Sottrum / 2020

Wo die Kinder noch Andreas heißen und nicht Emil oder Luk.

Grillmaster Flash – Sottrum


Sottrum statt Sizilien.

Mein Vermieter heißt Andreas.

Sie haben eine Igelbäckerei. Keine Ahnung warum.

Und es gibt einen Flughafen, ein Nest weiter, ein Flughafen, der eher ein Flugfeld ist. Auch keine Ahnung warum. Aber okay, Braunschweig hat ja auch einen. Flughafen. Flugfeld. Flugwiese.

Ich weiß. Ganz sicher bin ich als Berliner überhaupt nicht in der Position, mich über irgendwelche Flughäfen in der Provinz lustig zu machen. Das werden wir Berliner auch in hundert Jahren immer noch nicht sein, weil noch die Urenkel von Andreas über unseren fiesen Witz von Hauptstadtstümperei lachen werden.

Sottrum. Gülle auf den Feldern. Bewässerungsgräben. Kreissegmentschwellen. Umwälzpumpen. Verwaiste Spielstraßen vor der Praxis einer Zahnärztin, die Rebekka heißt. Der Mais steht erst halbhoch. Vorstadtgärtenidylle. Lilien. Vergissmeinnicht. Ein Regionalexpress. Der Polizeiposten von Sottrum verrammelt. Verwaist. Unbenötigt.

Sottrum. Ein Bus 856 fährt nach Eversen. Der 857 hingegen fährt nach Bötersen und Hassendorf.

Andreas schimpft mehrmals in Folge über die zahlreichen Coronaauflagen in Niedersachsen. Doppelte Arbeit. Halber Umsatz. Von Gewinn keine Rede. Nur noch von Schadensbegrenzung. Reinholen was geht. Auf den Normalzustand hoffen.

Ich sage nichts dazu. Ich höre das alles sehr oft an vielen Stellen derzeit. Zu oft. Ich nehme jetzt hin. Ich mag jetzt nicht mehr. Doch, ich weiß es, klappern gehört zum Geschäft, aber so massiv ist auch das neu. Da schwingt bei vielen, deren Litaneien ich höre, inzwischen Panik mit. Existenzangst. So dass es vielleicht doch nicht nur das übliche Klappern ist. Aber Umfragen belegen zwischen 70 und 80 % Zustimmung für die Vorgaben. Sie schreiben, so schlimm sei das alles nicht. Das sage ich Andreas aber nicht.

Sie haben in Sottrum vor Aldi einen Dorfbesoffski, der gerne rülpst. Borbs. Er zieht einen seiner Sandalen hinter sich her, der nur noch mit einem absurden Riemen an seinem Knöchel hängt. Borbs. Er hat schon Mittags so viel getankt wie ich, wenn ich in Wacken den Nachmittag einläute oder man mich während einer Virusepidemie zum Homeoffice verdonnert hat. Borbs. Sein Atem, den er wie die Sandale hinter sich und zu mir her zieht, riecht nach Bulette. Oder Leiche. Oder Leichenbulette.

Borbs.

Sottrum. Rote Klinker. Lila Klinker. Weiße Klinker. Und ein Umspannwerk.

Vor Fahrrad Henke blökt eine Frau mit monumentalem Nasenring (was Menschen und Rinder wie ich finde immer schnell sehr dämlich aussehen lässt) ihr Kind in Grund und Boden. Es will tanzen und die Frau möchte jetzt weiter. Der beigefügte Mann, der erst plakativ unbeteiligt herumsteht, versucht dann doch, den eskalierenden Zielkonflikt mit beruhigenden Worten aufzulösen, was nicht gelingt, weil nun beide auf ihn einblöken. Als Projektion, zu der er wurde, fängt er nun die doppelte Lautstärke der Tirade der Nasenringfrau samt Nasenringfraukind ab. Halt doch zu ihr. Bestärk‘ sie doch noch. Blökt die Frau. Immer haltet ihr zusammen. Unfair! Blökt das Kind.

