Gedankensudelei 08/20

Relativ geschickt schickt Bo schicke Grüße an die Schickeria.

Fünf Sterne Deluxe – Dein Herz schlägt schneller


Da sitze ich diesen Monat irgendwo in Grünau im Auto herum und warte auf mein Kind, das wieder zu spät kommt, und sehe einen Schlacks von Jogger, der einen noch beschisseneren Laufstil hat als ich. Habe mich sehr wohl bei seinem Anblick gefühlt. Los. Laufen Sie los. Es gibt immer einen, der beschissener dabei aussieht als Sie. Im Zweifel ich.

Zurück in Prenzlauer Berg merke ich wieder, wie blasiert und unendlich arrogant diese Brut ist, die hier jetzt wohnt. Ich winke als Autofahrer oft die Fußgänger in unserer 30er-Zone über die kleine Kreuzung, wenn ich sowieso langsam rolle oder sogar stehe. Lasse sie vor. Rüber. Oft freuen die sich. Winken kurz. Nicken manchmal. Oder machen auch nix. Auch gut. Nicht so die übergewichtige Pestgurke mit den ausgeleierten Birkenstocklatschen und verwaschen hellgrünen Haaren, die erst mit unendlich verachtender, fast angeekelter Miene in meine Richtung kuhglotzt und mir dann beim Vorbeigehen auf die Motorhaube spuckt. Keine Ahnung, was das Problem jetzt wieder war. Wahrscheinlich ist für Millennials jetzt auch das Rüberwinken aus einem Auto heraus übergriffig. Problematisch. Eine Mikroaggression. Die mit einer Makroaggression beantwortet werden muss. Oder mein Auto ist mit mir im Bauch durch die schiere Existenz wegen irgendwas diskriminierend. Nicht Frau. Nicht dick. Und auch nicht grünhaarig. Quasi ein altes, weißes Nazifaschistengefährt. Das kein Fahrrad ist. Keine Ahnung was sie will. Berliner Neurosen sind schwer einzuordnen derzeit.

Wahrscheinlich hätte ich sie über den Haufen fahren und bis vorne zur Greifswalder mitschleifen sollen. Das hätte den lebenswichtigen Opferstatus dieser traurigen dauerplärrenden Brut von Mimosen weiter verfestigt. Ganz klar: Ich war einfach zu nett, damit können die nicht umgehen.

(Interlude: Möglicherweise hat die Tulpe auch nur pubertiert und ich werde langsam alt, kann auch sein, aber das gäbe nicht so ein wunderschönes Vorurteil gegen Millennials ab, die ich in ihrer plakativen Affektiertheit und dem ganzen konfrontativen Geifer inzwischen ausschließlich lächerlich finde.)

Schwierig sowieso, sich inzwischen richtig und sozialadäquat zu verhalten. Ich sah eine Frau mit zwei Einkaufstüten sich an der Treppe des U-Bahnhofs Eberswalder abmühen. Na? Helfen? Mit anpacken? Nicht helfen? Schwierig geworden. Ein Mienenfeld. Eiertanz. Dünne Eisdecke und auf jeden Fall unwirtliches Terrain. Keine Ahnung mehr. Wenn Sie Ihre Hilfe anbieten, ist das vermutlich inzwischen übergriffig und Sie sind ein widerlich patriarchales Arschloch und werden von eine*r_m Aktivist*in_en im Anschluss mit Foto durch Twitter getrieben, weil Sie der armen Frau manplainend und manspreadend alle Möglichkeiten nehmen, ihre Probleme selber zu lösen, die sie immer besser lösen kann als jeder Mann.

Ich selbst mag gar nicht mehr hinschauen. Nirgendwohin mehr. Sonnenbrille auf. Kopfhörer in die Ohren. Keine Konventionen beachten müssen. Ihre blöde Gesellschaft ausblenden. Glücklich bleiben.

Lustig geworden inzwischen ist der Arnimplatz, diese prenzlauerberger quietschkunterbunte Yogamütterkinderwagensammelstelle. Dort bin ich besoffen und zerkifft irgendwann nach Mitternacht aus dem Weddinger Offside wankend gelandet. Ich habe den Platz nicht wieder erkannt. Eine feine Szenenszene hat sich da nachts zusammengefunden, inmitten derer ich auf einer Bank saß und mir bedröhnte Aphorismen zur Lebensweisheit reingetan habe. Kiffer, Amphetamintänzer, Typen drauf auf irgendwas, das ich auch wollte, Rumsiffer und Schlafsackhänger, die ich sonst nur aus Kreuzberg kenne. Tagsüber Biomütterreservat, nachts Sifferzone. Sehr gut. Geht doch.

Servicetipp: Mein freundlicher Volkspark Prenzlauer Berg ist inzwischen leider feuerameisenverseucht. Chillen ist daher doof gerade. Weil die Dinger auf liegende Körper krabbeln und zwicken wie Hulle. Überall. Hals. Arm. Arsch. Bin geflüchtet gestern. No chill today.

