Gedankensudelei 06/19

Schon einmal eine Zerrung in der Arschbacke gehabt? Eklig. Sehr. Es braucht mehr Magnesium. Genauso wie Dehnen. Muss mehr gemacht werden. Sind jedoch beides Dinge, die ich tun will und doch nie tue.

Auf dem Land werfen sie Kühe um, hier in der Stadt Leihfahrräder.

Sinnloser Dialog bei einem dieser neuen Natursauerteighipsterbäcker: „Guten Tag, ich hätte gerne eine Haferkrone.“ „Du bist ganz in schwarz. Gehst du zu einer Beerdigung?“ „Ja. Zu Ihrer.“ „Nee aber echt jetzt. Ist doch total langweilig. Wenn du nur schwarz trägst.“ „… seufz …“ „Ja ist doch so.“ „Würden Sie mir jetzt mein Brot geben bitte?“

Sinnloser Monolog am öffentlichen Mülleimer: „Heh!“ „…?“ „Gib die mir!“ „….?“ „Gib die mir! Die Pfandflasche. Gib die mir!“ Berlin, deine ewigen Duzer. Sie können es nicht. Kein Auftreten. Kein Stil. Kein Niveau. Ein sinnloser Haufen Pöbelschmocks im öffentlichen Raum, der wie eine außer Kontrolle geratene Bordkanone kommuniziert.

Zuletzt noch eine sinnlose Ansprache im Fitnessstudio. Neben mir steht ein alter Sack, der mich an der Maschine begutachtet: „280 Pfund? Ich bin schon bei 300.“ „Mmmh, yo.“ „Dranbleiben, sag‘ ich immer. Immer schön dranbleiben.“ „Ja, prima. Wenn ich groß bin, will ich so toll werden wie Sie.“ Alles Affen. Haltet doch einfach alle euer Maul.

Bei einer Flasche bemerkenswert gutem kroatischen Rotwein habe ich festgestellt, dass Reinhard Haneld, mein väterlicher Online-Freund aus Duisburg tatsächlich tot ist. Ich habe das gewusst, registriert, aber verdrängt und wenn ich trinke, kommen die Gedanken an diesen besonderen Menschen wieder hoch. Hier ein Nachruf seiner VHS. Hier einer seiner beeindruckendsten Texte – er überlebte das Lächeln Enver Hoxhas. Prost, Kraska, wir sterben alle, mein Lieber, wir sterben alle.

Vom echten Tod zum Beinahe-Tod: Ich habe mein Smartphone in einen Topf mit heißer Erbsensuppe fallen lassen. Und es lebt noch.

Schläfrig. Wenn ich auf irgendeinem klimabewegten Onlineportal wie Spiegel, Zeit oder web.de die Überschrift lese „Klimaaktivisten blockieren…“, „Klimaaktivisten demonstrieren…“ oder „Klimaaktivisten stören…“ möchte ich einfach nur … chrrrrr … zzzzz ….

Klimaaktivisten sind medienprotegierte Nervbacken, ein aufgeblasener Popanz mit professionellstem Öffentlichkeitsarbeitsapparat, der das Land über alle Kanäle im Dauerfeuermodus beschallt. Aktivist mutiert im Moment sowieso zum Schimpfwort. Man sollte mal einen ehrlichen Duden erarbeiten:

Aktivist: Ein extrovertierter Arsch mit Nischenanliegen aus einem Wohlstandsbezirk, der seinen Mist zum existenziellen Problem aufbläst, während seine Unterstützer in den letzten übrig gebliebenen Hauptstadtmedienportalen hysterisch dazu im Takt tröten: „Berlin-Prenzlauer Berg: Aktivisten schlagen Alarm. Der Ausbau von Klettergerüsten auf den Spielplätzen des Bezirks geht nicht voran.“ Lalü Lalü. Alarma!

