Gedankensudelei 11/19

Berlin-Prenzlauer Berg. Ich öffne meine Haustüre und treffe auf eine Frau mit Hund. Der Hund scheißt gerade einen mousse-au-chocoladig dampfenden Haufen direkt vor den Eingang des Hauses, in dem ich wohne. Ich schaue die Frau an. Sie schaut weg. Will weitergehen. Doch der Hund zerrt. Will seine eigene Scheiße noch einmal beschnüffeln, bevor die Fliegen kommen. Dann schaut sie mich an. „Upsi“ wirkt sie jetzt peinlich berührt. Ich sage nichts. „Ich muss jetzt weiter.“ Nochmal sie. Zerrt den widerwilligen Flohzirkus hinterher. „Ehrlich, ginge es nach mir, würden Sie den Haufen fressen.“ Kann ich nicht anders. So liebenswürdig wie ich kann. „Halten Sie doch mal einen Hund, dann wissen Sie wie das ist!“ Wieder sie. Laut. Nervlich angegriffen und jetzt nicht mehr zurecht peinlich berührt, sondern zu Unrecht empört. So macht er das. Mein Affenbezirk. Scheiße bauen, aber immer das letzte Wort, auch wenn man sie einfach nur ganz freundlich und natürlich ohne ausfallend zu werden auf ihre soziale Unzulänglichkeit hinweist. Versteh ick nich.

Die Pupsgesichter aus meinem Superoberklassenvollhonkbezirk haben die Wisbyer Straße voll mit Schildern zugekackt, auf denen sie die Autofahrer mit ihrem nöligen Aktivistenduktus dazu bringen wollen, nicht mehr zu hupen. Haha. Hahahah. In Berlin! Nicht mehr hupen! Stille möchten sie anordnen. Wie sie es kennen aus Erkenschwick. Tuttlingen. Bad Bevensen. Was jetzt passiert ist klar, oder? Ich fahre da wöchentlich locker vier-, fünf- oder gerne auch sechsmal lang. Und die Leute hupen. Manchmal einen Rhythmus. Gerne diesen Fußballgröhlertakt. Möp-Mö-Möp-Möp—Möp-Möp-Union! Jedes Mal, wenn ich momentan da vorbei fahre, hupt einer. Manchmal ganze Melodien. Einmal ein Laster mit seinem Nebelhorn. Ach, mein Berlin. Wir mögen Hupen eigentlich auch nicht, aber noch weniger mögen wir schildermalende Zuziehende, die sich an Erziehung versuchen.

Der Therapeut sagt, ich hätte ein Aggressionsproblem. Verstehe nicht was er damit meint. Der Hurensohn.

Seit ich denken kann, muss ich mich für meinen randständigen Musikgeschmack rechtfertigen. Letzte Woche wieder im Borgwürfel, dem phänomenalsten aller phänomenalen Arbeitgeber: „Warum hörst du immer so Schlechte-Laune-Musik?“ „Weil Gute-Laune-Musik mir schlechte Laune macht.“ „Verstehe ich nicht.“ „Tjo…“

In Prenzlauer Berg gesehen: Ein Laubbläserauto, das über den Bürgersteig cruist und Laub von einer Seite zu einer anderen bläst. Was kommt als nächstes? Laubbläserdrohnen, die mir auch noch auf meinem Balkon auf den Sack gehen?

In meinem Fitnessstudio hat jemand einen dicken fetten Popel an die weiße Decke geschnippt. Der hat locker die Ausmaße eines ausgewachsenen Marienkäfers und hängt dort seit Monaten. Ich fixiere das Ding bei jedem Durchgang wie hypnotisiert mit einer Mischung aus Bewunderung und Ekel und überlege, ob ich es melden oder mir einen Besen borgen soll, um den da runter zu holen, weil es sonst keiner tut. Oder ob ich einfach nichts tue wie immer. Und wie alle.

Und dann war da noch der Fahrradnazi, der mein Kind auf dem Bürgersteig anfuhr, um dann zu blöken, ich Arschgesicht möge besser auf mein Kind aufpass… ach egal, es bringt ja nix. Ich habe wirklich versucht, traurig zu sein, wenn einer von den durchgeknallten Kampframbos wieder vor eine Motorhaube fährt, aber ich schaffe es einfach nicht. Krieg ich nicht hin. Manchmal erwischt es sie und das ist dann eben so. Gruß an Sven an dieser Stelle.

