Versteh ick nich (3) – Deutsche Bahn Edition

Der Borgwürfel schickt mich wieder einmal nach Frankfurt. Ich muss Dinge erzählen und bekomme Dinge erzählt. Dann muss ich einen Tag später mit diesen Dingen im Kopf wieder nach Berlin. Um sie dort jemand anderem zu erzählen, der sie wiederum jemandem erzählen wird. Sie legen hier großen Wert auf die persönliche Nähe ab einer bestimmten … Weiterlesen Versteh ick nich (3) – Deutsche Bahn Edition

Was ich nicht mehr hören kann

1. Alles gut Auf der Liste der Floskeln, die ich nicht mehr hören kann, steht „Alles gut“ konkurrenzlos auf dem ersten Platz. Danach kommt nicht mehr viel Schlimmeres, außer vielleicht die altgewordenen Reste der 90er-Jahre-Knaller aus dem Arsenal stupider Vollsprallos der trostlosen Büroflure dieser Stadt mit den Bommelslippern an den Füßen und ihrem Automatenkaffee in … Weiterlesen Was ich nicht mehr hören kann

Ich verstehe die Dinge nicht mehr

Revaler Straße. R19. Ein Hipsterstall. Elektronische Musik. Teure Drinks. Gästelisten. Einlasskontrolle. Sehen und gesehen werden. Schaulaufen auf dem Boulevard der Reste des wilden Berlins. Verticker in den Seitenstraßen. Koksnasen. MDMA. Speed ist wieder im Kommen. Und draußen hängt eine schwarze Fahne zusammen mit der der Antifaschistischen Aktion. Der richtigen. Mit schwarz über rot. Die hing … Weiterlesen Ich verstehe die Dinge nicht mehr

Gedankensudelei 04/20

Zwiegespräch mit einem immer sehr eifrigen Kollegen nach einer weiteren bleiernen Telefonkonferenz: „Naaaaaa? Bewirbst du dich auf das Projekt?“ „Nee.“ „Warum nicht?“ „300 Euro mehr, dafür drei Mal so viel Stress. Kein Bock.“ „Du musst aber mal.“ „Warum?“ „Du musst doch mal vorankommen.“ „Warum?“ „Na um voranzukommen. Macht dir das nichts aus, dass du seit … Weiterlesen Gedankensudelei 04/20

Q wie Quarantäne (III)

Die Freude, die viele Menschen empfinden, wenn sie gehorsam sein dürfen, erstaunt mich immer wieder. Chris K. Tag Neun. Ich habe heute fünf Mal das Badewasser durchgespielt. Mit verschiedenen Zusätzen. Totes Meersalz mit Rosmarin. Dove Samtweichmichfett. Tetesept Muskelentspannung. Erdbeerbubblebadeperlen vom Kind. Und am Ende des Wahnsinns Eukalyptus. Weil ich kurz mal gehustet habe. Eukalyptus hilft … Weiterlesen Q wie Quarantäne (III)

Gedankensudelei 01/20

Um den Jahreswechsel herum hat der sich selbst in die Überflüssigkeit sendende öffentlich-rechtliche Rundfunk endgültig jede Contenance verloren und mit dem Eigentor der umweltfickenden Omasau sein letztes verbliebenes Klientel (wenn man bündnisgrüne Mandats- und Hoffnungsträger mal beiseite lässt) verprellt. Schauen Sie zu den Ablegern ins Internet, direkt zum WDR oder hören Deutschlandfunk, dann scheint immer … Weiterlesen Gedankensudelei 01/20

Saarbrücken / 2019

  Saarbrücken an einem Montag. Der Borgwürfel, des Universums sympathischster Arbeitgeber und sprudelnder Quell von Manna und Glückseligkeit, möchte, dass ich in Saarbrücken der seligen Kundschaft Scheiße erzähle. Im Gepäck habe ich die Crėme de la Crap der blasierten Schnöselköpfe aus der Frankfurter Partnergruft. Der Berliner Scheißequatscher trifft somit auf die Frankfurter Scheißequatscher, um die … Weiterlesen Saarbrücken / 2019

