Wir sind Ohne Hirn und Verstand

Irgendwie kann ich der SPD gar nicht mehr böse sein. Sie verwendet jetzt das Kennzeichen für ihren Slogan, das wie kein anderes für Menschen ohne Orientierung und inneren Kompass steht. Toll. Ich mag Selbstironie. Sehr sogar. Daumen hoch, SPD. Daumen hoch, OHV.

Apropos Brandenburg: Vorgestern habe ich eine der seltenen positiven Zuschriften über das Kontaktformular bekommen, das ich eigentlich für diejenigen eingerichtet habe, die mich lieber direkt und nicht öffentlich in der Kommentarleiste beschimpfen, wo die Gefahr besteht, dass ich den Diss nicht oder überlese.

Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Zuschrift aus Brandenburg kommt und derjenige schreibt, dass er hier trotzdem gerne mitliest – ein klarer Widerspruch in meinen Augen, wenn auch ein schöner. Wenn sich jetzt noch Zehlendorfer Villenkinder, zugehackte Marzahn-Hellersdorfer Plattenbaumütter mit lila-blauschwarzen Haaren, schwäbische Dachgeschossaufkäufer, Hessen, Sachsen, Holländer, Kölner Karnevalisten, rheinische Beamtenärsche, Märkisches Viertel-Kampfhundhalter, Weddinger Nachwuchsbushidos, Helmholtzplatz-Ökovetteln, Schönhauser Allee-Fahrradnazis, Treptower Fleischabfallesser, schleichende Ostseebewohner, Bayern, Jabba die Frauenbeauftragte, der Müllzettelnazi, der vollgeschissene Penner, der morgens immer mit mir S-Bahn fährt, Tegeler Rentner mit altem Brot, hirntote englische Touristen mit Hitlergrüßen aus Hostelfenstern, skandinavische Pub-Crawler, die in meinen Hauseingang kotzen, spanische easyjet-Assis mit Wegbier, schnöselige Mitte-Wichser und alle anderen, die ich hier schon mit Unrat beworfen habe, bei mir melden und mir sagen, dass sie hier gerne mitlesen, reiche ich meine Frühverrentung ein. Weil es dann Zeit wird.

Und wo wir gerade dabei sind: Für eine ordentliche Beschimpfung von mir (oder gerne auch meiner Mutter, meinetwegen auch Vater, Sohn, Hund, Hamster, Paule dem Silberfisch aus meinem Bad) rege ich in der Tat das Kontaktformular an, denn nur so besteht die Chance, dass ich das zum einen tatsächlich lese und zum anderen – vorausgesetzt die Verbaldiarrhö ist kreativ genug – dass ich es für die Rubrik „Hassmails“ in einem noch zu schreibenden Jahresrückblick verwenden kann. Ich empfehle dabei im Übrigen einen Proxy zu verwenden, weil der Kontaktformularanbieter mir eure IP-Adresse mitteilt, was ich weder angefordert habe noch haben will.

So, mein lieber Brandenburger Whiskyfreund, schöne Grüße nach Chorin und danke für den Toast. Verdammt, Ihr seid gar nicht alle goldkroneschlürfende Nazis, die kein Deutsch können. Was soll das?

Lass es dir gut gehen.

 


 

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