Benimm dich, Sachse

Nie­mand wählt Nazis oder wird einer, weil er sich über deren Ziele täuscht, – das Gegenteil ist der Fall; Nazis sind Nazis, weil sie welche sein wollen.
Wiglaf Droste

Zorn ist produktiver als Scham. Auge um Auge.
Icke


Da sind sie wieder. Zurück in den Medien. Hässliche brüllende Sachsen, die ausrasten, Händchen heben und Dinge auf Menschen werfen. Niemand wollte sie haben da unten in ihrem Tal der Beschränkten und Bekloppten. Magdeburger. Thüringer. Rostocker. Selbst Brandenburger. Kriegen wir irgendwie integriert. Kein Problem. Nur Typen wie Sachsen hatte 1990 niemand auf der Rechnung, doch jetzt sind sie wieder da. In ihrer ganzen Pracht. Und wir werden sie nicht mehr los.

Ich weiß nicht, wie jemand auf die Idee kam, aus einem Bürgerkriegsland Geflüchtete ausgerechnet nach Sachsen zu schicken. In das Land des ständigen geistigen Bürgerkriegs. Die können mit Hilfesuchenden dort gar nicht umgehen. Das überfordert die intellektuell. Menschlich. Emotional sowieso. Das können sie da nicht. Sachsen kann sowieso nichts, was mit einem angemessenen Auftritt vor der Weltgeschichte zu tun hat. Größe. Empathie. Menschlichkeit. Bringen sie nicht. Sachsen ist in der Familie der Bundesländer der aufgedunsene Onkel mit den geplatzten Adern auf der Säufernase, der nach einer halben Flasche Jägermeister mit Speichelnestern am Mundwinkel „Ex oder Jude!“ brüllt, wonach jeder betreten wegschaut und hofft, dass dieses dumme Schwein endlich auf dem Klo beim Scheißen an seiner Kotze erstickt, was aber nie passiert, denn der kommt einfach immer wieder aufs Neue zu jeder Familienfeier zurück wie ein verdammter Bumerang, benimmt sich daneben und freut sich, wenn alle anderen das Gesicht angeekelt verziehen, nur weil er wieder „Neger“ sagt, sich danach feixend die Hand vor den Mund hält, als hätte er gerade laut gefurzt, und als Gimmick ein larmoyantes „Ups, das darf man ja heutzutage nicht mehr sagen“ in die Runde lallt.

Der Sachse in seiner Außenwirkung ist einfach nur ein Arsch. Ein menschlicher Totalausfall. Eine inhumanitäre Katastrophe auf zwei Beinen. Egal wo Sie hinschauen, auf allen Kanälen keifen dumme hirntote Säufer, die Ausländer hassen. Eine Asozialenparade. Unterbelichtete Rassisten. Die sogar eine Kloake wie Facebook zuscheißen. Ständig schwankend zwischen Weinerlichkeit und Wutausbruch. Einer schlimmer als der andere. Ich weiß wirklich nicht, wer auf die Idee kommt, ausgerechnet dort schon genug gebeutelte Syrer anzusiedeln. Was sollen die da lernen? Wohin sollen die sich integrieren? Wen als Vorbild nehmen? Schon sprachlich ist die Gegend schwierig. Diese Mundart, über die ganz Deutschland lacht, taugt für nix, außer dafür, im Hirnamputiertenprogramm von RTL 2 vorgeführt und komplett lächerlich gemacht zu werden. Jeder Comedian, der was auf sich hält, hat einen Sachsen im Repertoire, der für den ultimativen Vollidioten steht. Wenn auf Partys nichts mehr geht, äffen Sie doch einfach einen Sachsen nach. Der Knaller. Lacher garantiert. Geht ganz einfach. Diese Ös. Diese Äs. Diese Üs. Diese ganzen verdammten Umlaute an Stellen, an denen sie nichts verloren haben. Geht gar nicht. So einer wie Jens Weißflog kann eine Million Goldmedaillen gewinnen – wenn er nur einmal kurz mal das Maul aufmacht, weil ihm ein fahrlässiger Sportreporter ein Mikro vors oberlippenbärtige Gesicht hält, prustet Papa Kasupke aus Rudow vor Lachen sein Schultheiss an die Eichenwand. Gleiches gilt für Michael Ballack. Ein Traumfußballer. Außer wenn er spricht. So ist Sachsen. An Lächerlichkeit der eigenen Außendarstellung nicht zu überbieten. Ein Landstrich als Unfall. Ein Versehen. Ein Irrtum. Mit wandelnden Karikaturen als Bewohner. Da lobe ich mir doch Schwaben. Die sprechen zwar auch nicht besser, aber scheißen wenigstens Geld, mit dem sie die Wirtschaft und Sozialsysteme des ganzen Landes und damit nicht zuletzt meine heruntergekommene Hauptstadt in Gang halten. Und noch besser: Schwaben fackeln keine Ausländer ab und ziehen sich – abgesehen von diesen potthässlichen Birkenstocks und den aus irgendeinem Grund unausrottbaren Jack Wolfskin-Jacken – anständig an. Der Sachse hingegen hat nichts. Kein Auftreten. Keine Contenance. Kein Stil. Nur Jogginghose. Pilsatordose. Adiletten vom Polenmarkt. Und den Mettigel mit Stacheln aus rohen Gemüsezwiebeln. Den hält er dann beim Angrillen für den Gipfel von Kultur. Hurra.

