Die Vertrauensimplosion der Rundfunkdinosaurier

Bayerischer Rundfunk: Messenger-Dienst: Ein Datenschutz-Alptraum namens Telegram Deutschlandfunk: Messenger-Dienst Telegram: Schlechter als sein Ruf Letzte Woche in irgendeinem Scheißgruppenchat auf Telegram: "Hier, lies ma." "Ja und?" "Ja Datenschutzalbtraum." "Ja und?" "Schlechter als sein Ruf." "Maaaann, kuck mal von wem das ist. Deutschlandfunk und der Bayerische." "Yo. Und?" "Ist doch durchschaubar. Der Staat will diese Verschwörungsheinis … Weiterlesen Die Vertrauensimplosion der Rundfunkdinosaurier

Hirnsudelei 11/20

Wenn ich piss, dann auf mein Leben. Gott bleibt ein Nazi, aber wo bleibt sein Segen? Torti Tortsen "Hier, nimm zum Kacken dein Smartphone mit", sage ich auf dem Weg nach Hause zum dringend kackenmüssenden und deshalb voraneilenden Kind und ernte damit endlich wieder diesen vernichtenden Sauerblick einer der hier wieder verstärkt umherschleichenden Prenzlauer Berg-Mütter, … Weiterlesen Hirnsudelei 11/20

Willkommen in der Wortspielhölle (6)

Hier, kieken se mal: Sehnse nich? Hier, ick mach ma größer: PORT-O-PRENZ! Ein Wortspiel! Ick raste aus! Berlin ist also doch Haiti, verdammt. Port-o-prenz. Verstehnse? Verstehnse? Wie Port-au-Prince, die Hauptstadt des karibischen Armenhauses. Hier für einen weiteren Oberklasseneubau in der bedauernswerten Pappelallee meines fantastischen Ortsteils Prenz(!)lauer Berg verwurstet. Herrlich. Dieser doppelte Boden. Diese Lust am … Weiterlesen Willkommen in der Wortspielhölle (6)

Der Stumpfsinn meines Sofas

Ich bin inzwischen morgens schon bekifft. Und das geht in Ordnung, denn sie haben uns genötigt, den restlichen Jahresurlaub zu nehmen. Und die Überstunden dazu. Uns aus den Glasbetonschluchten gejagt. Den Borgwürfel bis auf einen Restrumpf geräumt. Weil es kaum einen Unterschied macht. Von uns will sowieso gerade keiner irgendwas haben. Unser Geschäftsmodell hat wenig … Weiterlesen Der Stumpfsinn meines Sofas

Junkshit aus der Biohölle (2)

Bah. Ich dachte, mit Vanille schmeckt alles. Alles schmeckt damit, wirklich alles können Sie damit verkaufen, hier sowieso, hier kriegen Sie alles damit los. Füllen Sie einen Liter Brackwasser aus der Regentonne ab, geben ein wenig Vanillepulver dazu und Sie können Ihr ansonsten sehr hässliches Gebräu, das aussieht wie frisch aus der Kläranlage geschöpft, problemlos … Weiterlesen Junkshit aus der Biohölle (2)

Verarsch mich doch (35) – Corona-Spezial ohne alles

(ring) "Hotel Irgendwo, Hamburg, guten Tag." "Guten Tag, Zimmermann, ich habe bei Ihnen für nächste Woche zwei Übernachtungen gebucht." "Oha." "Ja. Oha. Ich kann jetzt wegen der Coronabeschlüsse nicht mehr anreisen." "Haben Sie privat oder beruflich gebucht?" "Privat. Paar Tage chillen in Hamburg." "Okay, hier steht, Sie haben das über booking.com gebucht." "Yup." "Das Zimmer … Weiterlesen Verarsch mich doch (35) – Corona-Spezial ohne alles

Sterni ist tot

Festgehalten werden muss: Sterni schmeckt wie Bullenpisse. Finde ich. Geschmacklich betrachtet ist das Zeug untrinkbar. Ästhetisch gesehen sowieso. Immer schon. Dass jemand jetzt für seine Alternative zum vom üblen promovierten Ausbeuter aufgekauften Pseudopunkbier mit dem Attribut "Gleicher Geschmack" wirbt, wirkt da wie eine glatte Drohung. Und überhaupt klingt das ironisch gebrochene Degradieren des eigenen Produkts … Weiterlesen Sterni ist tot