So ein Kind ist manchmal ein Keil, der schon vorhanden gewesene Risse noch verbreitert. Das merkt man an solchen Paaren, die beim kleinsten Konflikt jede Würde im Angesicht eines Kindes ablegen, das nie andere Formen der Auseinandersetzung vorgelebt bekommen und daher adaptieren wird. Dafür kann das Kind nichts, denn ein Kind ist nur ein Kind und tut im Zweifel das, was alle Kinder tun. Bummeln. Quengeln. Nicht erwachsen sein. Sich alles abschauen von den Rollenbildern. Am Ende sind es immer die Erwachsenen, die nicht aufbringen können was sie aufbringen sollten.

Andreas besitzt Hund nebst Katze. Beide mögen mich, was mich nicht verwundert, denn Tiere mögen mich immer, obgleich ich Tiere nicht mag. Das haben sie mit Menschen gemeinsam, die mich gemeinhin ebenso mögen, ohne dass ich sie mögen mag.

Sottrum. Feldsteinkirche. Bauhof. Tannenzapfen, die aussehen wie Kackwürste. Und immer wieder dieser Klinkerkram.

Die örtliche CDU annonciert in einem vergammelten Schaukästchen „Ein gutes Jahr für unser Land.“ Der Blumenverkauf hat Saisonende. Es gibt 50%. Die Samtgemeinde bietet ein Seminar an: Energieeffizienz im Neubau – wie geht das? (Ja, wie nur?) Das Seminar besteht aus zwei Teilen zu je anderthalb Stunden, jeweils Mittwochs. Der Rat der Gemeinde beschloss eine Erweiterung des Kindergartens Pusteblume und das Restaurant Pinocchio hat Pasta Creme Formaggio im Angebot. Drei Käsesorten. Mit Sahne verfeinert.

Ich würde lieber meine Fußnägel essen. Ohne Sahne.

Andreas hört gerne Radio Bremen Eins. Dort spielen sie OMD. Laura Branigan. Gazebos I like Chopin. Van Halens Jump. You’re simply the best. Better than all the rest. Better than anyone. Den ewigen Meat Loaf mit seiner fürchterlichen Kastratenstimme. Und Rock me Amadeus. Er war ein Punker und er lebte in der großen Stadt. Andreas summt dazu.

Sottrum. Kein Heavy Metal.

Sottrum hat einen Ortsteil namens Bahnhof. Sottrum-Bahnhof. Wenig überraschemd befindet sich dort … der Bahnhof. Das finde ich konsequent. Ein Hafen dort oder ein Hubschrauberlandeplatz hätte mich irritiert.

Ambivalenz. Mein Gemüt schwankt immer schon zwischen unsterblicher Selbstüberschätzung, hirnloser Euphorie und schwärzester Depression, die ich in meinem Berlin wirksam betäuben kann, jedoch hier nicht. Hier bin ich, weil es hier nur Bier und Schnaps zu kaufen gibt, was ich nur im Ausnahmefall in dieser Kombination zu mir nehmen mag, mit mir selbst konfrontiert und die unbetäubten Schwankungen meines Zustands kommen umso krasser. Nirgendwo wird das so deutlich wie beim Autofahren. Entweder fegt die Euphorie sommerfrischeluftig durch die offenen Fenster oder ich möchte das Fahrzeug bei Regen frontal gegen den nächsten Tieflader steuern, was ich nur deshalb nicht mache, um den Opponenten, der das Pech haben würde, mir in dieser Lage zu begegnen, nicht zu traumatisieren. Und weil es sein kann, dass ich die Aktion überlebe.

Ich möchte keine Arbeit machen. Ich möchte nie Arbeit machen. Deshalb ist auch ein Baum keine Option.

