Sottrum / 2020

Wo die Kinder noch Andreas heißen und nicht Emil oder Luk. Grillmaster Flash - Sottrum Sottrum statt Sizilien. Mein Vermieter heißt Andreas. Sie haben eine Igelbäckerei. Keine Ahnung warum. Und es gibt einen Flughafen, ein Nest weiter, ein Flughafen, der eher ein Flugfeld ist. Auch keine Ahnung warum. Aber okay, Braunschweig hat ja auch einen. … Weiterlesen Sottrum / 2020

Verarsch mich doch (34)

Diese fiesen Coronazeiten eignen sich sehr gut zum gründlichen Verarschen harmloser Honks, die einfach nur gerne ohne Verwerfungen durch diese ganze gesellschaftliche Überreizung steuern wollen. Keiner hat einen Überblick. Alle sind verunsichert. Hin. Her. Hoch. Runter. Laschet. Söder. Virulogen. Zu. Auf. Wieder zu. Gütersloh. Österreich. Frankfurt Oder Stadtbrücke. Polen offen. Dann Polen zu. Keiner weiß … Weiterlesen Verarsch mich doch (34)

Dieses Geseier

Ringbahn. Kurz nach Mitternacht. Der Smartphoneakku ist leer. Keine Musik mehr. Ich muss Mitfahrer mithören. Neben mir sitzt eine arme Sau mit traurigem Bosse-Gesicht. Und neben der armen Sau sitzt ein Geseier auf zwei Beinen. "Da hab ich ihr gesagt, das ist total wichtig für meine Entwicklung, ich muss mich künstlerisch weiterentwickeln, reifen, weißt du, … Weiterlesen Dieses Geseier

Wellensittich

Wellensittich mit Rosmarin und Kartoffeln aus dem Ofen Zutaten: 200 g Kartoffeln 4 EL Olivenöl Wellensittich Fleur de sel Profanes Salz Pfeffer aus der Mühle Bio-Zitrone 3 Lorbeerblätter 2 Rosmarinzweige 5 Knoblauchzehen 10 Salbeiblätter Zubereitung: Kartoffeln waschen und mit Olivenöl mischen. Dann auf ein Backblech legen und im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad Umluft zehn Minuten schmoren. Wellensittich … Weiterlesen Wellensittich

Retrospektive: Quertreiber

Ich bin als Jugendlicher oft mit Gesetzen kollidiert. Meistens blieb es bei niedergeschlagenen Ermittlungsverfahren. Kleineren Dingen, die sie eingestellt haben, weil ich noch so klein war und so unschuldig schauen konnte. Keine Zeugen, keine Beweise, nix zu holen. Ich schwieg bei den Vernehmungen immer, also gab es nie solche die Verfahren vereinfachenden Dinge wie Geständnisse. … Weiterlesen Retrospektive: Quertreiber

Was ich nicht mehr hören kann

1. Alles gut Auf der Liste der Floskeln, die ich nicht mehr hören kann, steht "Alles gut" konkurrenzlos auf dem ersten Platz. Danach kommt nicht mehr viel Schlimmeres, außer vielleicht die altgewordenen Reste der 90er-Jahre-Knaller aus dem Arsenal stupider Vollsprallos der trostlosen Büroflure dieser Stadt mit den Bommelslippern an den Füßen und ihrem Automatenkaffee in … Weiterlesen Was ich nicht mehr hören kann

Q wie Quarantäne (Aufräumarbeiten)

Ja gut, sagen wir es wie es ist: Sie haben überreagiert. Haben sich verrückt machen lassen von eitlen Virologen, heulenden Hypochondern und natürlich dem verdammten Internet. Dieser Heulboje. Hysteriemaschine. Dem Brüllaffen. Krakeelwürfel. Güllepumpe. Und jetzt steuern sie möglichst gesichtswahrend wieder zurück in den Sachstand zum Februar diesen Jahres. Schritt für Schritt. Damit es nicht so … Weiterlesen Q wie Quarantäne (Aufräumarbeiten)

