Lübeck: Holstentor

Lübeck macht es wie Berlin und wiegt seine Sehenswürdigkeiten in einem Dornröschenschlaf. Lustig ist es anzuschauen, das schiefe Ding und ich erkenne es ja auch wieder – von der Euromünze.

Ich finde es optisch sehr gelungen, das schöne Tor, umso trauriger ist es, dass man nicht ein wenig mehr würdigt, was man hier hat. Es wirkt ein wenig vernachlässigt, fast wie unserer traurige Oberbaumbrücke in Berlin. Und an der Seite zur Straße pisst es ein Tourist an, der mal muss. Ha, auch wie bei uns. Nur bei uns nehmen sie Hauseingänge, meinen zum Beispiel.

Ja, das ist es wieder, das Berlinerische: Die Stadt pflegt nicht, was sie hat, sie überlässt das gute Stück der Meute, lässt es bepinkeln, besteigen, benutzen, überlässt es sich selber.

Nein, wirklich schade, das geht besser: Saubermachen, die Klinker, regelmäßig die Fassade wienern, anstrahlen und im Inneren eine interaktive Ausstellung zur Geschichte der Hanse installieren, die auch Jugendliche dazu bringt, ihre Griffel ein paar Minuten vom Smartphone zu nehmen.

Okay, das ist ein wenig zu weit her geholt. Das schafft inzwischen nicht einmal mehr ein X-Men-Film im Kino. Sogar dort leuchten sie mir heim.

Egal, alles egal. Ich hab‘ Urlaub, ich chille.