Lost im TXL-Bus

Und wieder der dumme Flughafen Tegel. Dauernd grüßt der Goblin. Ich muss seit letztem Jahr wieder öfter dort sein. In Tegel. Am Flughafen. Weil ich wegen des Dauergetrommels der spoiled Klimanöler, die seit gestern niemand mehr hysterisch nennen darf, keinen Deutsche-Bahn-Zug mehr für die ständigen überflüssigen Borgwürfelarbeitgeberreisen nach Frankfurt buche, sondern jedes Mal einen Kurzstreckenflug … Weiterlesen Lost im TXL-Bus

Lost in Schöneweide

„Zu wahrer menschlicher Größe gibt es nur einen Weg - den durch die Schule des Leidens.“ Albert Einstein Ein blödes aus irgendeiner Zitatedatenbank im Internet abgeschriebenes Mantra von Albert Einstein auf den Lippen stehe ich hungrig auf dem Vorplatz des S-Bahnhofs Schöneweide herum, mit mir ein paar verwitterte Buden, die gruselig anzuschauen sind - beginnend … Weiterlesen Lost in Schöneweide

Berlins bizarre Behördengruft

Die ihr eintretet, lasset alle Hoffnung fahren Dante Alighieri Wenn das Bezirksamt Pankow die öffentlich-rechtliche Vorhölle ist, so ist die Kfz-Zulassungsstelle in Lichtenberg das ewige Fegefeuer. Ich konnte mir bisher gar nicht vorstellen, dass ich mich einmal lieber in die fürchterliche Meldestelle meines gruseligen Pankower Rathauses zurückwünsche, in der ich ausgezehrt mit einem Wartezettel in … Weiterlesen Berlins bizarre Behördengruft

Berlin-Mitte. Geld frisst Hirn frisst Contenance

Berlin-Mitte. Umlaufbahn Hackescher Markt. 20:50 Uhr. Eigentlich kann niemand, der in dieser Stadt bei Verstand ist, hier noch hingehen. Wenn Sie Glück haben, treffen Sie nur auf Touristen, sinnlos im Weg rumstehend, entweder zum Kotzen sanierte oder zum Scheißen neugebaute Architektur bestaunend, Berliner Luft in Dosen kaufend, mit Smartphone in der Hand auf Google Maps … Weiterlesen Berlin-Mitte. Geld frisst Hirn frisst Contenance

Mein altes Neukölln

Ich bin immer noch gerne in Neukölln. Ich komme da her. Wer aus dem bioseligen Biedermeierparadies Prenzlauer Berg trotz der einschlägigen Reisewarnungen aus dem Reformhaus-Kurier und der Weizenkeim-Depesche eine Reise ins Zentrum des ganz doll übel beleumundeten und in den Scheißzeitungen dieser Stadt fast täglich gedissten Bezirks Neukölln tut, der kann was erleben. Und zwar … Weiterlesen Mein altes Neukölln

Freakshow oder Eine Fahrt mit der U2

Sonntag 10.30 Uhr Schönhauser Allee – Ein Blick in den U-Bahn-Wagen, aha, rechts sitzt schon die sechsköpfige italienische Hostelmeute, gerade dem keimigen 25-Euro-Gemeinschaftsraum entkommen und ungeduscht schon die erste Bierpulle am endlos plappernden Hals. Schweiß. Bier. Pathos. Linker Seite stehen die beiden Touristinnen aus New York, die sich in der irrigen Annahme, niemand würde sie … Weiterlesen Freakshow oder Eine Fahrt mit der U2

Der Brunnen des Grauens

Wozu Menschen fähig sein können, wenn man sie lässt, sieht man hier: Mitten auf dem Alexanderplatz ragt der Brunnen des Grauens wie ein rostiges Geschwür aus den Eingeweiden dieses misshandelten und dann liegengelassenen Ortes. Er ist in seiner himmelschreienden Widerwärtigkeit so hässlich, dass man Eintritt dafür verlangen könnte, würde er in einem Monstrositätenkabinett voller anderer … Weiterlesen Der Brunnen des Grauens

