Versteh ick nich (3) – Deutsche Bahn Edition

Der Borgwürfel schickt mich wieder einmal nach Frankfurt. Ich muss Dinge erzählen und bekomme Dinge erzählt. Dann muss ich einen Tag später mit diesen Dingen im Kopf wieder nach Berlin. Um sie dort jemand anderem zu erzählen, der sie wiederum jemandem erzählen wird. Sie legen hier großen Wert auf die persönliche Nähe ab einer bestimmten … Weiterlesen Versteh ick nich (3) – Deutsche Bahn Edition

Ich verstehe die Dinge nicht mehr

Revaler Straße. R19. Ein Hipsterstall. Elektronische Musik. Teure Drinks. Gästelisten. Einlasskontrolle. Sehen und gesehen werden. Schaulaufen auf dem Boulevard der Reste des wilden Berlins. Verticker in den Seitenstraßen. Koksnasen. MDMA. Speed ist wieder im Kommen. Und draußen hängt eine schwarze Fahne zusammen mit der der Antifaschistischen Aktion. Der richtigen. Mit schwarz über rot. Die hing … Weiterlesen Ich verstehe die Dinge nicht mehr

Gedankensudelei 08/19

Willkommen in Schnöselhausen: Craft Beer reicht nicht mehr. Jetzt neu: Craft Wine. Demnächst: Craft Gin. Craft Karottenkuchen. Craft Haircut. Craft Apfelchip. Craft Osterei. Craft Fickdichselberhipsterhurensohn. Es ist ja oft so, dass einfach gestrickte Menschen einen Guru brauchen, den sie anhimmeln können. Im Moment ist es ein apokalyptisches Weltuntergangskind aus Skandinavien, mit dem sie sich bis … Weiterlesen Gedankensudelei 08/19

Prenzlauer Bergs unentspannte Kitastresser

Zu den Dingen, die ich nicht verstehe, gehört die operative Hektik morgens in der Umkleidekabine der Kita. Stress. Chaos. Hysterie. Geschrei. Gekeife. Alle sind in Eile. Die Eltern sind gestresst, die Kinder sind gestresst und wer auch noch einen Hund oder ein Frettchen mitbringt, stresst auch die. Ja. Ich weiß. Es ist frühmorgens. Der März. … Weiterlesen Prenzlauer Bergs unentspannte Kitastresser

Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (38) – Taxifahrer-Edition Parte Uno

Berlin. Meine Stadt bietet ein unerschöpfliches Reservoir an Honks. Es hört nie auf. Ein Füllhorn. Ein Perpetuum mobile. Eine nie versiegende Güllepumpe der Idiotie. Ein honkscheißender Esel. Ich könnte diesen Blog meinen Kindern vermachen und dann würden die über die nächsten 50 Jahre wöchentlich über Honks berichten, weil sie nie weniger werden, weil sie immer … Weiterlesen Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (38) – Taxifahrer-Edition Parte Uno

Kamminke / 2019

Herbst. Ich bin auf dem Weg nach Usedom. Nach Kamminke im Speziellen. Es ist ein vollkommen unprominentes Nest am Stettiner Haff und ein erfrischend abgelegener Ort abseits der hochglanzgeleckten und so unfassbar öden Dreikaiserbäder, die ich in ihrer Borniertheit nicht mehr sehen kann. Auf der Landstraße kurz vor der Insel tuckere ich hinter einem Trekker … Weiterlesen Kamminke / 2019

Berlin-Mitte. Geld frisst Hirn frisst Contenance

Berlin-Mitte. Umlaufbahn Hackescher Markt. 20:50 Uhr. Eigentlich kann niemand, der in dieser Stadt bei Verstand ist, hier noch hingehen. Wenn Sie Glück haben, treffen Sie nur auf Touristen, sinnlos im Weg rumstehend, entweder zum Kotzen sanierte oder zum Scheißen neugebaute Architektur bestaunend, Berliner Luft in Dosen kaufend, mit Smartphone in der Hand auf Google Maps … Weiterlesen Berlin-Mitte. Geld frisst Hirn frisst Contenance

Gedankensudelei 10/19

Was ist denn nur los momentan? Die eine Seite progagiert im hysterischen Duktus den baldigen Wirtschafts- und Währungscrash (wir werden alle sterben) und die andere Seite kein Stück weniger hysterisch den baldigen Klimakollaps (wir werden alle sterben). Stimmt irgendwas mit den Mondphasen nicht? Strahlung aus dem All? Bei der Fisch sucht Fahrrad-Party nicht mal von einer 40jährigen gammelpullibewehrten Alleinerziehenden … Weiterlesen Gedankensudelei 10/19

