekommunikationssystem für das Menscliche Gehirn, habe ich Herzryhtmusstörungen bekommen! Ich bin ein unschuldiger Mensch! Bitte helfen sie mir. Tel: … Weiterlesen Kurze Durchsage aus Irrenhausen

Timmendorfer Strand: Strandmuschelverbot, Fahrradnazis und die Irren

Ein Strand. Ein Timmendorfer Strand. Das ist schon schön hier. Huhu. Buh. Aber sie finden mich. Sie finden mich überall. Sie finden. Mich überall. Sie. Mich. Überall. Die Irren. Egal wo ich mich verstecke, sie kommen mir hinterher. Ich bin der Irrenmagnet. Sie finden mich überall, sie brauchen mich. Sie spüren, dass sie mich teilhaben … Weiterlesen Timmendorfer Strand: Strandmuschelverbot, Fahrradnazis und die Irren

Kackefähnchen

Partystimmung kommt auf. Der Kiez hat endlich eine Beschäftigung für die nicht ausgelasteten Rentner und Mütter gefunden, die sonst illegal rauchen lassende Gastwirte dem Ordnungsamt melden oder die heilige Mülltrennung überwachen müssten: Kotfähnchen. Ich sehe die Hundebesitzer schon zittern: "Oh nein, bitte keine Fähnchen, zu Hülfe, sie haben schon eines in Haskos Häufchen gesteckt. Was … Weiterlesen Kackefähnchen

Heraus zur revolutionären Sittichstar-Garde

45 nach 68. Endlich hängen wieder Pamphlete an den Wänden: Ich weiß nicht, was schlimmer ist. Karneval oder Cottbus. Ich kann mich nicht entscheiden. Och lass ma, ich nehm doch lieber Eiter unter den Fußnägeln. Helau. Butschipuh. Lust auf Karneval in Cottbus? Rufen Sie jetzt an. Männer im Minirock. Frauen nacktbeinig. Wer da Bock drauf … Weiterlesen Heraus zur revolutionären Sittichstar-Garde

Der Bizarr-Opa und seine Fetischtorte

Prenzlauer Berg. Blackland. Ein Metalschuppen. Es ist 18:45 Uhr. "Guten Abend, haben Sie schon offen?" "Nein." "Wann machen Sie denn auf?" "Sieben." "Im Internet steht aber um sechs." "Heute nicht." "Kann ich mich so lange hier hinsetzen?" "Nein." "Alles klar." 20:30 Uhr. Die Kodderschnauze von eben legt den Turbo ein. "Tschuldigung, wo ist denn die … Weiterlesen Der Bizarr-Opa und seine Fetischtorte

Psychopathentreff über den Wolken

So ein Flugzeug ist ja traditionell der Treffpunkt von Psychopathen. Hat man die durchgeknallten Eiergrabscher der sadistischen Flughafensecurity endlich hinter sich, haben die vereinigten Schreckgestalten der deutschen Passagierluftfahrt ihren Auftritt - in einem Raum, aus dem man nicht fliehen kann. Vor mir klappt ein Arsch schon eine Viertelstunde vor dem Start die Lehne nach hinten, … Weiterlesen Psychopathentreff über den Wolken

Die Pest in der Post: Eine Facebookeinladung zu Weihnachten

So. Weihnachten ist auch wieder so gut wie vorbei. Doch auch jetzt wo es dunkel ist, der Zwerg schläft und der Tag langsam ausklingt, bleibt mir nichts erspart. Ein Blick in den Posteingang meiner seit den 90ern von allen Spamfritzen dieser Welt durchgenudelten E-Mail-Adresse macht das deutlich: nicofartface83 schreibt mir: "Super-SexyBlonde_with Small=Tits%." Dickshit Giridharan findet: … Weiterlesen Die Pest in der Post: Eine Facebookeinladung zu Weihnachten

Hagelschaden in den Journalistenhirnen

Die Nacht war in Berlin ruhiger als erwartet. Na Prost. Wie schade. Nix passiert in der Stadt. Nicht mal ein Toter. Nur in Weimar ist ein Weihnachtsbaum umgekippt und in Friedrichshain fiel ein Gerüst um. Strenggenommen ging in Berlin nicht mehr kaputt als sonst in einer Nacht. Und sogar die Berliner S-Bahn fährt, obwohl die … Weiterlesen Hagelschaden in den Journalistenhirnen

Kein Arschloch bei Netto

Ich war letztens bei Netto einkaufen. Und habe was vermisst. Die Arschlöcher.  Ja, die Arschlöcher, die typischen Netto-Kunden, wegen denen ich so ungerne zu Netto gehe, jene, die einem mit dem Einkaufwagen in die Hacken fahren und dann, wenn man sich umdreht, um die Entschuldigung entgegen zu nehmen, so böse kucken als hätte man gerade … Weiterlesen Kein Arschloch bei Netto

Herzbrecher: Der Himmel is ne Halbpfeife

Das ist mein Lieblingskäse. Sein einziges Problem: Er heißt "Herzbrecher" und es schüttelt mich, seinen Namen auszusprechen. Das ist so ein Kitschkram wie dieser dämliche Bio-Bäcker mit seinem "Marathon-Fitness-Vital-Brot" oder die Wursttheke mit der "Bärchenwurst". Mein Kind will diese beknackte Teddygesichtswurst immer haben, aber ich weigere mich, diesen Namen auszusprechen, sondern mache es wie beim … Weiterlesen Herzbrecher: Der Himmel is ne Halbpfeife