Die ewige Pisse der Oberbaumbrücke

Wenn der Tiergarten die Lunge Berlins, die Freie Universität das Gehirn und das Brandenburger Tor das Dekolleté dieser Stadt ist, dann ist die Oberbaumbrücke der Schließmuskel. Hier ist das stinkende Ende der Stadt, hier reißt sie die Arschbacken auseinander und präsentiert ihren Besuchern den verklebten Darmausgang. Es mockert nach Pisse, beständig, anhaltend, beharrlich, ein bauwerkgewordenes … Weiterlesen Die ewige Pisse der Oberbaumbrücke

Lost im Friedrichstadtpalast

Friedrichstraße. Im Palast. Kopfkino. Der alte Erich hebt seine vermoderte Faust aus dem Grab. Vom Klunker bis zu den Betonplatten, alles da. Hier wollte die Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik auch mal einen auf Glamour machen. Mit Betonplatten in wuchtiger Klotzoptik. Und Klunkern. Meine Güte. Paris, London, Chisinau, Archangelsk - jeder auf der Welt schüttelt … Weiterlesen Lost im Friedrichstadtpalast

Der potthässliche Alexanderplatz

Berlin ist die Hauptstadt der Versager. Der Berliner Senat versagt beim Wohnungsbau, die Berliner S-Bahn versagt beim Öffentlichen Nahverkehr und der Berliner Alexanderplatz steht dem in städtebaulicher Hinsicht kein Stück nach. Be Berlin - Be Fail. Nur deshalb ist es so, dass der Alexanderplatz optisch so etwas wie der Jason Voorhees von Berlin ist – … Weiterlesen Der potthässliche Alexanderplatz

Von Quäkern, Sabblern und Brüllern

Wie der Rest meiner Stadt geht auch der öffentliche Nahverkehr in Berlin vor die Hunde. Festmachen können Sie das am Publikum. Stinker gab es schon immer in Berlins Bahnen. Immer mal wieder einen. Manchmal wochenlang keinen. Dann wieder zwei Stinker in drei Tagen. Kam rein. Stank nach Verwesung, wochenlang nicht gewaschenem Puller oder schlicht nach … Weiterlesen Von Quäkern, Sabblern und Brüllern

Berlin-Mitte-Blues

Mitte. Leergefegt. Huhu. Die Hauptstadt mitten in der Woche an einem Abend im November. Ihre Läden geschlossen. Kaum Menschen zu sehen. Dabei ist die Stadt so voll, denke ich häufig. Wenn ich abseits der Touristenwege unterwegs bin, die nach Einbruch der Dunkelheit so öde werden. Die Stadt ist voll geworden, denke ich. Wenn ich da … Weiterlesen Berlin-Mitte-Blues

Rixdorf

Hassen Sie Weihnachtsmärkte auch? Diese hirnlose Ansammlung überfüllter Blinkbuden, in denen sie miesen gepanschten Wein mit Zucker versetzen, worauf dumme alte Schnepfen und dicke blöde Blinkemützenträger jede Würde verlieren? Dort wo sie teuren Tand aus den Erzgebirgewerkstätten des Landes noch teurer als sonst schon verkaufen? Dort wo sie prekäre Bratwurst aus püriertem Elchabfall als Delikatesse … Weiterlesen Rixdorf

Der König der Schlümpfe

Michael Müller: Berlin ist nicht in katastrophalem Zustand Jetzt hat er auch mal zum Zustand seiner Stadt gesprochen, der Große Steuermann, der auf dem Papier die Verantwortung für die Stadt trägt. Alles gar nicht so schlimm, sagt er. Übertrieben. Probleme ja, aber bitte, Kirche, Dorf, lassen, doch mal, müsse doch, bla. Ich möchte einmal erleben, dass … Weiterlesen Der König der Schlümpfe