Freakshow oder Eine Fahrt mit der U2

Sonntag 10.30 Uhr Schönhauser Allee – Ein Blick in den U-Bahn-Wagen, aha, rechts sitzt schon die sechsköpfige italienische Hostelmeute, gerade dem keimigen 25-Euro-Gemeinschaftsraum entkommen und ungeduscht schon die erste Bierpulle am endlos plappernden Hals. Schweiß. Bier. Pathos. Linker Seite stehen die beiden Touristinnen aus New York, die sich in der irrigen Annahme, niemand würde sie … Weiterlesen Freakshow oder Eine Fahrt mit der U2

Ach, war die Straße blockiert?

Ja. Astrein. Super. Wirklich super gemacht. Was seid ihr superwichtig. Alle. Ein paar Straßen blockiert. Ein paar Brücken. Ein paar Umwege ist der Berliner gefahren. Verständnisvolle Bullen schreiben Überstunden. Und die Hauptstadtpresse schreibt wie immer freundlich zugeneigt. Mehr war nicht. Mehr bleibt nicht von dem, was sie Rebellion nennen und dann doch nur als ein … Weiterlesen Ach, war die Straße blockiert?

Der Brunnen des Grauens

Wozu Menschen fähig sein können, wenn man sie lässt, sieht man hier: Mitten auf dem Alexanderplatz ragt der Brunnen des Grauens wie ein rostiges Geschwür aus den Eingeweiden dieses misshandelten und dann liegengelassenen Ortes. Er ist in seiner himmelschreienden Widerwärtigkeit so hässlich, dass man Eintritt dafür verlangen könnte, würde er in einem Monstrositätenkabinett voller anderer … Weiterlesen Der Brunnen des Grauens

Gedankensudelei 09/19

Man darf ja nix mehr. Nix mehr darf man. Sonntagmorgen. Ich komme um 3 aus der Kneipe und um 6 Uhr heult die Alarmanlage dieses Scheißautos auf, dessen Alarmanlage immer um solche Uhrzeiten aufjault. Und es ist dieser 90er-Jahre-Autoalarm mit diesen verschiedenen Heularten. Lüüüüüü-blip Blip Blip-lööööööüüüüüüäääääämüüüüü-prrrrrrrrrrrrrrrrrrrr-tacker tacker tacker tacker tacker-luiiiiiiuuuuuuiiiii-Tik Tik Tik und so weiter, … Weiterlesen Gedankensudelei 09/19

Da läuft Herr Müller

Oh scheiße. Scheiße. Da vorne läuft Herr Müller. Herr Müller ist schlimm. Herr Müller nimmt immer genau zu meiner Zeit am Morgen meinen Weg von der S-Bahn zum Borgwürfel, unserem gemeinsamen Heißluftgebläseaquarium von crappy Arbeitsplatz, in dem wir Guppys acht, neun, zehn Stunden dümmlich durch die Gegend schwimmen, nach ein paar Fischfutterkrumen schnappen und ansonsten … Weiterlesen Da läuft Herr Müller

Stuttgart / 2019

Und dann ist auch noch Stuttgart. Die Reisebuchungstorten aus dem Borgwürfel, dem Germanys Brainfucked Crackmodel aller deutschen Arbeitgeber, haben mich in einem selbst für ihre Verhältnisse bemerkenswert schrottigen Hotel eingebucht. Nebenan sind ein Puff, ein depressiver Matratzenladen, zwei stinkende Pommesbuden und mehrere Idiotensuffkneipen voller Idiotensäufer, in denen sie nur Dinkelacker, diese üble halskratzige Brühe, ausgeben … Weiterlesen Stuttgart / 2019

Heilbronn / 2019

Ich muss heute in Heilbronn sein. Kundenkontaktkümmern. Es sind Leute mit Geld. Ich muss da immer hinreisen in solche komischen Städte, um mich und meinen sexiest Arbeitgeber alive möglichst wichtig und fürsorglich erscheinen zu lassen. So wichtig und fürsorglich, dass Leute mit Geld uns dieses Geld hinterher werfen. Und damit sie das tun, müssen sie … Weiterlesen Heilbronn / 2019