Im Mittagspausenschnöselbusinesslunchkackladen nahe des Borgwürfels: Ein mir völlig Fremder spricht mich an. Ich mag das, wenn mich Fremde ansprechen. Nein. Das ist gelogen. Ich hasse das. Ich hasse diese Leute. „So akkurat wie Sie Ihr Besteck zusammenlegen, arbeiten Sie im Büro.“ „Bitte?“ „Ihr Besteck. So akkurat wie Sie das zusammenlegen, arbeiten Sie in einem Büro.“ „Und wer sind Sie? Ein Freizeitpsychologe?“ „Nein. Neurochirurg.“ „Aha.“ Aufrichtigen Dank an dieser Stelle für diesen uns alle sehr weiterbringenden Dialog des ewigen Nichts.

Dafür gibt es etwas, das ich in Berlin so noch nie gesehen habe: Eine Baustelle an meiner Ecke, an der bereits am Tag nach der Absperrung angefangen wurde zu arbeiten. Und an der seither jeden Tag gearbeitet wird, so dass sie diese Woche noch mit ihrem Werk fertig werden dürften. Was ist aus der guten alten Berliner Methode „Absperren – Wochenlang so lassen – Material hinkarren – Wieder wochenlang so lassen – Irgendwann mal aufbuddeln – Dann wieder so lassen“ geworden?

WordPress nervt mich inzwischen wöchentlich mit E-Mails und Statusleistenbenachrichtigungen, ich möge endlich meine Webseite monetarisieren, womit sie vermutlich dieses Ding hier meinen. Ich will aber nicht. Sie dürfen den Scheißdreck hier gerne umsonst lesen. Wenn Sie unbedingt irgendwem Geld geben wollen, dann sitzt am S-Bahnhof Greifswalder Straße ein alter freundlicher Penner, der niemandem was tut und auch niemanden nervt. Geben Sie ihr Geld dem, der freut sich. Oder werfen Sie es meinetwegen, wenn es noch bedürftiger sein soll, einer dieser abgehalfterten Netzfeministinnen hinterher, die seit der Ablösung ihres Begehrs durch den Klimahype orientierungslos umhermäandern und jetzt reihenweise bei Patreon um Geld betteln.

So. 2019 ist nun auch bald schon wieder vorbei. Was haben wir denn vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk in diesem Jahr gelernt? Oh, viel, Moment, ich bete mal nach:

  1. Wenn eine Frau einen dick dotierten Posten in einer aufgeblasenen Bürokratie einnimmt, ist das immer gut, auch wenn sie Ursula von der Leyen heißt.
  2. Wenn eine Frau irgendwo einen dick dotierten Posten bekommt, so ist das auch auf jeden Fall ausnahmslos immer gut. Weil dann alles gut wird.
  3. Wer dagegen etwas sagt, ist ein Frauenfeind. Und natürlich auch ein Nazi.
  4. Wählen Sie grün. Es ist die einzig akzeptable Partei.
  5. Die Regierung ist großartig. Sie macht alles richtig. Und wenn sie nicht alles richtig macht, kann sie nichts dafür.
  6. Angela Merkel ist auf alle Fälle und unter allen Umständen alternativlos. Sie gibt ihrer guten Regierung ein mitfühlendes Gesicht.
  7. Das Einzige, das der guten Regierung zu einer sehr guten Regierung fehlt, sind die Grünen.
  8. Die einzige wirklich akzeptable Vorsitzende für die ins Nichts gegenderte SPD, deren vermeintliches Plagiat der legendäre Berliner Filz zum Glück einfangen konnte, ist Franziska Giffey. Sie ist eine Frau. Und das ist gut.
  9. Wenn erwachsene Menschen eine 16-jährige als neuen Messias anbeten, dann ist das auf keinen Fall schräg, sondern absolut richtig so.
  10. Dass der Messias keinen Friedensnobelpreis bekommen hat, ist nicht in Ordnung.
  11. Ein profaner Herbststurm ist kein profaner Sturm, sondern eine Ausgeburt des kommenden Weltuntergangs.
  12. Sommerliche Kälte ist nur Wetter. Sommerliche Hitze ist eine Ausgeburt des kommenden Weltuntergangs.
  13. Was Sie da überall lesen, mag Ihnen vorkommen wie ein Stahlgewitter aus allen Kanonenrohren, doch das ist es nicht. Es ist nicht weniger als die Wahrheit. Wir werden alle sterben.
  14. Wer Klima sagt, hat immer Recht.
  15. Alles ist Klimawandel. Sonne. Mond. Sturm. Kälte. Hitze. Egal. Klimawandel. Verursacht von Ihnen. Sie müssen besser werden. Ich auch. Jeder sagt das. Also stimmt das. Sprechen Sie mir nach: Ich. Bin. Schuld.
  16. Und wer nicht mithüpft ist immer ein Nazi. Und das will natürlich keiner sein. Ich nicht. Mein Nachbar nicht. Und Sie doch auch nicht.