Was noch? Mein Fitnessstudio ist jetzt auch wie die ganze Gesellschaft inzwischen im Nannystaatmodus: „Sind Sie sicher, dass Sie heute trainieren wollen? Es ist sehr warm.“ „Ja, natürlich, wenn ich sterbe, sterbe ich. Nicht schlimm. Dann isses halt rum.“ Ja doch, ich brauch‘ das. Diese Blicke immer. Wie sie immer lugen dann, wenn sie mir auf die Nerven gehen und ich was inadäquates dazu sage. Nur deswegen mache ich das.

Was sie hier bei immer mehr Gelegenheiten machen, kann man inzwischen sehr gut als „Betreutes Leben“ labeln. Regeln über Regeln über mehr Regeln. Gängelei. Aus allen Ritzen tropfende Fürsorge. Besorgte Nachfragen. Immer mehr Dienstleistungsmamas, die sich stellvertretend für mich Gedanken machen, ob ich mein Leben ohne daran zu sterben gelebt bekomme. Vorbei die Freiheit, die ich mit 18 noch mit Rucksack in der Hand beim überfälligen Freifliegen aus dem bleiernen Elternhaus bis in jede Pore aufsog. Nix mehr. Die sorgende Mutter steht jetzt an jeder Ecke und möchte mich in ihre Watte packen. Damit mir nix passiert.

Auch die Sommerferien sind vorbei. Das Kind geht wieder in die Schule und die Unsicherheit aller Beteiligten können Sie mit Händen greifen. Verhaltensregeln. Wegweiserpfeilegängelei. Klogangzeitfenster. Viele Merkblätter. Die so alltäglichmaskend gewordene Überspanntheit. „Kind“, sage ich eines morgens, als dieser so groß gewordene kleine Mensch sich von meiner Butze aus alleine auf den Weg zur Schule macht, „denk daran, wenn du husten musst, geh‘ aufs Klo und huste da möglichst leise.“ „Mach ich, Papa. Die spinnen alle.“ „Ich weiß, mein Kind, ich weiß.“

Ich fahre derweil aus meinem biodeutschen, sich in der Beachtung aller der vielen Regeln sich stets selbst übertreffenden superkorrekten Prenzlauer Berg inzwischen fast nur noch in die Weddinger Badstraße zum Einkaufen. Das ist nicht nur fast um die Hälfte billiger als hier in Bionadelitschiland, sondern sie scheißen dort fast durchgehend auf die Maske beim Einkaufen. Am Anfang habe ich die noch aufgesetzt, supersozialisiert wie ich bin, und wurde erst von einer freundlichen Dicken, dann von einer freundlichen Dünnen gebeten, sie abzusetzen, weil „das doch viel hübscher aussieht“, wonach ich mich nicht entscheiden konnte, welcher dieser beiden Gutelaunemacherinnen ich nun spontan vor lauter triefender guter Laune unarmen soll. Schön. Doch. Die Badstraße. Bei den freundlichen Arabern und Türken, die das bräsige Bezirksamt nicht kontrolliert (weil es das Kontrollieren vermutlich für rassistisch hält, gut so). Ich bin immer noch gern dort. Klein-Izmir, Klein-Beirut oder Klein-Rabat. Kein Stock im Arsch. Immer Laissez-faire. Absolut nicht deutsch. Ich mag das. Denn ich komme aus Neukölln. Wedding ist für mich wie heimkommen.

Arbeitsplatzcontent. So richtig fängt die Wirtschaft im Borgwürfel, dem wackersten Kämpfer des Mitgefühls, der Gerechtigkeit und des Shareholder Values, nicht wieder an zu brummen. Es funkt nicht, dampft nicht, quietscht nicht, es scheint mir im Moment ein Dahindämmern im Status Quo zu sein. Alle warten auf den Kahlschlag. Keine Innovation derzeit. Kein Drive. Kein Kopf zeigt sich. Kein Mut. Nirgends. Ja, es ist ein Dämmern. Und auch mir erscheint das dienstliche Reisen, noch im letzten Jahr manchmal mehrmals monatlich nötig, wie eine längst vergangene Mode. Und auch mein durchsichtiger Kulturbeutel hängt schwer depressiv am Badregal, als hätte er sich ob der Perspektivlosigkeit aufgeknüpft.