Wir kaufen Autos

Fuck Pornhub hat irgendwas an der Menüführung gemacht. Ich finde mich nicht mehr zurecht. Auch der Algorithmus suckt. Letztens haben sie mir als Empfehlung eine fette Alte mit Blümchenkleid und vollkommen bizarren Riemchensandalen vorgeschlagen, die in einem Sessel fläzt und Chicken Nuggets mit Dip in sich reinstopft, während ein Maskierter zwischen ihren massiven Schenkeln vergraben … Weiterlesen Wir kaufen Autos

Q wie Quarantäne (III)

Die Freude, die viele Menschen empfinden, wenn sie gehorsam sein dürfen, erstaunt mich immer wieder. Chris K. Tag Neun. Ich habe heute fünf Mal das Badewasser durchgespielt. Mit verschiedenen Zusätzen. Totes Meersalz mit Rosmarin. Dove Samtweichmichfett. Tetesept Muskelentspannung. Erdbeerbubblebadeperlen vom Kind. Und am Ende des Wahnsinns Eukalyptus. Weil ich kurz mal gehustet habe. Eukalyptus hilft … Weiterlesen Q wie Quarantäne (III)

Q wie Quarantäne

Und da sind wir nun. Da bin ich. Zuhause. Deutschlands fürsorglichster Arbeitgeber aller Zeiten, el famoso Borgwürfel, hat mich heute nach Hause geschickt. Berlin fährt sich runter. Nichts ist mehr wie sonst. Ich bekomme in der Ringbahn tagsüber einen Sitzplatz, was quasi seit den Nullerjahren nicht mehr vorgekommen ist, mein Fitnessstudio ist bis auf einen … Weiterlesen Q wie Quarantäne

Dortmund / 2020

Ich muss nach Dortmund. Wie immer möchten sie, dass ich Müll vor sich wichtig gebärdenden Leuten rede, in deren wichtiger Gegenwart auch ich mich wichtig machen muss, weil das zum Ritual gehört. Dem Spiel. Der Gepflogenheit. Brauchtum. Sitte. Tradition. Pluster your Gefieder, Baby. Das ist okay. Ich kann nichts anderes als das. Scheiße labern. Dinge … Weiterlesen Dortmund / 2020

Schrägparkereien

Hier in Berlin-Prenzlauer Berg kommen mir jetzt schon die ersten Hysteriker mit Gesichtsmasken vermummt und übergestreiften Gummihandschuhen die Greifswalder Straße entgegen. Verrückte Zeit. Diese ständig überdrehten Leute immer. Angst. Seele. Essen. Auf. Ehrlich, es geht mich ja nix an, aber ich weiß nicht wie die Deutschen mit der Mentalität zwei Weltkriege vom Zaun brechen, Steckrübenwinter, … Weiterlesen Schrägparkereien

Kleine Eiszeit

Diesen Sommer ist es wieder soweit: Vor der Kleinen Eiszeit in Prenzlauer Berg findet wieder der tägliche Müttercrosslauf statt. Wem der Hindernislauf vor dem auch schon wieder weggentrifizierten Saluti da Berlino oder dem Zipfelmützenzentrum Hokey Pokey zu popelig ist, hat hier die Möglichkeit, sein Können unter erschwertem Einsatz seines Körpers zu beweisen. Der Schwierigkeitsgrad wurde … Weiterlesen Kleine Eiszeit

Hope

Da hängt es verschwendet an der Fassade eines Baumarkts. Das perfekte Wahlplakat. Ansprechend. Emotional. Wegweisend. Wieso tritt der nicht an? Ick würd' den wählen. Pfeif doch auf die ganzen Soziologen, Beamten, Juristen, Quotentulpen und ungelernten Apparatniks in ihren vollgefurzten Sabbelbudensesseln. Her mit dem ehrlichen Currybrater. Los doch, trete an, Junge, ich geh' für dich Plakate … Weiterlesen Hope