Feststellung: Nazi ist inzwischen ein immer passendes Allerweltsschimpfwort geworden. Seit das so ist, sehe auch ich um mich herum überall nur noch Nazis. Die Stadtreinigungsnazis reinigen die Stadt mit ihren scheppernden Stadtreinigungsnazifahrzeugen vor meinem Fenster exakt Samstags um 6 Uhr, wenn ich um 2:30 Uhr rotzevoll aus dem Cassiopeia gekommen bin. Die Naziampeln auf der Seestraße wurden von den Nazis der Verkehrsnazileitstelle so programmiert, dass sie immer rot werden, wenn ich dort ankomme, und die Schienenersatznazis von der Nazi-S-Bahn setzen immer zu wenige Busse ein. Nicht zu vergessen das Nazikind mit seinem Nazischlagzeug zwei Stockwerke über mir, dem ich irgendwann die Türe eintreten und dessen Nazitrommeln zu Nazitrommelbrei hacken werde. Und unten laufen derweil wieder die Ordnungsamtnazis durch die Gegend und schreiben Falschparker auf ohne jedoch für den Fahrradnazi zuständig zu sein, der mir auf dem Bürgersteig von hinten in die Hacken fährt. Rollernazis, hupende Autonazis, drecks Regionalnazibahn zum dummen Naziflughafen Schönefeld, die schon wieder so voll ist, dass sich die Nazitouristen wie Sardinen in die Naziwagen zwängen. Flanellhemdtragende Espressobohnennazis. Fähnchentragende Touristengruppennazis. Laufsportgruppenstaffelnazis. Junggesellinnennaziabschiede, die giggelnd Nazischnaps in Nazikondomen verkaufen. Ballyho. Ganz Berlin ist ein verdammtes Naziloch.

Dem Spätverkäufer gegenüber vom Borgwürfel habe ich aus Spaß erzählt, dass ich Zivilfahnder bin, als er mich frug, was ich denn arbeite. Seitdem bekomme ich immer Dinge geschenkt. Mal eine Cola. Mal ein Snickers. Der Mann macht definitiv gutes Wetter. Und hat ein paar Dinge am Laufen, über die der Zivilfahnder hinwegsehen soll.

Dafür kam mir im Juni auf dem Bürgersteig der Knaackstraße der erste E-Scooter-Nazi mit 30 Sachen entgegen gepest. Danke, Scheuer, für solche tollen Ideen. Dürfen die da jetzt eigentlich jetzt ganz offiziell rumheizen oder ist das streng genommen auch egal wie alles in Berlin, weil es eh keinen juckt?

Was noch? Das hier: Genderkrebs gibt es jetzt auch beim Arzt. „Das heißt ‚Ärztin‘, nicht ‚Arzt‘, blökt die Ärztin meinen Kleinen an, der recht unschuldig fragte, wie lange denn so ein Arzt immer arbeiten muss. Ja. Danke. Tschüß. Go fuck yourself. Gender ist auf jeden Fall ein Grund zum Hausarztwechseln.

Merke: Sie wissen, dass Sie in Berlin-Prenzlauer Berg sind, wenn Sie eine schöne dicke 2 Kilo-Lammkeule auf das Supermarktkassenfließband packen und Ihnen das Mütterchen von hinter Ihnen leise „Mörder…“ zuraunt.

Neben den ganzen Gigs auf dem WGT war ich den Monat nur auf einem Konzert: Deine Freunde. Sie machen Kinder-HipHop. Ich war mit dem Kind da. Streng genommen sah das Kind in einem abgesperrten Kinderbereich die Band alleine, wobei ich natürlich die vollen 30 Euro Eintritt gelatzt habe. Klasse Strategie. Doppelter Eintritt, obwohl nur einer den Kinderkram sehen will: Das Kind. Egal. Ich habe den Zwerg in den Kinderbereich vor der Bühne abgeworfen und mich zum Netflixschauen irgendwohin in eine Ecke verzogen, weil sie alle wieder da waren und hypernervös aufgedreht um den Kinderbereich umher hüpften anstatt einfach mal loszulassen: Hysterisch winkende Eltern, keifende Mütter, blökende Väter und fünfhunderttausend in die Luft gehaltene Smartphones. Eine ganze Armee voller Irrer in Birkenstockpantoffeln. Was für ein Elend. Eltern sind inzwischen im Querschnitt so kacke, dass es quietscht. Zum Glück gab es Alkohol zu kaufen. Konnte ich temporär gnädige Betäubung einschütten und vor mich hindämmern bis der Mist vorbei war. Der Gipfel aber: Sie haben da in der Zitadelle Spandau eine Reihenhaussiedlung an Dixiklos aufgestellt und wollen Geld für deren Benutzung. 50 Cent. Für vollgeschissene Dixiklos. Fickt euch doch alle selber. Dachte ich mir und habe nicht bezahlt. Ist auch nichts passiert. Keiner rannte mir nach. Geht doch.

