Lass mal netzwerken – Links vom 26. Oktober 2014

Gelesen habe ich das da (heute mit viel Eiferercontent):

Stützen der GesellschaftWizorek und Pirincci – was bringt Hass im Internet?
Was das bringt? Nix. Bringt nix. Das Einzige, das mich angesichts der Shitstormereien immer wieder beruhigt, ist: Jede totalitäre Bewegung, die ihre Mission mit abstoßender Verbissenheit und penetranter Dauerhysteriesirene verfolgt, provoziert immer auch eine Gegenbewegung, die mit Freude dagegen hält – und wenn es in der FAZ ist. Oder in der Osnabrücker Zeitung. So gesehen können wir alle uns die verschiedenen Kreuzzüge in Ruhe amüsiert von der Loge aus anschauen, zumindest so lange sie nur auf Twitter (oder im Bücherrezensionsbereich von Amazon) stattfinden und somit zum realen Leben keinen großen Bezug haben. Denn letztlich ist es doch nur ein Internetmob – da draußen an den Werkbänken interessiert das keine Sau.
By the way: Die erste Illustration zu dem Text ist der Hammer.

Hadmut DanischDie Unfähigkeit, mit Kritik umzugehen
Und wenn die Empöreria auf den unvermeidlichen Gegenwind trifft, bunkert sie sich gerne in einer Filterblase ein. Wohlfühl-Bubble. Flausch Flausch. So weit so menschlich wohl.

Alles EvolutionDer Göttergatte und das Patriarchat
Falls Sie sich fragen, mit was die sich da bei Twitter eigentlich so alles beschäftigen: Bei chefkoch.de regiert das Patriarchat, weil manche Frauen dort ihre Männer Göga (Göttergatte) nennen. Üble Sache, Sherlock. Starten Sie unverzüglich den Storm.

Ich habe vorletzte Woche im Kaisers Supermarkt eine verhärmte Prenzlmutter einen rosa Sechserträger Paulaner-Bier aus verschiedenen Winkeln abfotografieren gesehen, auf dem ein Dirndl abgebildet war. Bestimmt twittert sie.

sunflower22aBald Kopftuchzwang für Frauen an Amerikas Schulen?
Auch dort. Locker bleiben bitte. Jede totalitäre Bewegung wird zwangsläufig eine Gegenbewegung erzeugen. Actio = Reactio. Das gilt erst recht für den neuen bitterernsten Puritanismus, der in mehreren Gewändern – nicht nur in religiösen – daherkommt. Sie werden vielleicht kurzzeitig die Lufthoheit erringen (haben sie vielleicht teilweise bereits schon), aber sie kommen damit nicht durch. Langfristig verlieren Fundamentalisten immer.

Hirnfick 2.0Tore zum Mistmachweb
Ich habe nicht alles verstanden, aber es liest sich gut. Und wenn es gegen BWLer geht, trifft es sowieso keine falschen.

snoopsmausLiebe Eltern im Social Web, wir müssen reden!
Eigentlich lese ich Texte nicht mehr, die mit „Liebe xyz, wir müssen reden!“ überschriftet sind, weil dann immer die Nullerjahre so laut in ihrem Grab rotieren, dass ich am Schlaf gehindert werde. Anbiedernde Medienfuzzis und alt gewordene Blogger wählen immer noch viel zu oft diese öde wundgescheuerte Phrase, um Klicks für einen bestenfalls halbgaren Rant zu generieren, der doch wieder keinem so richtig wehtun mag.
Dieser Text hier von … au weia … „snoopsmaus“ ist kontrovers, provokant und hat erwartungsgemäße Reaktionen von Betroffenen nach sich gezogen (wie das immer ist).
Wenn mich jemand fragt, gebe ich zu Protokoll, dass ich es für einen großen Fehler halte, mehr Informationen im Internet preiszugeben als zur Aufrechterhaltung der elementarsten Funktionen notwendig ist. Und ich halte es erst recht für fahrlässig, die eigenen Kinder in welcher Weise und mit welchen Restriktionen auch immer auf Fotos im Netz auszustellen und tue es dementsprechend auch nicht. Nicht ein einziges Bild. Wenn der Zwerg das irgendwann nach Erreichen der vollen Geschäftsfähigkeit selbst macht, bitte sehr, aber ich nehme mir nicht das Recht, es zu tun.

Neue KunstspaziergängeMall of Berlin
„Reisen in eine andere Stadt in der Hoffnung auf individuelle Entdeckungen befreien nicht von der Wiederholung und Langweiligkeit des Angebots.“ Nein, tun sie nicht. Obwohl, kennen Sie Samarkand?

Mit Vergnügen Berlin11 Dinge, die im Büro nerven
Das kann ich ergänzen:

– das Büro mit Haarspray eindampfen
– das Büro mit Parfummengen wie eine Puffmutter eindampfen
– das Büro mit selbstgemachten Kohlrouladen eindampfen
– Small-Talk über das Wetter
– Small-Talk über Promis
– Small-Talk über Kinder
– geheuchelte Bewunderungsorgien für hässliche Babys
– geheuchelte Bewenderungsorgien für selbstgebackene Kuchen
– geheuchelte Bewunderungsorgien für Kuchen aus der Lidl-Tiefkühltruhe
– mittlere Führungskräfte
– semiobere Führungskräfte
– obere Führungskräfte
– die IT
– die Vertriebslackaffen
– der Buchhalterpedant
– die mit der Hoffnung auf bessere Noten flirtenden Azubis
– ganz schlimm: Juristen

KiezschreiberDurstige Männer
Säufergeschichten sind die besten. Bleiben die besten.

grafikpolizeiIm Klabusterbeerenwald
Raaaaaaaaaaah!

Wenn Sie jetzt noch Essen vertragen können, kommen wir zu einem Kartoffelsalat und zwar zu einem richtigen, einem ohne Mayonnaise, denn Kartoffelsalate mit Mayonnaise sind ein Verbrechen:

HerzensköchinBadischer Kartoffelsalat ohne Mayonnaise
(gefunden bei touche-à-tout)