Blankenburg

Es gärt im Norden meines Bezirks. In Blankenburg will der Senat eine Großsiedlung hochziehen. 6000 Wohnungen wollen sie entstehen lassen. Ursprünglich 10.000, doch sie mussten downgraden. Denn sie bekamen das was sie in Berlin immer bekommen, wenn sie irgendetwas bauen wollen. Eingaben. Proteste. Partikularinteressen. Widerwillen. Und immer dieses „Not in my backyard“. Berlin hat Wohnungsnot, … Weiterlesen Blankenburg

Europapark / 2019

Europapark. Das Kind möchte achterbahnen und wir fahren dafür sehr weit weg. Die Reise von Berlin nach Baden mit dem Auto konfrontiert mich wieder mit der leidigen Sanifairabzocke an den Autobahntankstellen. Sie haben dort irgendwo um Frankfurt herum jetzt Pissbecken mit Bildschirmen, auf denen sie Videos abspielen. An einem Pissbecken. Bildschirme. Natürlich spielen sie keine … Weiterlesen Europapark / 2019

Mallotze / 2019

Heuer Mallotze. Zu einer Dritte-Welt-Stadt wie Berlin gehört auch ein Dritte-Welt-Flughafen. Der heißt hier Schönefeld. Weil Berlin seit 20 Jahren versucht, einen Flughafen zu bauen und es nicht schafft, fliegen die Menschen in der deutschen Hauptstadt mit Tegel und Schönefeld immer noch von zwei musealen Nachkriegsfossilien ab, die wie alles andere in Berlin nicht funktionieren, … Weiterlesen Mallotze / 2019

Der Müllzettelnazi und ich

Minute 85 im Tatort am Sonntag: „Geben Sie’s zu!“ „Nein!“ „Gestehen Sie!“ „Nein!“ „Sie sind der Müllterrorist!“ „Bin ich nicht!“ „Sind Sie wohl!“ „Bin ich nicht!“ „Doch! „Na gut, Sie haben mich durchschaut. Ich bin’s.“ „Na endlich. Sie setzen sich also lieber mit einer Säge hin, zerkleinern ein ganzes Bett und werfen das alles in … Weiterlesen Der Müllzettelnazi und ich

Meine beschissene Hausverwaltung

Meine beschissene Hausverwaltung ist eine besonders beschissene Hausverwaltung und entfaltet ihre Stärken bei all jenen Objekten, die sich selbst überlassen werden können. 1. Credo Meine beschissene Hausverwaltung arbeitet sehr energiebewusst und spart sich jeden überflüssigen Aufwand zur Erstellung eines Konzepts oder wenigstens irgendeiner Idee für das traditionell vernachlässigte Objekt, in dem ich wohne und für … Weiterlesen Meine beschissene Hausverwaltung

Riga / 2019

Tegel. Vor dem Flug nach Riga darf ich mein Lieblingsspiel spielen: Securityshit. Heute habe ich eine kleine Dose Talkumpulver dabei. Meine drecks Fakesneakers, die ich bei Amazon mal wieder viel zu billig geschossen habe, quietschen. Es ist die Lasche. Sie ist übel verarbeitet, reibt am Schuh und macht Lärm. Talkumpulver lässt das Quietschen für ein … Weiterlesen Riga / 2019

Lost in Köln

Ich bin mal kurz in Köln und fahre mit den Kölner Verkehrsbetrieben. In der Bimmelbahn stehen sich fünf Kontrolleure und drei Schwarzfahrer gegenüber. „Isch geh nit!“ „Fahrkarte. Zeigen Sie Ihre Fahrkarte.“ „Isch brauch keene. Isch bin lädiert.“ Der Typ hat Krücken dabei. Einer seiner beiden Kumpels sucht das Weite durch die offene Tür. Zack. Fumm. … Weiterlesen Lost in Köln

Starfucking myself

Berlin-Mitte. Hackescher Markt. Starbucks. Ein Blick auf die Auslagen und ich muss lachen. Nur amerikanische Franchiseketten schaffen es, Europäern den eigenen Scheißdreck zum dreifachen Preis zu verkaufen. Ich sehe ein lumpiges Stückchen Käsekuchen, ein lächerlich winziges Exemplar eines Lebkuchens, eine obszön kleine dünne Scheibe Marmorkuchen und irgendwelche dahergelaufenen Allerweltskekse für einen irrwitzigen Preis, für den … Weiterlesen Starfucking myself