Bemerkenswert ist zudem, dass der degenerierte Journalismus (heuer aus München) sich die Finger wund schreibt, warum es unbedingt richtig ist, dass die Rundfunkgebühr für einen Rundfunk angehoben wird, den inzwischen nur noch alte Demente, Bündnisgrüne und die 150-Prozentigen schauen. Werden Journalisten inzwischen an der Umlage beteiligt? Es liest sich so.

Sehr schlechtes Buch gelesen: Sven Regners „Wiener Straße“. Es geht mal wieder um Herrn Lehmann (surprise, surprise), mal wieder um das Kreuzberg der 80er. Was Regner da reitet, ist schon kein totes Pferd mehr, es ist ein kapitales Pferdeskelett und die Kniescheibe löst sich gerade vom Oberschenkelknochen, aber Regner nudelt und nudelt und nudelt immer noch daran rum und merkt überhaupt nichts. Wie lange will er das noch so weitermachen, fade Dialoge, schlechte Abklatsche, Nullhandlung, da dümpelt ein weiteres Buch als ewige Selbstreminiszenz vor sich hin wie der senile Opa, der immer noch nicht damit aufhören will, Geschichten von der Springerblockade, Rudi „Whothefuckis“ Dutschke und dem blöden Vietnamkongress zu erzählen, was auch schon lange keiner mehr hören mag. Regners literarisches Schaffen gleicht inzwischen seinem musikalischem. Was früher vor 387 Jahren mit Element of crime noch als Soundtrack der Kreuzberger Bohème brillierte, ist inzwischen durch ständige Wiederholung ganzer Riffs, Wortspiele und Melodien nur noch ausgelutscht, so dass man sich nur noch abwenden möchte. Das ist wie Lothar Matthäus, der immer noch irgendwo auf irgendeinem Klappspatenkanal irgendwelche Fußballspiele zwischen Botswana und Gambia kommentiert, weil er auch nichts anderes mehr kann, und den auch keiner mehr sehen mag, aber das macht ja nix, sie machen alle immer weiter und weiter und weiter. Wie die Merkel. Fußballtrainer Löw. Matthias Reim. Und eben Regner. Hatten wir schon mal ein Buch über Herrn Lehmann im Kreuzberg der 90er? Komm, los, wird Zeit, einer geht noch. Oder zwei, drei, viele. Reite das Skelett bis nur noch Staub übrig ist, Regner, nur noch Staub.

Was lese ich da? Die superkorrekte Hauptstadtpresse ist pikiert über eine Netflixserie, die nicht der im Moment gewünschten Haltung entspricht. Das bedeutet, dass sie vermutlich sehr gut ist. (danke tux)

Begeistert hat mich Die Brücke – Transit in den Tod, also das dänisch-schwedische Original, nicht das schlechte amerikanische Remake, das so scheiße ist, dass sie es nach der zweiten Staffel eingestellt haben. Großartig ist Sofia Helin mit ihrem intensiv aspergeresken Schauspiel. Sehr groß. Das hat mir sehr gefallen. Und da ich Serien und Filme immer gerne in der Originalsprache mit Untertiteln schaue, egal ob ich die Sprache verstehe oder nicht, weiß ich jetzt, was „Halt die Fresse“ auf dänisch heißt: Hold din kæft! Haha, klingt großartig, Kæft. Hold din kæft! Ich werde den nächsten S-Bahn-Pöbler damit belegen und mich über sein dummes Gesicht freuen.

Zwei Konzerte habe ich heuer besucht: Zuerst Kadeadkas. Das war zu meiner Überraschung die Vorgruppe. Von Ana Curra. Post-Punk. Aus Spanien. Auf Spanisch. Musik für kranke Geister. Teilte mir letztens einer im Borgwürfel mit, als Kadeadkas in meinem Büro lief. Ungefragt. Na klar. Ihnen zu sagen, dass sich das Konzert gelohnt hat, auch weil es bis locker um 2 ging, hat keinen Sinn, denn Sie können mit der Musik nichts anfangen. Niemand kann das.