Bloggeronanie: Ich lese kaum noch Blogs. Oder zumindest sehr viel weniger davon als früher. Das war mal ganz anders, da habe ich fast nur Blogs gelesen und auch fast nur Blogs verlinkt. Das ist weniger geworden. Sehr viel weniger. Ich habe mit dem Mop feucht durch den Feedreader gewischt, zuerst flogen die Blogs mit den Texten voller Gendersternchen wegen Unlesbarkeit raus, danach die althergebrachten doch sehr alt gewordenen Alphatagebuchblogger der Nullerjahre, die nur noch Blumen, Vögel und Bäume fotografieren und sonst nur Allgemeinplätze (Maske auf!) widerkäuen, und zuletzt fast alle, die immer weniger kritisch vor sich hin politisieren und die neben ewig abgeschmackten, nicht weniger althergebrachten Allgemeinplätzen nur noch das verkünden, was der Gesundheitsminister auf der Bundespressekonferenz verkündet, nur mit drastischeren Worten („Ihr Covidioten alle! Fresse halten, Maske auf!“), oder sogar komplett in Chemtrailbillgatessteckdosenstrahlungsfantasien abdrehen. Brauch‘ ich nicht mehr. Will ich auch nicht mehr. Mir egal. Von mir gibt es nach Möglichkeit keine Positionierung mehr zu irgendwas, solange alle Grautöne mit dem Kontrastregler ausradiert bleiben und wir alle nur die Wahl haben zwischen Maske oder Aluhut.

Ich arbeite an mir, mit voller Absicht unpolitisch zu werden und es fühlt sich gut an.

Was mir auch zunehmend auf den Sack geht und beim Aussortieren sinnloser Buchstabenansammlungen geholfen hat, ist das ständige Hypen irgendeines superviralen und schon durch alle möglichen Facebookstreams oder Telegramgruppen genudelten Schwachsinns, was gleichzeitig eine Zustandsbeschreibung dessen abgibt, was sich in den Nullerjahren mal hoffnungsfroh Blogosphäre nannte und alles eigentlich mal ganz anders machen wollte.

Was sie da fabrizieren ist – zumindest in den Blogs mit mehr Reichweite als die Filterblase gelangweilter kuchenrezepteverbloggender Berliner Oberschichtenmütter – noch penetranter als früher nur ein stumpfes Rebloggen fremder Inhalte in werbungeingerahmten Frames, ein stupides reflexartiges Weiterverlinken gehypter Banalitäten, die bereits vorgestern durch Twitter genudelt wurden, oder gleich das einfallslose Einbinden all der ganzen superlustigen viralen Videos („Oh, cool, ein Otter auf einem Skateboard, kuck mal“), die inzwischen auch mehrmals parallel von verschiedenen Absendern in irgendwelche Streams oder Gruppen geschissen werden – wie früher die ganzen superlustigen Powerpointdateien via E-Mail, kennen Sie die noch? Furchtbar. So ist das jetzt auch. Nur ohne Powerpoint. Und ohne E-Mail.

So ein Blog ist zu oft nur noch Durchlauferhitzer und individualisierte Facebookpinnwand, viel mehr machen sie oft nicht mehr, lesenswerte eigene Texte abseits von runtergerotzten Kurzpositionierungen zu gesellschaftlich akzeptierten Allgemeinplätzen (Maske auf!) oder zu irgendwelchen von Twitter rübergeschwappten Hysterien (meistens ein weißer, alter Mann, der irgendwas falsch gemacht hat) gibt es nur noch selten, dafür florieren Gewinnspiele mit irgendeinem Scheiß, den man ihnen zu Werbezwecken geschenkt hat. Kann ich nicht mehr lesen alles und es wird immer weniger. Ich habe nur noch 10 bis 12 Leute im Reader, aber das sind dafür Leute, die mir auch 2020 immer noch was zu sagen haben. Gibt sie noch. Immerhin. Vielleicht werden das ja auch irgendwann wieder mehr, wenn sie Facebook, Twitter und Insta endlich erfolgreich in die Bedeutungslosigkeit reguliert haben.

Möglich, dass man das alles, zu dem die Bloggereuphorie während der Zehnerjahre mutiert ist, mal mit einem blöden Namen wie Schlecky Silbersteinisierung (dessen Namensgeber samt seinen ganzen traurigen wohlfeilen superkorrekten Stromliniengags ich inzwischen tatsächlich mit meinen Rundfunkbeiträgen jedes Quartal bezahlen muss) umschreiben und sich danach mit Grausen abwenden wird wie von den blinkenden Geocities-Seiten aus den 90ern heute. Kuck mal, Kind, das ist die Blogosphäre: Ein Friedhof voller skateboardfahrender Otter, beschriftet mit superkorrekten Gendersternchen und eingerahmt von blinkenden Billboards.

Noch mehr Bloggeronanie: Ich habe jetzt die ganzen Texte hier auf diesem nicht minder überflüssigen Blogding mit Kategorien getaggt, weil das inzwischen so viele sind, dass ich nicht mehr durchsah und nix mehr wiederfand. Natürlich habe ich auch das mühsam per Hand gemacht, weil ich keinen fähigen Informatiker am Start habe, der mir das schnell mal locker und auf jeden Fall flockig programmieren könnte. Der Wechsel der Plattform von Blogspot auf WordPress war sowieso eine Scheißidee im Nachgang, es macht eine Schweinearbeit mit dem Importieren und Neusortieren des alten Scheißs, wenn Sie ein talentloser Büropleppo sind und keine Ahnung von dem ganzen Internetmist hier haben. Egal. Bin durch. Kategorien gemacht. Besoffen ging’s eigentlich.