Der Ohrtunnel unter den Supermärkten

Kaufland ist Ohrtunnel und Arschgeweih in einem. Gehen Sie doch da einfach mal hin, wenn Sie aus irgendeinem Grund immer noch zu gute Laune haben und nicht aufhören wollen, Ihre Mitmenschen zu mögen. Was Sie hier finden: Nur Irre. Bekloppte. Assis. Mit inadäquatem Verhalten. Komplett sozial inkompatibel. Die Verantwortlichen sollten bei Kaufland Verkehrsschilder einführen, denn … Weiterlesen Der Ohrtunnel unter den Supermärkten

Kot, Müll, Guano und Kotze

Der S-Bahnhof Schönhauser Allee ist ein vergewaltigtes und dann liegengelassenes Bauwerk. Finster ist es hier unten geworden, ungastlich, was daran liegt, dass die Verantwortlichen irgendwann in den 90ern ohne Sinn für Ästhetik und Stil einen Sarkophag aus Beton und Stahl über das historische Dach des ehemals freistehenden S-Bahnhofs gezogen haben, um den Bau der Schönhauser … Weiterlesen Kot, Müll, Guano und Kotze

Bretagne / 2019

Bretagne. Was mir immer wieder auffällt, ist, dass es Franzosen offensichtlich widerstrebt, fürs Pissen Geld zu verlangen. Oder es ist verboten wegen Grundbedürfnis und so. Das ehrt sie. Sie können hier in der Bretagne überall auf jedem Klo strullern, nirgendwo sitzt jemand davor und knöpft Ihnen 50 Cent für sein stinkendes Kackloch ab oder installiert … Weiterlesen Bretagne / 2019

Disneyland Paris

Disneyland Paris. Wenn die blöden bärtigen Terroristen eines erreicht haben, dann ist es die Tatsache, dass unser Leben nerviger geworden ist. Unfreier. Gegängelter. Paranoider. Allein beim Einchecken ins Hotel werde ich zwei Mal abgetastet, flughafenesk gescannt und meine Tasche wird geöffnet und nach Bomben durchsucht. Das wiederholt sich jedes Mal, wenn ich zum Auto gehe. … Weiterlesen Disneyland Paris

Zurückstresser

Life is a sexually transmitted desease Deine Lakaien In Berlin wachsen Sie damit auf, dass Sie mit Freundlichkeit normalerweise nicht weiterkommen. Wenn Sie hierher zuziehen, dann werden Sie diesen Fakt schmerzlich erleiden, denn Sie haben die Dinge anders gelernt. Sie sind nicht von hier, Sie denken, zivilisiertes Handeln hilft gegen die Übergriffigkeit. Und das tut … Weiterlesen Zurückstresser

Was juckt mich denn der Kollwitzplatz…?

Aus der Gegend um den Kollwitzplatz habe ich mich schon vor vielen Jahren quasi freiwillig und vorausblickend selbst rausgentrifiziert, zu mondgleich in den Nullerjahren schon die Preise, zu dicht die Vollidiotenkonzentration, zu belanglos, langweilig und beliebig das Angebot und dabei doch zuviel Schund und Tand auf einem Haufen – ein ermüdender Ausverkaufs-Overkill des ehemals alternativen … Weiterlesen Was juckt mich denn der Kollwitzplatz…?

Vernissage-Schnösel, Kackwürste und Pizza

Heute bin ich in des Prenzlauer Bergs Pappelallee. In einem schlumpfigen Pizzabäckerhipsterstall im Einflussgebiet vom versnobten Helmholtzplatz und die Schnösel sind auch schon hier. Heute sind es keine normalen Schnösel, sondern Kunstschnösel. Lauter laute Kunstschnösel. Natürlich sitzen sie alle neben mir und ich muss ihrem Gewäsch zuhören während ich esse. Und das ist schlimm. „Du, … Weiterlesen Vernissage-Schnösel, Kackwürste und Pizza

U-Bahn des Grauens

Eine Samstagnacht im Berliner Öffentlichen Nahverkehr führt mir immer wieder vor Augen, welche schiere Unmenge an Gestörten in der Stadt lebt und den öffentlichen Raum mit der eigenen Nichtvorzeigbarkeit kontaminiert. Ich bin von Rudow aus nach Norden unterwegs. Ab Höhe Britz-Süd beginnen neben mir ein paar Jugendliche eine Diskussion aus einer anderen Galaxie: „Valla wenn … Weiterlesen U-Bahn des Grauens

