Google und die Sache über Männer

Der famose Shhhh hat aus Googles Autoergänzungen einen dadaistischen Text gebastelt, was einen Kommentatoren gleich darauf das Ende der Welt Literatur konstatieren lässt.

Darin hat er Recht. Natürlich ist die Literatur am Ende. Seitdem jeder Affe sein Geschmiere auf depressivdunklen Blogs veröffentlichen kann, entwertet das alles, was wir früher unter Literatur verstanden haben. Inflation. Zu viele Schreiber. Zu wenige Verlage und die haben zu wenig Nachfrage. Dazu kommt eine sprachlich vernachlässigte Jugend, die in ihren Bildungsruinen, die sie aus irgendeinem Grund immer noch Schulen nennen, erfolgreich zu funktionaler Verfügungsmasse der Wirtschaft herangezüchtet wird. Literatur hat da keinen Platz mehr, zumindest abseits des Boulevards, denn Bestseller über den fünftausendsten Serienkiller, der mit immer kreativeren Methoden seine Opfer um ihr Leben bringt, so dass selbst Saw I – XXV dagegen wie eine lineare Reihe wirkt, hysterische Verschwörungsbücher oder halbgare Dominanzfantasien für sexuell vernachlässigte Hausfrauen werden immer gehen. Gepusht von Bild, Bams, SpOn. In diese Kommunikationskanäle müssen Sie rein, wenn Sie was werden wollen, wenn Sie was verkaufen wollen, wenn Sie berühmt werden wollen. Connections. Vitamin B. Mit den richtigen Entscheidern schlafen. Ihr Ding platzieren.

Alles andere sind nur Blogger.

So lasst den Automaten Dinge schreiben. Her mit dem Buchpreis für ein dahingegoogeltes Buch. Mal schauen, wohin der Algorithmus mich gehen lässt:

Männer sollten nicht heiraten
nicht heiraten Islam
Islam in Deutschland
In Deutschland lebende Schlangen
lebende Schlangen kaufen
kaufen oder mieten
mieten oder kaufen rechner

Und schwups, der Bogen zu Prenzlauer Berg. Na bravo. Allein, so richtig gut ist das auch nicht.