So.

Ich weiß ja, Politik ist toxisch inzwischen und ich bin inkonsequent, aber trotzdem habe ich noch eine kleine Runde Politcontent für dieses lose Potpourri hier:

Das letzte verbliebene Nachrichtenportal von früher, das ich noch lese, der Tagesspiegel, wird jetzt auch woke. Diesen Monat erklärten sie mir, warum eine jetzt schon hochprivilegierte Staatssekretärin unbedingt in den Bundestag muss (Spoiler: Wegen Frau) und warum das eklige Gendersternchen eine tolle Sache ist. Und ich kreise mit dem Finger über dem Mülleimersymbol meiner Lesezeichenleiste. Was ist das nur für eine Zeit? Was schreiben sie da meilenweit an ihrem Stammpublikum vorbei? Ihre Ideologie quillt aus allen Ritzen. Ich kann gar nicht so schnell wegklicken wie sie nachschießen.

Und diesen Monat trat Berlins mit dem Bauwesen überforderte Bausenatorin zurück. Weil sie Scheiße mit irgendwelchen Abrechnungen gebaut hat. Hey, ich meine, ich baue andauernd Scheiße mit meinen Abrechnungen, ohne dass ich daraus irgendwelche Konsequenzen ziehe, außer nächsten Monat wieder eine beschissene Spesenabrechnung beim Buchhalterschlumpf einzureichen, in der wieder zu viele Fehler drin sind, die mir der Buchhalterschlumpf um die Ohren haut. Aber Respekt, auf jeden Fall Respekt. Kann mich gar nicht erinnern, wann zum letzten Mal irgendwer freiwillig zurückgetreten ist, weil er Scheiße gebaut hat. Normalerweise machen die alle einfach weiter und zeit.de erklärt mir dann, warum das alles nicht so schlimm ist.

Ende letzten Monats haben wir mit Panoramagate ein weiteres Mal eine Zustandsbeschreibung der noch einmal gesteigerten Polarisierung im Land laiengeschauspielt bekommen. Aufgeführt wurde die übliche Actio/Reactio-Kiste: Der öffentliche Rundfunk doxxt einen nachrangigen Soldaten wegen ein paar fragwürdiger Likes mit der allbekannten Nazikeule und die Opposition startet die erwartbare Gegenkampagne. So weit, so routiniert. Tendenziöser Fernsehbericht vom Staatsmedium führt zu tendenziöser Replik auf einem konservativen Nachrichtenportal. Und die üblichen Bataillone der einen und der anderen Seite rollen sich im Graben in Stellung und feuern bis zum letzten Schuss immer neue Schüsse mit den üblichen Projektilen.

Ein Stellungskrieg.

Ehrlich.

Was wir seit Jahren mit zunehmener Verhärtung mitansehen müssen, ist ein publizistisches Verdun. Sie beschießen sich jetzt schon seit einem absurd langen Zeitraum, ohne dass einer einen Schritt vor oder zurück unternimmt. Und das Publikum wird zunehmend kriegsmüde in dieser irrationalen Materialschlacht. Ich selber bin von den so vorhersehbar gewordenen Ritualen und Routinen zunehmend gelangweilt. Ich mag diesem ganzen Eifer nicht mal mehr zuschauen. Alphonso. Strobl. GEZ. Weltbezahlschranke. Egal. Auch Popcorn wird irgendwann fad, wenn man es jeden Tag zu fressen bekommt.

Der Unterschied allein ist und es ist einer, der mich zunehmend stört: Alphonso muss ich nicht bezahlen. Strobl schon.

Ich habe ein Buch gekauft. Natürlich ist es von Lisa Eckhart. Weil die Einflussreichen mit ihrem Einfluss über Bande dafür gesorgt haben, dass sie nicht auftreten kann. Und selbstverständlich habe ich es aus Prinzip gekauft. Um zu lesen was sie zu sagen hat. Um zu schauen, was ich von dem, was sie sagt, gut finde und was nicht. Aber das verstehen die Eiferer nicht. Der Klerus sitzt nur noch auf den Balkonen und begehrt die Löschung anhand der im Moment herrschenden Lehre, die aktuell keinen tiefschwarzen österreichischen Humor dulden mag.

Die Genderpresse sieht das natürlich wieder anders und findet den Vorgang völlig in Ordnung. Überhaupt überschlagen sich im Moment die Artikel aus allen Richtungen, die mir erklären wollen, warum es gar keine Cancel Culture und damit auch kein Problem gibt. Was? Sie können die Lesung nicht besuchen? Hören Sie. Es gibt kein Problem. Es ist alles in Ordnung. Gehen Sie bitte weiter.

Andere dazu:

Lumières dans la nuit.

PPQ.