Netflix-Scheißdreck des Monats: Man to Man. Überzogener Klamauk trifft klebrige Romantikschnulze trifft Pseudo-James Bond. Schlimm, wenn auch nicht so schlimm wie die letzte Staffel House of Cards. Zumindest können Sie koreanischen Produktionen davon ausgehen, dass auf diesen in westlichen Produktionen inzwischen üblichen feministischen Holzhammersermon alle paar Szenen verzichtet wird.

Statistische Selbstreferenz: Letzten Monat hier auf diesem Blog-Goblin mit unglaublichen 22 Klicks am Meisten aufgerufen: Nur Idioten in der Kiezsauna. Offenbar bekannt, das Problem. War mir ein Anliegen.

Essen. Veganes Mett hergestellt. Was für ein Scheißdreck. Tomatige völlig überwürzte furztrockene Krümelkacke. Fällt vom Brot. Schmeckt räudig. Macht nicht satt. Grässlich. Dürfen die Veganer gerne behalten. Ich koche lieber wieder Kaninchen.

Noch mehr Essen. Ich war an folgenden Orten mahlzeiten:

Mammam, asiatisch, Mitte: Ja doch, jaja, ich weiß, jeder Schlumpf nennt seine Bude jetzt „Street Food“. Der hier auch. Warum weiß kein Mensch. Wahrscheinlich weil es so cool hip klingt. Ergibt keinen Sinn das mit dem „Street“, denn ich esse in solchen Buden nie auf der Straße, sondern in einem stinknormalen vietnamesischen Restaurant, es ist nur wieder ein blöder Hypename, den sich jeder an die Bude klebt, damit alle denken, hier wäre die Station eines dieser superkreativen Foodtrucks, die am Wochenende Boxhagener Platz, Mauerpark und Kulturbrauerei penetrieren. Puh. Öde hier. Blöder Laden. Weit und breit nichts besonderes, keine raffinierten Gewürze, keine Schärfe, kein Biss, sondern nur der übliche Kram aus Eisbergsalatschnitzen, Koriander, Erdnüssen, Fisch- und Austernsoße. Aber das ist egal, denn Mittags hängt halb Berlin-Mitte hier ab und überschlägt sich kreischend darüber wie gut es hier schmeckt. Tut es nicht. Es ist hier im Vergleich zu tollen Buden wie dem Thai Snack in der Frankfurter Allee banal und langweilig. Lohnt nicht. Bleiben Sie weg. Sitzen eh zu viele blöde nervende Leute aus den abgefuckten Werbe- und Designertütübranchen hier drin. Und die braucht schon kein Mensch. Tür zu. Schlüssel wegwerfen. Fertig. Ein Stall lärmender Idioten weniger in der Stadt.

Marubi, Ramen, Prenzlauer Berg: Der Hype mit Korean Barbecue geht langsam vorüber, die ersten Läden schließen schon wieder. Jetzt sind japanische Ramen der neue Shit für zugehackte Duttträger mit Ohrtunneln. Der hier ist ganz okay, erreicht aber nicht die geschmacklich erstklasig filigrane Klasse des Takumi Nine in der Raumerstraße. Dafür bekommen Sie hier am Senefelderplatz auch ohne zu reservieren immer einen Tisch, Takumi Nine hat inzwischen einen Wartebereich für die ewige Warteschlange an bräsigen Prenzlauer Berg-Müttern, die den Laden dauerbelagern, was natürlich nervt.

Umami, asiatisch, Prenzlauer Berg: Asiatische Phase momentan. Der hier neben dem Wasserturm ist so gehypt wie blöd. Jedes dämliche Papablog und Pseudostadtmagazinidiotenportal war schon da und schreibt für ein gratis Mittagessen Lobeshymnen auf den Schuppen. Ja, ja, sicher, das Essen ist gut, aber das Drumhherum grauenhaft: Grässlich affektierter Service, der sich für Gottes Geschenk an Prenzlauer Berg hält, die blöden kleinen billigen Hocker könnten unbequemer nicht sein und es ist am Wochenende immer so voll, dass Sie über eng gepresste Leiber klettern müssen, um auf dem ungepflegten Klo pissen gehen zu können. Ich weiß nicht was die Leute hier alle wollen. Eng, unfreundlich, blöd. Schlumpfbude.

