Uckermark: Füsche

Der knuffigste Bahnhof in der Uckermark heißt „Fischerei“. Hier halten allerdings keine Züge, sondern eine Draisine, so zum selber arbeiten und so.

Wenn man hier um die Ecke Füsche kaufen will, artet das in Arbeit aus:

„Guten Tag, ich würde heute gerne Füsch kochen. Was haben Sie denn so?“

„Brommmbrummelbumbrdumbumbum.“

„Keine Füsche?“

„Brombloblodl.“

Und geht weg.

Ich stehe alleine im Verkaufsraum herum und kucke blöd. In der Ecke sitzen rotnasige Säufer und saufen. Morgens um 10. Cool. Ein wenig Neukölln hier in der Uckermark.

Dann kommt eine Frau.

„Einen Hecht haben wir noch.“

„Nee, Hecht mag ich nicht so.“

Einer der Säufer brüllt: „Außer für Hechtsuppe! Bei der Kälte. Zieht wie Hechtsuppe. Hahahahaha. Ich lach mich kaputt.“

„Ja, unfassbar komisch, ich platze gleich, so witzig war das, du Mario Barth-Gedächtnishonk.“ sage ich nicht, sondern: „Haben Sie irgendwas anderes? Ein paar Forellen tun’s auch.“

„Hat er doch gesagt!“

„Was?“

„Forellen. Hat er doch gesagt!“

„Aha. Gut, ja, bitte zwei Forellen. Danke.“

Das mit der Kommunikation wird hier nix mehr. Die nächsten Füsche angel‘ ich selber.


gesehen und erlitten in Lychen-Ausbau

 

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