Ich arbeite für einen großen Arbeitgeber mit einer großen Belegschaft. Da gibt es immer mal hin und wieder manchesmal einen Selbstmord. Alle paar Jahre hält es einer nicht mehr aus und beendet den Auftritt. Wenn das so ist, dann schicken die Personaler und der Betriebsrat ein krokodiltränenreiches PDF mit einem Schwarz-Weiß-Portrait des erfolgreich Suizidierten in die Welt, versehen mit einem möglichst blöde ergoogelten Sinnspruch und dem wertvollen Hinweis, dass wieder jemand „von uns gegangen“ ist. Noch in der Stunde danach kommen die Schlauscheißer aus den Löchern, die es immer gewusst haben wollen. Denn das war ja klar, dass das so kommt. Ehe kaputt. Kind weg. Nur Schulden. Auf Arbeit verheizt. Nie befördert. Psychisches Wrack. Wenn es passiert, wissen wieder alle, dass das ja absehbar war. Und kommentieren die Sache plakativ abgebrüht. Naja. Sagen sie mit Kaffeebecher in der Hand in der Teeküche. Der war ja eh labil. Das war ja mit Ansage. Das. Hab. Ich. Kommen. Sehen.

Bei mir würden sie es nicht anders machen. Würde ich es tun. Doch dieser unwürdige Gossip ist ein Grund, es nicht zu tun. Ihr nicht. Euch geb‘ ich das nicht.

Ich habe Schwierigkeiten mit vielen Dingen und mir selbst. Dazu haben viele Leute schon alles gesagt. Geh‘ Geld verdienen. Das macht glücklich. Haben sie gesagt. Hab‘ ich gemacht. Stimmt aber nicht. Gib viel Geld für viel teuren Scheißdreck aus. Das macht glücklich. Haben sie gesagt. Hab‘ ich gemacht. Stimmt nur nicht. Schare Leute um dich. Das macht glücklich. Haben sie gesagt. Hab‘ ich gemacht. Stimmt aber auch nicht. Mannschaftssport. Teure Urlaube. Frauen. Politisch aktiv werden. Renovier‘ deine Bude! Mach neu! Macht alles glücklich. Stiftet Sinn. Haben sie gesagt. Habe ich alles gemacht. Und es gab mir nichts. Null. Da sitzt du in deiner Bude, glotzt die neue Farbe an der Wand an und fragst dich was das jetzt sollte. Am Ende blieb mir Laufen. Fand ich zum Laufen. Laufen. Mehr laufen. Ganz alleine. Und abends zum Vergehen des Tageslichts ausgewählte Drogen in erprobter Mixtur, die den Tag sanft abklingen lassen. Das macht mich glücklich. Nur das. Bringt mich durch Tage und Nächte. Und ich freue mich schon auf morgen. Jeder so wie er kann.

Ich bewege mich viel. Felder. Wiesen. Schotterwege. Wald. Wilde Kirschen. Wilde Himbeeren. Mit dem atmosphärischen Zeug von КОМВУИАТ ЯОВОТЯОИ im Ohr (thx, tux). Wenn ich mich bewege, heilt mein Hirn. Lüftet durch. Die Entzündung klingt ab. Der permanente Aggression, die mir, der ich immer, jede Sekunde, einen dieser ständig lauernden Angriffe erwarte, chronisch seit jeher inne wohnt, fällt ab wie ein alter, nicht mehr benötigter Lederpanzer. Temporär. Zehn Kilometer. Zwanzig. Dann dreißig. Ein Vormittag. Nachmittag. Den vollen Tag. Die Ruhe. Meine Gelassenheit. Diese fabelhaften Beine. Das Beste, das ich habe. Zuverlässig wie Heslacher Zahnradbahnen Richtung Degerloch. Werde ich mich irgendwann nicht mehr bewegen können, wird das schlimm werden. Der größte anzunehmende Ausfall. Wenn mir die Beine aufstecken, wird der Abstieg beginnen.

Das Wissen darum, dass die wirklich üblen dunklen Phasen am Ende doch nur Phasen sind und auf jeden Fall vorbei gehen, hilft beim Umgang mit ihnen. Sie sind nicht schön und werden nie schön werden, nur ist es kein Problem mehr, sie auszusitzen ohne den Mietwagen tatsächlich einmal in die Endgültigkeit zu steuern. Mir passiert das nicht, ich steuere mich souverän durch dunklen Nebel in den nächsten Tag. Es ist alles eine Frage der Erfahrung. Routine, klar.