Gedankensudelei 08/19

Willkommen in Schnöselhausen: Craft Beer reicht nicht mehr. Jetzt neu: Craft Wine. Demnächst: Craft Gin. Craft Karottenkuchen. Craft Haircut. Craft Apfelchip. Craft Osterei. Craft Fickdichselberhipsterhurensohn. Es ist ja oft so, dass einfach gestrickte Menschen einen Guru brauchen, den sie anhimmeln können. Im Moment ist es ein apokalyptisches Weltuntergangskind aus Skandinavien, mit dem sie sich bis … Weiterlesen Gedankensudelei 08/19

Prenzlauer Bergs unentspannte Kitastresser

Zu den Dingen, die ich nicht verstehe, gehört die operative Hektik morgens in der Umkleidekabine der Kita. Stress. Chaos. Hysterie. Geschrei. Gekeife. Alle sind in Eile. Die Eltern sind gestresst, die Kinder sind gestresst und wer auch noch einen Hund oder ein Frettchen mitbringt, stresst auch die. Ja. Ich weiß. Es ist frühmorgens. Der März. … Weiterlesen Prenzlauer Bergs unentspannte Kitastresser

Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (38) – Taxifahrer-Edition Parte Uno

Berlin. Meine Stadt bietet ein unerschöpfliches Reservoir an Honks. Es hört nie auf. Ein Füllhorn. Ein Perpetuum mobile. Eine nie versiegende Güllepumpe der Idiotie. Ein honkscheißender Esel. Ich könnte diesen Blog meinen Kindern vermachen und dann würden die über die nächsten 50 Jahre wöchentlich über Honks berichten, weil sie nie weniger werden, weil sie immer … Weiterlesen Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (38) – Taxifahrer-Edition Parte Uno

Q wie Quarantäne

Und da sind wir nun. Da bin ich. Zuhause. Deutschlands fürsorglichster Arbeitgeber aller Zeiten, el famoso Borgwürfel, hat mich heute nach Hause geschickt. Berlin fährt sich runter. Nichts ist mehr wie sonst. Ich bekomme in der Ringbahn tagsüber einen Sitzplatz, was quasi seit den Nullerjahren nicht mehr vorgekommen ist, mein Fitnessstudio ist bis auf einen … Weiterlesen Q wie Quarantäne

Celle / 2020

Hannover Hauptbahnhof Hangout. Auf dem Weg nach Celle sammle ich Eindrücke. Ich finde es immer angenehm, wenn Menschen nach nichts oder zumindest nach wenig riechen. Auf der Zugfahrt fällt mir wieder auf, warum das bei mir so ist. Männer mockern gerne schweißig. Dieser Moschusdunst. Nasenpieken. Flachatmen. Zu nachlässig geduscht. Oder gar nicht. Unterhemd von gestern … Weiterlesen Celle / 2020

Klamotten kaufen…

… ist schwere Arbeit. In jedem Einkaufszentrum haben Sie 50.000 Klamottenläden für Frauen und exakt einen für Männer, wenn Sie New Yorker, H&M und andere Glitzerkinderklamottenverticker aus Erwachsenseingründen beiseite lassen wollen. Der eine Laden für Männer in einem klassischen Einkaufszentrum ist meistens ein aus den 70ern des letzten Jahrtausends herbeigeflogener staubiger Herrenausstatter mit Anzügen für … Weiterlesen Klamotten kaufen…

Kamminke / 2019

Herbst. Ich bin auf dem Weg nach Usedom. Nach Kamminke im Speziellen. Es ist ein vollkommen unprominentes Nest am Stettiner Haff und ein erfrischend abgelegener Ort abseits der hochglanzgeleckten und so unfassbar öden Dreikaiserbäder, die ich in ihrer Borniertheit nicht mehr sehen kann. Auf der Landstraße kurz vor der Insel tuckere ich hinter einem Trekker … Weiterlesen Kamminke / 2019

Berlin-Mitte. Geld frisst Hirn frisst Contenance

Berlin-Mitte. Umlaufbahn Hackescher Markt. 20:50 Uhr. Eigentlich kann niemand, der in dieser Stadt bei Verstand ist, hier noch hingehen. Wenn Sie Glück haben, treffen Sie nur auf Touristen, sinnlos im Weg rumstehend, entweder zum Kotzen sanierte oder zum Scheißen neugebaute Architektur bestaunend, Berliner Luft in Dosen kaufend, mit Smartphone in der Hand auf Google Maps … Weiterlesen Berlin-Mitte. Geld frisst Hirn frisst Contenance

