Best of Gendercreeps 2020

In einer irrsinnigen Welt vernünftig sein zu wollen, ist schon wieder ein Irrsinn für sich.

Mark Twain

Der Hausmeister unserer Schule

Voltaire


Gnagnagnagna gnorrääääh muraaaaaah

Icke


Sie sehen, mir ist langweilig im allgemeinen Einschluss. Also hier noch ein weiterer Jahresrückblick im Wahnsinn, denn nichts hat so viel Klamaukpotenzial wie der lustige Genderfeminismus, diese zuverlässige multimediale Krawallschachtel mit essigsaurer Popcorngarantie, bitte sehr, kommen Sie doch mit in das keineswegs abschließende Kuriositätenkabinett:


Januar 2020:

Zapfpistolen an Tankstellen sind sexistisch.

Ja. Genau so. Perfekt. Ein ausgezeichneter Start ins Jahr. Hätte ich mir was aussuchen können, ich hätte Zapfpistolen genommen. Womit werden sie wohl 2021 als erstes aufmachen? Sexistische Zeitungsständer? Mullbinden? Fernbedienungen? Schranktüren? Ein Zebra? Balu der Bär?


Februar 2020:

Schnipp, schnapp, ab

Es kommen ja immer wieder in regelmäßigen Abständen eugenische Forderungen aus der Genderblase. Unkommentiert. Ungefiltert. Breit gestreut. Und von bemerkenswerter Brutalität. Mal kommt eine und will 90% der Männer für eine bessere Welt eliminieren oder in der Twitterkloake trendet der Hashtag #killallmen. Hier also der heißeste Scheiß aus der Männerhasserecke: Alle Männer ab 50 zwangssterilisieren. Warum? Öh, keine Ahnung, wegen Penis. Und die gewohnt blasierte deutsche Presse kommentiert süffisant. Würde jemand so wohlwollend über einen inceligen Internetspinner berichten, der das mit Frauen ab 40 machen möchte? Natürlich undenkbar. Ich bitte Sie.


März 2020:

Der Genderaktivismus fällt seit den Zehnerjahren immer wieder mit der Forderung auf, den rechtsstaatlichen Grundsatz der Unschuldsvermutung zugunsten einer schnellen Verurteilung durch simple Bezichtigung abschaffen zu wollen. Stellvertretend für das beweisunabhängige Aburteilen steht der prominenteste Fall: Woody Allens Biographie. Sehr aufgeregte (und nicht ein Zehntel so erfolgreiche) Autoren haben einen bundesweit in die Aufregungsportale lancierten Brief veröffentlicht, in dem sie eine Nichtveröffentlichung des Autorenkollegen fordern, für eine Anschuldigung, für die er noch nicht einmal angeklagt wurde. Der zuständige Verlag wollte zunächst reflexartig einknicken wie inzwischen alle schnell routinemäßig vor dem Moralistenmob in die Knie gehen, besann sich aber nach fünf Tagen und zog tatsächlich durch. Im Ergebnis beachtlich, weil normalerweise knicken sie dauerhaft ein und bleiben in Demutspose im Staub knien. Kopf gesenkt. Geißel in der Hand. Und die Zunge zum Lecken der Schuhsohlen des Mobs bereit.

April 2020:

Corona rockt das Haus. Die Familien glucken aufeinander. Befürchtet wird eine Zunahme der häuslichen Gewalt, jedoch geht die Zahl der Notrufe zurück. Ein Genderlauch konstruiert daraus trotzdem eine Zunahme der Gewalt, indem er einfach aus der heißen Luft heraus annimmt, dass die Gewalt steigt. Sie sehen: Niemals kann es eine positive Entwicklung geben. Zumindest nicht so lange es Männer gibt. Es wird immer alles immer schlimmer. Immer schlimmer wird alles. Immer. Alles.


Mai 2020:

Holy Hot Shit: Männer diskriminieren Frauen auch im Schlaf. Aufgedeckt haben das die Gendercreeps und nennen das geschlechtsspezifische Schlaflücke. Ein fantastischer sogenannter Gender Sleep Gap. Schuld: Männer.

So. Liebe Konsensfreunde. Liebe Appeaser. Liebe Allies gar. Sie glauben, sie werden irgendwann aufhören, wenn man ihnen einfach sofort alles hinterherwirft, was sie wollen? Ja? Ist leider nicht so. Wird nicht so sein. Sie werden nie aufhören. Egal was sie bekommen. Weil Problempflugscharen nie ein Problem lösen, sondern immer neue auftun. Sonst hätten sie ja nix mehr zu tun und müssten sich abschaffen. Worauf dann die Fördergelder und mit ihnen die warmen Pöstchen versiegen, was doch bitte keiner wollen will. Hier. Ich leake schon den Aufreger von morgen: Den Gender Breath Gap. Männer diskriminieren durch schieres Atmen. Wir brauchen zwei Vollzeitstellen dafür. Besser drei. In jeder Stadt. Geben Sie Fördergeld, Sire!