Pest Pocke Post

Hut ab, meine beschissene Postfiliale hier in Prenzlauer Berg zieht alle Register, Kunden abzuschrecken, zu vergraulen oder, wenn diese sich nicht abschrecken oder vergraulen lassen oder einfach aufgrund des Quasi-Monopols zum Aufenthalt dort gezwungen sind, allen diesen Ausgezehrten vor ihren Toren ihre ganze Verachtung spüren zu lassen. Zunächst wird auch hier das patentierte und bei … Weiterlesen Pest Pocke Post

Celle / 2020

Hannover Hauptbahnhof Hangout. Auf dem Weg nach Celle sammle ich Eindrücke. Ich finde es immer angenehm, wenn Menschen nach nichts oder zumindest nach wenig riechen. Auf der Zugfahrt fällt mir wieder auf, warum das bei mir so ist. Männer mockern gerne schweißig. Dieser Moschusdunst. Nasenpieken. Flachatmen. Zu nachlässig geduscht. Oder gar nicht. Unterhemd von gestern … Weiterlesen Celle / 2020

Gedankensudelei 01/20

Um den Jahreswechsel herum hat der sich selbst in die Überflüssigkeit sendende öffentlich-rechtliche Rundfunk endgültig jede Contenance verloren und mit dem Eigentor der umweltfickenden Omasau sein letztes verbliebenes Klientel (wenn man bündnisgrüne Mandats- und Hoffnungsträger mal beiseite lässt) verprellt. Schauen Sie zu den Ablegern ins Internet, direkt zum WDR oder hören Deutschlandfunk, dann scheint immer … Weiterlesen Gedankensudelei 01/20

Lost im TXL-Bus

Und wieder der dumme Flughafen Tegel. Dauernd grüßt der Goblin. Ich muss seit letztem Jahr wieder öfter dort sein. In Tegel. Am Flughafen. Weil ich wegen des Dauergetrommels der spoiled Klimanöler, die seit gestern niemand mehr hysterisch nennen darf, keinen Deutsche-Bahn-Zug mehr für die ständigen überflüssigen Borgwürfelarbeitgeberreisen nach Frankfurt buche, sondern jedes Mal einen Kurzstreckenflug … Weiterlesen Lost im TXL-Bus

Lass dein Kind fliegen, Vater

Neulich in der dreiköpfigen Väterumlaufbahn an einem Nachmittag auf einer runtergerockten Couch mit handgeröstetem Fair Trade-Kaffee und Biomareikes Karottenkuchen kommt ein zehnjähriges Kind, das nicht meines ist, sondern das des Vaters neben mir, nach Hause: "Hallo Papa." "Hey Kleine, wo hast du denn den Lolli her?" "Von einem Mann an der Haltestelle. Er wollte nur … Weiterlesen Lass dein Kind fliegen, Vater

Exegese des Treuepunkts

Neulich in Wutausbruchhausen: "Sammeln Sie Treuepunkte?" Treuepunkte. Treuepunkte. Treuepunkte. Mir rieselt der Kalk aus dem Ohr. Drei-, vier-, fünfmal die gleiche Frage in der Woche, sinn- und hirnlose Konversation, von oben angeordnetes Interesse an einer Sammelleidenschaft, die mir schon immer dort vorbeigeht, wo noch nie die Sonne schien. "Sammeln Sie Treuepunkte?" Treuepunkte? Geht's noch? Ich … Weiterlesen Exegese des Treuepunkts

Lost in Słubice

Willkommen in Polen. Serdecznie witamy am anderen Ufer von Frankfurt an der Oder. Ich mache einen Stopp. Überlege, was ich mitbringen kann und finde nichts hier auf dem Bazar in Słubice, von Kleingeistern immer noch liebevoll „Polenmarkt“ genannt, der seit Jahren leidenschaftlich seinen unvermeidbaren Niedergang pflegt. In den 90ern war der Markt so etwas wie … Weiterlesen Lost in Słubice

Klamotten kaufen…

... ist schwere Arbeit. In jedem Einkaufszentrum haben Sie 50.000 Klamottenläden für Frauen und exakt einen für Männer, wenn Sie New Yorker, H&M und andere Glitzerkinderklamottenverticker aus Erwachsenseingründen beiseite lassen wollen. Der eine Laden für Männer in einem klassischen Einkaufszentrum ist meistens ein aus den 70ern des letzten Jahrtausends herbeigeflogener staubiger Herrenausstatter mit Anzügen für … Weiterlesen Klamotten kaufen…