Mein Prenzlauer Berg: Heilungsimpulse

Hallo, mein Name ist Irene und ich löse alle eure Probleme. Meine Selbstfindungsgalerie am Senefelderplatz musste ich leider aufgeben, weil der Alte mir keinen Unterhalt mehr zahlen muss und die Kinder auch schon aus dem Haus sind. Meine Yogagruppe und der Chakramassage-Salon in der Gleimstraße haben auch nicht funktioniert - es gibt einfach zu viele … Weiterlesen Mein Prenzlauer Berg: Heilungsimpulse

Paranoid in den Tag der Einheit

Ich habe keine Vorurteile, nein, ich doch nicht, ich bin doch aufgeklärt, tolerant, mir kann keiner gar nix, ich bin der metrokulturelle Großstädter, ich habe alles gesehen, alles, ich akzeptiere alles, mein Puls bleibt ruhig, egal was kommt... In der U4, der sinnlosesten aller Berliner U-Bahn-Linien, sitze ich alleine mit einem Musterexemplar derer, die sie … Weiterlesen Paranoid in den Tag der Einheit

Der Doppelficker-Auspuff und der fahrende Fön

Lange nicht mehr positioniert. Zwei Tage schon nicht. Oder drei. Wird Zeit. Tempo 130 auf Autobahnen. Oder besser noch 120. Da bin ich für. Besonders krass fällt der Unterschied ins Auge, wenn man entspannt aus dem Ausland kommend auf eine deutsche Autobahn gerät. Es herrscht Nahkampf auf der linken Spur. PS-Terror. Wer nicht genügt, der … Weiterlesen Der Doppelficker-Auspuff und der fahrende Fön

Ferrero: Deutschland und seine Hysterie

Die Hysteriemaschine Twitter heult mal wieder. "Ferrero Küsschen sind rassistisch!" schreit man, und Ferrero knickt ein, entschuldigt sich, betet fünf Rosenkränze und zieht die Werbekampagne zurück. "Deutschland wählt weiss", Ja, das ist doof, natürlich, so doof wie 99% aller Werbekampagnen doof sind. Wahrscheinlich hat sich mal wieder der Praktikant die Kampagne ausgedacht. Sie ist nicht gut, … Weiterlesen Ferrero: Deutschland und seine Hysterie

Mein Bezirksamt: Noch mehr Bürokratie wagen

Endlich wieder im Rathaus Pankow. In meinem Bezirksamt. Was habe ich es vermisst. An diesem Ort hat man die Zeit etwa im Jahre 1903 angehalten. Ich habe leider kein Gemälde unseres Kaisers Wilhelm Zwo gefunden, aber es muss irgendwo dort sein - es gehört da einfach hin. Vielleicht im Keller in der Registratur. Dafür wird … Weiterlesen Mein Bezirksamt: Noch mehr Bürokratie wagen

Kriegsberichterstatter der Unwetterzentrale

Wer sich mal einen Spaß machen und ganz tief in die Seele dieses Landes blicken möchte, der zieht sich die chronologischen Meldungen der Besucher der Unwetterzentrale rein: Ist das nicht großartig? Ich stelle mir Opa Kowalke vor, wie er im Hobbyraum neben der Werkzeugkiste unter Uropas altem Wehrmachtsstahlhelm vor seinem Pentium-PC mit 15-Zoll-Schwarz-Weiß-Röhrenmonitor sitzt und die neuesten Frontberichte … Weiterlesen Kriegsberichterstatter der Unwetterzentrale

Kranker Hauptstadt-Shit: U-Bahn-Cabrio

[ring] Moin Omma! Allet fit im Schritt? Wat macht die Gehhilfe? Supi. Haste an die Pillen jedacht? Ah scheen. Sehr jut.Hier, Omma, hör ma, war ick jestern im Berliner Untergrund. Nein nich wie du damals bei deiner Bewegung 12. Juli oder wie dat heisst, sonnern im U-Bahn-Untergrund. Nee, wat? Wir ham keene U-Bahn in die … Weiterlesen Kranker Hauptstadt-Shit: U-Bahn-Cabrio

There will be no Weltuntergang in Germany

Der S-Bahnhof Greifswalder Straße ist noch da. Die Welt ist auch noch da. Er ist ausgeblieben, der Weltuntergang. So ein Pech. Da sitzen sie nun in den Pyrenäen in ihrem Bergdorf, haben den Job gekündigt, die Lebensversicherungen aufgelöst, Hamsterkäufe gekauft und sich (wahrscheinlich nicht zum ersten mal) vor allen Freunden und der buckligen Verwandtschaft lächerlich … Weiterlesen There will be no Weltuntergang in Germany

Netto Ghetto Styler

Neonlicht blendet mich. Netto. Lagerhaftstyle. Kalt. Fahl. Doch ich brauch noch einen Kaugummi. Die Kundschaft ist authentisch-dumpf, an der Kasse lockt ewig der Nahkampf: Von hinten hackt der Hackenfahrer in meine Hacken in seiner ganz eigenen irrtümlichen Annahme, es ginge dadurch schneller voran. Ich versuche, ihm zu erklären, dass es keinen Zusammenhang zwischen Hackenfahren und … Weiterlesen Netto Ghetto Styler