.tux

Ich glaube, was uns da nachfolgt ist die erste Generation, die in ihrer Breite und über ihre lauten einflussreichen Exponenten nunmehr weniger Freiheit als bisher einfordert und möchte, dass der Staat möglichst hart in alle möglichen Individual- und sogar Grundrechte eingreift. Und genau das ist etwas, das mich immer noch irritiert. Denn es war eigentlich immer anders und Aktivisten setzten sich stets in einem breiten Konsens für mehr Freiheit ein. Wahrscheinlich liegt es daran, dass viele von denen, die früher selbst Opposition waren, jetzt plötzlich die Gremien besetzen, vor den Kameras stehen, in die Mikrofone sprechen und sicher auch inzwischen in den entscheidungsrelevanten Hinterzimmern hinterzimmerige Entscheidungen herbeiführen. Deswegen meine Irritation und der spiegelverkehrte Eindruck. Was da als Aktivisten durch alle Medien dauerpräsent zu mir rüber schallt, ist gar keine Opposition mehr, sondern setzt die Agenda, macht jetzt die Regeln und verhält sich genau wie die, gegen die sie einst opponiert haben: Sie möchten die anderen gerne still sehen.

Einen noch zum Schluss der Elegie: Für alle, die sich so gerne in ihrer ständigen Jammerei suhlen und das Internet mit ihren Befindlichkeiten vollsuppen, hat einer dieser sinnlosen Deutschpoeten ein doch sehr passendes Lied gemacht, hier, hömma.

Lieber zu den wichtigen Dingen: Ich habe dieses Jahr nur an einer Handvoll an Tagen nicht gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen. Und ich habe hierfür mehr Borgwürfelgeld auf den Kopf gehauen als für Urlaub. Aber kein Problem: Das schiebe ich, so wie das alle machen, auf Corona. Kann nix dafür. Ausnahmezustand. Ich bin unschuldig. Kuck ma. Corona.

Und Pornhub spinnt. Der Algorithmus rülpst und zeigt mir als related zu einem ganz normalen Arschfickvideo das Video eines Typen an, der auf den dreckigen Sportsocken eines anderen Typen rumkaut und sich dazu einen runterholt. What the fuck? Was haben die Programmierer geraucht? Und was ist das immer mit diesen Socken? Ich muss davon kotzen, mann. Hömma.

Etwas Seriöses zur Abwechslung, etwas, das ich von mir bisher nicht kenne, und zwar geldvermehrender Anlagencontent (ich bin von der Veranlagung her eher Geldvernichter): Mein Kumpel, der beste FDP-Wähler der Welt hat mit mir meine Rücklagen für das Kind umgeschichtet. Raus aus dem hässlichen Tagesgeldkonto, für das sie mir zuletzt 0,05% Zinsen bezahlt haben (fuck you fucking Geldschwemme), rein in ETF, lustige Aktien und kryptische Fonds.

(Interlude: Was mich immer noch wundert: Ich, der im Stadtscheißhaus aufgewachsene Assi, habe entweder nur bürgerliche Vorstadtbilderbuchgestalten als Freunde, die jetzt alle reihenweise selbstzufriedene Eigenheime bauen, oder auch mit Mitte 30 immer noch komplett verstrahlt durch den Tag mäandernde Absteiger, die außer Scheiße noch nie was gebaut haben. Nix dazwischen. Entweder megaseriös oder voll durch. Ich muss den Therpeuten mal fragen, was das nun wieder aussagt.)

Bemerkenswert ist, dass ich es unter Anleitung des FDP-Buddys geschafft habe, in den letzten Monaten ein paar Aktien via Trade Republic zu kaufen, um sie ein paar Monate später fast verdoppelt wieder rauszuschießen. Coronaknicksurfing. Kaufen. Wieder rauskloppen. Gewinn mitnehmen. So geht das also. Bissken Bauchgefühl, bissken Intuition, Borderlinervabanquescheiße, no risk no fuck, Geld rein, doppelt Geld raus. Komisches Spiel. Das ich nicht begriffen, aber trotzdem gespielt habe. Im Ergebnis bleibt es doch eine sehr eklige Art, Geld zu verdienen, ekliger sogar als das, womit ich im Hauptberuf die Foie Gras auf meinem Tisch verdiene. Aber immerhin gut fürs Kind.

Für eine kurze Zeit.

Denn weil es nicht einfach gut enden darf, kam das hier: Da ich mich wegen der Spekulantengewinne unvermittelt für den neuen bauchgefühligen Wertpapiergott gehalten habe, habe ich in einer Woche vor lauter Selbstbesoffenheit 1.000 Euro in chinesischen Pennystocks versenkt, die ein blöder Aktienblogger eine Spur zu euphorisch empfohlen hat. Und die vollkommen abgerauscht sind. Crap happens. Win. Lose. Willkommen bei mir zuhause. Und es sind 1.000 Euro, die das Kind jetzt weniger für die Jugendweihe hat.

