Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (40)

Heute stehe ich in einem dieser Propagandatempel für Homöopathie, die sie in Prenzlauer Berg aus irgendeinem Grund immer noch Apotheken nennen.

„Guten Morgen, vier Packungen Paracetamol bitte.“

„Wofür brauchen Sie denn vier Packungen Paracetamol?“

„Ich möchte mich töten. Wofür denn sonst?“

„Im Ernst. Ich muss das fragen. Das sind viele Tabletten.“

„Ja.“

„Bei einer so großen Menge sind wir gehalten nachzufragen.“

„Warum?“

„Weil das eine große Menge ist.“

„Was Sie da machen, ist ein Zirkelschluss. Viel Schokolade macht Bauchweh, weil Bauchweh von viel Schokolade kommt.“

„Bitte?“

„Ich verstehe den Sinn Ihrer Nachfrage nicht.“

„Wir wollen eben, dass nichts passiert.“

„Sie bemuttern fremde Menschen.“

„Wenn Sie es so sehen.“

„Ich sehe es so.“

„Seien Sie doch froh, dass jemand nachfragt.“

„Na gut, ich bin froh und sage Ihnen, wofür ich das ganze Paracetamol brauche: Ich bin hochgradiger Alkoholiker, das bedingt die Aufnahme von Paracetamol im Vollsuff bereits vor dem Schlafengehen, damit die Kopfschmerzen am nächsten Tag nicht gar so schlimm werden. Trotz dessen treten manchmal heftige Kopfschmerzen auf, aber immer nur, wenn ich zusätzlich zum Saufen noch gekokst und onaniert habe. Wo da jetzt der medizinische Zusammenhang ist weiß ich leider auch nicht. Geben Sie mir jetzt mein Paracetamol?“

„Das macht 8,80 Euro.“

„Bitte sehr.“

„Danke.“

„Tschüss.“

„Tschüss.“

Last Exit Honkistan.

 


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