Schwieriger als sie auszusitzen ist es, diese Phasen zu verstecken, vor allem beruflich. Bei uns wären Sie geliefert, käme so etwas raus. Sie sagen offiziell etwas anderes, leiern den ganzen Social Skill-Bullshitschrott in ihre Personaler-PDFs, aber ihre Worte ändern nichts an dem Umstand, dass Sie geliefert sind, werden Ihre Diagnosen publik. Burnout. Depressionen. Neurosen. Panikattacken, egal. Sie sind geliefert, wenn das rauskommt. Man nimmt Ihnen sukzessive Kompetenzen ab und sortiert Sie schleichend aus, bis Sie der Organismus schließlich ganz ausscheißt. Wir hatten ein paar von denen und die sind alle weg. Ist doch auch klar. Hier wird Geld verdient und das schließt Risikopatienten aus. Muss man wissen. Wer das nicht weiß, ist geliefert. Und wer irgendwem vertraut, ist der erste, der geht.

Sottrum. Hassendorfer Kirchweg. Am Bullenworth. Auf der Loge.

An einem Nachmittag werde ich auf einem Feldweg in ausladender Einöde von einem Gewitter überrascht. Gewitterschauer dauern hier, das habe ich gelernt, dieser Tage nie lange, also unterdrücke ich den Drang, unter einen Baum zu gehen, sondern verstecke mich in einem Ginstergebüsch, was gegen den Regen aber nichts bringt. Kein Blitz hat mich erwischt. Allerdings auch nicht den Baum zehn Meter neben mir.

Andreas betreibt eine gelbliche, mit festgetrockneten, augenscheinlich jahrealten Kotresten bestückte Klobürste. Ich überlege, ob es eine für Andreas gesichtswahrende Möglichkeit für mich gibt, ihm diese Klobürste durch einen Neukauf zu ersetzen, finde aber keine. Es wäre immer anmaßend. Er würde sich schlecht fühlen und ich auch, also lasse ich es sein.

Verstärkter Wildwechsel. Sagt das Schild. Auf der Landstraße durch den Wald. Ich bin wie immer zu schnell und werde nicht mehr vernünftig bremsen können, wenn ein Hirsch oder ein Eber die Fahrbahnseite wechselt. Das würde ohne Zweifel den hässlichen Mietwagentoyota vernichten, mit dem ich unterwegs bin ohne mich für ihn zu schämen.

Auf einer der Euphoriefahrten über das Land möchte ich mit 130 einen Schleicher samt Anhänger überholen, leider scheint der das zu ahnen und schert in die Mitte der Fahrbahn aus, wonach ich mit den beiden linken Reifen auf den Grünstreifen ausweichen muss und der Toyota zu rumpeln und zu schlingern beginnt. Doch, das kann ganz schnell gehen und die Dinge sind schneller vorbei als ich Suizidgefahr sagen kann.

Zurück in Sottrum sehe ich an der Ampel zur Lindenstraße eine junge Frau, die aussieht wie eine Tanja. Sie hält einen jungen Mann an der Hand, der aussieht als hieße er Simon. Sie wirken nicht so als hätten sie jemals Schluss miteinander gemacht.

Sottrum. Heimathaus. Es ist das Einzige, das mir Google hier als Sehenswürdigkeit auswirft. Es hat geschlossen.

Johann Bammann hat seiner Ehefrau Anna 1956 ein Haus gebaut. Tönt ein Schild. Es ist in rotem Klinker. Das Haus. Nicht das Schild.

Ortsmitte. Schreibwaren Kolb. Schuh-Orthopädie Schlohbohm. Enricos Hairsalon. Pizzeria Dalli Dalli. CuBar Cocktailbar und Lounge. Und ich sehe einen Berlin Döner, den ich linker Hand einen Berlin Döner sein lasse. Dönertag ist erst wieder Montag. Sagt mir das rote Transparent mit seiner gelben Schrift. Am Dönertag kostet der Döner drei Euro. Nur werde ich Montag wieder fortgefahren sein.