(Na, wollen Sie nochmal? Okay, hier, der Servicelink: Jugendamt Pankow)

Dirk Müllers Scheißfonds, den er aus irgendeinem Grund Premium nennt und in den ich vor ein paar Jahren in einem Anfall der Idiotie (ja, gut, ich erzähl’s Ihnen: Weil ich seine apokalyptischen Cashkursclips lustig fand) ein paar hundert Euro vom jährlichen Borgwürfelbonusgeld gesteckt habe, hat es als einziger in meinem ganzen lustigen Wertpapierfächer geschafft, in den letzten vier Monaten Coronaknickaufholjagd Miese zu machen. Miese, Alter. Ausgerechnet der Lautsprecher. Das Supergebläse. Kackt komplett ab. Minus 7,79 Prozent. Während alle anderen sich aus dem Coronatief hieraus verdoppeln und verdreifachen und ich sogar aus dem Wirecardabkacker vor zwei Monaten ohne irgendeine Ahnung von irgendwas in ein paar Tagen mit ein bisschen Spielgeld ein komplett krankes Plus rausgepolkt habe. Wie schafft der Müller das? Was macht der damit? Ach egal. Dummheit führt zu Lehrgeld. Das tut sie immer. Und ich bin der Großmeister des Lehrgelds.

Zwischenstand in der Kindesentwicklung: Das Kind sendet mir jetzt Videos von irgendwelchen hirntoten Youtubern via Telegram. Einmal sogar Dagi Bee. Und schreibt dazu, dass ich das schauen soll. Und fragt später die Inhalte ab. Um sicherzugehen, dass ich es geschaut habe. Und ist dann schwer enttäuscht, wenn es rausfindet, dass ich den Scheiß nicht geschaut habe. Also muss ich jetzt Dagi Bee schauen. Sami Slimani. Und was für Mumien, Monster und Mutationen es da noch alles gibt. Und das Zeug von denen verflüssigt mein Gehirn. Unumkehrbar.

Seriencontent: Ich finde es scheiße, dass Latif Hamady in der vierten Folge der dritten Staffel von 4 Blocks eine Kugel in den Kopf bekommt. Krasse Figur, sehr geil gespielt, viel zu früh aus dem Spiel genommen. Sowieso scheiße, dass fast alle Protagonisten in der dritten Staffel sterben. Oh, gespoilert? Sorry, not sorry.

Und in der Staffel 4 von Z Nation taucht Henry Rollins auf. Ich meine Henry Rollins. Henry … ja, is okay, ich weiß, den kennt keiner mehr, seit er keine Musik mehr macht, sondern dröge Weltweisheiten unter die wenigen streut, die ihn noch kennen.

Auf Wikipedia steht, dass Henry Rollins bekannt ist „für seine strikte Ablehnung von Nikotin, Alkohol und anderen Drogen.“

Lappen.

Musik. Ich habe ein wenig flockig-lockere Sommermusik am Start: Introverts – Selbstmord. Ich für meinen Teil bekomme gute Laune von solcher Musik. Wenn ich es endlich mal schaffe, mir eine Ladung Schrot in die Fresse zu schießen, stelle ich vorher diesen Song laut auf Schleife, auf dass die Feuerwehr mich findet, bevor ich eine unauflösliche Legierung mit dem textillastigen Sofa eingegangen bin.

Sonst fiel mir an Musik nur das virale Ding hier auf (ja, ich weiß, bigott, gegen superlustige Viralvideos hetzen und dann selber eins bringen). Sehr chillig für den Sommer und die einzig sinnvolle Verwendung für nervende Autoalarmsirenen, die hier bei mir in der Gegend einmal am Tag von irgendwoher in unsere Straßenschluchten brüllen. (via kfmw)

Paar Lesezeichen aus dem Feedreader, schauen Sie doch mal anderswo:

Furchtbar traurig

Zwei mal Drei macht Vier Widdewiddewitt und Drei macht Neune

Per Anhalter gegen die Skeptiker

Mann geht seiner Frau in deren Traum fremd

Robot Sex

Der heiße Schwanz //2428

Oh das kenn‘ ich. Entwurf schreiben. Nicht zuende bringen. Zu lange liegenlassen. Nicht fertig kriegen. Jahre später den Stummel wiederfinden und keinen Anschluss mehr bekommen. Schön der Mut, auch so etwas dann reinzustellen.

Doku: Loveparade – Als die Liebe tanzen lernte

Schönes Ding das. Opas und Omas erzählen von der Loveparade. Puh, sind die alle alt geworden. Aber eine schöne Zeit, wirklich schöne Zeit war das. Sehr viel entspannter als heute oder wir haben einfach zu viele Drogen genommen, dass das alles so entspannt wirkte. In meiner ersten eigenen Neuköllner Kackbude Ende der 90er zum Millennium hin war die halbe Welt zu Gast. Über Tage. Nächte. Manchmal wusste ich gar nicht, wer das da auf der keimigen nie bezogenen Matratze nun wieder war, was keine Rolle spielte, weil es in meiner Scheißbude sowieso kaum was zu klauen gab. 1998. 1999. Klar, wie immer spät dran, als es schon eine Massenveranstaltung für Mandys und Enricos war, aber egal. Das war wirklich eine tolle Zeit. Oder ich romantisiere wieder. Kann auch sein.