Saarbrücken / 2019

  Saarbrücken an einem Montag. Der Borgwürfel, des Universums sympathischster Arbeitgeber und sprudelnder Quell von Manna und Glückseligkeit, möchte, dass ich in Saarbrücken der seligen Kundschaft Scheiße erzähle. Im Gepäck habe ich die Crėme de la Crap der blasierten Schnöselköpfe aus der Frankfurter Partnergruft. Der Berliner Scheißequatscher trifft somit auf die Frankfurter Scheißequatscher, um die … Weiterlesen Saarbrücken / 2019

Frau Süßenbach heißt nur so

Auf diesen Gehwegplatten stehend habe ich Frau Süßenbach zum ersten Mal geküsst. Lange bevor der Terror kam. Frau Süßenbach konnte gut küssen. Frau Süßenbach konnte charmant sein. Frau Süßenbach konnte aufmerksam sein. Sehr zuvorkommend. Sanft. Dort auf diesen Gehwegplatten stehend nicht gesehen habe ich Frau Süßenbachs anderes Gesicht. Das andere Gesicht zeigt Frau Süßenbach erst, … Weiterlesen Frau Süßenbach heißt nur so

Erzieh‘ mich doch, Fleischwarenfachverkäuferin

Es ist Rewe. Der berühmte Rewe in der Schievelbeiner - Center of the Biohansel, hier am Arnimplatz, Home of the Holzspielzeug und der ungespritzen Biomütter - tanz deinen Namen für mich, Baby. Und mittendrin in diesem Supermarkt voller Bio Bio Fairtrade Fickmichnies steht eine Frischtheke - und dahinter eine Unglückliche. Davor ich mit Kind. "100 … Weiterlesen Erzieh‘ mich doch, Fleischwarenfachverkäuferin

Berlins bizarre Behördengruft

Die ihr eintretet, lasset alle Hoffnung fahren Dante Alighieri Wenn das Bezirksamt Pankow die öffentlich-rechtliche Vorhölle ist, so ist die Kfz-Zulassungsstelle in Lichtenberg das ewige Fegefeuer. Ich konnte mir bisher gar nicht vorstellen, dass ich mich einmal lieber in die fürchterliche Meldestelle meines gruseligen Pankower Rathauses zurückwünsche, in der ich ausgezehrt mit einem Wartezettel in … Weiterlesen Berlins bizarre Behördengruft

Kamminke / 2019

Herbst. Ich bin auf dem Weg nach Usedom. Nach Kamminke im Speziellen. Es ist ein vollkommen unprominentes Nest am Stettiner Haff und ein erfrischend abgelegener Ort abseits der hochglanzgeleckten und so unfassbar öden Dreikaiserbäder, die ich in ihrer Borniertheit nicht mehr sehen kann. Auf der Landstraße kurz vor der Insel tuckere ich hinter einem Trekker … Weiterlesen Kamminke / 2019

Berlin-Mitte. Geld frisst Hirn frisst Contenance

Berlin-Mitte. Umlaufbahn Hackescher Markt. 20:50 Uhr. Eigentlich kann niemand, der in dieser Stadt bei Verstand ist, hier noch hingehen. Wenn Sie Glück haben, treffen Sie nur auf Touristen, sinnlos im Weg rumstehend, entweder zum Kotzen sanierte oder zum Scheißen neugebaute Architektur bestaunend, Berliner Luft in Dosen kaufend, mit Smartphone in der Hand auf Google Maps … Weiterlesen Berlin-Mitte. Geld frisst Hirn frisst Contenance

Mein altes Neukölln

Ich bin immer noch gerne in Neukölln. Ich komme da her. Wer aus dem bioseligen Biedermeierparadies Prenzlauer Berg trotz der einschlägigen Reisewarnungen aus dem Reformhaus-Kurier und der Weizenkeim-Depesche eine Reise ins Zentrum des ganz doll übel beleumundeten und in den Scheißzeitungen dieser Stadt fast täglich gedissten Bezirks Neukölln tut, der kann was erleben. Und zwar … Weiterlesen Mein altes Neukölln