Der Faulige

Mit den Jahren lernen Sie Ihre Kollegen leider immer besser kennen. Sie kennen die Macken. Die Vorlieben. Die Leichen in den Kellern. Die gescheiterten Ehen. Und den Schiss. Bei uns im Borgwürfel gibt es zum Beispiel den Mettstullenmann. Der packt jeden Morgen prominent in der Teeküche seine beiden Mettstullen aus. Schön dick mit Zwiebeln. Und … Weiterlesen Der Faulige

Gedankensudelei 09/20

„Ja, du hast recht und hast es sehr scharfsinnig erkannt“, sagte der Vorübergehende zum Depressiven, „das Leben ist völlig sinnlos. Das könnte die intellektuell und spirituell befreiendste Einsicht deines Lebens sein, wenn du nicht eine narzisstische Kränkung daraus machen würdest“. Lumières dans la nuit Wenn Sie auf der Parkbank auf dem vernachlässigten Ostseeplatz oben im vernachlässigten nördlichen … Weiterlesen Gedankensudelei 09/20

Die alte hässliche Paybackkartenfrage

Ich brauche Laufsocken. Und die bekomme ich bei Intersport - diesem Hort eifriger young urban fresher Verkäufer mit dem fürchterlichsten Job der Welt: Der intensiven Untersuchung, Vermessung und kennerqualifizierten Begutachtung von Läuferfüßen. Sie nennen diese Tätigkeit Schuhcoach. "Guten Tag, ich bin Investmentberater." "Das ist ja ekelhaft." "Wieso? Was sind Sie denn?" "Schuhcoach." "Oh. Das tut … Weiterlesen Die alte hässliche Paybackkartenfrage

Diskurs (2)

Montag. Es ist ein weiteres Meeting im Borgwürfel, dem Arbeitgeber, dem nicht mehr ganz so sehr die Sonne aus dem Arsch scheint wie letztes Jahr noch. Alles ist noch nicht wieder so richtig angelaufen. Provisorien. Improvisationen. Schütteln. Sortieren. Regeln. Neuregeln. Der Zustand unwirklich. Die Männer sitzen in ihrer Mehrheit separiert, gegängelt und maskiert in den … Weiterlesen Diskurs (2)

Husum / 2020

Der Urlaub beginnt in einem dummen American Diner-Laden namens Miss Pepper irgendwo vor Hamburg: "Ich darf Sie damit nicht reinlassen." "Warum?" "Das ist keine Maske." "Nein, aber ein Mund-Nase-Schutz." "Das ist ein Halstuch." "Ja." "Das geht nicht." "Warum nicht?" "Das ist keine Maske." "Aber ein Mund-Nase-Schutz. Da steht, ich soll einen tragen." "Das geht nicht." … Weiterlesen Husum / 2020

Junkshit aus der Industriehölle (8)

Ich bin der Autor meiner eigenen ZerstörungIch schreibe jeden Tag ein Kapitel mehr Der Rest - Der Autor Neuer Monat - neuer Shit. Dr. Oetker bewirbt Pizzaburger. Kinoreklame. Werbepausenclips bei Joko und Klaas. Unwegklickbare YouTube-Einblendung. Ein Dauerfeuerwerbeinferno. Stupider als das, was sie dort zeigen, geht kaum. Die Story folgt dem altbekannten Muster: Zwei blöde Wichser sitzen … Weiterlesen Junkshit aus der Industriehölle (8)

Unqualifizierte Teeküchenphilosophie

These: Teeküchen in Büros funktionieren nicht. Noch bessere These: Anarchie funktioniert nicht. Kommunismus auch nicht. Und Faschismus erst recht nicht. Und Demokratie schon gleich gar nicht. Das alles beweisen Teeküchen in Büros. Hier funktioniert nix. Es gibt drei Sorten Benutzer von Teeküchen: Die Korrekten, die Schlümpfe und die Nihilisten. Die Korrekten schreiben Zettel, viele Zettel: … Weiterlesen Unqualifizierte Teeküchenphilosophie

Diskurs

Nein, tut mir leid, ich bin nicht überzeugt. Ich mag das immer noch nicht einfach schlucken. Ich habe Fragen, die keiner beantwortet: Ist das mit den Masken durchdacht? Zu Ende gedacht? Ist es verhältnismäßig? Ist das mit den Masken überhaupt auf Dauer gut? Generell? Für die Gesellschaft, das Zusammenlebenmüssen, für die Immunsysteme, Kreisläufe, Sauerstoffversorgungen vor … Weiterlesen Diskurs