Unsere große, dicke, peinliche Verwaltung

Failed Stadt Berlin Berlin - Hauptstadt des Versagens Als so ziemlich die Letzten haben es die Edeljournalisten der etablierten Portale rausgefunden: Berlins Verwaltung ist eine Katastrophe. Die Grundfunktionen der Stadt funktionieren nicht mehr. Sie geht den Bach runter. Jemandem, der hier schon länger wohnt und mit offenen Augen durch die Stadt geht oder - möge … Weiterlesen Unsere große, dicke, peinliche Verwaltung

Im Neuen Museum

Das Neue Museum wurde bis irgendwann 2009 rekonstruiert und mit großem Bahnhof wiedereröffnet. Der Besuch lohnt sich. Weniger der Exponate wegen. Es ist die Architektur, der gelungene Dialog von Restauriertem und Neuem. Ein Purist wird weinen, ich hingegen finde es großartig. Eine vollkommen originalgetreue Rekonstruktion wirkt doch gleich wieder so kitschig wie das Stadtschloss bald … Weiterlesen Im Neuen Museum

Ein freundlicher Hetzer

Neulich beim Autofahr'n. Freundlicher Hetzer. Ich finde, das ist ein Widerspruch. Zumindest semantisch. Und ja, ich bin bestimmt die fünfte Generation, die sich über diesen bekannten Berliner Autohändler lustig macht. Name-Blaming? Auf jeden Fall, aber wieder eine Gelegenheit, auf das ausgesprochen schöne Blog der eleganten Heidi Hetzer hinzuweisen, die gerade in Australien ist: http://heidi-um-die-welt.com Und hier … Weiterlesen Ein freundlicher Hetzer

Teddys Park aka Die Letzten

Letzter Rest – sie werden euch kriegenLetzter Rest – sie werden siegenLetzter Rest – werden Rächer sein Slime – Die Letzten Unterwegs im Thälmannpark. Okay, sieht nicht so ganz aus wie Prenzlauer Berg. Ist aber Prenzlauer Berg. Was steht da auf dem Schild? Ich kann es nicht lesen und muss raten: „Betreten des Rasens verboten“, … Weiterlesen Teddys Park aka Die Letzten

Multiplexmüdigkeit (Reborn Zoo Palast)

Wann habe ich eigentlich damit aufgehört, gerne in ein Multiplexkino zu gehen? Wann haben sie angefangen, mich zu nerven, diese Sitztreter, Lautlabersäcke und iPhone-Terrorleuchter? Wann habe ich das erste Mal Folterfantasien entwickelt, wenn einer der sozial inadäquaten Adventisten der schlechten Laune seine bestrumpften Käsemauken neben mir auf der Stuhllehne abgelegt hat? Wann war ich eigentlich … Weiterlesen Multiplexmüdigkeit (Reborn Zoo Palast)

Kudamm-Borgwürfel

Ich frage mich manchmal, ob ich der Einzige bin, der diese neue Architektur, die sich wie ein Krebsgeschwür durch die Toplagen der Stadt frisst, zum Wegrennen findet, denn alle Passanten laufen daran vorbei ohne sich vor Depressionen vor einen Bus zu werfen, davor zu kotzen oder sich wenigstens angewidert wegzudrehen. Vielleicht liegt es am grauen … Weiterlesen Kudamm-Borgwürfel

Der psychedelische U-Bahnhof, der legendäre Filz und der bestehende Ersatzverkehr

Der Bahnhof Jungfernheide beherbergt eine U- und eine S- Bahnstation. Unten auf dem in psychedelischen Farben der 70er gehaltenen U-Bahnhof zeigt die BVG wie es so mit den wichtigen Infrastrukturmaßnahmen der Stadt Berlin läuft. Und es läuft gar nicht. Der U-Bahnhof weist nämlich zwei Bahnsteige für eine Linie auf, die es gar nicht gibt, die … Weiterlesen Der psychedelische U-Bahnhof, der legendäre Filz und der bestehende Ersatzverkehr