Und auch ganz fresh im Mai der sensationelle Vorschlag, dass wir eine feministische Verkehrsplanung brauchen. Ohne die Eierkopfgeburt gelesen zu haben lassen Sie mich mal raten, wie das ablaufen könnte: Frauen bekommen den AMG und Männer ein E-Dreirad. Mit verkeilten Stützrädern. Und einem Felsbrocken hinten dran. Und Männer müssen fragen, bevor sie die Straßen benutzen dürfen, ob es für die Frauen in Ordnung ist, dass sie Straßenraum einnehmen wollen. Und sie müssen sich entschuldigen, wenn eine Frau sich nicht wohl fühlt, wenn ihr ein Mann auf der Straße begegnet. Ach ja, und der Kraftstoff kostet für Männer natürlich 22% mehr. Wegen Dingsda, äh, Gap.


Juni 2020:

Beklopptenpenetration bis ins Private. Da hat einer eine Familienfeier und muss sich Scheißdreck über die Abschaffung des Wahlrechts für Männer anhören. Der Vorschlag kommt immer mal wieder aus der neurotisch-postmodernen Identitätsecke daher, die seit Jahren im Internet nervt. Jetzt auch im Real Life. Am Familientisch. Glückwunsch zu so einer Verwandtschaft.

Juli 2020

Der Monat beginnt gewohnt kurios: Städtebau ist sexistisch. Ja klar. Weil die Türme als Penisse so pimmelig in den Himmel ragen. Architekten! Bauen Sie ab jetzt bitte nur noch Vaginen, Vaginas, Vagin*xx. Kein Wohnen in Pimmeln mehr, sondern Wohnen in Löchern. So woke.

Und auch im Juli: Journalistinnen prangern es jetzt an, wenn Männer Hilfe anbieten. Sehr gut. Da bin ich dabei. Endlich keine schweren Koffer und Kinderwagen mehr tragen. Ich werde ja auch nicht jünger.


August 2020

Eine Frau und ein Mann begehen eine gemeinschaftliche Straftat und der Mann wird zu einer mehr als doppelt so hohen Strafe verurteilt. Dieses verschissene Patriarchat. Perfide Pimmel.


September 2020

Der September brachte die Erkenntnis, dass die Hörspiele von TKKG sexistisch sind. Lalelu, brauchen Sie nicht anklicken, den räudigen Link, es ist ein nichtsnutziger Bezahlschrankenartikel, für dessen misandrische Aussage die Überschrift reicht. Als nächstes identifizieren wir dann bitte Kalle Blomquist als sexistisch (danke, Chris), und Fix und Foxi, Asterix oder wegen mir Lucky Luke. Das Schwein. Einsamer Cowboy. Keine Frau dabei. Klare sexistische Kacksau. Cowboy ist sowieso wie Autobahn. Geht gar nicht. Cow. Boy. Echt mal. Merkt ihr selbst, nä? Näh?

Was war noch? Irgendwer macht irgendeinen Spruch und alle drehen wieder durch und es gibt eine Vagina-Duftkerze, die das Patriarchat stürzen soll. Es ist ein debiles Bauchnabelgepule in dieser Gummizelle namens Internet. Wer auch immer mal dachte, das Internet stünde für Aufklärung, Progressivität, Wissen und Weisheit, einen Aufbruch in Frieden und Glückseligkeit, lag meilenweit daneben.

Und auch im September eine ganz neue Entdeckung: Radwege sind frauenfeindlich. Na endlich. Lesen Sie morgen: Sexistische Gehwege. Bundesstraßen. Schlammige Furten. Mein Treppenhaus.

Oktober 2020

Besser wird’s nicht mehr: Sie annoncierten im Oktober ein Vulventöpfern an der Uni Münster. Hallo Überstunden. Hallo Wochenendarbeit. Da brennt dein steuerlicher Abzug für das Konto des örtlichen AStAs.

Dann war da noch ein 365-Tage-Vulvakalender. Ballyho! Geben Sie Geld, los, geben Sie Geld. Es kann nie Geld genug sein.

Und am Ende des Oktobers wollte eine jetzt schon hochdotierte Staatssekretärin für Empörungsmelken gerne noch eine Stufe höher, nämlich in den Bundestag und startete die übliche wohlwollende Medienkampagne der üblichen befreundeten Politportale. Reitend auf den bewährten Empörungswellen. Mitglied der Regierung, monatlich fünfstellig auf dem Konto und trotzdem Opfer. Leider wurde sie nicht gewählt und das ist natürlich nicht demokratisch, sondern frauenfeindlich. Die Kampagnenpresse schäumt. Ist entsetzt. Wortreich sprachlos.