Gedankensudelei 10/19

Was ist denn nur los momentan? Die eine Seite progagiert im hysterischen Duktus den baldigen Wirtschafts- und Währungscrash (wir werden alle sterben) und die andere Seite kein Stück weniger hysterisch den baldigen Klimakollaps (wir werden alle sterben). Stimmt irgendwas mit den Mondphasen nicht? Strahlung aus dem All? Bei der Fisch sucht Fahrrad-Party nicht mal von einer 40jährigen gammelpullibewehrten Alleinerziehenden … Weiterlesen Gedankensudelei 10/19

Freakshow oder Eine Fahrt mit der U2

Sonntag 10.30 Uhr Schönhauser Allee – Ein Blick in den U-Bahn-Wagen, aha, rechts sitzt schon die sechsköpfige italienische Hostelmeute, gerade dem keimigen 25-Euro-Gemeinschaftsraum entkommen und ungeduscht schon die erste Bierpulle am endlos plappernden Hals. Schweiß. Bier. Pathos. Linker Seite stehen die beiden Touristinnen aus New York, die sich in der irrigen Annahme, niemand würde sie … Weiterlesen Freakshow oder Eine Fahrt mit der U2

Ach, war die Straße blockiert?

Ja. Astrein. Super. Wirklich super gemacht. Was seid ihr superwichtig. Alle. Ein paar Straßen blockiert. Ein paar Brücken. Ein paar Umwege ist der Berliner gefahren. Verständnisvolle Bullen schreiben Überstunden. Und die Hauptstadtpresse schreibt wie immer freundlich zugeneigt. Mehr war nicht. Mehr bleibt nicht von dem, was sie Rebellion nennen und dann doch nur als ein … Weiterlesen Ach, war die Straße blockiert?

Der Brunnen des Grauens

Wozu Menschen fähig sein können, wenn man sie lässt, sieht man hier: Mitten auf dem Alexanderplatz ragt der Brunnen des Grauens wie ein rostiges Geschwür aus den Eingeweiden dieses misshandelten und dann liegengelassenen Ortes. Er ist in seiner himmelschreienden Widerwärtigkeit so hässlich, dass man Eintritt dafür verlangen könnte, würde er in einem Monstrositätenkabinett voller anderer … Weiterlesen Der Brunnen des Grauens

Mitte stinkt

Mit mir könnt ihr's ja machen. Denkt ihr euch. Na klar. Mit mir geht das. Um die Zeit sowieso. Es ist irgendwann nach Mitternacht. Ich bin voll. Voll wie eine Regentonne nach einer dieser spätsommerlichen Sintfluten, dicht wie ein Eimer, kübelfett, strunzstramm. Nach flaschenweise Pils und gläserweise Cuba Libre setzt irgendwann zwangsläufig der nächtliche Suffhunger … Weiterlesen Mitte stinkt

Würzburg / 2019

Die Anreise nach Würzburg beginnt holprig. Denn mein Anschlussintercity fällt kurzfristig aus. Als Ersatz erhalte ich von einer schwäbischen Reiseverkehrskauffrau ("Oh, des sieht aber schlecht aus mit denne Verbindunge..."), um meinen Termin halten zu können, eine Regionalbahn in irgendein fränkisches Nest und von dort eine Superfahrt mit einem als Schienenersatzverkehr bezeichneten uralten Zuckelbus nach Würzburg. … Weiterlesen Würzburg / 2019

Gedankensudelei 09/19

Man darf ja nix mehr. Nix mehr darf man. Sonntagmorgen. Ich komme um 3 aus der Kneipe und um 6 Uhr heult die Alarmanlage dieses Scheißautos auf, dessen Alarmanlage immer um solche Uhrzeiten aufjault. Und es ist dieser 90er-Jahre-Autoalarm mit diesen verschiedenen Heularten. Lüüüüüü-blip Blip Blip-lööööööüüüüüüäääääämüüüüü-prrrrrrrrrrrrrrrrrrrr-tacker tacker tacker tacker tacker-luiiiiiiuuuuuuiiiii-Tik Tik Tik und so weiter, … Weiterlesen Gedankensudelei 09/19