Gift und Galle und die Villa

Meine paar blöden Telegramgruppen quillen über vor Statements von Leuten, die sich aufregen, weil sich ein im Moment recht bekannter Minister eine Millionenvilla gekauft hat. Wut. Hass. Hutschnur. Bluthochdruck. Lese ich. Natürlich ist so etwas maximal unsensibel, selbstvergessen, arrogant, borniert, blasiert, verbonzt und vollkommen abgehoben. Aber legal. Darf der. Gibt das deutsche Recht her. Er … Weiterlesen Gift und Galle und die Villa

Hier ist Nacktbereichszone

(2011) Thermen am Europacenter. Was für eine Geisterbahn, meine Güte, ein Gruselkabinett, lauter rückenbehaarte Bierwannenträger, feist mit gespreizten Beinen auf der Liege lümmelnd, deren verkümmertes aber stolz zur Schau gestelltes Gemächt wie an einem Glockenseil um die Kniekehlen schlackert und nicht weniger breitbeinig auf Liegen gewährte Einblicke in ausgeleierte Körperöffnungen, die ich mir gerne erspart … Weiterlesen Hier ist Nacktbereichszone

Tangermünde / 2020

Altmark. Die Gegend ist ein Sammelbecken für gestörte Autofahrer. Einer tickt hinter mir schon seit der Autobahnabfahrt ohne auch nur eine Sekunde einzuhalten komplett aus. Fährt Schlangenlinien. Hupt. Fährt dicht auf. Dann lässt er sich zurückfallen. Nur um schnell wieder dicht ranzukommen. Und noch einmal. Abstand. Dicht drauf. Abstand. Dicht drauf. Wieder um wieder. So … Weiterlesen Tangermünde / 2020

Gedankensudelei 07/20

Ich bin immer erstaunt, dass Menschen ernst nehmen was ich sage. Ich nehme nicht einmal ernst was ich bin. David Bowie Buh. Möh. Crap the crappy crap. Berlins Idiotentourismus läuft lockerungscoronalisiert wieder an. Sie sind wieder da. Alle. Kreischende Hostelfranzosengruppen mit blecherner Boombox, dumme Schulklassen aus Gießen oder einem anderen hässlichen westdeutschen Nest mit in … Weiterlesen Gedankensudelei 07/20

Der Restaurantneurotiker

Mein Freundeskreis besteht größtenteils aus Verrückten. Spinnern. Menschen, die nicht so sind wie der Gurkennormalpatient. Typen, die alle irgendein Ding laufen haben. Einen Spleen. Eine Macke. Einen kapitalen Knall. Irgendetwas, das sie für mich interessant macht. Ich ziehe solche Leute an und finde ihre Gesellschaft spannend. Sie machen viele Dinge anders als alle anderen und … Weiterlesen Der Restaurantneurotiker

Battle mit dem Fragekönig

Und so sprach der Fragekönig: Welches Brot darf es sein? Ganz oder halb? Soll es getoastet werden? Welchen Belag? Doppelt? Mit Käse? Welchen Käse? Bacon extra? Gemüse alles? Zwiebel auch? Oliven? Scharf? Welche Sauce? Pfeffer? Salz? Als Menü? Cookie dazu? Getränk? Schuhgröße? Lieblingsfarbe? Zahnbelag? Hornhaut? Wanderhoden? Wie wird das Wetter morgen? Was ist Unendlich im … Weiterlesen Battle mit dem Fragekönig

Sie haben die Kreidefelsen von Dover gefressen

Was ist eigentlich plötzlich bei Saturn, diesem schlumpfigen Elektronikhändlerfossil im Treptower Parkcenter los? Charmeoffensive? Glückshormone? Drogen? Hare Krishna? Die sind da plötzlich alle ganz furchtbar mächtig (so ungewohnt) freundlich. Das ist nicht nur unheimlich, sondern geradezu gruselig. Mir tanzt die Brühe auf der Gänsehaut des Rückens Polka. Bisher stand der Saturn bei mir auf der … Weiterlesen Sie haben die Kreidefelsen von Dover gefressen