November 2020

Im November ist der Internationale Männertag. Der was? Ja genau. Ich sag‘ Ihnen was: Ich brauche den nicht. Der kann mich mal. Wenn mir an 364 Tagen des Jahres aus allen Resten der haltungsjournalistischen Medienkanonen erzählt wird, dass Männer das Allerletzte sind, gerne mal Müll, auf jeden Fall unterster sozialer Shit, abgewirtschaftet, überflüssig, toxisch und sowieso zu nichts zu gebrauchen, fies, fett, faul und strunzendumm, dann brauche ich keinen dämlichen Gedenktag als Goodie, an dem sie so tun, als würden sie sich für unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit oder auch nur für irgendwas an uns interessieren. Verpisst euch. Ich brauche euch nicht. Eure Zugewandtheit nicht. Kein Mitleid. Tischkrümel. Gadgets. Lauwarme Redebeiträge. Und eure Heuchelei zweimal nicht. Ganz ohne Witz und doch mal ausnahmsweise sehr ernst: Fahrt zur Hölle.

Die taz bleibt jedoch auch an diesem Tag konsequent auf Linie und widmet sich dem von einem Scherzkeks am exakt selben Tag installierten Welttoilettentag (ja geiler Move, Männer und Toiletten an einem gemeinsamen Tag abzufeiern, das ist so schön konsequent, danke dafür) mit einer Elegie darüber, warum es Frauen natürlich auch auf Toiletten furchtbar geht. In Indien. Derweil in Deutschland: 80% Männer in den erfolgreichen Suiziden. 85% Männer in der Obdachlosigkeit. 93% Männer bei tödlichen Arbeitsunfällen. Scheißegal. Interessiert keine Sau. Halt die Backen und diene, Mann. Und stirb leise, wenn wir dich nicht mehr brauchen. Reden wir lieber über indische Toiletten.

Des Novembers nicht genug. Aus Frankreich kommt ein Bestseller mit dem Namen Ich hasse Männer, der endlich mal kein Blatt vor den Mund nimmt oder feigenblattartig das verbrämt, was er ist. Ich finde das gut. Endlich mal offenes Visier und nicht immer der verschämte halbgare Versuch, Männer für eine ihnen auf allen Ebenen und mit allen Mitteln feindlich gesonnene Ideologie einzunehmen, mitzunehmen, ihnen vorzulügen, es ginge auch um sie. Ehrlich, bitte mehr von solchen Büchern, Gedichten, bitte mehr davon, ich meine das ernst. Ich habe sie lieber sichtbar unverstellt direkt vor mir, als schleichend im Dickicht abseits aller Scheinwerfer durch die Institutionen, Fördertöpfe und Gesetzgebung nagend und mir im Schutz der Deckung Knüppel zwischen die Knöchel werfend wie sonst.

Selbstverständlich wird das so ganz offen feindliche Buch im deutschen Föhitong mit ordentlich Rückenwind hoch und runter gefeiert, aber das war ja schon vorher klar.

Derweil bei der BVG im November: It-Girls. Yo. Eat this, China. Go fuck yourself, Indien. Damit programmieren wir euch in Grund und Boden.


Dezember 2020

Eine Frau, ein Privileg, ein Name: Giffey. Scheiße bauen, kleben bleiben und trotzdem weiter gefeiert werden. Was? Wo? Plagiate? Kuck mal da hinten! Gulasch!

Und es bleibt mindestens genauso unseriös: Achtung, liebe Bevölkerung, eine Durchsage: Weihnachtsmänner sind sexistisch. Also … äh … wegen Mann. Nur wegen Mann. Da. Hängt er. Unter dem roten Mantel. Der Penis. Weihnachtsmann ist jetzt wie Autobahn und Cowboy. Geht gar nicht. Dekonstruktion, fuckers.


So. Das Wahnsinnsjahr ist rum. Blöder wird’s nicht mehr. Versprochen. Nur eines weiß ich: Ich werde das nicht noch einmal machen, so viel Grind lesen, sammeln, auflisten, denn es kostet einfach zu viele Hirnzellen, die sich entleiben und aufgeschlitzt aus meinem Ohr rieseln, weil sie so viel komplett kaputten Wohlstandsbrei nicht verarbeiten wollen. Tschö mit T. Hauen Sie rein. Bleiben Sie ges … (buraaagh)


Addendum:

Mit dem verbindlichsten Dank an Genderama und Kommentarbude nebst Blog von Alles Evolution. Mit euch füllt sich so ein Jahresrückblick ganz von alleine. Ehrliches Danke an euch, denn ich habe keinen Nerv dafür, mir das debile Zeug so oft und auch noch so dauerhaft wie ihr reinzuschaufeln. Wie ihr die Beschäftigung mit dieser giftigen Schlammkuhle über die ganzen Jahre jetzt schon aushaltet, ohne euch permanent ritzen zu wollen, ist mir ein Rätsel. Respekt dafür.

Komm‘, wir lachen nochmal kurz hier im bösen Patriarchat über einen alten, aber immer wieder schönen Witz.


Best of Shitstorms 2020