Fitness-Apartheid

Straßenansicht in Prenzlauer Berg:
Natürlich ist das Diskriminierung. Keine Frage. Aber positive. Jaja. Positive Diskriminierung. Ein Neusprechwort, mit dem ein nachteiliger Zustand für Betroffene erträglich gemacht werden soll, weil man diesen Zustand so haben will. Was denn? Es ist doch positiv. Was regst du dich denn auf? Ist doch nix. Indianer. Schmerz. Mimimi. Geh doch woanders trainieren.
Man begründet das ja auch. Die Privilegierten sollen von den dezidiert Unwerten separiert werden, damit sie in Ruhe privilegiert sein können. Das ist das Gedankengut dahinter. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe wird wieder zum Makel, zum Grund für einen Ausschluss, nicht das Verhalten des Einzelnen.
So haben sie früher auch getrennte Sitzreihen in Bussen und getrennte Parkbänke begründet. Und es Apartheid genannt. Die Zeiten ändern sich, das Faible für Neusprech bleibt.
Bild unter Public Domain / Quelle: Wikimedia Commons
Ja, der Vergleich ist überspitzt. Sicher. Ja, das eine ist Staat und das andere Privatwirtschaft. Verstehe ich. Und ja, Godwin greift hier auch. Godwin geht immer.
Aber hier lesen doch auch welche aus dem Jurawelt-Forum mit, deshalb von mir eine Frage, mit der vielleicht schon mal einer im großen Staatsrechtschein brilliert hat: Das hier ist ja offensichtlich zulässig, sonst gäbe es das nicht. Wäre es auch zulässig, Fitnessstudios nur für Deutsche zu eröffnen? Und wenn nein, worin liegt der Unterschied?

 

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