Die Grinsekatze vom Hard Rock Cafe

Die Grinsekatze spricht: „Hallo, ein herzliches Willkommen im Hard Rock Cafe, schön dass ihr da seid, ich bin Felix, euer Gastgeber für heute Abend. Darf ich euch zu eurem Platz begleiten?“ Verdammt, was ist das, ich muss im Hard Rock Cafe sein, einem dieser durchchoreographierten Amischuppen, in dem der Service so tun muss als liebe er seine Kundschaft über alles, hätte er den ganzen Tag voll irre gute Laune und täte im Moment nichts lieber als einen Stall nerviger Touristen und finster blickende Berliner zu bedienen. Die gute Laune ist dabei

„Was darf ich bringen?“

nicht nur überhaupt nicht ansteckend, sondern auch nicht ansatzweise glaubwürdig. Felix

„Alles okay soweit?“

tut nicht nur so, als würde ihm morgens zum Aufstehen schon die Sonne aus dem Hintern scheinen und seine Exkremente nach Vanille riechen lassen, nein er ist derart penetrant am Dauergutelaunemachen als würde draußen nicht einer dieser missmutigen Berliner Scheißabende karmamäßig vor sich hin krepieren, sondern

„Noch was trinken?“

ein heißer wolkenloser Sommertag am Strand von Malibu und er hält neben einem Surfbrett eine strahlende Pamela Anderson (vor 30 Jahren) im Arm. Dieser Felix

„Alles im Ordnung bei euch?“

rennt zudem ekstatisch von Tisch zu Tisch wie ein Erdmännchen auf Speed und spult sein im zweiwöchigen Hard-Rock-Cafe-Rookie-Trainee-Workshop auswendig gelerntes Wohlfühlprogramm ab, das vor allem daraus besteht, dem Gast alle Augenblicke die Frage nach dessen Wohlbefinden zu stellen, um franchisekonformes und nicht zuletzt umsatzsteigerndes Interesse zu heucheln, wogegen zwar grundsätzlich

„Darf´s noch was sein?“

nichts zu sagen ist, da sich die Repräsentanten des Berliner Gastrogewerbes meist viel lieber durch plakatives Desinteresse an jemandem, der so blöd ist bei ihnen zu essen, auszeichnen, insofern ist jede professionell geheuchelte Hinwendung zum Gast zu Beginn erst mal

„Alles klar bei euch?“

irritierend wohltuend, fängt aber hier im Hard Rock Cafe sehr schnell an zu stressen, wenn so ein aufgedrehter Lilalaunegummiball wie Felix alle paar Minuten angeschissen kommt und seine

„Na? Alles gut bei euch?“

Routinefrage wie eine Blendgranate

„Na ihr Lieben? Jemand noch was?“

zwischen die Gespräche wirft. Immerhin

„Ihr seid zufrieden?“

ist das

„Alles klar soweit?“

Essen hier so gut

„Darf ich noch was bringen?“

dass ich dafür sogar hierher an den Kurfürstendamm – Moment, ich muss mal kurz Felix töten.

– KLONK! –

So. Da liegt er nun. Erschlagen von dem Holzbrett des riesigen Cheeseburgers, auf dem sich nun sein Blut mit den Resten des Ketchups mischt. Tragisch.