Sterni ist tot

Festgehalten werden muss: Sterni schmeckt wie Bullenpisse. Finde ich. Geschmacklich betrachtet ist das Zeug untrinkbar. Ästhetisch gesehen sowieso. Immer schon. Dass jemand jetzt für seine Alternative zum vom üblen promovierten Ausbeuter aufgekauften Pseudopunkbier mit dem Attribut „Gleicher Geschmack“ wirbt, wirkt da wie eine glatte Drohung. Und überhaupt klingt das ironisch gebrochene Degradieren des eigenen Produkts zum „Jesöff“ sowie das fiese aufgesetzte Berlinern am Ende doch nur nach gerade frisch zugezogenen fancy Creative Artists aus Pforzheim-Buckenberg, die bei Twitter gelesen haben, dass das blöde Sternburg, das schon lange nicht mehr von Punks, sondern nur noch von Bad Bevenser Germanistikstudentinnen nachts um halb zwei mit Selfiehackfresse posierend vor dem SO36 getrunken wird, von einer Mainstreambrauerei aufgekauft wurde. Und so sehen sie die Chance, ihr nicht minder mieses Garagenbier, von dem sie jetzt schon wissen, dass es wie Bullenpisse schmeckt, als Akt der Rebellion gegen den Raubtierkapitalismus zu verkaufen. Buhu.

Und der Hannoveraner mit dem Dutt, der da drüben an der Ecke affektiert lässig seinen Spinatsmoothie durch den voll korrekten Papierstrohhalm zieht, spricht dazu: „Dit is Bälin, wa? Wa? Bälin!“


Wenn Sie mögen und Sie der lieblos dahingerotzte Billigrant vom Grabbeltisch nicht abgeschreckt hat: https://www.startnext.com/unser-sterni