Ein Floyd, ein guter Floyd…

Floyd schmeißt mit Holz um sich, trifft mich und ich komme aus der Nummer nicht raus. Wenn es nicht für dich wäre, mein Lieber, dann würde ich mich wegducken, untertauchen, mich verleugnen lassen, nach Südamerika auswandern, denn ich mag tatsächlich keine Stöckchen…

1. Warum bloggst du? Könntest du deine Zeit nicht sinnvoller nutzen?

Ich könnte meditieren. Das wird mir jedoch nach einer Minute langweilig. Ich könnte Thaiboxen machen. Aber ich krieg den Fuß nicht so weit hoch und falle dann hin. Ich könnte auch das Maul halten und einfach gar nix tun. Das habe ich ganz lange gemacht und es bringt nix. Es macht vielmehr krank.
Mit Blog geht es besser. Druckluftabbau. Eruptives Schreiben. Geistiges Wichsen meinetwegen. Danach geht es mir gut. Alternative wäre Fernsehschauen (SuperRTL), wenn das Kind schläft. Oder Falschparker aufschreiben. Mein Geld beim Onlinepoker verdaddeln. Bingoabend mit Opa Kowalke. Oder eine Biobärlauchselbsthilfegruppe, wofür ich mir die spaghettihaarigen Spinatwachteln aus den umliegenden Salatbars einlade und wir gemeinsam unsere Chakren tanzen lassen. Echt mal: Dann lieber bloggen.

2. Welcher Artikel aus anderen Blogs ist dir spontan im Kopf geblieben? (nicht zu lange nachdenken)
Dieser gehört mit zum Bewegendsten, was ich in Blogs je gelesen habe. Wie es der Zufall will, ist er von Floyd. So viele Blogs verbinden Eitles mit Banalem. Andere sind nur Linkschleuder, Zweitverwerter oder gleich Buzzfeed-Kopierer. Aber ab und zu gibt es echte Bretter an Texten. Ich könnte hier auch problemlos 10 bewegende Texte aus Kreuzberg Süd-Ost aufzählen. Es gibt sie, die guten Texte im Netz. Man muss nur das Richtige lesen.

3. Dein absoluter Lieblings-Artikel in deinem Blog? (bitte mit Linkangabe)
Der Tag, an dem meine Hirnzellen starben. Ich behaupte von mir, nicht besonders eitel oder von mir selbst besoffen zu sein, aber den mag ich echt. Ich habe mir dafür einen Tag lang Berlins beschissensten Radiosender angehört, der gleichzeitig der Marktführer ist (bezeichnend!). Danach habe ich die Azubi gebeten, das Radio aus zu machen und aus zu lassen, sonst werfe ich es tatsächlich in einem Anfall von Raserei aus dem Fenster. Echte Recherche also, die an die Grenzen der Belastbarkeit ging. 🙂

4. Welchem Blog wird aus deiner Sicht zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt?
Diesen vielen Mieterblogs, die sich mit Gentrifizierung, also der schleichenden Umwandlung unserer Stadt in ein kunterbuntes Lollipopwunderland für reiche Schnösel, beschäftigen. Exemplarisch dieses hier: http://gleim52-berlin.blogspot.de. Auf dem Gentrification Blog wird derzeit versucht, alle diese Blogs zu vernetzen. Ich versuche sie auch so wie es passt zu verlinken. Dennoch bleibt: Sie werden zu wenig wahrgenommen. In der Bloggerwelt, die immer mehr von Schlecky Silbersteins und ihren knuddeligen Faultiervideos dominiert wird, finden sie zu wenig Gehör.

5. Stelle dir vor, du müsstest über ein tiefgründiges Thema schreiben. Worüber schreibst du?
Über meine Mutter und ihre Vehemenz, mit der sie eine junge Seele zerrüttet hat. Aber ich bring es noch nicht, das in die Tastatur zu hacken. Es gärt aber.

