Weißenseer Wortspielhölle

In Weißensee nähe Antonplatz macht ein Autohaus ganz tolle Werbung:

Ich weiß gar nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Anton, Platz! Also der Hund … hahaha raaaah …. soll Platz machen. Der heißt wohl Anton. Anton, Platz! Wie der Antonplatz, der Platz, an dem sich das Autohaus angeblich befindet, was aber gar nicht stimmt, weil es bis zum Antonplatz bestimmt noch locker einen ganzen Kilometer hin ist, aber das macht ja nix, ich kann ja auch behaupten, dass ich der Stevenson von der Copacabana bin oder der Stevenson vom Times Square oder der Stevenson vom Kometen Hyakutake, kann keiner was sagen, kann ich ja machen, auch wenn es lachhaft ist, wenn die Leute dann rausfinden, dass das gar nicht stimmt.

Anton … Platz!

Haha.

Ha.

H.

Ich spring‘ vom Fernsehturm. Was für ein irrer Gag aus dem Käfig voller Narren direkt aus der Wortwitzhölle, für den man jeden Comedian von der Bühne direkt auf den Grill schmeißen würde, wenn es nicht so traurig wäre, dass man Mitleid bekäme.

Und überhaupt Autohäuser. Die sind so wie Autohäuser eben so sind: Die Reparatur zu teuer, die Wartung zu teuer und man hat immer dieses schale, aber dennoch mal wieder unbeweisbare Gefühl, über den Verkaufstresen gezogen worden zu sein, wenn es dann doch wieder doppelt so teuer wird als auf dem Kostenvoranschlag stand, den man sich vorher wie immer so verdammt hart erkämpfen musste und den man sich dann doch aufs Scheißhaus nageln kann, weil immer zufällig etwas entdeckt wird, was unbedingt ausgetauscht werden muss, weil sonst das Auto explodiert oder sich selbst in die Umlaufbahn des Jupiter katapultiert und überhaupt in einem halben Jahr alles noch viel teurer wird, wenn jetzt nicht sofort, also unverzüglich, gestern schon quasi gehandelt wird und die unzähligen Fehler des Vorgängers – oh Gott welcher Amateur hat denn dieses Teil hier eingebaut? – durch den einzigen Profi dieser Stadt (jaja) ausgebügelt werden. Nepp mich. Zeck mich. Lutsch mich aus. Ich habe keine Ahnung von gar nix, Werkstattmeister. Das perfekte Opfer. Na klar.

Und hey, seit Motoren nicht mehr aus Komponenten, sondern aus einem unidentifizierbaren borgwürfelgleichen Metallblock mit einer irren Elektronik bestehen, die das Auto bei jedem kleinen Fehlverhalten wie Nichtanschnallen, Zu-Dicht-Parken oder Zu-Schnell-Fahren wie bescheuert piepen lässt (mein Navi ruft im Zehn-Sekunden-Takt zusätzlich zum Piepen „Achtung!“, wenn ich zu schnell fahre, ich fass‘ es nicht, ich werde von einer Maschine gemaßregelt, wahrscheinlich sprechen mich Autos in Zukunft tadelnd mit Namen an, wenn ich mich während der Fahrt an den Eiern kratze oder furze, weil der elektronische Eierkratzdetektor oder der Geruchsfühler so ein Verhalten ungehörig findet – Piiiiep! „Herr Stevenson! Bitte während der Fahrt nicht die Geschlechtsorgane anfassen! Unfallgefahr!“ Piiiiiep!), kann ich noch nicht einmal selbst nachvollziehen, ob die 1.370,38 Euro-Reparatur nun wirklich notwendig war. Hässliche Welt.