Bäckerbeef: Es wird eng in Treptow

Das Bild hier habe ich seinerzeit für die untergegangene Bewertungsplattform Qype geschossen als dieser Bäcker neu aufgemacht hat. Er war damals der erste, der qualitativ gute Nahrung in Treptow vertickerte. Ein Pionier.

Damals war die Zeit der ranzigen Datschenbüdchen am S-Bahnhof Treptower Park, in denen minderwertiger Scheißdreck an den unbedarften Treptower verkloppt wurde und die immer so aussahen, als würden sie das nächste laue Lüftchen nicht überleben, gerade vorbei.Man hat sie abgerissen. Plattgemacht. Und das völlig zu Recht.

Mit den Ranzbuden sind offenbar auch die Dealer gegangen, ich habe lange keine mehr gesehen. Keine Mary Jane mehr zu haben hier.

Der Treptower Suffadel hat sich hingegen nur ein paar Meter weiter zum Spree-Imbiss verzogen und erfreut nun dort die Umwelt mit Rotzeromantik aus der Sternburg-Flasche. Altafafatzda olé!

Neu aufgebaut hat man das alles. Optisch vielleicht nicht ganz das, was man gemeinhin Stil nennt, aber bitte, besser als die siffige Datschenchinapfannekolonie, die hier seit der Wende mit ihrem Aufgeplatzter-Furunkel-Baustil das Stadtbild wundscheuerte, ist es immerhin.

Mittlerweile sind es drei Bäcker am S-Bahnhof geworden. Es wird eng für die freundliche türkische Familie in ihrem Neubau. Gegenüber steht ein Anhängsel des grottigen Dönerladens, das dort unpassend Convenience-Stullen verkloppt, und ein paar Meter weiter hat eine Backstation aufgemacht, die ihre Fabrikteiglinge an die Pendler dumpt.

Es wird eng. Hoffentlich hält er durch. Ich würde das perverse Mettbaguette, das ich immer unbedingt haben muss, wenn ich hier bin, dann doch sehr vermissen, dieses fiese stinkende Stück aus rohem Fleisch, dessen Fett durch die Bäckertüte suppt und das jeden Mettigel jeder Betriebskantine weit hinter sich lässt. Besser geht schwer.Aloha Bypass, ich bin unterwegs.


Café Bäckerei Sesam
S-Bahnhof Treptower Park


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