Verarsch mich doch (15)

Der Praktikant aus der Teetextabteilung hat wieder zugeschlagen.

Zitronenverbene. Wie ein Glas Wein. Genuss und Entspannung. Aromatisch und ausgleichend. Is klar. Das Zeug stinkt nach lange abgehangenem Heu und schmeckt wie Waschwasser mit Abflussaroma vom Betriebsklo. Das nächste Mal pflücke ich sommertrockenes Gras direkt von der Hundewiese, kippe heißes Wasser drüber und verkauf‘ es als Alternative zum Hipsterjunk Club Mate.

Und „großblättrig abgefüllt“ schreiben sie drauf. Um das natürliche Aroma zu erhalten. Klar. Fickt euch doch. Ihr wart nur zu faul, den gesammelten Mist kleinzustampfen. Ich hab hier drin ganze Blätter, die aussehen wie aus der Kita vom Vogelbeerenstrauch gepflückt und danach in den alten Socken vom Hausmeister über dem Kamin getrocknet.

Und Homöopathieverträglich steht drauf. Größer als der Text zur Zubereitung. Damit auch die Fundamentalisten was davon haben.

Ich lass mir aber auch immer einen Scheißdreck andrehen. Zitronenverbolele, -verbodrene, -verarschmichdoch.


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