Die besten Currybutzen von Nordberlin – Der König

Lange keine Currywurst mehr gegessen. Was ist das denn?

„Berliner Currywurst“ brüllt es von der Leuchtreklame. Jaja. Damit auch der letzte Tourist versteht, dass es hier das berühmte Berliner Grundnahrungsmittel gibt. Understanding Understatement war offenbar in der Grabbelkiste von Woolworth ausverkauft, gilt doch folgende Regel im Zusammenhang mit Fast Food: Je brüllender die Werbung, desto mieser das Essen. Für Asia-Imbisse gilt dazu noch die lex specialis: Je brüllender, desto Glutamat.Der Imbiss „Berliner Currywurst“ in Pankow dumpt die Wurst für 1,50 € auf den cholesteringierigen Markt und wirbt dafür im Sommer gerne mal mit einem über den Bürgersteig gehängten grell-gelb-roten Transparent. Kann sowas gut sein? Nein, gar nicht, eigentlich ist diese Form von In-die-Fresse-Marketing nebst dem extremst günstigen Preis immer ein guter Grund, da prinzipiell niemals etwas zu essen und dem strapazierten Stahlmagen weise lächelnd ein wenig Schonung zu gönnen.

Hier kann man jedoch essen. Und sollte es auch. Los geht’s: Currywurstpommes. As usual.

Und ja, es war gut wie immer. Sehr gut sogar. Besser geht eigentlich nicht mehr.

Der erste Eindruck: Die Wurst besticht durch angenehme Optik, der Ketchup wallt sich lasziv-kurvig in optimaler Menge über das Objekt und die Pommes entstammen offenbar nicht der mitleiderregenden Kaufland- oder Lidl-Tüte.

Nicht die Spur, hier in Pankow kommen sie länglich und sichtbar knackig goldgelb daher und müssen den Vergleich mit den großen Burgerketten nicht scheuen, vielmehr halten sie ihr optisches Versprechen fast spielerisch ein. Nicht zu heiß wie sonst gerne serviert sind sie knackig und angenehm würzig, ohne das brackige Gefühl von altem minderwertigem Fett zu vermitteln wie ich das oft an Orten wie diesen erleiden muss.Die optische Erwartung an die Currywurst wird geschmacklich ebenso vollständig erfüllt. Sie hat eine bissfeste Konsistenz, ist angenehm temperiert und keine Sekunde zu kurz oder zu lange gegart. Hier ist ein Kenner am Werk, der den idealen Garpunkt für die Wurst offenbar intuitiv zu bestimmen in der Lage ist.

Man sieht ihm die Imbisssozialisation übrigens schon von weitem an – ein Currybrater aus dem Lehrbuch für Currybrater, feist, speckig, wahrscheinlich fünf Bypässe, zwei Herzkasper, durchgehende Arterienverkalkung, Stopfleber, also einer, dem der Stahlmagen vertraut. Sehr schön. So müssen die aussehen. So will ich das haben. Wenn an einem solchen Ort ein Asket hinter dem Tresen steht, dann stimmt etwas nicht.

Ja, hier ist der König. Hier gibt es die derzeit beste Currywurst von Nordberlin. Meine Glückwünsche.


Berliner Currywurst
Berliner Straße 11
Pankow


Platz 2

Platz 3

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