Gedankensudelei 10/19

Was ist denn nur los momentan? Die eine Seite progagiert im hysterischen Duktus den baldigen Wirtschafts- und Währungscrash (wir werden alle sterben) und die andere Seite kein Stück weniger hysterisch den baldigen Klimakollaps (wir werden alle sterben). Stimmt irgendwas mit den Mondphasen nicht? Strahlung aus dem All? Bei der Fisch sucht Fahrrad-Party nicht mal von einer 40jährigen gammelpullibewehrten Alleinerziehenden … Weiterlesen Gedankensudelei 10/19

Freakshow oder Eine Fahrt mit der U2

Sonntag 10.30 Uhr Schönhauser Allee – Ein Blick in den U-Bahn-Wagen, aha, rechts sitzt schon die sechsköpfige italienische Hostelmeute, gerade dem keimigen 25-Euro-Gemeinschaftsraum entkommen und ungeduscht schon die erste Bierpulle am endlos plappernden Hals. Schweiß. Bier. Pathos. Linker Seite stehen die beiden Touristinnen aus New York, die sich in der irrigen Annahme, niemand würde sie … Weiterlesen Freakshow oder Eine Fahrt mit der U2

Ach, war die Straße blockiert?

Ja. Astrein. Super. Wirklich super gemacht. Was seid ihr superwichtig. Alle. Ein paar Straßen blockiert. Ein paar Brücken. Ein paar Umwege ist der Berliner gefahren. Verständnisvolle Bullen schreiben Überstunden. Und die Hauptstadtpresse schreibt wie immer freundlich zugeneigt. Mehr war nicht. Mehr bleibt nicht von dem, was sie Rebellion nennen und dann doch nur als ein … Weiterlesen Ach, war die Straße blockiert?

Der Brunnen des Grauens

Wozu Menschen fähig sein können, wenn man sie lässt, sieht man hier: Mitten auf dem Alexanderplatz ragt der Brunnen des Grauens wie ein rostiges Geschwür aus den Eingeweiden dieses misshandelten und dann liegengelassenen Ortes. Er ist in seiner himmelschreienden Widerwärtigkeit so hässlich, dass man Eintritt dafür verlangen könnte, würde er in einem Monstrositätenkabinett voller anderer … Weiterlesen Der Brunnen des Grauens

Gedankensudelei 09/19

Man darf ja nix mehr. Nix mehr darf man. Sonntagmorgen. Ich komme um 3 aus der Kneipe und um 6 Uhr heult die Alarmanlage dieses Scheißautos auf, dessen Alarmanlage immer um solche Uhrzeiten aufjault. Und es ist dieser 90er-Jahre-Autoalarm mit diesen verschiedenen Heularten. Lüüüüüü-blip Blip Blip-lööööööüüüüüüäääääämüüüüü-prrrrrrrrrrrrrrrrrrrr-tacker tacker tacker tacker tacker-luiiiiiiuuuuuuiiiii-Tik Tik Tik und so weiter, … Weiterlesen Gedankensudelei 09/19

Da läuft Herr Müller

Oh scheiße. Scheiße. Da vorne läuft Herr Müller. Herr Müller ist schlimm. Herr Müller nimmt immer genau zu meiner Zeit am Morgen meinen Weg von der S-Bahn zum Borgwürfel, unserem gemeinsamen Heißluftgebläseaquarium von crappy Arbeitsplatz, in dem wir Guppys acht, neun, zehn Stunden dümmlich durch die Gegend schwimmen, nach ein paar Fischfutterkrumen schnappen und ansonsten … Weiterlesen Da läuft Herr Müller

Stuttgart / 2019

Und dann ist auch noch Stuttgart. Die Reisebuchungstorten aus dem Borgwürfel, dem Germanys Brainfucked Crackmodel aller deutschen Arbeitgeber, haben mich in einem selbst für ihre Verhältnisse bemerkenswert schrottigen Hotel eingebucht. Nebenan sind ein Puff, ein depressiver Matratzenladen, zwei stinkende Pommesbuden und mehrere Idiotensuffkneipen voller Idiotensäufer, in denen sie nur Dinkelacker, diese üble halskratzige Brühe, ausgeben … Weiterlesen Stuttgart / 2019