6. Freundschaft. Hast du mehr Freunde im Internet, oder in deinem Zimmer neben dir?
Meine beiden besten Freunde wohnen in meiner Wohnung. Andere beste Freunde kommen oft zu Besuch und trinken meine Whiskyvorräte leer. Ohne die geht es nicht. Dennoch: Ich würde einige ausgesuchte Blogger als meine Freunde im Internet bezeichnen, auch wenn wir uns noch nie gesehen haben. Eine davon weiß sehr viel von mir.

7. Ganz ehrlich und unter uns: wie oft checkst du die Statistik deines Blogs? (falls du eine hast)
Wer regelmäßig schreibt und sagt, dass er dort nicht jeden Tag einmal reinschaut, der lügt. Ich schaue jeden Tag in meinen Statistikteil. Ich veröffentliche das nur nicht. Ich finde Blogger eitel, die wöchentliche oder monatliche Statistiken posten.

8. Klar gekennzeichnete Werbung in anderen Blogs? Ja oder nein?
Ja, klar. Ich habe das große Glück, nicht davon leben zu müssen oder darauf angewiesen zu sein. Wenn es klar gekennzeichnet ist und mir nicht unter dem Vorwand der vermeintlichen Neutralität untergeschoben wird, dann geht das völlig in Ordnung. Ich mache es nicht, weil ich Werbung hier nicht haben will. Das hat ästhetische Gründe. Ich finde Werbung von der Grundhaltung her unappetitlich.

9. Verhältst du dich manchmal noch wie ein Kind? Wenn ja, in welcher Situation?
Wenn ich mit meinem Kind spiele, werde ich selber zum Kind. Und wenn es dann lacht, wenn ich mich zum Klops mache, gibt es nichts Schöneres. Wir müssen alle immer so oft so erwachsen sein. So ein Kind zeigt, dass es auch mal anders geht. Und es ist gesellschaftlich akzeptabel, wenn man sich als Vater mit Kind in der Öffentlichkeit wie eines verhält. Ohne Kind könnte ich nie Sandburgen bauen, man würde mich einliefern, säße ich allein am Strand mit Eimerchen und Schaufel und würde eine Burg bauen und einen Graben ausheben. Mit Kind geht das. Das ist doch toll.

10. Was macht dich als Mensch liebenswert und wertvoll?
Dass ich da bin. So wie jeder Mensch da ist und dadurch zunächst einmal liebenswert und wertvoll ist. Ich bin nichts besonderes und doch etwas besonderes. Wie jeder.

Ich muss jetzt werfen, oder? Hallo tikerscherk, hallo Thorge, hallo Friederike und hallo Amélie. Sorry, mates, ich hab‘ mitgemacht also bring ich’s auch zuende. Ihr seid dran.
Floyd, sorry, ich weiß, es ist gegen die Regeln, aber die Antworten auf deine Fragen interessieren mich bei den vieren auch (bis auf Nummer 8 und Nummer 10), also klaue ich mir acht deiner Fragen (verklag mich doch):

1. Warum bloggst du? Könntest du deine Zeit nicht sinnvoller nutzen?
2. Welcher Artikel aus anderen Blogs ist dir spontan im Kopf geblieben? (nicht zu lange nachdenken)
3. Dein absoluter Lieblings-Artikel in deinem Blog? (bitte mit Linkangabe)
4. Welchem Blog wird aus deiner Sicht zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt?
5. Stelle dir vor, du müsstest über ein tiefgründiges Thema schreiben. Worüber schreibst du?
6. Freundschaft. Hast du mehr Freunde im Internet, oder in deinem Zimmer neben dir?
7. Ganz ehrlich und unter uns: wie oft checkst du die Statistik deines Blogs? (falls du eine hast)
8. Aktion Lästern: Welcher Blog ist richtig schlimm? (geklaut aus Floyds beantworteten Fragen)
9. Verhältst du dich manchmal noch wie ein Kind? Wenn ja, in welcher Situation?
10. Was würdest du anders machen, wenn du mit den Erfahrungen von heute noch einmal neu im Alter von 14 Jahren beginnen dürftest?

Have fun.

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