Sottrum / 2020

Wo die Kinder noch Andreas heißen und nicht Emil oder Luk. Grillmaster Flash - Sottrum Sottrum statt Sizilien. Mein Vermieter heißt Andreas. Sie haben eine Igelbäckerei. Keine Ahnung warum. Und es gibt einen Flughafen, ein Nest weiter, ein Flughafen, der eher ein Flugfeld ist. Auch keine Ahnung warum. Aber okay, Braunschweig hat ja auch einen. … Weiterlesen Sottrum / 2020

Verarsch mich doch (34)

Diese fiesen Coronazeiten eignen sich sehr gut zum gründlichen Verarschen harmloser Honks, die einfach nur gerne ohne Verwerfungen durch diese ganze gesellschaftliche Überreizung steuern wollen. Keiner hat einen Überblick. Alle sind verunsichert. Hin. Her. Hoch. Runter. Laschet. Söder. Virulogen. Zu. Auf. Wieder zu. Gütersloh. Österreich. Frankfurt Oder Stadtbrücke. Polen offen. Dann Polen zu. Keiner weiß … Weiterlesen Verarsch mich doch (34)

Dieses Geseier

Ringbahn. Kurz nach Mitternacht. Der Smartphoneakku ist leer. Keine Musik mehr. Ich muss Mitfahrer mithören. Neben mir sitzt eine arme Sau mit traurigem Bosse-Gesicht. Und neben der armen Sau sitzt ein Geseier auf zwei Beinen. "Da hab ich ihr gesagt, das ist total wichtig für meine Entwicklung, ich muss mich künstlerisch weiterentwickeln, reifen, weißt du, … Weiterlesen Dieses Geseier

Wellensittich

Wellensittich mit Rosmarin und Kartoffeln aus dem Ofen Zutaten: 200 g Kartoffeln 4 EL Olivenöl Wellensittich Fleur de sel Profanes Salz Pfeffer aus der Mühle Bio-Zitrone 3 Lorbeerblätter 2 Rosmarinzweige 5 Knoblauchzehen 10 Salbeiblätter Zubereitung: Kartoffeln waschen und mit Olivenöl mischen. Dann auf ein Backblech legen und im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad Umluft zehn Minuten schmoren. Wellensittich … Weiterlesen Wellensittich

Retrospektive: Quertreiber

Ich bin als Jugendlicher oft mit Gesetzen kollidiert. Meistens blieb es bei niedergeschlagenen Ermittlungsverfahren. Kleineren Dingen, die sie eingestellt haben, weil ich noch so klein war und so unschuldig schauen konnte. Keine Zeugen, keine Beweise, nix zu holen. Ich schwieg bei den Vernehmungen immer, also gab es nie solche die Verfahren vereinfachenden Dinge wie Geständnisse. … Weiterlesen Retrospektive: Quertreiber

Was ich nicht mehr hören kann

1. Alles gut Auf der Liste der Floskeln, die ich nicht mehr hören kann, steht "Alles gut" konkurrenzlos auf dem ersten Platz. Danach kommt nicht mehr viel Schlimmeres, außer vielleicht die altgewordenen Reste der 90er-Jahre-Knaller aus dem Arsenal stupider Vollsprallos der trostlosen Büroflure dieser Stadt mit den Bommelslippern an den Füßen und ihrem Automatenkaffee in … Weiterlesen Was ich nicht mehr hören kann

Q wie Quarantäne (Aufräumarbeiten)

Ja gut, sagen wir es wie es ist: Sie haben überreagiert. Haben sich verrückt machen lassen von eitlen Virologen, heulenden Hypochondern und natürlich dem verdammten Internet. Dieser Heulboje. Hysteriemaschine. Dem Brüllaffen. Krakeelwürfel. Güllepumpe. Und jetzt steuern sie möglichst gesichtswahrend wieder zurück in den Sachstand zum Februar diesen Jahres. Schritt für Schritt. Damit es nicht so … Weiterlesen Q wie Quarantäne (Aufräumarbeiten)

Wir kaufen Autos

Fuck Pornhub hat irgendwas an der Menüführung gemacht. Ich finde mich nicht mehr zurecht. Auch der Algorithmus suckt. Letztens haben sie mir als Empfehlung eine fette Alte mit Blümchenkleid und vollkommen bizarren Riemchensandalen vorgeschlagen, die in einem Sessel fläzt und Chicken Nuggets mit Dip in sich reinstopft, während ein Maskierter zwischen ihren massiven Schenkeln vergraben … Weiterlesen Wir kaufen Autos