Heilbronn / 2019

Ich muss heute in Heilbronn sein. Kundenkontaktkümmern. Es sind Leute mit Geld. Ich muss da immer hinreisen in solche komischen Städte, um mich und meinen sexiest Arbeitgeber alive möglichst wichtig und fürsorglich erscheinen zu lassen. So wichtig und fürsorglich, dass Leute mit Geld uns dieses Geld hinterher werfen. Und damit sie das tun, müssen sie … Weiterlesen Heilbronn / 2019

Blankenburg

Es gärt im Norden meines Bezirks. In Blankenburg will der Senat eine Großsiedlung hochziehen. 6000 Wohnungen wollen sie entstehen lassen. Ursprünglich 10.000, doch sie mussten downgraden. Denn sie bekamen das was sie in Berlin immer bekommen, wenn sie irgendetwas bauen wollen. Eingaben. Proteste. Partikularinteressen. Widerwillen. Und immer dieses „Not in my backyard“. Berlin hat Wohnungsnot, … Weiterlesen Blankenburg

Europapark / 2019

Europapark. Das Kind möchte achterbahnen und wir fahren dafür sehr weit weg. Die Reise von Berlin nach Baden mit dem Auto konfrontiert mich wieder mit der leidigen Sanifairabzocke an den Autobahntankstellen. Sie haben dort irgendwo um Frankfurt herum jetzt Pissbecken mit Bildschirmen, auf denen sie Videos abspielen. An einem Pissbecken. Bildschirme. Natürlich spielen sie keine … Weiterlesen Europapark / 2019

Mallotze / 2019

Heuer Mallotze. Zu einer Dritte-Welt-Stadt wie Berlin gehört auch ein Dritte-Welt-Flughafen. Der heißt hier Schönefeld. Weil Berlin seit 20 Jahren versucht, einen Flughafen zu bauen und es nicht schafft, fliegen die Menschen in der deutschen Hauptstadt mit Tegel und Schönefeld immer noch von zwei musealen Nachkriegsfossilien ab, die wie alles andere in Berlin nicht funktionieren, … Weiterlesen Mallotze / 2019

Der Müllzettelnazi und ich

Minute 85 im Tatort am Sonntag: „Geben Sie’s zu!“ „Nein!“ „Gestehen Sie!“ „Nein!“ „Sie sind der Müllterrorist!“ „Bin ich nicht!“ „Sind Sie wohl!“ „Bin ich nicht!“ „Doch! „Na gut, Sie haben mich durchschaut. Ich bin’s.“ „Na endlich. Sie setzen sich also lieber mit einer Säge hin, zerkleinern ein ganzes Bett und werfen das alles in … Weiterlesen Der Müllzettelnazi und ich

Meine beschissene Hausverwaltung

Meine beschissene Hausverwaltung ist eine besonders beschissene Hausverwaltung und entfaltet ihre Stärken bei all jenen Objekten, die sich selbst überlassen werden können. 1. Credo Meine beschissene Hausverwaltung arbeitet sehr energiebewusst und spart sich jeden überflüssigen Aufwand zur Erstellung eines Konzepts oder wenigstens irgendeiner Idee für das traditionell vernachlässigte Objekt, in dem ich wohne und für … Weiterlesen Meine beschissene Hausverwaltung

Riga / 2019

Tegel. Vor dem Flug nach Riga darf ich mein Lieblingsspiel spielen: Securityshit. Heute habe ich eine kleine Dose Talkumpulver dabei. Meine drecks Fakesneakers, die ich bei Amazon mal wieder viel zu billig geschossen habe, quietschen. Es ist die Lasche. Sie ist übel verarbeitet, reibt am Schuh und macht Lärm. Talkumpulver lässt das Quietschen für ein … Weiterlesen Riga / 2019