Eine Runde lol: Hypertonieblondie

Einen letzten Gruß bekommt Michael Spreng. Er ist Ende Juli gestorben. Ich hatte ihn oft im alten Blog in den wöchentlichen Linklisten. Ein Profi unter den wenigen guten Politbloggern. Und das war es dann. Viel geschrieben. Gut geschrieben. Einfluss simuliert bekommen. Zitiert worden auch. Und am Ende doch nur ein Nachruf in einem immer schlechter, oberflächlicher und angepasster werdenden Nachrichtenportal. Mehr bleibt nicht, selbst von einem Premiumschreiber. Da sehen Sie mal, wohin das alles führt. Zum Nichts.

Zuletzt noch ein Link zu mir selbst (ekelhaft). Ich habe Leise Servus, Billy wieder online geschaufelt. Es ist einer der Texte, der mir bis heute am wichtigsten ist. Natürlich Nabelschau. Aber dafür ist so ein Blog ja da. Das war quasi mein formelles Outing außerhalb meiner kleinen inzestuösen Nollendorfplatzblase, was damals gleich einen Schub homophober Kommentare und E-Mails von Leuten nach sich zog, die das nicht einordnen konnten oder überfordert waren oder einfach Homocontent nicht mögen.

Zerstreuung. Mit dem Kind war ich im Magicum in Mitte, einem Zaubermuseum. Gut war das nicht. Die Zaubershow für 5 Extraeuro war wirklich kurz und bemerkenswert unprofessionell. Ansonsten ist das alles hier doch recht okkult, religiös, astrologieartig bis zu esoterisch angehaucht, womit ich als Ungläubiger nichts anfangen kann. Hinten gibt es dazu noch Holzspielzeug, das wir alle entweder aus Kita, Kommunikations- oder Technikmuseen kennen. Das Ganze zusammen für knapp 30 Euro für zwei. Schwach. Hat weder Kind noch mir gefallen.

Mehr Zerstreuung. Ich war im Wörlitzer Park. Bei Dessau. Einen Tag lang. Sie müssen ja bei dem ganzen Coronachaos bei 16 Bundesländern und 28.000 Vorschriften immer aufpassen, wo Sie als Berliner gerade hindürfen. Mecklenburg geht gerade nicht, wenn Sie keine Übernachtung buchen (also verbindlich Geld da lassen), Sachsen-Anhalt ist da entspannter und nimmt mich auch ohne Übernachtung. Sehr schön dort in Wörlitz, sehr schön wirklich. Park. Seen. Brücken. Inseln. Schnörkel. Toll.

Gegessen habe ich im laut Google angeblich besten Restaurant des Orts: Zieglers. In der Tat ein bemerkenswert gutes Restaurant. Google lügt immer seltener. Natürlich saßen Sachsen neben mir, ganze sieben, und sie redeten über den Islam. Beim Satz „Wenn dä Mösläms kähn Schweinefleisch ässn wölln, söllse nä härgömn.“ steckte ich mir die Kopfhörer tief in den Gehörgang und stellte Punkrock ein. Ich mag keine Sachsen mehr hören. Ich mag sowieso immer seltener Menschen hören. Ihre Akustik stört mich.

Mehr Essen. Wie Sie sehen, kommen wir zum Ende. Erst mal Eis. Ben & Jerrys hat einen Eisladen am Rosenthaler Platz aufgemacht. Munchies, baby.

Ein superleichtes Sommeressen habe ich gekocht: Bud Spencer-Bohneneintopf. Eat this:


Bud-Spencer-Bohneneintopf – Die Zutaten

250 Gramm durchwachsener Speck
300 Gramm Kabanossi
2 Dosen weiße Bohnen
2 Dosen Kidneybohnen
1 Dose geschälte Tomaten
3 Knoblauchzehen
2 Zwiebeln
250 Gramm Joghurt (1,5 % Fettstufe)
2 Teelöffel Paprikapulver
1 gehäufter Teelöffel Thymian
1 halber Teelöffel Pfeffer
2 Teelöffel Chili-Würzmischung
1 Prise Salz
3 Tropfen Rapsöl

Bud-Spencer-Bohneneintopf – Die Zubereitung

Den Speck, Knoblauch und die Zwiebeln in feine Würfel schneiden. Diese Zutaten in einer Pfanne mit ein wenig Rapsöl anschwitzen lassen.

Dann die Kabanossi dazugeben und alle so lange anbraten, bis sie eine gute Farbe aufweisen.

Jetzt den Inhalt der Tomatendose hinzugeben, auch den Tomatensaft. Die weißen und die Kidneybohnen durch ein Sieb abtropfen lassen, dann ebenfalls in die Pfanne geben. Die Zutaten erhitzen, bis sie köcheln.

Jetzt die restlichen Gewürze und den Joghurt hinzugeben und noch einmal kurz aufkochen lassen. Die Mengenangaben sind für zwei Personen gedacht.


