Mein blöder kleiner Kackspäti lebt immer noch

In meinem in jeder Hinsicht voll korrekten Biedermeier- und Vorzeigebezirk Prenzlauer Berg gibt es nur noch wenige Ecken, in denen Sie als Mann noch Mann sein können und nicht devoter kinderwagenschiebender endstadiumsgegenderter Butterweichkeks, der so mitleiderregend durch die Straßen schlurft wie ein kastrierter Schäferhund auf Dackelbeinen.

Die Einschläge jedoch kommen näher, es ist nur noch wenig Unterholz für vom Aussterben bedrohte Jäger übrig, das noch nicht von biofeministischem Napalm entlaubt wurde.

Dort im Unterholz wird Pennerglück in kleinen wie großen Flaschen verkauft, hier gibt es Chips, Schokolade, Kippen und tatsächlich noch diese kleinen in braunem Knisterpapier verpackten Underberg-Flaschen aus dem Paläozän, aber vor allem finden hier noch erfrischend böse Gespräche ohne die Aufsicht politisch und ökologisch hyperkorrekter Peta-Mamis statt, die in ihren Birkenstocksandalen den öffentlichen Raum meines Bezirks regieren; ein Mitschnitt:

„Yo allet klar?“

„Klar. Selbst?“

„Ach, Arbeit scheiße. Chef nervt.“

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(Merke: Arbeit nicht gut finden = böse, dabei fluchen = doppelt böse (Vorbild, hallo?), keine Chefin haben = dreifach böse)
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„Hier, ick nehm ma nen Sechser Becks und den Jägi hier.“

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(Merke: Alkohol außerhalb von ingwer- und rhabarberlastigen Cocktails in kindergerechten Szenebars = böse)
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„Kiek an, warste einkoofn?“

„Nu eigentlich wollt ick ja’n paar Bananen, aber et jibt überall nur diese arschteure Bio-Scheiße. Hab ick’n paniertet Tiefkühlschnitzel jekooft, is billiger.“

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(Merke: Bio nicht gut finden = böse, dabei fluchen = doppelt böse (hallo, Vorbild?), Fleisch ohne Biosiegel kaufen = Bestie in Menschengestalt)
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„Mann mann mann kiek ma raus, überall diese Rotzbälger, wo de hinkuckst gleich fünfe von die Teppichratten.“

„Ja mann voll die Seuche. Wo de hintrittst haste so’n Zwerg am Hacken…“

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(Merke: Kinder nicht gut finden = ultraböse, irgendwas zwischen Hitler, Putin und Saddam)
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„Boar und die scheiß Fahrradfahrer erst, Alter. Heute hat mir wieder einer volle Breitseite umjeholzt, warum fahrn die Arschmaden nich uffe Straße?“

„Det is doch noch jar nüscht – mir hat jestern eener uffn Bürgersteig wegklingeln wollen. Fährt hinter mich und klingelt wie bekloppt, der Honk, ick soll zur Seite jehn. Bin ick nich zur Seite jejangen – isser mir hinten rin jefahrn und hat jeschrien.“

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(Merke: Gute superkorrekte CO2-neutrale Prenzlauer Berg-Radfahrer nicht gut finden = böse, dabei wüste Beschimpfungen gegen gute superkorrekte Prenzlauer Berg-Radfahrer ausstoßen = doppelt böse)
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„Und zuhause allet schick?“

„Boar nee ey, meine Alte geht mir voll auf den Senkel.“

„Yo det kenn ick, det kenn ick. Weiber, ick sach dir…“

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(Merke: Frauenfeindlich = Das Schlimmste, das es auf dieser Erde gibt, Teufel in Menschengestalt, Hitler, Putin und Saddam in einer Person mit einer Prise Mengele und Pol Pot)
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„Yo tschö bis denne hau rin.“

„Yo rinjehauen.“

Natürlich würde ich nie zugeben, dass man in meinem blöden kleinen Kackspäti (für Westler: Trinkhalle) bei mir im Kiez solche Gespräche führt, denn wenn der Feind von diesem verborgenen Ort Wind bekommt, ist da morgen ganz schnell ein Laden für gebrauchte Babystrampler, ein in Batik gemalerter Bastelladen, ein toskanisches Sojamilch-Café oder ein Demeterbäcker mit angeschlossenem Fahrradverleih reingentrifiziert.