Debil durch das Festival of lights

Manchmal will sich Berlin fein machen. Und wie macht man sich fein, wenn man potthässlich ist? Man dimmt das Licht und sorgt für optimale Beleuchtung. Dann sieht man die Fältchen nicht, die Pustelchen, die Narben. Festival of lights.Es fahren Busse zu allen ausgeleuchteten Sehenswürdigkeiten, die in allen möglichen Farben strahlen, und natürlich fahre ich da … Weiterlesen Debil durch das Festival of lights

Grusel mich doch, Schönefeld

Wir werden hier in Berlin noch einige Zeit etwas vom guten alten Flugplatz Schönefeld haben - inklusive seines Sauftouristenbombers easyjet, der hier ein ganzes Terminal belegt. Witze über den nie fertig werdenden neuen Flughafen werden auch langsam schal, je länger das Elend andauert. Dass diese Stadt nichts kann, weiß man inzwischen auch in Tokio, Alabama … Weiterlesen Grusel mich doch, Schönefeld

Das sinnloseste Gebäude der Welt: Der Schwerbelastungskörper

Gestatten? Das sinnloseste Gebäude der Welt. Der Schwerbelastungskörper. Seines Zeichens ein dickes Stück Beton auf den Berliner Sand gegossen, um zu testen, ob der den geplanten monumentalen Nazi-Triumphbogen im Zuge der Planungen zur Welthauptstadt Germania aushalten würde, ohne weg zu sacken. Er ist bis heute fast 20 cm eingesunken. Er hätte nur 5 cm einsinken … Weiterlesen Das sinnloseste Gebäude der Welt: Der Schwerbelastungskörper

Huhu fool me, Weltballon

Muss ich das alles machen? Muss ich jeden Mist machen, der in dieser Stadt für Touristen so angeboten wird? Muss ich? Ja, aber sicher, ich mach' alles, ich fahr' U-Bahn-Cabrio, ich fahr' Fahrradrikscha, Bierbike, Grillfloß, ich ess' im Theodor Tucher, Kartoffelhaus Nr. 1, ich knall' mir Konnopkes langweilige Idiotencurrywurst rein und stehe dafür mit vielen … Weiterlesen Huhu fool me, Weltballon

Auf der Modersohnbrücke

Hier ist meine Lieblingsbrücke, ausnahmsweise mal bei Tag: Meine Lieblingsbrücke war sie immer schon. Sie ist viel cooler und hat viel mehr Style als die zugepisste Oberbaumbrücke, dieses vernachlässigte Symbol einer vernachlässigten Stadt abseits der Neureichenviertel, die sie anderswo entstehen lässt. Ich mag es wie die Brücke schwankt, wenn ein LKW auf ihr fährt. Ich … Weiterlesen Auf der Modersohnbrücke

Einmal um Stralau herum

Ach Stralau. Ach Stralau. Was soll das denn? Townhäuser. Stadthouses. Fegefeuer der Eintönigkeit. Die Parzelle quadratisch abgegrenzt. Maschendrahtparadies. Bäume mit Zettel. Kästen. Schließfächer. Eines wie das andere. Hier soll irgendwo ein Kleinwagen sein. Ich seh' nix. Nur Schachbrett. Besser umdrehen. Zum Wasser hin. Da hinten am Horizont fangen sie auch schon damit an. Mit dieser … Weiterlesen Einmal um Stralau herum

Gastbeitrag: Auf dem Kinderbauernhof

Dieser Text zum Pankower Kinderbauernhof Pinke Panke ist von Amélie geklaut, die seinerzeit auf Qype viel Wahres zu diesem Ort geschrieben hat. Ein komischer Ort. Ich werd' mit dem Ding auch nicht warm. Mein Kind im Übrigen auch nicht. Es lief etwas unwillig auf dem Gelände herum, ist ihm wohl auch etwas zu verzottelt, zu verschlumpft. Dank … Weiterlesen Gastbeitrag: Auf dem Kinderbauernhof

Das kleine Kino Krokodil

Das Kino Krokodil ist ein kleiner Geheimtipp in einer der ruhigeren Seitenstraßen des nördlichen Prenzlauer Bergs. Es ist spezialisiert auf russische bzw. osteuropäische Filme und hat sich damit ein kleines und sehr spezielles Publikum erarbeitet. Hier laufen Filme, die sonst höchstens ab 23.00 Uhr auf Arte und 3Sat oder auf stark subventionierten, völlig unbekannten und … Weiterlesen Das kleine Kino Krokodil