Mit Mandy und Enrico in der Proletendisse

Was hat mich geritten? Wer hat mich hier hin geschleppt? Was tue ich hier? Es ist Mitternacht und ich stehe in einer Reihe mit solariumsgebräunten Spenderhirnkandidaten und ihren aufgeplusterten Lackjacken, debil kichernden Mandys mit knallroter Plattenbausträhne auf dem platinblonden Kopf und hinter mir steht sogar eine, die Mamas Buffalo-Plateau-Sneakers von kurz nach der Wende aufträgt. … Weiterlesen Mit Mandy und Enrico in der Proletendisse

Zuckungen im Schwebebad

Ich soll entspannen, sagt der Wellnessgutschein für einen Salzwassertank. Schweben soll ich, auf Salzlake, zu beruhigender Musik, mich verlieren in Raum und Zeit und dadurch meine Abwehrkräfte stärken. Steht da. Das ist doch wieder eine dieser dekadenten Yuppie-Eso-Heilsteine-Ufos-gelangweilte-Steglitzer-Hausfrauen-Erfindungen, mit denen du so viel anfangen kannst wie mit einer Fußreflexzonenmassage, indischen Räucherstäbchen oder einer Gurkenmaske auf … Weiterlesen Zuckungen im Schwebebad

Weinschnösel

Guten Abend Kreuzberg. Vor mir sitzt der Weinschnösel. Typen wie der sind der Grund, warum ich es inzwischen hasse, zu Weinverkostungen zu gehen. Doch es sind nicht nur Weinverkostungen, die unzumutbar geworden sind, nein, diese Gestalten kontaminieren jetzt auch die Whisky-, Rum- und sogar, weil keine Gelegenheit zu abseitig zum blasierten Herumschnöseln ist, die Bierverkostungen … Weiterlesen Weinschnösel

Bum Bum – zur Hölle mit dem Drehstuhl

Ich habe Sympathie für das Prinzip Auge um Auge. Unmodern. Unpopulär derzeit. Stimmt. Aber egal. Schlagen Sie mich, schlage ich zurück. Pöbeln Sie mich an, ernten Sie exakt die gleiche Menge Gossengepöbel, mit der Sie mich beschenkt haben. Sie dämlicher Arsch. Nerven Sie mich, nerve ich Sie zurück. Immer auf dem gleichen Level. Gleiche Dosis. … Weiterlesen Bum Bum – zur Hölle mit dem Drehstuhl

Was ist mir der Klimawandel kackegal

Mein rosagrüner Eiapopeia-Idiotenbezirk namens Prenzlauer Berg sprüht jetzt flächendeckend seine Agenda auf die Bürgersteige. „Der Klimawandel ist real!“ warnt es da in giftgrünen Buchstaben. Einen halben auf einen Meter. Alle paar Meter. Rabäh. Mimimi. Der Klimawandel ist real. Was soll daran schlimm sein? Wenn es wärmer wird, hat das für mich nur die Konsequenz, dass … Weiterlesen Was ist mir der Klimawandel kackegal

Hey Kind

Hey Kind, groß bist du geworden. Frech bist du geworden. Selbstbewusst bist du geworden. Reichst mir gerade bis zum Bauchnabel und kämpfst schon wie ein Großer. Das ist gut. Ich habe immer gesagt, dass ich den ganzen blöden routinierten Elternscheiß nicht machen werde, die Dinge anders machen werde, locker bleiben werde, die ganzen Sentimentalitäten nicht … Weiterlesen Hey Kind

Berliner Glascontainerparade

Versteh‘ ick nich. War da einer unsicher, ob die Parfumflaschen, das Nutellaglas und die Ölbüchse überhaupt in den Glascontainer dürfen und stellt den ganzen Kram lieber obendrauf, damit der Glascontainerleerer das entscheidet? Oder ist es wieder Aktionskunst? Vergänglichkeit. Kapitalismus. Überfluss. Man weiß so wenig.

Rixdorf

Hassen Sie Weihnachtsmärkte auch? Diese hirnlose Ansammlung überfüllter Blinkbuden, in denen sie miesen gepanschten Wein mit Zucker versetzen, worauf dumme alte Schnepfen und dicke blöde Blinkemützenträger jede Würde verlieren? Dort wo sie teuren Tand aus den Erzgebirgewerkstätten des Landes noch teurer als sonst schon verkaufen? Dort wo sie prekäre Bratwurst aus püriertem Elchabfall als Delikatesse … Weiterlesen Rixdorf

Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (39) – Taxifahrer-Edition Parte Dos