Empowert mich doch am Arsch

Ich sitze lockdownbedingt zuhause und habe zu viel Zeit. Die fülle ich, wenn ich mal nicht dichtgedröhnt bin, mit Netflix und Playstation. Red Dead Redemption. Witcher. Horizon Zero Down. Und Filmen über Filmen. Serien über Serien. Ist Ihnen aufgefallen, dass sich so eine seltsame Empowermentwelle derzeit durch die meisten Angebote zieht? So eine wanzige "Ich … Weiterlesen Empowert mich doch am Arsch

Q wie Quarantäne (III)

Die Freude, die viele Menschen empfinden, wenn sie gehorsam sein dürfen, erstaunt mich immer wieder. Chris K. Tag Neun. Ich habe heute fünf Mal das Badewasser durchgespielt. Mit verschiedenen Zusätzen. Totes Meersalz mit Rosmarin. Dove Samtweichmichfett. Tetesept Muskelentspannung. Erdbeerbubblebadeperlen vom Kind. Und am Ende des Wahnsinns Eukalyptus. Weil ich kurz mal gehustet habe. Eukalyptus hilft … Weiterlesen Q wie Quarantäne (III)

Dortmund / 2020

Ich muss nach Dortmund. Wie immer möchten sie, dass ich Müll vor sich wichtig gebärdenden Leuten rede, in deren wichtiger Gegenwart auch ich mich wichtig machen muss, weil das zum Ritual gehört. Dem Spiel. Der Gepflogenheit. Brauchtum. Sitte. Tradition. Pluster your Gefieder, Baby. Das ist okay. Ich kann nichts anderes als das. Scheiße labern. Dinge … Weiterlesen Dortmund / 2020

Schrägparkereien

Hier in Berlin-Prenzlauer Berg kommen mir jetzt schon die ersten Hysteriker mit Gesichtsmasken vermummt und übergestreiften Gummihandschuhen die Greifswalder Straße entgegen. Verrückte Zeit. Diese ständig überdrehten Leute immer. Angst. Seele. Essen. Auf. Ehrlich, es geht mich ja nix an, aber ich weiß nicht wie die Deutschen mit der Mentalität zwei Weltkriege vom Zaun brechen, Steckrübenwinter, … Weiterlesen Schrägparkereien

Kleine Eiszeit

Diesen Sommer ist es wieder soweit: Vor der Kleinen Eiszeit in Prenzlauer Berg findet wieder der tägliche Müttercrosslauf statt. Wem der Hindernislauf vor dem auch schon wieder weggentrifizierten Saluti da Berlino oder dem Zipfelmützenzentrum Hokey Pokey zu popelig ist, hat hier die Möglichkeit, sein Können unter erschwertem Einsatz seines Körpers zu beweisen. Der Schwierigkeitsgrad wurde … Weiterlesen Kleine Eiszeit

Hope

Da hängt es verschwendet an der Fassade eines Baumarkts. Das perfekte Wahlplakat. Ansprechend. Emotional. Wegweisend. Wieso tritt der nicht an? Ick würd' den wählen. Pfeif doch auf die ganzen Soziologen, Beamten, Juristen, Quotentulpen und ungelernten Apparatniks in ihren vollgefurzten Sabbelbudensesseln. Her mit dem ehrlichen Currybrater. Los doch, trete an, Junge, ich geh' für dich Plakate … Weiterlesen Hope

Pest Pocke Post

Hut ab, meine beschissene Postfiliale hier in Prenzlauer Berg zieht alle Register, Kunden abzuschrecken, zu vergraulen oder, wenn diese sich nicht abschrecken oder vergraulen lassen oder einfach aufgrund des Quasi-Monopols zum Aufenthalt dort gezwungen sind, allen diesen Ausgezehrten vor ihren Toren ihre ganze Verachtung spüren zu lassen. Zunächst wird auch hier das patentierte und bei … Weiterlesen Pest Pocke Post

Celle / 2020

Hannover Hauptbahnhof Hangout. Auf dem Weg nach Celle sammle ich Eindrücke. Ich finde es immer angenehm, wenn Menschen nach nichts oder zumindest nach wenig riechen. Auf der Zugfahrt fällt mir wieder auf, warum das bei mir so ist. Männer mockern gerne schweißig. Dieser Moschusdunst. Nasenpieken. Flachatmen. Zu nachlässig geduscht. Oder gar nicht. Unterhemd von gestern … Weiterlesen Celle / 2020