Suicidal Tendency: Winter in Hohenschönhausen

Im harten Osten. Hohenschönhausen. Der Eiswind fräst Furchen ins Gesicht. Fassaden so grau wie der Himmel wie die Gesichter. Und das Linden Center schafft es, noch hässlicher als seine benachbarten Plattenbauten zu sein. Wenn man die in Vollkommenheit harmonierende Tristesse der Umgebung erfolgreich mental überwunden hat, ohne sich vor die Gleise der Straßenbahn zu werfen, … Weiterlesen Suicidal Tendency: Winter in Hohenschönhausen

Multiplex für Menschenhasser

Man sollte an einem Samstag nicht ins Cinemaxx am Potsdamer Platz gehen. Man sollte eigentlich überhaupt nicht mehr ins Cinemaxx gehen. Denn hier zeigt die eiskalte Profitmaximierung eine ihrer hässlichsten Fressen. Gespart wird natürlich zuerst an der Hygiene. Die Toiletten erinnern vom Geruch und der zerfickten Optik her an längst vergessene Junkiehöhlen bundesdeutscher Fernbahnhöfe in … Weiterlesen Multiplex für Menschenhasser

Im Schatten des Einkaufsbunkers

Frankfurter Allee. Der Bunker wirft einen langen Schatten. Der Einkaufsbunker, der graue. Klotz. Widerlich. Trotz Sonne Regenwetter simulierend. Muss ein Sadist geplant haben, das Ding. Flakbunker. Schwerbelastungskörper. Shoppingwüste. Hier im Schatten residiert der Philosoph an der Currybutze, der übliche Verdächtige. Jede Currybutze hat einen. Mindestens. "Ick will heute keene Boulette, ick will ne Currywurst, am … Weiterlesen Im Schatten des Einkaufsbunkers

Gehwegschäden

Der Schädenschilderwald von Prenzlauer Berg wird immer dichter. Schäden überall. Gehwegschäden. Straßenschäden. Kaum eine Ecke ohne, wenn man vom Kollwitzkiez mal absieht, in dem der neue Geldadel wohnt, den man nicht verprellen will und dessen Straßen und Gehwege deswegen aussehen wie ein gephotoshopptes Wahlplakat. Im Norden von Prenzlauer Berg, je näher man dem Pöbel von … Weiterlesen Gehwegschäden

Zugschadengewöhnung

Innerhalb welchen Zeitraums haben sie uns eigentlich an die täglichen Ausfälle bei der Berliner S-Bahn gewöhnt? Wann haben die Leute aufgehört zu meckern? Wann haben die Zeitungen aufgehört, über den täglichen Wahnsinn zu berichten? Wieso rastet nicht einmal mehr jemand aus in einer dieser Sardinenbüchsen, in denen Beförderungsfälle wie Vieh auf zu wenig Raum mit … Weiterlesen Zugschadengewöhnung

Der Zoo Palast ist wieder da

Der Zoo-Palast wird wiedereröffnet Das Fossil lebt. Ich habe schon gedacht, ich erlebe es gar nicht mehr und sehe diesen Kinodinosaurier irgendwann Stück für Stück im Märkischen Sand versinken. Der verdammte Palast steckt voller Erinnerungen, er war gelebtes Westberlin, er war eine sehr reale Zeitreise in die 70er - aber natürlich zum Spitzenkinopreis von heute: … Weiterlesen Der Zoo Palast ist wieder da

Endzeit für Rosi

Coole Plakate haben sie schon, die Piraten: Und sie hängen Sie mitten in die Wunde: Das links ist das Rosi's, eine der letzten unsanierten Partylocations auf dem Technostrich, die an die wilde erste Hälfte der 90er erinnert, provisorisch, verratzt, abgerissen und das in uralten Gemäuern beherbergt seine ganz eigene magische Atmosphäre schafft. Jung ist es, … Weiterlesen Endzeit für Rosi

Berlin. Wir können nichts. Und das immer.