Es herrscht extreme Honkdichte momentan bei Berliner Taxifahrern. Und der größte Honk aller Zeiten hat mich heute an Bord. Diese Nacht habe ich in Staaken gefeiert. Das ist fast in Brandenburg. 30 Meter davon weg. Ich kann sogar schon einen Acker sehen. Mit Furchen. Die Leute sagen, an dem Ort, an dem ich gerade bin, … Weiterlesen Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (39) – Taxifahrer-Edition Parte Dos

Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (36)

Dieser Sommer bekommt der Stadt nicht. Zu heiß. Zu schwül. Zu drückend. Überall drehen sie frei. Nerven. Stressen. Labern. Stänkern. Reduzieren Distanz. Ich stehe in der S-Bahn und führe Krieg. Auf dem Smartphone. Age of Civilizations. Ich bin Polen und überrenne gerade die Sowjetunion, nachdem ich das Deutsche Reich und danach ganz Westeuropa zermalmt habe. … Weiterlesen Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (36)

Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (31)

Die Welt ist im Arsch, die Ratten gehen an Krücken. Lass uns gehen. Peter Strohm Der heutige Honk ist weiblich, dick, steht mit Entourage bei McDonalds an der Kasse und pöbelt. „Hungaaaaaa! Jeht dit nich schnella?! Maaaaaaaaaan!“ Ich habe sie schon am Eingang gehört und zunächst an eine ironische Performance gedacht. Frauen traut man ja … Weiterlesen Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (31)

Verarsch mich doch (22)

Oh, Amazon schreibt: Guten Tag! Leider benötigen wir weitere Informationen für Ihr „Verkaufen bei Amazon“-Zahlungskonto. (…) Es ist sehr wichtig, dass Sie diese Informationen bereitstellen, damit Sie weiterhin an unserem Programm Verkaufen bei Amazon teilnehmen können.  Wenn Sie die erforderlichen Informationen nicht innerhalb der nächsten 15 Kalendertage bereitstellen, können Sie Ihr „Verkaufen bei Amazon“-Zahlungskonto nicht … Weiterlesen Verarsch mich doch (22)

Das sinnloseste Gebäude der Welt: Der Schwerbelastungskörper

Gestatten? Das sinnloseste Gebäude der Welt. Der Schwerbelastungskörper. Seines Zeichens ein dickes Stück Beton auf den Berliner Sand gegossen, um zu testen, ob der den geplanten monumentalen Nazi-Triumphbogen im Zuge der Planungen zur Welthauptstadt Germania aushalten würde, ohne weg zu sacken. Er ist bis heute fast 20 cm eingesunken. Er hätte nur 5 cm einsinken … Weiterlesen Das sinnloseste Gebäude der Welt: Der Schwerbelastungskörper

Der letzte Rest ehrwürdiger Bieradel von Prenzlauer Berg

Letztens hab‘ ick beim Kacken jedacht, meine Oogen wär’n jeplatzt, dabei hat nur eena’s Licht ausjemacht. unbekannter Trinker Bierquelle. Randgebiet von Prenzlauer Berg. Dort, wo der letzte Pöbel des Bezirks wohnt. Der letzte Bieradel. Die letzten Jobcenter-Kunden. Die letzten ihrer Art. Gegenüber vom Mühlenkiez, dem kuscheligen Kiez, den das Fachblatt der örtlichen Immobilienwirtschaft eine dunkle … Weiterlesen Der letzte Rest ehrwürdiger Bieradel von Prenzlauer Berg

Rock im Park 2014 – Slayer, Slayer und Scheiße, es ist Slayer!

Guten Morgen Nürnberg. Es ist Sonntag und immer noch Festival. Bei mir im Hotel gibt es wieder Croissants zum Frühstück. Und Kaffee. Etwa die Hälfte der etwas zerknautscht aus der Wäsche schauenden Frühstücker sind Rock im Park-Besucher. Man erkennt sie an ihren gelben Bändchen, die sie nicht abnehmen dürfen, weil man sie ohne diese nicht … Weiterlesen Rock im Park 2014 – Slayer, Slayer und Scheiße, es ist Slayer!