Spaghetteria Loreta, italienisch, Prenzlauer Berg: Gute Empfehlung von dort. Günstig gut, die Pasta manchmal etwas zu arg fettig und die Pizzen zu klein, aber im Ergebnis ist das hier gut, wirklich gut. Und nett. Webseite haben sie nicht. Auch egal. Finden Sie oben irgendwo Prenzlauer Allee Ecke Wichertstraße.

Arirang Bulgogi, koreanisch, Prenzlauer Berg: Nochmal grässlich. Wenn achtklassige Lokale wie dieses auf einer Welle surfen, ist eine Sache auf jeden Fall tot. Hier: Koreanisch. Fad. Langweilig. Geschmacklos. Lauwarm. Ganz schlimm. Orte wie diese braucht es nicht. Kochu Karu in der Eberswalder Straße wird aufgrund seiner Klasse vermutlich das einzige in der Gegend sein, das das zwangsläufige Absterben des Hypes überleben wird. Webseite von dem Ding? Nein. Muss auch nicht.

Goodtime, thailändisch, Mitte: Wer am Hausvogteiplatz essen geht, zahlt den Hausvogteiplatz mit. Hier in diesem pastellenen Bonzenreservat speist die Berlinmittemom, die mit Doc Martens und roten Schnürsenkeln an Batikkleid in ein Oberklasserestaurant wie dieses schlurft. Wobei ihre zur Schau getragene Revoluzzerattitüde nicht zu einem totsanierten Ort wie diesem passen mag. Sowieso hat das Lokal ein schauerliches Publikum. Berlin-Mitte ist eine Blase voller Aliens geworden. Reiche. Oligarchen. Politiker. Angeheiratete totoperierte Schnepfen. Westdeutsche Erbenmütter. Schleimige Hauptstadtjournalisten. Von meiner Arbeit alimentiertes RBB-Personal, das ein Programm produziert, das keiner von Verstand mehr kuckt. Und natürlich dumme laute Mütter. Eigentlich kann man hier als normaler Mensch nicht mehr essen gehen. Sollte man auch nicht. Der zugetackerte Service hier im Laden gibt sich auch wieder einmal betont gelangweilt, nimmt die Vorspeisen auf und ist dann spurlos verschwunden, so dass für lange Zeit niemand mehr Hauptspeisen bestellen kann. Mitte eben. Und für das was man kriegt, solides, aber übersichtliches Essen, ist das hier zu teuer. Mitte eben. Zwei Personen 100 €. Bitte nicht noch einmal. Genauso gut esse ich anderswo für ein Viertel. Ohne das ganze Gesocks.

Der Hahn ist tot!, französisch, Prenzlauer Berg: In manche Lokale gehe ich nur aufgrund des Namens rein. Der Hahn ist tot. Der Schlumpf ist grün. Die Mauer muss weg. Witzig, doch nein, auch das hier bitte nicht noch einmal. Was für eine Chaotenbude. Vier Frauen und völlige Überforderung mit einer kleinen Handvoll an Gästen. Vorspeise vergurkt, Menükarten vertauscht, Wein vergessen, Rechnung nicht gebracht, Schnaps verkackt. Und das Menü an der Menütafel stimmt gar nicht, was Sie erst erfahren, wenn Ihnen eine völlig andere Vorspeise serviert wird als vor einer Viertelstunde bestellt wurde. Ja. Ich weiß. Perfektion ist langweilig und Schlumpfigkeit bis zu einem überschaubaren Grad sympathisch, doch irgendwann kippt die Sache und nervt nur noch wie die windschiefen wackelnden Tische in diesem Lokal, an denen Sie so vorsichtig essen müssen als würden Sie gerade am offenen Herzen operieren. Das Essen ist in Ordnung, aber nichts, was Begeisterung oder den Wunsch, jetzt sofort noch mehr Kinder zu zeugen nach sich zieht. Zwei Personen 90 Euro. Für so eine Chaotenbude deutlich zu viel.

Blackbeards, Barbecue, Prenzlauer Berg: Recht gute Spareribs, okaye Burger, grässliche Pommes. Aber schon wieder diese karohemdigen Vollbärte mit Dutts und Ohrtunneln. Mann, die Zehnerjahre sind jetzt bald vorbei. Sterben die denn nie aus? Irgendwann müssen diese dämlichen Männerdutts, die Vollbärte und blöden Ohrtunnel doch ersetzt werden durch den nächsten Scheißdreck. Keine Ahnung. Ochsenringe durch die Nase. Silberbolzen in der Stirn. Gesichtstattoos. Stierhufe an den Zehen. Egal. Und wenn das dann kommt, werden auch sie alle in dieser Hipsterbude sitzen, 10-Euro-Burger essen und Craftbier trinken. Böööh.