Lost in Köln

Ich bin mal kurz in Köln und fahre mit den Kölner Verkehrsbetrieben. In der Bimmelbahn stehen sich fünf Kontrolleure und drei Schwarzfahrer gegenüber. „Isch geh nit!“ „Fahrkarte. Zeigen Sie Ihre Fahrkarte.“ „Isch brauch keene. Isch bin lädiert.“ Der Typ hat Krücken dabei. Einer seiner beiden Kumpels sucht das Weite durch die offene Tür. Zack. Fumm. … Weiterlesen Lost in Köln

Starfucking myself

Berlin-Mitte. Hackescher Markt. Starbucks. Ein Blick auf die Auslagen und ich muss lachen. Nur amerikanische Franchiseketten schaffen es, Europäern den eigenen Scheißdreck zum dreifachen Preis zu verkaufen. Ich sehe ein lumpiges Stückchen Käsekuchen, ein lächerlich winziges Exemplar eines Lebkuchens, eine obszön kleine dünne Scheibe Marmorkuchen und irgendwelche dahergelaufenen Allerweltskekse für einen irrwitzigen Preis, für den … Weiterlesen Starfucking myself

Der Ohrtunnel unter den Supermärkten

Kaufland ist Ohrtunnel und Arschgeweih in einem. Gehen Sie doch da einfach mal hin, wenn Sie aus irgendeinem Grund immer noch zu gute Laune haben und nicht aufhören wollen, Ihre Mitmenschen zu mögen. Was Sie hier finden: Nur Irre. Bekloppte. Assis. Mit inadäquatem Verhalten. Komplett sozial inkompatibel. Die Verantwortlichen sollten bei Kaufland Verkehrsschilder einführen, denn … Weiterlesen Der Ohrtunnel unter den Supermärkten

Kot, Müll, Guano und Kotze

Der S-Bahnhof Schönhauser Allee ist ein vergewaltigtes und dann liegengelassenes Bauwerk. Finster ist es hier unten geworden, ungastlich, was daran liegt, dass die Verantwortlichen irgendwann in den 90ern ohne Sinn für Ästhetik und Stil einen Sarkophag aus Beton und Stahl über das historische Dach des ehemals freistehenden S-Bahnhofs gezogen haben, um den Bau der Schönhauser … Weiterlesen Kot, Müll, Guano und Kotze

Bretagne / 2019

Bretagne. Was mir immer wieder auffällt, ist, dass es Franzosen offensichtlich widerstrebt, fürs Pissen Geld zu verlangen. Oder es ist verboten wegen Grundbedürfnis und so. Das ehrt sie. Sie können hier in der Bretagne überall auf jedem Klo strullern, nirgendwo sitzt jemand davor und knöpft Ihnen 50 Cent für sein stinkendes Kackloch ab oder installiert … Weiterlesen Bretagne / 2019

Disneyland Paris

Disneyland Paris. Wenn die blöden bärtigen Terroristen eines erreicht haben, dann ist es die Tatsache, dass unser Leben nerviger geworden ist. Unfreier. Gegängelter. Paranoider. Allein beim Einchecken ins Hotel werde ich zwei Mal abgetastet, flughafenesk gescannt und meine Tasche wird geöffnet und nach Bomben durchsucht. Das wiederholt sich jedes Mal, wenn ich zum Auto gehe. … Weiterlesen Disneyland Paris

Zurückstresser

Life is a sexually transmitted desease Deine Lakaien In Berlin wachsen Sie damit auf, dass Sie mit Freundlichkeit normalerweise nicht weiterkommen. Wenn Sie hierher zuziehen, dann werden Sie diesen Fakt schmerzlich erleiden, denn Sie haben die Dinge anders gelernt. Sie sind nicht von hier, Sie denken, zivilisiertes Handeln hilft gegen die Übergriffigkeit. Und das tut … Weiterlesen Zurückstresser

Was juckt mich denn der Kollwitzplatz…?

Aus der Gegend um den Kollwitzplatz habe ich mich schon vor vielen Jahren quasi freiwillig und vorausblickend selbst rausgentrifiziert, zu mondgleich in den Nullerjahren schon die Preise, zu dicht die Vollidiotenkonzentration, zu belanglos, langweilig und beliebig das Angebot und dabei doch zuviel Schund und Tand auf einem Haufen – ein ermüdender Ausverkaufs-Overkill des ehemals alternativen … Weiterlesen Was juckt mich denn der Kollwitzplatz…?