Tanz den Doppelcheeseflip

Mittags in Berlin-Friedrichshain. Mir ist noch nicht schlecht genug. Der Tag lief noch zu glatt. Gerade eben unter der S-Bahn-Brücke Frankfurter Allee musste ich nur zweien der üblichen fünf Abofallengeier der Umweltschutzvereine ausweichen, die mich hier immer zu slalomesken Ausweichmanövern nötigen, die jeden Skiweltmeister dazu bringen würden, sich erst zu ritzen und dann vor eine … Weiterlesen Tanz den Doppelcheeseflip

Da läuft Herr Müller

Oh scheiße. Scheiße. Da vorne läuft Herr Müller. Herr Müller ist schlimm. Herr Müller nimmt immer genau zu meiner Zeit am Morgen meinen Weg von der S-Bahn zum Borgwürfel, unserem gemeinsamen Heißluftgebläseaquarium von crappy Arbeitsplatz, in dem wir Guppys acht, neun, zehn Stunden dümmlich durch die Gegend schwimmen, nach ein paar Fischfutterkrumen schnappen und ansonsten … Weiterlesen Da läuft Herr Müller

Guten Tag, hier spricht dein dickes fettes Mettbrötchen…

... und hier bin ich auch schon wieder. Du hast gewusst, dass ich wiederkomme, nicht? Du hast mich heute in der Gier zu Mittag gegessen, auch wenn dir da schon klar war, dass ich wiederkommen werde, irgendwann anderthalb, zwei Stunden später zwischen Minute 30 und 45 irgendwo mitten der Trainingsrunde am Arsch der Welt irgendwo … Weiterlesen Guten Tag, hier spricht dein dickes fettes Mettbrötchen…

Die ewige Pisse der Oberbaumbrücke

Wenn der Tiergarten die Lunge Berlins, die Freie Universität das Gehirn und das Brandenburger Tor das Dekolleté dieser Stadt ist, dann ist die Oberbaumbrücke der Schließmuskel. Hier ist das stinkende Ende der Stadt, hier reißt sie die Arschbacken auseinander und präsentiert ihren Besuchern den verklebten Darmausgang. Es mockert nach Pisse, beständig, anhaltend, beharrlich, ein bauwerkgewordenes … Weiterlesen Die ewige Pisse der Oberbaumbrücke

Stuttgart / 2019

Und dann ist auch noch Stuttgart. Die Reisebuchungstorten aus dem Borgwürfel, dem Germanys Brainfucked Crackmodel aller deutschen Arbeitgeber, haben mich in einem selbst für ihre Verhältnisse bemerkenswert schrottigen Hotel eingebucht. Nebenan sind ein Puff, ein depressiver Matratzenladen, zwei stinkende Pommesbuden und mehrere Idiotensuffkneipen voller Idiotensäufer, in denen sie nur Dinkelacker, diese üble halskratzige Brühe, ausgeben … Weiterlesen Stuttgart / 2019

Die Aktivisten sind wieder empört

Voll geil. Diese Zeit ist einfach voll geil. Moralinsaure Moralisten überall. Aktivisten wollen dies. Aktivisten wollen das. Hin. Her. Hoch. Runter. Ding. Dong. Und ich stehe amüsiert im Raum. Es ist ein Fest für Trolle. Ein Galadinner für Stresser. Ein innerer Scheißparteitag für an die Schienbeine Pisser. Wenn Sie hypereifrige Aktivisten ärgern wollen, dann geht … Weiterlesen Die Aktivisten sind wieder empört