Cao

Baumschulenweg, gehört das eigentlich noch zu Alt-Treptow oder ist das schon Schöneweide? Alt-Treptow kann es nicht sein, weil man hier in Baumschulenweg vergleichsweise gut essen kann. Und Gut essen ist ein Zustand, der sich mit Alt-Treptow prinzipi- und traditionell ausschließt. Dort bitte nur billigst, ranz-, salz- und fettig – gut ist da nachrangig. Es gibt … Weiterlesen Cao

Hunde scheißen auf eigene Gefahr

Wir sehen eine typische zugeschissene Fläche in Prenzlauer Berg und jemand, der offensichtlich noch nicht lange genug hier wohnt, um von der so beliebten wie unvermeidlichen Berliner Kackwurstparade zu wissen, mag sich nicht damit abfinden und schreibt erst einmal einen Zettel: Verstehe ich nicht. Was heißt „auf eigene Gefahr“? Selbstschussanlagen sehe ich keine und Panzerabwehrminen, … Weiterlesen Hunde scheißen auf eigene Gefahr

Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (21)

Ich bin kein großer Freund von Warentrennern im Supermarkt. Früher ging es ja auch ohne. Hat man seinen Scheiß eben ein wenig versetzt zueinander auf das Fließband gestapelt und gut. Es war eine Frage der gegenseitigen Rücksichtnahme, Selbstdisziplin, Understatement, alte Schule wenn man so will. Jetzt gibt es Warentrenner und der Umgang damit ist wieder … Weiterlesen Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (21)

Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (19)

Mahlzeit. Die Frage aller Fragen lautet heute: Ist es noch nicht genug Fett? Muss es immer noch ein wenig mehr sein? Ich habe ein Schnitzelbrötchen gekauft. Bei irgendeinem Aufbäcker an irgendeinem Bahnhof. Manchmal mag ich diesen Junk. Nach einer durchsoffenen Nacht morgens um sieben unter Elektrolytmangel beim Heimwanken, wenn die ekelhafte Morgensonne Furchen in die … Weiterlesen Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (19)

Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (18)

An des Kaisers Frischtheke. „Guten Tag, einmal dieses Stück Kalbsfleischwurst bitte.“ „Das Ganze?“ „Ja, bitte.“ „Das ist aber viel.“ „Ja.“ „Können Sie das nächste Mal vorbestellen, wenn Sie die ganze Wurst haben wollen?“ „Bitte wie?“ „Vorbestellen. Wenn Sie so viel nehmen, können Sie dann vorbestellen?“ „Akustisch habe ich das verstanden, nur inhaltlich nicht. Irgendwas blockiert. … Weiterlesen Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (18)

Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (17)

Termin in irgendeinem Nest in Rheinland-Pfalz. Ich glaube, sie nennen es dort Landeshauptstadt. Ich stehe in irgendeinem Laden, der Hemden verkauft. Von meinem Hemd, das ich trage, glotzt Chilisoße, weil ich keinen Hotdog essen kann, ohne mich einzusauen. Ich brauche ein neues Hemd. Und das schnell. (raschel raschel) „Guten Tag, ich würde gerne diese Hemden … Weiterlesen Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (17)

Heraus zur revolutionären Sittichstar-Garde

45 nach 68. Endlich hängen wieder Pamphlete an den Wänden: Ich weiß nicht, was schlimmer ist. Karneval oder Cottbus. Ich kann mich nicht entscheiden. Och lass ma, ich nehm doch lieber Eiter unter den Fußnägeln. Helau. Butschipuh. Lust auf Karneval in Cottbus? Rufen Sie jetzt an. Männer im Minirock. Frauen nacktbeinig. Wer da Bock drauf … Weiterlesen Heraus zur revolutionären Sittichstar-Garde

Im Schatten des Einkaufsbunkers

Frankfurter Allee. Der Bunker wirft einen langen Schatten. Der Einkaufsbunker, der graue. Klotz. Widerlich. Trotz Sonne Regenwetter simulierend. Muss ein Sadist geplant haben, das Ding. Flakbunker. Schwerbelastungskörper. Shoppingwüste. Hier im Schatten residiert der Philosoph an der Currybutze, der übliche Verdächtige. Jede Currybutze hat einen. Mindestens. „Ick will heute keene Boulette, ick will ne Currywurst, am … Weiterlesen Im Schatten des Einkaufsbunkers

Note on a Bulli – Arschlöcher on tour

Berlin, Berlin, ich versteh‘ es manchmal nicht. Da steht ein schäbiger Bulli in der Landschaft herum und dann das. Man tritt nochmal drauf. Macht noch ein wenig mehr kaputt, schleift das Drecksding noch ein bisschen, das Drecksding, das sich die Besitzerin wahrscheinlich vom Munde abspart, damit sie überhaupt mobil ist. Neben dem Bulli steht ein … Weiterlesen Note on a Bulli – Arschlöcher on tour