Schilder mögen sie hier sehr. Überall Schilder über Schilder mit Anweisungen, was wie zu tun ist, gerne auch in den Cafés. Und außerhalb der Cafés. Viele Coronadekrete (Denken Sie an die Hustenetikette!), aber nicht nur. Eines der Schilder verfügt: „Auch für den Außenbereich gilt: Anmeldung im Innenbereich.“ Ich stehe auf, gehe in den Innenbereich und finde niemanden. Daraufhin gehe ich in den Außenbereich zurück und finde eine Frau vor, die Tische dekoriert. „Guten Tag, ich möchte mich für den Außenbereich anmelden“, gebe ich sehr deutsch zu Protokoll. „Wieso?“ fragt mich die Dekorateurin. „Steht da.“, sage ich und sie schaut irritiert. Sie kennt das Schild nicht.

Als ich meinen Kaffee bekomme, setzen sich Sachsen neben mich. Das ist auch so eine nie umstoßbare Regel in meinem Leben: Sitze ich irgendwo und beginne mich gerade ein wenig des Umstands zu freuen, dass ich noch lebe, kommen Sachsen oder Schwaben daher, was beides sehr schlimm ist. Tonartmäßig. Weil ich dann immer lachen muss und nicht mehr aufhören kann, was die Schwaben oder Sachsen wiederum natürlich beleidigt lugen lässt, wofür keiner was kann, die nicht und ich nicht. Denn ich kann das nicht steuern, ich muss einfach lachen. Weil beide Mundarten wirklich blöd klingen. Es tut mir ja auch leid.

Die Sachsen sind bei der Ausflugsplanung. Heide Borg. Drambolinhalle. Brämerhövn. Och. Do. Gugge. Rölf Schümocho Gordsändo. Do willsch hinne.

Als ich mich wieder einkriege, weiß ich, was sie mit Gordsändo meinen: Das Kartcenter. Von Ralf Schumacher. Ralf Schumacher Kartcenter. Es ist in Soltau. Beim Heidepark (Heide Borg). In den ich nicht gehe, weil sie wollen, dass ich dort mit Maske achterbahnfahre, was ich aber nicht will.

Sottrum. Mehrzweckhalle. Floristik und Friedhofservice. An der Araltankstelle kaufe ich ein Eis, das sie früher, als ich klein war, mal mit „Nogger dir einen“ beworben haben. Ob sie das heute noch machen weiß ich nicht. Sie hatten früher auch eine Abart davon mit einem innen eingefrorenen Block doch sehr ekliger Schokolade am Start und nannten das „Nogger Choc“. Ich wundere mich über dieses nutzlose Wissen, während der fünfte Porsche an diesem Tag an mir vorbeiknattert, jeder bisher mit einem fiesen faltengesichtigen Mann drin. Zahnarzt. Versicherungsregionaldirektor. Immobilienmakler. Sparkassenvorstand. Irgendwas Unsympathisches werden sie schon arbeiten, ganz sicher.

Sottrum. Porsche. Eher weniger Ford Fiesta. Der sottrumbesingende Sänger hat eine blühende Fantasie.

Ich töte in fünf Tagen insgesamt fünfzehn Mücken. An den Wänden von Andreas‘ Appartement werde ich drei Mückenblutflecke hinterlassen, die sich vor dem Abwischen in die schiefen Tapetenbahnen gefressen haben. Und eine ungepulte Garnele, die mir in einer blöde Ecke beim Kochen hinter die Küchenarbeitsplatte gefallen ist.

Und die vollgeschissene Klobürste, die ich nicht ersetzt haben werde.

Sottrum. Samtgemeindebücherei. Autohaus Ottens. Peppers Choice – Natürliches Premium Hundefutter und Leckerli. Tante Gabriele kommt morgen zum Kaffee. Höre ich im Biergarten mit dem seltsamen Namen „AkaZien ByKurt“. Ich pule mir mit dem Fingernagel des kleinen Fingers ein wenig Grind aus der Ohrmuschel. Ottersberg ist gerade mal sechs Kilometer weg.