Überhaupt: Was für ein fürchterliches Zeug sie dort essen. Bockwurst. Mit Bautzener Senf. Frühstücksfleisch. Grützwurst. Nicht mal für Knödel wie ein paar Meter weiter bei den zivilisierten Böhmen oder den freundlichen Thüringern hat es gereicht. Die ganzen vernebelten Spinner dieser gottvergessenen Gegend leben im Prinzip nur für McDonalds. Deshalb steht auch an jeder Autobahnabfahrt einer. Sachsen. Das Elend aller Elende. Außer Jens Weißflog nur Walter Ulbricht hervorgebracht. Und als Beitrag zur Antikultur: Die Prinzen. Na Glückwunsch.

Jetzt rasten sie also aus. Treten wieder einmal nach ganz unten und vergessen alles, was sie sind, was sie früher waren, wo sie herkommen, die ganze Hilfe, die sie in Anspruch genommen haben und immer noch nehmen, in ihrer untragbaren Situation zwischen abgebrochener Lehre, tiefergelegtem lila Ford Fiesta mit Heckspoiler und dem Frei.Wild-Schriftzug darüber, furchtbar schlecht gestochenen Tattoos, traurigem Minutensteak und billigem Alkohol, während das Geld anderer seit Jahrzehnten in ihrer Infrastruktur versenkt wird, weit mehr als alle aufgenommenen Syrer in ihren Leben verballern können. Die ganzen Autobahnen. Die verdammten angemalten Fassaden. Die ganzen sinnlosen Brücken. Schwimmbäder, in denen sie sich im Sommer bei 30 Grad mit Pflaumenlikör das wenige Licht zwischen den Ohren ausblasen. Von meinem Geld. Von meinem Soli. Steuern sowieso. Und wieder eine Sporthalle. Oder gleich ein Stadion. Bushaltestellen. Neue Straßenbahnen. Parktaschen. Elbschifffahrt. Kunst am Bau. Und noch eine Bibliothek. Dabei lesen die da gar nicht. Wie auch? Wenn Sie sich ungestört unterhalten wollen ohne dass Sachsen Sie verstehen sollen, dann bauen Sie ganz einfach ausreichend Nebensätze in Ihre Konversation ein. Alles mit Nebensätzen ist für die Chinesisch. Swahili. Urdu. Können die nicht. Raffen die nicht. Die Ronnys. Enricos. Oder Dietmar.

Hey. Hallo. Bitte nicht falsch verstehen, ich bin kein Sachsenfeind, aber … die sind einfach alle Nazis. Da kann ich doch nichts für. Das werd‘ ich doch wohl sagen dürfen. Echt mal. Ich sage nur wie es ist. Nein. Ja. Bitte. Chill. Ich habe wirklich nichts gegen Sachsen, einer meiner besten Freunde ist Sachse. Na sicher doch, ich habe auch meinen Sachsen, der gar nicht so ist wie alle anderen. Die Ausnahme. Jeder hat einen. Oder sollte einen haben.

Kann sein, dass manche Sachsen auch einen Syrer haben. Einen, der keine fünf Smartphones mit zehn Flatrates hat. Der nicht im Mercedes zurück in die Baracke gefahren wird. Abgeholt vom Drogen verticken an kleine sächsische Kinder. Einer, der keine speckige Mandy mit nachlässig blondierten Haaren und peinlichen Ohrtunneln im Gebüsch vergewaltigt. Und sie danach gegen drei Kamele eintauschen will. Ein Syrer, der ein guter Kumpel ist. So wie der Dönertürke am Bahnhof von Grimma, bei dem es das Sternburg für ’nen Euro gibt. Und ein paar Zichten. Mit Streichhölzern. Aus Riesa. Der kurz nach Mitternacht beim Saubermachen nochmal die Butze aufmacht, weil der Sachse noch nicht zu seiner frustrierten Alten ins Bett will ohne sich das Desaster, das sein Leben ist, mit zwei, drei Extrapullen noch schöner zu saufen als sowieso schon.

Ja. Kamm. Scheren. Alle. Klar doch. Immer. Auge um Auge. Syrer. Sachsen. So sind die. Einer wie der andere. Mein Freund ist Sachse. Ist er wirklich. Und der kann tatsächlich deutsch. Stolperfrei. Mit Nebensätzen. Er zündet auch keine Ausländer an. Und pinkelt nicht auf Einwanderer-Kinder, die S-Bahn fahren. Ein cooler Typ, mein Sachse. Und nur der. Alle anderen kannste in der Pfeife rauchen in ihrem Tal der Beschränkten und Bekloppten. Diesem Sammelbecken der Kloppis und Pleppos. Diesem entzündeten Pickel am Arsch des Landes. Diesem kackbraunen Haufen ungebildeter Beschränkter ohne Hirn. Nicht vorzeigbar. Eine Peinlichkeit. Will keiner haben. Braucht keiner. Sollen die doch dahin gehen wo die herkommen. Rausschmeißen. Zaun drum. Schlüssel wegwerfen. Runterschlucken. In der Spree versenken. Einschmelzen. Ehrlich. Das wird man. Doch. Mal sagen. Dürfen. Yolo.