Tanz für mich, Schopenhauer – Ein Weihnachtsmärchen

Huhu, hallihallo, da bin ich doch letztens in diesem lustigen Café gelandet. Zumindest war ich überzeugt, dass es eines ist. Es war spät, ich hatte die „Aphorismen zur Lebensweisheit“ unter dem Arm und dachte, dass ich vielleicht jemanden finde, mit dem ich über Schopenhauers Gleichnis mit den Stachelschweinen und ihre treffende Illustrierung der modernen Gesellschaft … Weiterlesen Tanz für mich, Schopenhauer – Ein Weihnachtsmärchen

Ooops we’ll do it again: Ziehen wir Vattenfall den Stecker

Es gibt viele Vorgänge in der Politik, die mich fassungslos zurücklassen, zum Beispiel der hier: Da verscheuert der Senat der Hauptstadt die Hälfte seiner Wasserbetriebe an einen Stromkonzern (!), vereinbart mit diesem ohne Not vertraglich eine Gewinngarantie, verkauft dies als Effizienzmaßnahme und erreicht damit die bundesweit nahezu höchsten Wasserpreise in der mit Abstand ärmsten Großstadt … Weiterlesen Ooops we’ll do it again: Ziehen wir Vattenfall den Stecker

Von Autodieben und Froschfressern: Im Familiengarten Eberswalde

Oh please, no more Brandenburg. Doch! Willkommen in Eberswalde. Sie haben dort einen Familiengarten – eine alte Industriebrache – umgebaut als … was ist das eigentlich? Sieht aus wie eine misslungene Landesgartenschau. Mit viel Kunst. Diese moderne Metallkunst, mit der ich nichts anfangen kann. Draht. Stahl. Metalligitter. Eine Traumtierschau soll Tiere darstellen, doch ich erkenne … Weiterlesen Von Autodieben und Froschfressern: Im Familiengarten Eberswalde

Lass mal netzwerken – der besondere Link vom 16.08.13

Selten trifft ein Text derart präzise das, was ich denke, so dass ich gar nichts mehr dazu schreiben mag, sondern stattdessen einfach zitiere: Shakespeares Hamlet wurde in der britischen Nationalbibliothek indiziert: Er enthält Gewalt oder wie auch immer die Formulierung der Zensoren lauten mag. Die nächste Bücherverbrennung findet auf Knopfdruck statt. Niemand braucht sich der … Weiterlesen Lass mal netzwerken – der besondere Link vom 16.08.13

Im Olympiastadion

Hurra. Hertha ist wieder da. Berlin ist wieder wer. Für eine Saison. Schick ist es, das Nazi-Stadion, in finsteren Zeiten gebaut in massiven Blöcken imperialen Stils wie das Tempelhofer Terminal oder Görings Reichsluftfahrtbundesfinanzministerium. Ich bin da gerne. Im Ernst. Doch was für eine Hypothek der Geschichte: Der Stadionkoloss, das Maifeld, die Stelen, die die Ringe … Weiterlesen Im Olympiastadion

Oh nein! Er fraß wieder Franchise!

Ich hab es wieder getan. Gelockt von Duft. Lockduft. Hunger. Da kommt Lockduft nicht ganz so gelegen. Weil man dann essen muss. Unverzüglich. Sofort. Schnell. Asiagofresh. Was?  Asiagofresh. Nix versteh. Morgen andere Baustelle. Asiatisch gehen frisch! Dat Ding im Bahnhof Ostkreuz? Dat Ding im Bahnhof Ostkreuz. Du Depp. 10 verschiedene Gerichte auf irgendwelchen Schildern. Klingen … Weiterlesen Oh nein! Er fraß wieder Franchise!

Rammstein in Prag

Diese komische Telefonfirma mit dem selten blöden Namen hat nicht nur in Berlin ein Multifunktionsdildoanalplug in den Sand erbrochen, sondern auch in Prag. O2-Arena heißt sie hier. Und die sieht fast genauso aus wie das Berliner Pendant, die O2-World. Innen wie außen.Geleckt. Neu. Anonym. Seelenlos. Aber groß. Wo ist der Unterschied zu Berlin? Einen gibt … Weiterlesen Rammstein in Prag

Bye Bye Flexi

Flexstrom ist endlich pleite und das ist eine gute Nachricht. Ach Flexi, ach Flexi (ich darf dich doch so nennen, oder? Wir waren ja immerhin ein Jahr zusammen.), vor kurzem noch hast du mir einen Brief geschrieben ob ich wieder zurückkomme. Ich musste sehr lachen. Weißt du noch wie ich dir lumpige 16 Euro Abschlagserhöhung geschuldet … Weiterlesen Bye Bye Flexi