Das ist die Max Schmeling-Halle in Prenzlauer Berg. Eigentlich ganz nett. Wenn sie nicht in Berlin stehen würde. Seit der Eröffnung der O2-World hat die sowieso schon chronisch defizitäre Halle einen weiteren Niedergang in der stadtweiten Bedeutung erlebt und das hängt mit dem Weggang der Basketballer von Alba zusammen. Jetzt gibt es hier noch die … Weiterlesen Berlin. Wir können nichts. Und das immer.

Staatssicherheit

Kälte springt mich an. Schon lange vor dem Eingang. Stahltor. Von weitem schon schwer zu ertragen, der ganze Komplex, das Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen, das heute eine Gedenkstätte ist. Der Innenhof - auch hier ist alles grau kalt abstoßend. Stacheldraht. Alter Fassadenputz. Wachtürme. Grau grau und grau. Wie außen so innen. Zellentrakte. Schläuche. Stahl. Linoleum. PVC. … Weiterlesen Staatssicherheit

Bunker! Bunker! Ab in den Bunker!

Wer tut so etwas? Die schöne Pappelallee! Zwei Kilometer Altbauten, manchmal sogar noch verziert mit Stuck, Ornamenten, Figürchen, zwischendrin das alte Finanzamt mit seiner wilhelminischen Wuchtarchitektur, Klinker neben Großbürgerbauten im Jugendstil ohne Ende. Einer der schönsten Straßenzüge Prenzlauer Bergs. Und dann dieses Trio Infernale irgendwo mittendrin. Das Teil links könnte ja bei wohlwollender Betrachtung noch … Weiterlesen Bunker! Bunker! Ab in den Bunker!

Fuck Kino. Danke Yorck.

Mit zunehmendem Alter vergeht mir immer mehr die Lust auf Blockbuster in Multiplexkinos, in denen ich immer genau hinter mir laute dauerpubertierende Quälgeister ertragen muss, die ihre Stinkmauken auf der Lehne neben mir lüften und mit ihrem iPhone im Kinosaal herumleuchten, so als wären wir hier bei einem Live-Konzert, während sie den ganzen Film für … Weiterlesen Fuck Kino. Danke Yorck.

Pankow: Wenn Plakate Angst machen

Früher waren solche Plakate ein Sinnbild für Aufbruch: Heute machen sie Angst. Angst vor neuen Glaskästen. Neuer Gleichförmigkeit. Neuer Langeweile. Steigenden Mieten. Und vielen neuen Schnöseln. Huhu Pankow! Es ist soweit. Jetzt kommen sie zu euch. Bei uns waren sie schon. Keine Filets mehr da. Alles abgegrast. Jetzt schwappen sie rüber. Zu euch. Es geht … Weiterlesen Pankow: Wenn Plakate Angst machen

Aus Rostkreuz wird Ostkreuz

Ich habe ja das Schlimmste befürchtet, als man vor ein paar Jahren damit begann, das alte Rostkreuz abzureißen. Immerhin bauen hier die Deutsche Bahn und der Berliner Senat - beide bekannt für widerliche Sichtbeton-Glas-Architektur, die flächendeckend über diese wunderschön-häßliche Stadt gekotzt wird und eine eiskalte Investorenatmosphäre schafft, in der Menschen und ihr störender Sinn für … Weiterlesen Aus Rostkreuz wird Ostkreuz

Im Olympiastadion

Hurra. Hertha ist wieder da. Berlin ist wieder wer. Für eine Saison. Schick ist es, das Nazi-Stadion, in finsteren Zeiten gebaut in massiven Blöcken imperialen Stils wie das Tempelhofer Terminal oder Görings Reichsluftfahrtbundesfinanzministerium. Ich bin da gerne. Im Ernst. Doch was für eine Hypothek der Geschichte: Der Stadionkoloss, das Maifeld, die Stelen, die die Ringe … Weiterlesen Im Olympiastadion

