Herzbrecher: Der Himmel is ne Halbpfeife

Das ist mein Lieblingskäse. Sein einziges Problem: Er heißt „Herzbrecher“ und es schüttelt mich, seinen Namen auszusprechen. Das ist so ein Kitschkram wie dieser dämliche Bio-Bäcker mit seinem „Marathon-Fitness-Vital-Brot“ oder die Wursttheke mit der „Bärchenwurst“. Mein Kind will diese beknackte Teddygesichtswurst immer haben, aber ich weigere mich, diesen Namen auszusprechen, sondern mache es wie beim Herzbrecher: Ich dirigiere den Fleischwarenfachverkäufer dorthin, wo ich ihn haben will:

„Ja, den links da, den, nein, den daneben, andere Seite, von Ihnen aus gesehen rechts, nee, den davor, meine Richtung, nicht so weit, jetzt den dahinter, den, ja genau den!“ „Den Herzbrecher?“ „Grmpf, ja, den Herzbrecher.“

Möööööp. Game over. You lose.

Sie schaffen es immer, sie kriegen mich immer dazu, diesen verdammten Idiotennamen auszusprechen. Sie wollen ihn hören. Wer vergibt eigentlich diese Namen für Produkte? Der Praktikant? Herzbrecher. Meine Güte. Wieso Herzbrecher? Wie wäre es mit Django? Bullnuts. Machete. Kalaschnikow. Knockout. Headshot. Oder wenigstens V8. Irgendetwas nicht ganz so Weichgespültes. Nicht immer mit so viel Gefühl. Blumen. Romeo und Julia. Hugh Grant. Julia Roberts. Heitschibumbeitschi. Almwiese. Dickbusige Sennerin. Die Kuh lacht. Und am Schluss wird geheiratet.

Ich werde einen Zettel drucken:

„Ich möchte den Käse kaufen, den Sie aus irgendwelchen Gründen „H e r z b r e c h e r“ nennen, aber ich boykottiere den verfluchten Namen, den Sie ihm gegeben haben. Aus Bock. Bei mir heißt der nämlich Machete, aber das raffen Sie ja nicht, den Film kennen Sie wahrscheinlich nicht einmal, sehr wahrscheinlich sogar, doch mir ist das wichtig.“ 

und ihn künftig an der Käsetheke überreichen.

Ich glaube, meine Kumpels mit der tollen Jacke, die man verkehrt rum anzieht, werden mich bald wiedersehen. Es ist wieder Zeit.

 

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