Ich war wohl der einzige, der für die Vorgruppe da war. Die ganze Hütte war voller Spanier, die Frau Curra gefeiert haben, ein Hurrikan von Frau und mit Sprechchören besungene Post Punk-Veteranin, von der ich vorher noch nie gehört habe, aber die ich gut fand.

Der Colajack für 6,50 in diesem Urban Spree-Abstellraum war grauenhaft lasch, also habe ich gefragt was eine Flasche Rotwein kostet. 7 Euro sagte die ein wenig doofe studentische Aushilfskraft, also druckbetankte ich mich damit in kürzester Zeit. Ich stelle immer öfter fest, dass Whisky bei mir nicht mehr zieht, denn ich leere inzwischen geschmeidig eine Dreiviertelflasche pur an einem Abend ohne signifkant besoffen zu sein. Was bedeutet, dass ich damit beginnen muss zu variieren. Tequila. Wodka. Und wie hier Rotwein.

Dann war ich noch bei Henning Sedlmeir. Sicherlich ist er zu avantgarde für ein größeres Publikum. Zu intellektuell auch. Herr Sedlmeir ist ein netter, anziehend kaputter Typ, mit dem Sie sich nach so einem Konzert an der nächsten Bar festphilosophieren können. Und er ist locker so versoffen wie ich. Mit Typen wie Henning Sedlmeir nehme ich gerne die komplette Nacht über Drogen. Viele verschiedene. Und dann küsse ich sein schönes verwegenes Dreitagebartgesicht. Wenn er mag.

So. Gesoffen habe ich im Dolden Mädel am Kreuzberger Mehringdamm. Es ist ein bis in die letzte Ritze durchchoreographierter Laden. Exakt auf alle möglichen Touristen zugeschnitten, die einen kapitalen Bilderbuchpotemkin von Deutschland haben wollen. Lassen Sie in dem Laden auf jeden Fall die Finger vom Essen und konzentrieren sich besser nur auf das Bier, das ist sehr gut. Das Essen, das sie hier auch servieren, ist zu teuer, nicht gut genug und die Portionen zu klein. Ich aß zwei durchschnittliche Hauptgänge zu je 13 bis 16 Euro, um satt zu werden und ich bin normalerweise kein Schaufelbagger. Schwach. Dennoch in der Gesamtschau – das Essen beiseite gelassen – ist es ein guter Laden mit einem hervorragenden Service. Und ich bin froh, dass sie mich hier nicht mit einem Zwei-Stunden-Maximalfenster zur Türe hinaus genötigt haben wie das inzwischen immer mehr Lokale dieser Sorte machen, gerade in Kreuzberg, aber auch in Mitte. Und alles nur, weil die Leute dort zu viel Geld haben. Und deshalb zu viel Essen gehen. So dass es sich die Lokale leisten können, Tische nur für zwei Stunden zu vergeben, um die Einnahmen zu maximieren.

Has Mevlana, Döner, Schöneberg: Mein Kumpel, der freundliche Moslem, hat die Schmach vom letzten Monat nicht auf sich sitzenlassen können, dieser Mann von Ehre und Stolz präsentiert hier einen weiteren „Besten Döner der Stadt“. Naja. Geht so. Besser als letzte Woche war das schon, aber nicht so sehr, um Luftsprünge, Purzelbäume und den spontanen Wunsch, ein Kind zu zeugen nach sich zu ziehen. In Sachen Burger kennt er sich aus, bei Döner wird er hoffentlich nochmal nachlegen. Inshallah.

Banh Xeo Saigon, vietnamesisch, Prenzlauer Berg: Empfohlen mal wieder von dort, ein Blog, der leider seit einem halben Jahr nix mehr empfohlen hat. Groß, stark, richtig gut. Tut mir leid. Kein Haar in der Pho.