Vernissage-Schnösel, Kackwürste und Pizza

Heute bin ich in des Prenzlauer Bergs Pappelallee. In einem schlumpfigen Pizzabäckerhipsterstall im Einflussgebiet vom versnobten Helmholtzplatz und die Schnösel sind auch schon hier. Heute sind es keine normalen Schnösel, sondern Kunstschnösel. Lauter laute Kunstschnösel. Natürlich sitzen sie alle neben mir und ich muss ihrem Gewäsch zuhören während ich esse. Und das ist schlimm. „Du, … Weiterlesen Vernissage-Schnösel, Kackwürste und Pizza

U-Bahn des Grauens

Eine Samstagnacht im Berliner Öffentlichen Nahverkehr führt mir immer wieder vor Augen, welche schiere Unmenge an Gestörten in der Stadt lebt und den öffentlichen Raum mit der eigenen Nichtvorzeigbarkeit kontaminiert. Ich bin von Rudow aus nach Norden unterwegs. Ab Höhe Britz-Süd beginnen neben mir ein paar Jugendliche eine Diskussion aus einer anderen Galaxie: „Valla wenn … Weiterlesen U-Bahn des Grauens

Mit Mandy und Enrico in der Proletendisse

Was hat mich geritten? Wer hat mich hier hin geschleppt? Was tue ich hier? Es ist Mitternacht und ich stehe in einer Reihe mit solariumsgebräunten Spenderhirnkandidaten und ihren aufgeplusterten Lackjacken, debil kichernden Mandys mit knallroter Plattenbausträhne auf dem platinblonden Kopf und hinter mir steht sogar eine, die Mamas Buffalo-Plateau-Sneakers von kurz nach der Wende aufträgt. … Weiterlesen Mit Mandy und Enrico in der Proletendisse

Zuckungen im Schwebebad

Ich soll entspannen, sagt der Wellnessgutschein für einen Salzwassertank. Schweben soll ich, auf Salzlake, zu beruhigender Musik, mich verlieren in Raum und Zeit und dadurch meine Abwehrkräfte stärken. Steht da. Das ist doch wieder eine dieser dekadenten Yuppie-Eso-Heilsteine-Ufos-gelangweilte-Steglitzer-Hausfrauen-Erfindungen, mit denen du so viel anfangen kannst wie mit einer Fußreflexzonenmassage, indischen Räucherstäbchen oder einer Gurkenmaske auf … Weiterlesen Zuckungen im Schwebebad

Weinschnösel

Guten Abend Kreuzberg. Vor mir sitzt der Weinschnösel. Typen wie der sind der Grund, warum ich es inzwischen hasse, zu Weinverkostungen zu gehen. Doch es sind nicht nur Weinverkostungen, die unzumutbar geworden sind, nein, diese Gestalten kontaminieren jetzt auch die Whisky-, Rum- und sogar, weil keine Gelegenheit zu abseitig zum blasierten Herumschnöseln ist, die Bierverkostungen … Weiterlesen Weinschnösel

Bum Bum – zur Hölle mit dem Drehstuhl

Ich habe Sympathie für das Prinzip Auge um Auge. Unmodern. Unpopulär derzeit. Stimmt. Aber egal. Schlagen Sie mich, schlage ich zurück. Pöbeln Sie mich an, ernten Sie exakt die gleiche Menge Gossengepöbel, mit der Sie mich beschenkt haben. Sie dämlicher Arsch. Nerven Sie mich, nerve ich Sie zurück. Immer auf dem gleichen Level. Gleiche Dosis. … Weiterlesen Bum Bum – zur Hölle mit dem Drehstuhl

Was ist mir der Klimawandel kackegal

Mein rosagrüner Eiapopeia-Idiotenbezirk namens Prenzlauer Berg sprüht jetzt flächendeckend seine Agenda auf die Bürgersteige. „Der Klimawandel ist real!“ warnt es da in giftgrünen Buchstaben. Einen halben auf einen Meter. Alle paar Meter. Rabäh. Mimimi. Der Klimawandel ist real. Was soll daran schlimm sein? Wenn es wärmer wird, hat das für mich nur die Konsequenz, dass … Weiterlesen Was ist mir der Klimawandel kackegal