Heilbronn / 2019

Ich muss heute in Heilbronn sein. Kundenkontaktkümmern. Es sind Leute mit Geld. Ich muss da immer hinreisen in solche komischen Städte, um mich und meinen sexiest Arbeitgeber alive möglichst wichtig und fürsorglich erscheinen zu lassen. So wichtig und fürsorglich, dass Leute mit Geld uns dieses Geld hinterher werfen. Und damit sie das tun, müssen sie … Weiterlesen Heilbronn / 2019

Blankenburg

Es gärt im Norden meines Bezirks. In Blankenburg will der Senat eine Großsiedlung hochziehen. 6000 Wohnungen wollen sie entstehen lassen. Ursprünglich 10.000, doch sie mussten downgraden. Denn sie bekamen das was sie in Berlin immer bekommen, wenn sie irgendetwas bauen wollen. Eingaben. Proteste. Partikularinteressen. Widerwillen. Und immer dieses "Not in my backyard". Berlin hat Wohnungsnot, … Weiterlesen Blankenburg

Europapark / 2019

Europapark. Das Kind möchte achterbahnen und wir fahren dafür sehr weit weg. Die Reise von Berlin nach Baden mit dem Auto konfrontiert mich wieder mit der leidigen Sanifairabzocke an den Autobahntankstellen. Sie haben dort irgendwo um Frankfurt herum jetzt Pissbecken mit Bildschirmen, auf denen sie Videos abspielen. An einem Pissbecken. Bildschirme. Natürlich spielen sie keine … Weiterlesen Europapark / 2019

Gedankensudelei 08/19

Willkommen in Schnöselhausen: Craft Beer reicht nicht mehr. Jetzt neu: Craft Wine. Demnächst: Craft Gin. Craft Karottenkuchen. Craft Haircut. Craft Apfelchip. Craft Osterei. Craft Fickdichselberhipsterhurensohn. Es ist ja oft so, dass einfach gestrickte Menschen einen Guru brauchen, den sie anhimmeln können. Im Moment ist es ein apokalyptisches Weltuntergangskind aus Skandinavien, mit dem sie sich bis … Weiterlesen Gedankensudelei 08/19

Mallotze / 2019

Heuer Mallotze. Zu einer Dritte-Welt-Stadt wie Berlin gehört auch ein Dritte-Welt-Flughafen. Der heißt hier Schönefeld. Weil Berlin seit 20 Jahren versucht, einen Flughafen zu bauen und es nicht schafft, fliegen die Menschen in der deutschen Hauptstadt mit Tegel und Schönefeld immer noch von zwei musealen Nachkriegsfossilien ab, die wie alles andere in Berlin nicht funktionieren, … Weiterlesen Mallotze / 2019

non erotic

Ja. Sehr gut. Endlich hängt mal ein Zettel an einer Laterne meiner Nachbarschaft, der nichts mit Yoga zu tun hat. Oder Coaching. Beratung. Ernährung. Reichenseelchenbetreuung. Oberschichtencrap. Was will der denn? Ah, Thai Massage. Aber non erotic. Steht da. Und ist wichtig. Das muss man in Berlin dazu schreiben. Denn es ist völlig klar, was passiert, … Weiterlesen non erotic

Ironic Gummipizza

Oben in der Wichertstraße gibt es das Aceto Locanta. Hier sitzen bis in den Morgengrauen hinein komische Gestalten herum und essen Gummipizza. Ironische Gummipizza. Ironisch? Ja klar, inzwischen ist hier bei uns in der megakreativen Hauptstadt alles ironisch, es gibt ironische Hornbrillen, ironische Holzfällerhemden, ironische Cowboystiefel und alle Superfreshen dieses Bezirks, die tagsüber sinnlos in … Weiterlesen Ironic Gummipizza

Meine beschissene Hausverwaltung

Meine beschissene Hausverwaltung ist eine besonders beschissene Hausverwaltung und entfaltet ihre Stärken bei all jenen Objekten, die sich selbst überlassen werden können. 1. Credo Meine beschissene Hausverwaltung arbeitet sehr energiebewusst und spart sich jeden überflüssigen Aufwand zur Erstellung eines Konzepts oder wenigstens irgendeiner Idee für das traditionell vernachlässigte Objekt, in dem ich wohne und für … Weiterlesen Meine beschissene Hausverwaltung

