Mein Freund ist FDP-Wähler

Mein bester Freund ist FDP-Wähler. Hat er gebeichtet. Im Suff. Mein Freund. Der typische Vertreter der unteren Mittelschicht. Angestellt. Verarscht. Abgezockt. Wählt die, in deren Gesellschaft er nie sein wird – es sei denn, er gewinnt im Lotto und gründet eine Bank.

Er hätte mir ja alles beichten können. Dass er Mäuse gehäutet hat. Lebendig. Dass er Autos geknackt hat. Aus Gag. Oder von mir aus auch, dass er mal ein Schaf gefickt hat. Um sich zu spüren. Alles. Alles. Egal was. Hätte er alles machen können. Auch dass er schuld ist an der letzten Ölpest im Golf von Mexiko. Oder am Zustand der jämmerlichen Berliner S-Bahn. An der Frisur von Don King. An Bauer sucht Frau. An der Geburt von Vera Int-Veen. An jedem einzelnen Bioschnösel von Prenzlauer Berg. Gerne. Alles. Ich hätte alles akzeptiert. Ich bin da nicht so. Mir ist nichts Menschliches fremd.

Aber die FDP. Also die da:

Warum tut er das?

Er ist kein Arzt.

Kein Apotheker.

Kein Banker.

Kein Hotelier.

Warum?

Mein bester Freund ist FDP-Wähler.

Haut der so raus.

Einfach mal so.

„Hey, übrigens, ich hab‘ letzte Woche ein Schwein mit dem Buttermesser abgestochen, in meiner Wohnung auf dem Teppich ausbluten lassen und mich danach im Blut gesuhlt.“

„Ja, wenn’s dir Spaß macht…“

„Hey, übrigens, das ist mein neuer Aluhut. So können BND, BKA und die Aliens nicht mehr meine Gedanken kontrollieren.“

„Hey, dein Ding, Alter, kein Problem.“

„Hey, übrigens, ich hab‘ bei der Wahl FDP gewählt.“

„Whut??“

Und so warte ich nun seit Tagen auf den Satz „Hey, verarscht, ich und FDP wählen, hahahaha, passt doch gar nicht.“, aber er kommt nicht.

Er kommt nicht.

Er kommt einfach.

Nicht.

Mein Freund wählt FDP.

 

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