Hey Kind

Hey Kind, groß bist du geworden. Frech bist du geworden. Selbstbewusst bist du geworden. Reichst mir gerade bis zum Bauchnabel und kämpfst schon wie ein Großer. Das ist gut. Ich habe immer gesagt, dass ich den ganzen blöden routinierten Elternscheiß nicht machen werde, die Dinge anders machen werde, locker bleiben werde, die ganzen Sentimentalitäten nicht … Weiterlesen Hey Kind

Berliner Glascontainerparade

Versteh‘ ick nich. War da einer unsicher, ob die Parfumflaschen, das Nutellaglas und die Ölbüchse überhaupt in den Glascontainer dürfen und stellt den ganzen Kram lieber obendrauf, damit der Glascontainerleerer das entscheidet? Oder ist es wieder Aktionskunst? Vergänglichkeit. Kapitalismus. Überfluss. Man weiß so wenig.

Rixdorf

Hassen Sie Weihnachtsmärkte auch? Diese hirnlose Ansammlung überfüllter Blinkbuden, in denen sie miesen gepanschten Wein mit Zucker versetzen, worauf dumme alte Schnepfen und dicke blöde Blinkemützenträger jede Würde verlieren? Dort wo sie teuren Tand aus den Erzgebirgewerkstätten des Landes noch teurer als sonst schon verkaufen? Dort wo sie prekäre Bratwurst aus püriertem Elchabfall als Delikatesse … Weiterlesen Rixdorf

Connewitzer Spaziergang

Auswärtsspiel. Leipzig-Connewitz. Hübsch hier. Sie malen jetzt auch hier die schicken Altbaufassaden an. Das steigert die Werte. Würg. Natürlich ist auch fritz kola nicht weit. Es weht eine sanfte Brise der Verspießerung. Kaffeekultur. Sojakeim. Tofu. Birkenstock. Und es gibt Apps für die Nachbarschaft. Wahrscheinlich kann man da melden, wenn jemand gegen die Mülltrennung verstößt. Oder … Weiterlesen Connewitzer Spaziergang

Es geht dann mal los

„Ich habe lange überlegt ob ich dazu was schreiben soll.“ Blogger, die einen Text so beginnen, sollten Sie am besten gleich aus dem Feedreader werfen. Danach kommt nix mehr außer halbgare Luft aus abgestandenen Versatzstücken, jedoch nur selten ein frischer Gedanke und schon gar nichts Kontroverses, eher gut Abgehangenes, Ausgewogenes, Breiiges, Abgeschriebenes, Allgemeinplätze. Pürierte Astronautenkost … Weiterlesen Es geht dann mal los

Wrangelpain

Farbe runter. Kontrast rauf. Das ist mein alter Supermarkt im Wrangelkiez. Es gibt ihn immer noch. Life Action Role Pain. Am Eingang lungern immer noch die Trinker, daneben … bittääääääää bittäääääää … die effizienter als mein Straßenfegerverkäufer in Prenzlauer Berg Organisierten, immer mit Baby im Arm. Ich drehe mich weg. Auch wenn ich gerne gebe, … Weiterlesen Wrangelpain

Bei den Lakaien

Zu dieser Jahreszeit kann ich keine gute Laune ertragen. Sie gehen mir auf den Sack, die ganzen „Lach doch mal“-Frohnaturen und diese „Kuck doch nicht so böse“-Schwachköpfe. Weihnachten erhebt wieder sein hässliches Haupt und das ist kein Grund für gute Laune, es ist vielmehr ein Grund, den kläffenden Nachbarshund zu treten, die hässlichen Eiskönigin-Fahrräder der … Weiterlesen Bei den Lakaien

Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (39) – Taxifahrer-Edition Parte Dos

Es herrscht extreme Honkdichte momentan bei Berliner Taxifahrern. Und der größte Honk aller Zeiten hat mich heute an Bord. Diese Nacht habe ich in Staaken gefeiert. Das ist fast in Brandenburg. 30 Meter davon weg. Ich kann sogar schon einen Acker sehen. Mit Furchen. Die Leute sagen, an dem Ort, an dem ich gerade bin, … Weiterlesen Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (39) – Taxifahrer-Edition Parte Dos