Riga / 2019

Tegel. Vor dem Flug nach Riga darf ich mein Lieblingsspiel spielen: Securityshit. Heute habe ich eine kleine Dose Talkumpulver dabei. Meine drecks Fakesneakers, die ich bei Amazon mal wieder viel zu billig geschossen habe, quietschen. Es ist die Lasche. Sie ist übel verarbeitet, reibt am Schuh und macht Lärm. Talkumpulver lässt das Quietschen für ein … Weiterlesen Riga / 2019

Lost in Köln

Ich bin mal kurz in Köln und fahre mit den Kölner Verkehrsbetrieben. In der Bimmelbahn stehen sich fünf Kontrolleure und drei Schwarzfahrer gegenüber. "Isch geh nit!" "Fahrkarte. Zeigen Sie Ihre Fahrkarte." "Isch brauch keene. Isch bin lädiert." Der Typ hat Krücken dabei. Einer seiner beiden Kumpels sucht das Weite durch die offene Tür. Zack. Fumm. … Weiterlesen Lost in Köln

Starfucking myself

Berlin-Mitte. Hackescher Markt. Starbucks. Ein Blick auf die Auslagen und ich muss lachen. Nur amerikanische Franchiseketten schaffen es, Europäern den eigenen Scheißdreck zum dreifachen Preis zu verkaufen. Ich sehe ein lumpiges Stückchen Käsekuchen, ein lächerlich winziges Exemplar eines Lebkuchens, eine obszön kleine dünne Scheibe Marmorkuchen und irgendwelche dahergelaufenen Allerweltskekse für einen irrwitzigen Preis, für den … Weiterlesen Starfucking myself

Reisnudelbootcamp

Im Bahnhof Alexanderplatz nachts um 2 zu aufgedreht von der für mich zu oft zu herben Mischung aus Speed und Koks vom Klo einer dieser Berlin-Mitte-Sprallovollhorstbars mit Tischtennisplatte im Gastraum begegnet mir der preußische Militarismus, wenn auch in asiatischer Variante und in Gestalt eines grimmig dreinschauenden Brüllers: "GUTTEN TACK! IHRRRE BESTELLUNG!!" "Ja, einmal Thai Sesam … Weiterlesen Reisnudelbootcamp

Der Ohrtunnel unter den Supermärkten

Kaufland ist Ohrtunnel und Arschgeweih in einem. Gehen Sie doch da einfach mal hin, wenn Sie aus irgendeinem Grund immer noch zu gute Laune haben und nicht aufhören wollen, Ihre Mitmenschen zu mögen. Was Sie hier finden: Nur Irre. Bekloppte. Assis. Mit inadäquatem Verhalten. Komplett sozial inkompatibel. Die Verantwortlichen sollten bei Kaufland Verkehrsschilder einführen, denn … Weiterlesen Der Ohrtunnel unter den Supermärkten

Der Tag, an dem meine Hirnzellen starben

Neue Auszubildende im Büro. Und die bringt ein Radio mit. Und da läuft 104.6 RTL Hitradio Berlin, die Körperverletzung unter den Radiosendern, die hirnzersetzende Schulabbrecherfrequenz dieser von miesen Radiosendern so gepeinigten Stadt und der ultimative Maßstab für Dudelfunk schlechthin mit einem Niveau, für das man jeden Keller nochmal unterkellern müsste. Meinen persönlichen Mario-Barth-Gedächtnispreis bekommt dieser … Weiterlesen Der Tag, an dem meine Hirnzellen starben

Lost im Friedrichstadtpalast

Friedrichstraße. Im Palast. Kopfkino. Der alte Erich hebt seine vermoderte Faust aus dem Grab. Vom Klunker bis zu den Betonplatten, alles da. Hier wollte die Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik auch mal einen auf Glamour machen. Mit Betonplatten in wuchtiger Klotzoptik. Und Klunkern. Meine Güte. Paris, London, Chisinau, Archangelsk - jeder auf der Welt schüttelt … Weiterlesen Lost im Friedrichstadtpalast