Miniaturwelten Berlin vs. Hamburg (2): Loxx

Das Loxx ist ein Beispiel dafür, wie man eine Sache nachmachen will und versagt. In Hamburg gibt es das grandiose Miniatur Wunderland und was in Hamburg funktioniert, funktioniert in Berlin nicht.

Ich sehe stehengebliebene Züge, Knöpfe, die nicht funktionieren, und viel zu wenig Platz. Sie ist auch merkwürdig statisch, die ganze Szenerie, in Hamburg passiert immer irgendwas, ein Rettungswagen fährt zur Rettung oder ein Schiff gondelt übers Wasser. Hier fahren nur Züge und selbst das nicht immer, viele stehen einfach rum wie die S-Bahn auf den großen Gleisen dieser Stadt. Eigentlich wird es nur dunkel, dann wieder hell und das war’s. Nach einer halben Stunde vergeht bereits die Lust, die eigentlich schon vergangen ist, wenn man am Eingang den – für das was geboten wird – zu hohen Eintritt abdrückt.

Sicher, man hat versucht, Berlin nachzubauen.

Tegel (oder ein anderer Flughafen).

Bimmelbahnen (die manchmal sogar fahren).

Man hat auch das fürchterliche rosa Einkaufszentrum nachgebaut, diesen grausigen mutierten Römertopf, in dessen Räumen sich das Loxx befindet. Man will wohl abschrecken so wie die Stadt Berlin mit ihrer Architektur die Ästheten aus der Innenstadt fernhalten will. Passt.

Ja, und da hinten steht auch der Riesenfernsehturmersatzpenis vom Alexanderplatz, damit man auch weiß, dass das hier Berlin ist.

Ich kann mir nicht helfen, das ist zwar alles halbwegs gut nachgebaut, wirkt aber doch nur durcheinandergewürfelt, so sinnlos in den Raum gekippt, lieblos gar – manche Gebäude sind im Vergleich zu anderen zu groß, andere viel zu klein, es wirkt einfach nicht, es passt nicht. Stimmig wäre ein treffende Beschreibung für das, was die Anlage nicht ist.

Und dann stehen wieder zwei Züge. So wie die Autos, die stehen immer. Nix rührt sich in der Modellwelt. Bitte gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen.

Schade. Mehr kann man bis hierher nicht sagen. Schade. Bitte noch mehr von Hamburg kopieren und zwar gut kopieren. In Hamburg bin ich mehrere Stunden in den Hallen rumgelungert, immer wieder gab es neues Faszinierendes zu entdecken, hier war ich nach knapp einer Stunde wieder draußen. Rein. Raus. Schade eben. Schade um das Geld, das ich – und hier schließt sich der Kreis – selten derart lieblos versenkt habe.


Loxx
Grunerstraße 20
Berlin


 

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