Geil. Kalorien für eine ganze Woche. Machen Sie das Ding am besten mit Chiliflocken so scharf, dass Ihnen der Schweiß wie mir hinten den Hals runter in den Kragen läuft. Passiert das nicht, haben Sie zu lahm gewürzt.

(sozialadäquater Warnhinweis: Junge, habe ich gefurzt und geschissen von dem Zeug, bis die Obstfliegen von den Küchenwänden fielen. Und es schmiert beim Arschabwischen so sehr, dass die Aktion knapp eine Rolle Scheißhauspapier kostete.)

Noch ein paar Foodfresserservicelinks für die Ehrenrunde. Die besten Banh Mi in meinem Einflussbereich finden Sie hier und hier. Das ist zwar beides Berlin-Mitte und Berlin-Mitte ist schlimm, ist aber in diesem Fall nicht zu ändern. Gutes Zeug.

Und sonst so:

Wawa, koreanisch, Schöneberg: Ein grundsätzlich guter Laden mit guter Köchin, aber mit auf jeden Fall beschissener Tischpolitik. Ich werde an den Katzentisch in eine Ecke gesetzt und auf Nachfrage sagen Sie mir, dass alle anderen Tische von anderen Idioten als mir reserviert seien, Tische, die auch dann nicht besetzt sein werden, als ich schließlich zwei Stunden später wieder gehe. Ja. Sie haben hier auch die Unsitte des Zwei-Stunden-Fensters übernommen, länger dürfen Sie nicht bleiben, was bei mir dazu führt, dass ich nie wieder zum Essen kommen werde. Zwei-Stunden-Fenster sind dekadent, respektlos und auf jeden Fall abzulehnen. Mögen Lokale, die das machen, die kommende Wirtschaftskrise nicht überleben.

Long March Canteen, chinesisch, Kreuzberg: Und gleich noch einmal so einen Zwei-Stunden-Puff hinterher. Es ist ein grauenhaft durchchoreographierter Laden, in dem sich ein übermotivierter Grafikdesigner mit einem erschlagenden Optikinferno mit allen möglichen als chinesisch assoziierten Elementen verwirklicht hat. Noch einmal: Ich mag solche Läden nicht, weiß nicht, wieso alle da immer noch hinrennen, dass das so voll ist, dass Sie reservieren müssen. Aalglatt, am Reißbrett durchgeplant, mich friert es in solchen Läden und nicht erst, wenn sie sie mich in blasiertem Tonfall daran erinnern, dass ich nur zwei Stunden hier sein darf oder mir den Minimartini für zackige 12 Euro servieren. Egal. Das Ding ist voll und ich weiß wirklich nicht warum.

Chupenga, mexikanisch, Mitte: Der Tagesspiegel war der Meinung, es sei gut hier. Okay, zumindest ist die Gegend um den Gendarmenmarkt zu diesen Coronazeiten erträglich, weil recht leer, es fehlen die Protagonisten der üblichen Unsympathenparade: Ampelmännchensouvenirschwenkende Touristen, blasierte Hiltonhotelgäste, arrogante Botschaftsviertelpaviane, verfettete Bundesministeriumskrawattenhonks und ihre sabbelnden Bürovorzimmersabbelschnepfen. Den Burrito dort können Sie sich übrigens klemmen. Zweistellig legen Sie für so ein banales Ding hin (es ist Berlin-Mitte) und bekommen von jemandem, der nur Englisch spricht (es ist Berlin-Mitte) dümmlichen Durchschnittskram reingepackt, den Sie höchstens mit einer der scharfen Soßen geschmacklich andicken können. Und es suppt dann doch alles durch und fällt auseinander. Schwach.

Mindestens genauso fad, aber zumindest billiger:

Mishba im S-Bahnhof Greifswalder. Langweiliger Franchiseblödsinn. Können Sie sich klemmen. Schmeckt nach wenig. Aber wenn Sie öde Burritos mögen, nehmen Sie doch das, dann pampern Sie wenigstens nicht Berlin-Mitte.

Turm Bistro, Döner, Moabit: Wieder mal so einen hässlichen Suffschissdöner hinter geworfen. Irgendwann nachts hackedicht aus der großartigen Moabiter Freiheit gesurft, zum Nachhausejoint beschissenen Suffhunger bekommen und einen beschissenen Suffdöner bestellt, der schmeckt wie beschissene Suffdöner um diese Uhrzeit eben schmecken: Brackig, fettig und ein fieses Aufstoßen des Fleischrestflavours noch Stunden später nach sich ziehend. Kotzt sich dafür gut (wegen des ganzen Fetts, das schmiert die Speiseröhre). Glückwunsch. Nächstes Mal lieber eine Dose Pringles mit Ketchupgeschmack vom Späti.

Francucci, italienisch, Halensee: Zum Abschluss versöhnlich. Ein herausragendes italienisches Restaurant. Ist ja auch Kudamm. Nichts anderes erwartet. So muss das.

Ende. Gelände. Das war der August. Mehr war nicht.