Gastbeitrag: Auf dem Kinderbauernhof

Dieser Text zum Pankower Kinderbauernhof Pinke Panke ist von Amélie geklaut, die seinerzeit auf Qype viel Wahres zu diesem Ort geschrieben hat. Ein komischer Ort. Ich werd‘ mit dem Ding auch nicht warm. Mein Kind im Übrigen auch nicht. Es lief etwas unwillig auf dem Gelände herum, ist ihm wohl auch etwas zu verzottelt, zu verschlumpft. Dank an Amélie, dass ich ihren Text nebst Bebilderung hier verwenden darf.


Landleben mitten in der Stadt, echte Tiere zum Anschauen, Spielplätze für klein und groß und ein großer Garten… das alles ist der Kinderbauernhof PinkePanke, direkt am Bürgerpark gelegen. Nachdem neuerdings immer mehr Familien nach Pankow ziehen, ist diese Gegend vor allem am Wochenende sehr stark frequentiert. Direkt gegenüber ist der beliebte Spielplatz am Bürgerpark. Und immer, außer montags, hat auch PinkePanke offen.

Schon von außen wirkt der Bauernhof recht… nennen wir es einmal alternativ. Eine Zeitlang dachte ich, der Bauernhof habe immer geschlossen, denn einladend sieht er nicht aus und das Tor ist immer zu. Wir sind ungezählte Mal dort vorbeigelaufen und da alles so zu und irgendwie etwas in die Jahre gekommen aussah, dachte ich, es sei dauerhaft geschlossen. Dabei ist das nur montags wirklich der Fall. Sonst ist offen, unter der Woche ab mittags, in den Ferien und am Wochenende auch ab dem Vormittag. In den Ferien gibt es auch richtiges „Programm“ mit Mittagessen.

Der Bauernhof kostet keinen Eintritt. Kinder unter 14 zahlen in jedem Fall nichts. Von Erwachsenen wird eine Spende von einem Euro erwartet (aber eben eine Spende…. gibt man nichts, erntet man nur einen vielsagenden Blick). Gruppen zahlen immer einen Euro pro Person. Wie sich eine „Gruppe“ konkret definiert, ist unklar. Man kann die Räumlichkeiten dort auch mieten, das ist aber verhältnismäßig teuer.

Zentral in der Mitte des Bauernhofs steht ein Haus, das ein wenig wie ein Fachwerkhaus aussieht, nur irgendwie wie selbstgebastelt aus Lehm und Holz. Auf dem Dach weht eine PinkePanke-Fahne, die an Piraten erinnert. Unten an dem Haus weht eine weitere Fahne, nämlich die Langnese-Fahne, die mitteilt, dass man dort Eis kaufen kann. Diese Fahne ist das einzige „kommerzielle“ auf diesem Hof.

Nebendran ist der „Bauspielplatz“. Kinder von 6 bis 14 Jahren können hier, wie der Name sagt, bauen. Im Prinzip steht aber alles schon, man kann nur immer noch anbauen. Man kann Werkzeug ausleihen und dann werkeln. Man darf keine fremden Hütten weiterbauen und keine Treppen und Brücken durchsägen (ach nee…), aber man darf weitere Bretter anbauen. Es sieht sehr chaotisch aus, aber es hat was. Aber es ist halt in erster Linie eine Art großer Bretterverschlag.

Ein Kleinkinderspielplatz ist auch vorhanden. Er ist klein und überschaubar. Voller Spielzeug, das aussieht, als sei es ausrangiert und irgendwoher gespendet. So gibt es nicht nur massig Buddelförmchen, eine mobile Plastikrutsche und Sand, sondern auch eine Puppenküche und ein zotteliges, nicht mehr sonderlich schönes Plüsch-Schaukelpferd hier draußen. Ein großer Fuhrpark an Bobbycars, Dreirädern und ähnlichem ist auch vorhanden. Außerdem eine Art Lok zum Reinklettern…

So richtig schön und kindersicher wirkt es auf mich nicht so wirklich. Und spätestens wenn sich ein Zwerg von dem Bereich entfernt, wird er schnell über die großen Stolperfallen im Boden (sehen aus wie aus Eisen?) stolpern. Nicht so schön, aber was einen nicht umbringt…?

Einen improvisierten Fußballplatz (mit zusammengezimmertem Tor) gibt es auch und eine Art Bastelwerkstatt. Hier finden Kreativ-Angebote statt. Man muss nur fragen, dann kann man als Kind loslegen. Als wir das letzte Mal da waren, hämmerte ein Mädchen allein vor sich hin 😉

Und natürlich gibt es auf dem Bauernhof auch Tiere. Es gibt ein Eselgehege direkt an der Panke, einen Bienenstock, Haustier-Kaninchen verbringen ihre Urlaube hier, Ziegen und Schafe haben auch Kletterverschläge, es stromern Katzen umher. Zwischen den Gehegen gibt es hier und da kleine Gärten, die etwas verwunschen wirken….

Täglich um 16 Uhr (im Winter 15:30) kann eine Gruppe Kinder beim Füttern helfen. Wer hier zuerst kommt, mahlt füttert zuerst.

Die Mitarbeiter sind sehr freundlich, natürlich vor allem zu den Kindern. Es werden Bastelangebote gemacht, die Kinder auf den Werkzeugverleih oder die Bastelwerkstatt aufmerksam gemacht. Es wirkt aber alles sehr beschaulich, die Mitarbeiter, die in ihren Wollpullis perfekt ins Ambiente passen, lächeln immer freundlich.

Die Gartenarbeit und Dinge wie Holz hacken erledigen hier straffällige Jugendliche, also absolvieren hier ihre Sozialstunden.

Alles in allem… nun ja. Ich gestehe es: mir ist es dort eine Spur zu unkonventionell, zu alternativ, teilweise auch irgendwie heruntergekommen. Der Bezirk hatte ja mal überlegt, dem Bauernhof die Unterstützung zu streichen, weil deren Eindruck wohl ähnlich war. Ich kann es verstehen. Einige Ansätze sind echt super, wie die Bastelwerkstatt, die Ferienangebote und der Bauspielplatz (wo gibt es so etwas schon?), aber ganz ehrlich: wenn wir Tiere anschauen und nebendran einen schönen Spielplatz haben wollen, fahren wir auf die Familienfarm Lübars.


Kinderbauernhof Pinke-Panke
Am Bürgerpark 15
Pankow
http://www.kinderbauernhof-pinke-panke.de/


 

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