Travemünde: Fischereihafen

Travemünde. Das ist ein Fischereihafen.

Nichts zu sehen? Moment.

Immer noch nicht? Was zum …

Wo sind die Schiffe?

Nein, das sind Möwen. Und was ist das für ein zerficktes Rohrgebilde? Das sieht aus wie der Eingangbereich der Aula meiner alten Schule.

Schiffe! Jetzt!

Nein, das sind Boote.

Ja. Immerhin.

Der Fischereihafen in Travemünde ist nicht ganz so schön beschaulich wie der in Niendorf, aber hier bekommt man mehr Fisch. Vor allem in Form von Fischbrötchen, von denen aber manch eines nix taugt.

Ich hatte eines in einer fiesen heruntergekommenen Butze, deren Besitzer ich beim Biersaufen und Doppelkopfspielen mit einem anderen Trinker gestört habe und der missmutig in seine Küche schlurfte, um mit einem völlig indiskutablen Matjesbrötchen wiederzukommen, das sich nie gekannt salzig und voller unzerkaubarer Gräten in einem alten Brötchen präsentierte. Den einen Bissen, den ich lösen konnte, konnte ich nicht schlucken. Bargh, wo ist der nächste Mülleimer? dachte ich noch bevor ich es im Hafenbecken versenkte. Wahrscheinlich war es das einzige Matjesbrötchen, das seit Jahren zur Veranschaulichung im Kühlschrank lag, um dem Gewerbeaufsichtsamt halbherzig einen Betrieb vorzugaukeln. Jetzt muss er ein neues machen.

Aber nein, ich ärgere mich nicht, ich habe Urlaub. Chill chill.

Travemünde. Ja, nett hier. Aber waren Sie schon mal in Niendorf?

 


 

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