Passau: Der verdammt nochmal protzigste Dom aller Zeiten (DvnpDaZ)

Ein Kurztrip nach Passau.

Und dabei festgestellt: Passau hat einen Dom. Und was für einen.

Von außen ist das Ding gar nicht mal so beeindruckend, doch umso mehr von innen.

Ich habe schon viele religiöse Stätten gesehen, die kitschige Frauenkirche in Dresden, Dome hier, Dome da, Dome tralala, uralte gruselige Steinkirchen in Irland, die sich perfekt für hirnfressende Zombiefilme oder Emo-Kinderzimmer eignen, Moscheen, Stupas, Schreine, Hakenkreuztempel und sogar die Orte der neuen alten Religion, fruchtbar und vermehrend, Hort der Brüllzwerge und der glutenfreien Sojamilch: Kindercafés in Prenzlauer Berg.

Und deshalb stelle ich fest, dass mir hier in Passau das prunkvollste religiöse Bauwerk meiner touristischen Laufbahn begegnet ist – noch dazu restauriert bis in die Fingerkuppe der heiligen Katharina. Bayern. Respekt. Nicht kleckern. Protzen. Aus dem vollen schöpfen. Reinhau’n. Zeigen was so geht in Gottes Steuerzahlers Reich. Knockout. In Farbe und bunt. Zum glatt gläubig werden. Eine Sehenswürdigkeit, die Maßstäbe setzt für andere, die sich Sehenswürdigkeit nennen und doch keine sind.

Berlin hat auch einen Dom. Schräg gegenüber dieses tollen neuen Hohenzollernfetischdings, Stadtschloss genannt. Dieser Dom dort ist wie alles in Berlin: Vernachlässigt und irgendwie schäbig.

Nun, es ist der Fluch des langsamen und unvermeidlichen Älterwerdens, dass ich nur noch schwer zu beeindrucken bin, aber hier in Passau hatte ich es wieder. Man müsste mal nach Neuschwanstein, Japaner fotografieren. Soll auch schön sein.