Hirnsudelei 01/20

Um den Jahreswechsel herum hat der sich selbst in die Überflüssigkeit sendende öffentlich-rechtliche Rundfunk endgültig jede Contenance verloren und mit dem Eigentor der umweltfickenden Omasau sein letztes verbliebenes Klientel (wenn man bündnisgrüne Mandats- und Hoffnungsträger mal beiseite lässt) verprellt. Schauen Sie zu den Ablegern ins Internet, direkt zum WDR oder hören Deutschlandfunk, dann scheint immer … Weiterlesen Hirnsudelei 01/20

Lost im TXL-Bus

Und wieder der dumme Flughafen Tegel. Dauernd grüßt der Goblin. Ich muss seit letztem Jahr wieder öfter dort sein. In Tegel. Am Flughafen. Weil ich wegen des Dauergetrommels der spoiled Klimanöler, die seit gestern niemand mehr hysterisch nennen darf, keinen Deutsche-Bahn-Zug mehr für die ständigen überflüssigen Borgwürfelarbeitgeberreisen nach Frankfurt buche, sondern jedes Mal einen Kurzstreckenflug … Weiterlesen Lost im TXL-Bus

Lass dein Kind fliegen, Vater

Neulich in der dreiköpfigen Väterumlaufbahn an einem Nachmittag auf einer runtergerockten Couch mit handgeröstetem Fair Trade-Kaffee und Biomareikes Karottenkuchen kommt ein zehnjähriges Kind, das nicht meines ist, sondern das des Vaters neben mir, nach Hause: "Hallo Papa." "Hey Kleine, wo hast du denn den Lolli her?" "Von einem Mann an der Haltestelle. Er wollte nur … Weiterlesen Lass dein Kind fliegen, Vater

Exegese des Treuepunkts

Neulich in Wutausbruchhausen: "Sammeln Sie Treuepunkte?" Treuepunkte. Treuepunkte. Treuepunkte. Mir rieselt der Kalk aus dem Ohr. Drei-, vier-, fünfmal die gleiche Frage in der Woche, sinn- und hirnlose Konversation, von oben angeordnetes Interesse an einer Sammelleidenschaft, die mir schon immer dort vorbeigeht, wo noch nie die Sonne schien. "Sammeln Sie Treuepunkte?" Treuepunkte? Geht's noch? Ich … Weiterlesen Exegese des Treuepunkts

Lost in Słubice

Willkommen in Polen. Serdecznie witamy am anderen Ufer von Frankfurt an der Oder. Ich mache einen Stopp. Überlege, was ich mitbringen kann und finde nichts hier auf dem Bazar in Słubice, von Kleingeistern immer noch liebevoll „Polenmarkt“ genannt, der seit Jahren leidenschaftlich seinen unvermeidbaren Niedergang pflegt. In den 90ern war der Markt so etwas wie … Weiterlesen Lost in Słubice

Klamotten kaufen…

... ist schwere Arbeit. In jedem Einkaufszentrum haben Sie 50.000 Klamottenläden für Frauen und exakt einen für Männer, wenn Sie New Yorker, H&M und andere Glitzerkinderklamottenverticker aus Erwachsenseingründen beiseite lassen wollen. Der eine Laden für Männer in einem klassischen Einkaufszentrum ist meistens ein aus den 70ern des letzten Jahrtausends herbeigeflogener staubiger Herrenausstatter mit Anzügen für … Weiterlesen Klamotten kaufen…

Saarbrücken / 2019

Saarbrücken an einem Montag. Der Borgwürfel, des Universums sympathischster Arbeitgeber und sprudelnder Quell von Manna und Glückseligkeit, möchte, dass ich in Saarbrücken der seligen Kundschaft Scheiße erzähle. Im Gepäck habe ich die Crėme de la Crap der blasierten Schnöselköpfe aus der Frankfurter Partnergruft. Der Berliner Scheißequatscher trifft somit auf die Frankfurter Scheißequatscher, um die scheißequatschanhörenden … Weiterlesen Saarbrücken / 2019

Frau Süßenbach heißt nur so

Auf diesen Gehwegplatten stehend habe ich Frau Süßenbach zum ersten Mal geküsst. Lange bevor der Terror kam. Frau Süßenbach konnte gut küssen. Frau Süßenbach konnte charmant sein. Frau Süßenbach konnte aufmerksam sein. Sehr zuvorkommend. Sanft. Dort auf diesen Gehwegplatten stehend nicht gesehen habe ich Frau Süßenbachs anderes Gesicht. Das andere Gesicht zeigt Frau Süßenbach erst, … Weiterlesen Frau Süßenbach heißt nur so

Lost in Bornholmer St.