Die verfluchte Tram M4

Die Hölle hat einen Ort auf Erden, an dem sie Hof hält: Die völlig überforderte Tramlinie M4 die Greifswalder Straße entlang. Allerdings nur zu bestimmten Zeiten: Morgens zwischen 6.30 bis 8.30 Uhr und nachmittags von 15:00 bis 17.30 Uhr. Berufsverkehr. Stoßzeit. Das deckt sich passend wie Locher auf Aktendulli mit den Arbeitszeiten des Bezirksamts Pankow, … Weiterlesen Die verfluchte Tram M4

Am Südkreuz

Boar is dat grau. Hier hat offenbar der Finsterste aller Stadtplaner dieser architektonisch wundgescheuerten Stadt sein Unwesen getrieben, wahrscheinlich eine dieser weißgrauen Betonkopfmumien aus der Senatsbaudirektion. Ohne Vision. Ohne Geschmack. Ohne Stil. Ohne Sinn. Ohne Hirn. Oder ein Sadist aus dem Bahntower, der abends, wenn die Frau schon im Bett ist, im Hobbykeller lebenden Mäusen … Weiterlesen Am Südkreuz

Mein Admiralspalast

Es gibt auf der Friedrichstraße auch einen schönen Veranstaltungssaal, nicht nur diese Stadthalle namens Friedrichstadt-Palast. Den Admiralspalast zum Beispiel. Man behänge denjenigen mit Orden, Schleifen und Lametta, der die Idee hatte, den Hauptsaal wieder so herzustellen wie er in den 20er-Jahren ausgesehen haben muss. Das Ergebnis ist eine Zeitreise zurück in das gute alte Berlin, … Weiterlesen Mein Admiralspalast

Muschi, Kreuzberg, Bergmannstraße

(Aufkleber in der Bergmannstraße zu Kreuzberg)   Es gibt zwei sich alternativ gebärdende Touristenboulevards in dieser Stadt. Und beide sind nicht alternativ. Die eine nennt sich Simon-Dach und ist die Schinkenstraße dieser Stadt, der Ballermann, das El Arenal, ein Panoptikum der Völker Europas, die sich hier unabhängig von Geschlecht und Nation gehenlassen und Hauseingänge vollkotzen. … Weiterlesen Muschi, Kreuzberg, Bergmannstraße

Kranker Hauptstadt-Shit: U-Bahn-Cabrio

[ring] Moin Omma! Allet fit im Schritt? Wat macht die Gehhilfe? Supi. Haste an die Pillen jedacht? Ah scheen. Sehr jut.Hier, Omma, hör ma, war ick jestern im Berliner Untergrund. Nein nich wie du damals bei deiner Bewegung 12. Juli oder wie dat heisst, sonnern im U-Bahn-Untergrund. Nee, wat? Wir ham keene U-Bahn in die … Weiterlesen Kranker Hauptstadt-Shit: U-Bahn-Cabrio

Last Exit Münzstraße

Wieder mal Mitte. Die Münzstraße zeigt schon mal, wohin die Reise in Prenzlauer Berg geht: Carpaccio vom Gamsfilet, leere Boutiquen mit drei feilgebotenen Oberteilen ohne Preise, Bread & Butter - Headquarter, Eco-Store-Company, gelangweilte reiche Mädchen sitzen gelangweilt vor irgendwelchen teuer aussehenden Friseursalons rum, Yogaschilder, die nobler aussehen als die Breitlings an den Händen der vielen … Weiterlesen Last Exit Münzstraße

Winter in der Stadt der Versager

Avanti dilettanti! Es hat gestern ein bisschen geschneit in Berlin. Zeit zum Versagen. Ganz vorne mit dabei war erwartungsgemäß die erbärmliche Berliner S-Bahn, deren Stadtbahn beim Anblick der Schneeflocken zuerst völlig zusammenbrach und später nur einen Teil der Strecke abfuhr, um dann umzukehren, natürlich ohne diejenigen armen Irren zu informieren, die für so eine Leistung … Weiterlesen Winter in der Stadt der Versager