Ars Vini im Kollwitzkiez

Wie ich mir einen perfekten Abend vorstelle, hat mir das Ars Vini in der Sretzkistraße ge…

Boar Alter, wird das wieder so ein langweiliger Bericht, der klingt wie ein blöder Werbeprospekt einer Butterfahrt für meinen senilen Uropa? Was soll das überhaupt mit den Restaurantkritiken hier? Will doch keiner lesen. Kotz doch lieber noch ein bisschen ins Internet. Ich mag das.

Ja, genau. Rotze. Pisse. Gedärme. Kotwürste. Vollgekotzte Penner. Immer aufs Neue. Du klingst wie eines dieser Ballermannfrettchen, die in jedem Konzert von Rainald Grebe immer wieder „Brandenburg! Sing ma Brandenburg!“ dazwischen brüllen, so dass der sich wahrscheinlich bis in die übernächste Generation verflucht, dass er den Song je geschrieben hat.

Also. Ich war im Ars Vini. Das Ars Vini ist ein Fonduerestaurant. Mitten im schnöseligen Kollwitzkiez, dem Ghetto der Reichen und … naja … Schönen nicht, eher der Teppichkleider und Bastschuhe. Und der Feldenkrais-Taka-Tuka-Tanzgruppen unter dem unvermeidlichen Portrait von Sri Chinmoy. Räucherstäbchen. Heilsteine. Walgesänge. Didgeridoos. Filzuntersetzer. Weil das gibt ja sonst Ringe auf dem Tisch aus unbehandeltem Nussbaum.

Ars Vini. Ein schönes Lokal. Tolles Fondue. Auch schönen Wein und so. Und es ist ein toller dicker fetter und richtig guter Vorspeisenteller, den die da machen. Willze mal sehen? Essensbild? Foodporn? Ja? Bock?

Pffffft.

Irre. Kann kaum an mich halten. Ich glaube meine Arschfalte hat kurz gezuckt. Wen interessiert das? Ich bestell‘ gleich das Blog ab und komm‘ nie wieder. Haste dann davon.

Das Fleisch zum Fondue ist darüber hinaus offensichtlich von einem sehr guten Lieferanten und d…

Laaaaaaaaaaaaangweilig!

… der Wein offenbar auch. Was für ein gelungener Abend, ich muss den Hut ziehen. Auch vor dem sehr aufmerksamen Service, der regelmäßig mal vorbeikommt und fragt, ob alles in Ordnung ist, der ist nämlich schnell, freundlich …

Soso, schreibt hier der Inhaber persönlich? Oder was gab’s dafür? Frei fressen? Frei saufen? Blowjob? Freistunden im Artemis? Pfffft.

… und kann seinen Job kaum noch besser machen, man fühlt sich gut aufgehoben hier im …

ZZZZZZZZZZzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzchrpffrrööööt….

Eh, sag mal, für wen hältst du dich eigentlich?

Für den, der dich langweilig findet.

Was willze eigentlich von mir?

Ich will was Negatives lesen. Kotz doch endlich mal. Wofür lese ich hier sonst mit? Unterhalte mich! Positiv sucks ass. Da kann ich ja gleich die Pressemitteilungen der Telekom lesen. Oder die Regierungspropaganda bei Spiegel Online.

Ich soll also was Negatives schreiben, weil positive Aussagen keiner lesen will?

Ja, Binse, weiß jeder, also mach. Los. Am besten so ne Verarsche im WhatsApp-Gruppenchat-Hirnfick-Stil wie die Typen aus deinem Borgwürfel, wenn sie mal wieder alle im XXL-Schnitzelrestaurant anner Greifswalder waren. Subbaaaa Subbaaaa Leggggaaaaaaa! Guggamaaaaal Happaaaaa! So ein Hirntotendeutsch eben. Ist stark im Kommen und sorgt immer für Erheiterung und spontanen Kackreiz, wenn sonst nix mehr geht.

Och nee.

Och doch.

Och nee, echt nich.

Halt die Backen und tu was für dein Geld.

Was für ein Geld?

Kriegst du etwa keins? Ist es soweit? Will dir nicht mal mehr einer ein Gewinnspiel anbieten? Ein Kochbuch zum Verlosen? Oder eine Karte fürs Jazztanzgruppentheater, das außer den Eltern der Darsteller keiner besuchen will? Pizza.de-Gutschein? Nicht mal das? Nix? Arme Sau. Los jetzt! Mach mir den WhatsApp-Gruppenchat!

Na gut, aber nur einmal.

Na los jetzt.

Lekkkkkaaaaaaaaa ^^ :P= ;)))) roflmao!!!!! Habbich übba 200 Ocken gelenzt KRAAAAAAAAAAASooo!!!!!1 AbbaKein nix Schnaps auf % Haus!!1! Totaaaaaaaaal dooooOOOooooof!!““11 wirklig schweiiHUNDERT OCKääääään unnn KEIn SCHNAAAAAAPS!!!!1

Nicht schlecht. Aber ist das alles? Du beschwerst dich, dass dir zur Rechnung keinen Schnaps ausgeschenkt wird, weil du so viel Geld hier gelassen hast?

Ja, kann man doch erwarten, oder? Wobei der Schnaps echt gut ist, den die da ausschenken. Aber den gibt es eben nicht aufs Haus. Find ich bei den Preisen schon arm. Geistig arm. Aber gut, Kollwitzkiez halt.

Für wen hältst du dich? Onassis? Warren Buffet? Den Bundespräsidenten? Darf es vielleicht noch eine Fußmassage zu den Palmwedeln sein während man dir Trauben in dein blödes Maul regnen lässt, du Salonpunker?

Warren Buffett schreibt man mit zwei t, du Schulabbrecher. Im Ernst: Erwarte ich zu viel beim Essen gehen?

Manchmal schon. Manchmal nicht. Wer weiß das schon immer genau… alles ist relativ. Aber bitte, morgen will ich wieder was über hässliche Prenzlmütter und noch hässlichere Prenzlväter lesen. Wofür hab‘ ich dich sonst in meinen Lesezeichen auf Platz drei direkt unter Jan Fleischhauer und Tubegalore gespeichert? Und jetzt Gute Nacht, John-Boy.

Gute Nacht, Mary Ellen.


Ein alter Qype-Text, anlässlich eines erneuten Besuchs aus der Gruft geholt. Er sollte damals die iPhone-Legastheniker, deren über die App ins Netz gekoteten Krüppelbewertungen sich lasen, als wären sie von hirnamputierten Erstklässlern verfasst worden, und die diese Plattform mit ihrem Buchstabengewichse zuletzt zu einem Übernahmekandidaten runtergeschrieben haben, ein wenig auf die Schippe nehmen. Im Vollsuff in die Tastatur erbrochen war der Text auf Qype nicht lange online, doch hier ist er wieder. Ich habe ihn, damit es halbwegs passt, an ein paar Stellen von einer Bewertungsplattform auf einen Blog umgeschrieben.