Der Morgenschiss der kommt gewiss und wennet erst am Mittach is. unbekannter Trinker an der Theke des Pub 82 Irgendwann nach Mitternacht gleichgewichtsversage ich die Bornholmer Straße entlang in der fehlgeleiteten Annahme, hier sei irgendwo noch was los. Doch nur nix. Leerende Gähne. Alles zu. Wonach ich mir vorkomme wie in Gießen. Wiesbaden, Heilbronn oder in der Wüste Gobi. … Weiterlesen Lost in Bornholmer St.

Erzieh‘ mich doch, Fleischwarenfachverkäuferin

Es ist Rewe. Der berühmte Rewe in der Schievelbeiner - Center of the Biohansel, hier am Arnimplatz, Home of the Holzspielzeug und der ungespritzen Biomütter - tanz deinen Namen für mich, Baby. Und mittendrin in diesem Supermarkt voller Bio Bio Fairtrade Fickmichnies steht eine Frischtheke - und dahinter eine Unglückliche. Davor ich mit Kind. "100 … Weiterlesen Erzieh‘ mich doch, Fleischwarenfachverkäuferin

Lost in Schöneweide

„Zu wahrer menschlicher Größe gibt es nur einen Weg - den durch die Schule des Leidens.“Albert Einstein Ein blödes aus irgendeiner Zitatedatenbank im Internet abgeschriebenes Mantra von Albert Einstein auf den Lippen stehe ich hungrig auf dem Vorplatz des S-Bahnhofs Schöneweide herum, mit mir ein paar verwitterte Buden, die gruselig anzuschauen sind - beginnend bei … Weiterlesen Lost in Schöneweide

Berlins bizarre Behördengruft

Die ihr eintretet, lasset alle Hoffnung fahren Dante Alighieri Wenn das Bezirksamt Pankow die öffentlich-rechtliche Vorhölle ist, so ist die Kfz-Zulassungsstelle in Lichtenberg das ewige Fegefeuer. Ich konnte mir bisher gar nicht vorstellen, dass ich mich einmal lieber in die fürchterliche Meldestelle meines gruseligen Pankower Rathauses zurückwünsche, in der ich ausgezehrt mit einem Wartezettel in … Weiterlesen Berlins bizarre Behördengruft

Kamminke / 2019

Herbst. Ich bin auf dem Weg nach Usedom. Nach Kamminke im Speziellen. Es ist ein vollkommen unprominentes Nest am Stettiner Haff und ein erfrischend abgelegener Ort abseits der hochglanzgeleckten und so unfassbar öden Dreikaiserbäder, die ich in ihrer Borniertheit nicht mehr sehen kann. Auf der Landstraße kurz vor der Insel tuckere ich hinter einem Trekker … Weiterlesen Kamminke / 2019

Berlin-Mitte. Geld frisst Hirn frisst Contenance

Berlin-Mitte. Umlaufbahn Hackescher Markt. 20:50 Uhr. Eigentlich kann niemand, der in dieser Stadt bei Verstand ist, hier noch hingehen. Wenn Sie Glück haben, treffen Sie nur auf Touristen, sinnlos im Weg rumstehend, entweder zum Kotzen sanierte oder zum Scheißen neugebaute Architektur bestaunend, Berliner Luft in Dosen kaufend, mit Smartphone in der Hand auf Google Maps … Weiterlesen Berlin-Mitte. Geld frisst Hirn frisst Contenance

Mein altes Neukölln

Ich bin immer noch gerne in Neukölln. Ich komme da her. Wer aus dem bioseligen Biedermeierparadies Prenzlauer Berg trotz der einschlägigen Reisewarnungen aus dem Reformhaus-Kurier und der Weizenkeim-Depesche eine Reise ins Zentrum des ganz doll übel beleumundeten und in den Scheißzeitungen dieser Stadt fast täglich gedissten Bezirks Neukölln tut, der kann was erleben. Und zwar … Weiterlesen Mein altes Neukölln