Der Staudamm

Sie sehen einen Staudamm auf irgendeinem der vielen Spielplätze Prenzlauer Bergs, auf denen die einfallsreichen Bezirksplaner eine Wasserpumpe installiert haben, um die herum die Eltern wie aufgescheuchte Gänse flattern, weil Kinder solch gefährliche Dinge wie Wasser nicht mehr ohne Aufsicht benutzen können. Das Spielen ohne Aufsicht war mal, ebenso wie auf Bäume klettern oder mit … Weiterlesen Der Staudamm

Cyprus Chill: Grenzgänger

Ich kann Ihnen empfehlen, auf Zypern ein Fahrzeug zu mieten, um die Insel zu erfahren. Bleiben Sie nicht in der Hotelanlage. Wenn Sie sich jeden Tag die internationalen Vollhonks reinziehen, die hier am Pool ihre soziale Inadäquatheit zelebrieren, werden Sie unweigerlich debil. Die Insel lebt in einer militärischen Zwischenwelt. Ein komischer Zustand. Ein Waffenstillstandszustand. Das … Weiterlesen Cyprus Chill: Grenzgänger

Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (36)

Dieser Sommer bekommt der Stadt nicht. Zu heiß. Zu schwül. Zu drückend. Überall drehen sie frei. Nerven. Stressen. Labern. Stänkern. Reduzieren Distanz. Ich stehe in der S-Bahn und führe Krieg. Auf dem Smartphone. Age of Civilizations. Ich bin Polen und überrenne gerade die Sowjetunion, nachdem ich das Deutsche Reich und danach ganz Westeuropa zermalmt habe. … Weiterlesen Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (36)

Wacken 2015 – Der Jacky-Cola-Kniff

Wacken geht in den Freitag. Mein Morgenritual (Kaffee-Mettbrötchen-Kacken-Duschen) kommt ins Stocken. Denn der Kaffee wird zunehmend dünner und das frische Mett wurde durch Zwiebelmettwurst aus der Tube ersetzt. Dazu wird ein trauriger Zwiebelviertelmond gereicht, wo sie vorher eine halbe Zwiebel auf das Ding gehauen haben. Wacken. Erste Kratzer im Lack. Mettwurst. Dünner Kaffee. Zwiebelknauserei. Was … Weiterlesen Wacken 2015 – Der Jacky-Cola-Kniff

Mutwillige Dezimierung der Selfie-Ghule

Ich mag das Gesundbrunnencenter, denn es leistet einen wertvollen Beitrag zur Dezimierung des Anteils der eitlen Idioten, die sich so gerne selbst fotografieren, weil sie glauben, ihre Umwelt interessiere es, vor welcher Kulisse sie ihr nichtssagendes Antlitz in eine minderwertige Smartphonekamera halten. Das hier ist eine tolle Aktion, denn sie haben das Plakat direkt hinter … Weiterlesen Mutwillige Dezimierung der Selfie-Ghule

Verarsch mich doch (30)

Die Telekom reiht sich problemlos ein in die endlose Liste dummer Unternehmen, die Neukunden umgarnen und Bestandskunden mit Ignoranz strafen, um die sie sich erst zu bemühen beginnen, wenn sie gehen wollen. Fitnessstudios, mein Stromanbieter, jede Versicherung, der selbstherrliche Schlumpf von Schornsteinfeger. Jeder wird erst freundlich, wenn die Konkurrenz an der Ecke lauert. Denn eine … Weiterlesen Verarsch mich doch (30)

Verarsch mich doch (29)

Wer regelmäßig Sport betreibt, kommt an Diclofenac nicht vorbei. Jedenfalls wenn es Sport ist, der wirkt. Einen Trainingseffekt bringt. Muskeln reißen lässt. Kalorien verballert. Also im Prinzip alles, das nicht Walken ist, denn selbst Schach dürfte mehr Kalorien verbrennen als Walken, bei dem einige mit ihren Powerriegeln und zuckrigen Pseudo-Iso-Getränken am kunterbunten Nordic Walking-Gürtel locker … Weiterlesen Verarsch mich doch (29)