Orlando, sizilianisch, Prenzlauer Berg: Eine Empfehlung von der charmanten Frau Indica im Magazin Forum. Zwei Jahre alt, die Empfehlung, aber das Lokal gibt es immer noch. Gutes Zeichen für Prenzlauer Berg, da sich die Haltbarkeit von Lokalen hier zu oft zwischen anderthalb Monaten und einem Jahr abspielt. Aber ehrlich, mich befremden zunehmend diese Internet-Lobeshymnen auf sehr normale Restaurants. Ja, das war gut, auf jeden Fall gut, aber jetzt nichts, wofür ich drei A4-Seiten Überschwang auf eine Webseite bringen würde.

Faro, spanisch, Kreuzberg: Tapas und Zeug. Gut für Mittags, weil leer. Abends zu voll und eng. Wenn Sie okaye Tapas essen wollen, nehmen Sie das hier, wenn die Tapas herausragend sein sollen, dann doch besser die gute alte Taberna in Charlottenburg-Wilmersdorf.

Feinbergs, israelisch, Schöneberg: Von Herrn Feinberg lese ich öfter, besser gesagt ich lese über die abstoßenden Verwünschungen, die ihm Antisemiten zuschicken, weil er Israeli ist und in Berlin ein israelisches Restaurant betreibt. Das ertragen manche nicht. Natürlich ist das Essen gut, ich esse gerne arabisch und die israelische Küche ist dem sehr nah. Toll umgesetzt. Ein Teller israelischer Mischmasch kommt für 60 Euro an den Start und macht locker drei Leute satt.

L’Osteria am Mercedesplatz, italienisch, Friedrichshain: Eine Bank. Hier am Platz des Herstellers mit den besten Autos der Welt sitze ich immer, mache auswärtige Gäste des Borgwürfels glücklich und den vertrockneten Spesenabrechnungsknilch unglücklich, weil schon wieder flaschenweise Rotwein auf der Rechnung steht, den er nicht richtig verbucht bekommt. Ich weiß nicht was die alle immer von der Krise im Gastronomiewesen labern. Hier in Borgwürfelcity gibt es die nicht. Das Ding brummt. Sogar wochentagabends.

Teos Kebab, Döner, Charlottenburg: Prima. Das ist also ein Scheißdöner. Wirklich scheiße. Ein verkekster fettiger Scheißdreck. Muss es ja auch geben. Für nachts um 1, wenn hier die versammelte besoffene Horde aller Vollidioten dieser Welt zusammenfindet und rumbrüllt. Vorteil ist nur, dass der Backshop nebenan noch übler ist. Das hier ist eine wirklich üble Ecke um hungrig zu stranden.

Sammaki Talad Thai, Charlottenburg: Wenn Sie es im Dunstkreis des Fernostzentrums Kantstraße etwas gechillter als bei Onkel Lon Men haben wollen, dann gehen Sie besser hierher in die Seitenstraße. Und wenn Sie wie ich der freundlichen Thaifrau auf ihre freundliche Frage ein nicht weniger freundliches „Ja gerne, ich esse gerne scharf“ zuwerfen, dann bekommen Sie auch scharf. Aua. Ich habe geschwitzt ohne dass es warm in der Bude war. Mir lief die Brühe den Nacken hinunter. Hut ab.

Sunuraghe, sardisch, Neukölln: Burks war da 2017 mal essen und ich habe mich daran erinnert als ich kürzlich in der Gegend war. Güte war das schlimm. Schlimmes Essen. Zähes Schweinesteak, Dosenpfifferlinge, Dosenspargel und irritierend säuerliche Kartoffelstücke in einer zu reichlichen und unpassend salzigen Bratensoße, in der mir unterschwellig zu viel von Labor drin war und die den sinnlosen Eisbergsalat nebst sinnlosen Fleischtomaten sinnloserweise ersoff. Von seinem Wein hat das Lokal auch keine Ahnung und schenkt aus Verzweiflung einen schlimmen Chianti aus, der ganz schlimm nachfuselt und dessen einziger Vorteil ist, dass er ab einem halben Liter sehr gut besoffen macht, aber auch dann immer noch nicht schmeckt, sondern schlimm bleibt. Einer am Tisch hatte Pasta und das war nicht mehr als eine traurige orange und definitiv schlimme Sahnesuppe mit ein paar traurigen Nudeln und Zwiebeln drin. Und das schlimme Ding, das sie hier Pizza nennen … na gut, lassen wir das. Burks sagt, das Ding hier gäbe es seit 35 Jahren. Warum? Wie kann man damit so lange überleben? Und was soll das gewesen sein? Sardisch? Nee, bitte. Sardisch nur hier.

Das war der November. Mehr war nicht.

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