Freischwimmer, Restaurant, Kreuzberg: Keine Ahnung, warum das hier immer voll ist. Wahrscheinlich nur wegen der Lage am Wasser. Das Essen kann es nicht sein, das ist durchschnittlich, die Preise auch nicht, die sind zu hoch, die Klos nicht, die sind so räudig wie in einer Junkiebutze und der Service erst recht nicht, der ist unter allen Schlümpfen das Schlumpfigste, was ich diesen Monat erlebt habe. Bestellungen vergessen, Essen vertauscht, dann das Falsche gebracht und irgendwann sich gar nicht mehr blicken lassen, sondern zehn Leute zwanzig Minuten vor leergefressenen Tellern sitzengelassen. Schlumpfbude. Schickt die Touristen da rein, dafür reicht’s.

Machete, mexikanisch, Friedrichshain: Von Schlumpf zu Schlumpf zu Schlumpf. Sie wollen mal schnell einen Burrito ziehen? Nicht hier. Hier können Sie satte 20 Minuten auf ihrem Platz sitzen, ohne dass irgendwas passiert. Sie werden zwar bemerkt, doch niemand kommt. Wenn Sie dann schließlich an der Theke bestellen, kann es für einen lausigen Burrito, der für die mexikanische Ausrichtung irritierend banal schmeckt, noch einmal 45 Minuten dauern, da das Lokal permanent mit Foodora- und Deliveroo-Bestellungen bombadiert wird, die es nicht verarbeiten kann, weil es zu wenig Personal hierfür vorhält. Dafür werden Sie, wenn Sie freundlich nach Ihrem Essen fragen, belehrt, dass Sie auch hätten telefonisch vorbestellen können. Nee. Ich hab‘ ne bessere Idee: Ich geh‘ nicht mehr hier hin. Macht eh Blähungen, das Zeug. Ich habe so viel gefurzt, dass ich ganz alleine das Erreichen der deutschen Klimaziele ins Jahr 2075 verschoben habe. Wahrscheinlich habe ich sogar ein neues Ozonloch in die Stratosphäre gefurzt, wer weiß das schon..

Wenn Sie sich in der Gegend ums Ostkreuz mit einem Geschäftsessen nicht blamieren wollen, nehmen Sie doch das Hüftgold nebenan. Welten, ach was, Universen, ich sach Ihnen…

Um gut zu essen muss ich wohl nach Auswärts:

Weinhaus Wöhler, Schwerin: Lange nicht mehr so gut gegessen. Und für 13 Euro bekommen Sie hier einen riesigen sehr feinen Käseteller, mit dem das Lokal hier bei dieser Menge unmöglich Gewinn machen kann. Spendabel. Großartig. Ganz weit vorne. Respekt.

Dafür gibt es im Rostocker Kröpeliner Tor Center unten eine Bude namens „Long Food“, die sich „Original Thai“ nennt, aber Stäbchen hat. Finde den Fehler. Gegessen habe ich dort eine Kokos-Curry-Suppe mit trauriger Gemüseeinlage. Schmeckte nach nichts. Grauenhaft.

Und in Bremen war ich auch. Beim Bremer Pizza King. Laut Internet gibt es dort die beste Pizza Bremens. Gut, wenn das die beste Pizza Bremens sein soll, werden die mittelmäßigen wohl für die Tierzucht gebacken. Der Laden ist zum Pizzaabgewöhnen. Völlig überladener Belag, dadurch nässt der verbrannte Boden komplett durch und schafft das Wunder, gleichzeitig verbrannt und labberig zu sein. Da hilft dann auch die Käsemasse nicht mehr, die zwar nach nichts schmeckt, aber mir immerhin eine Brandblase in die Mundhöhlendecke gezwiebelt hat. Bravo, Bremen, eine Pizza wie die Stadt. Obwohl, auf irgendeine perverse Weise hat Bremen Charme. Bremen ist noch richtig schön ungentrifiziert, ein typisch sozialdemokratisch schlumpfig regiertes 80er-Jahre-Fossil. Davon gibt es nicht mehr viel. Im Ergebnis Äonen sympathischer als Berlin-Mitte.

So. Aus. Aus. Das Spiel ist aus. Das war der Juni. Mehr war nicht.