Der Asics Grand 10-Lauf

Morgen ist es wieder soweit. Asics lädt zum jährlichen 10-Kilometer-Jogging durch die City West.

Ich bin fast jedes Jahr dabei, denn der Asics Grand 10-Lauf ist einer der schöneren Volksläufe in Berlin. Er beginnt am Schloss Charlottenburg, touchiert die Siegessäule und führt direkt durch (!) den Berliner Zoo, bevor man über Kantstraße, Savignyplatz und Schloßstraße wieder am Schloss Charlottenburg ins Ziel einläuft.

Sightseeing. Mit Sport.

Der Lauf besticht jedes Jahr wieder durch außergewöhnliche Funktionsshirts – letztes Mal komplett in Schwarz -, die man für 20 Euro dazubuchen kann und die optisch ihresgleichen suchen, ist man doch sonst geschmacklos neongelbleuchtende Signalshirts gewohnt, die sich ausschließlich dazu eignen, nachts bei Nebel auf der Autobahn nicht zu Brei gefahren zu werden.

Der Lauf zieht auch erfrischend sympathisches Publikum an. Freizeitjogger. Wettverlierer. Ganz normale Menschen. Ich sehe kaum in Ganzkörperkondome gekleidete und mit GPS-Puls-Schweißdrüsen-und-Hirn-Darm-Funktionsmesser behängte Technik-Protzer oder bunte Zeltträger mit sündteurer Neon-Funktionskleidung unter ihren überdimensionierten Powerriegelgürteln (weil sie die 10 Kilometer nicht ohne Fressen durchhalten), dafür viele Familien, Kinderwagen, Entspannung, gute Stimmung.

Einmal fuhr ein Sani einige Minuten mit dem Fahrrad neben mir und feuerte mich an. Ich mache mir jetzt Sorgen. Riechen diese Leute ein verendendes Tier bevor es das Ende selber bemerkt?

Der Lauf ist perfekt organisiert, hier weiß jemand, was er da tut. Profis sind am Werk. Von der Startnummernausgabe über die Shirtausgabe über die Startblockeinteilung, die Pacemaker während des Laufs, die Absperrung, die Zeitnahme, die Verpflegung, die Scheißhäuser (selten gesehen: ausreichende Anzahl!), die Abgabe der Zeitmess-Chips bis zur schnellen Bekanntgabe der Zeiten im Internet läuft alles hier perfekt. Selbst die naturgemäß eigentlich immer völlig chaotisch ablaufende Staffelübergabe der 2×5-Kilometer-Läufer kurz vor dem Eingang zum Zoo nervt diejenigen nicht, die die ganze Distanz laufen. Prima.

Der Lauf sorgt durch seine Streckenführung quer durch die City West mit dem Bonbon des Durchquerens des Berliner Zoos, wo dann die Köche des Restaurants auf die Töppe schlagen, für eine Menge Publikum und damit für eine Menge Anfeuerung. Oma Kowalke steht mit der Rassel vom Sechstagerennen 1951 neben dem Zwerg, der mit der Drumstick auf eine Wasserflasche haut. Und ich werde gleich nochmal ’ne Ecke schneller.

Der Lauf überrascht an zwei Stellen mit eine Gruppe Trommler, die beide Male für zusätzlichen Boost sorgen. Nackenhaare sträuben sich, Gänzehaut breitet sich bis in die Waden aus, der Asphalt wird fluffig, die Beine leicht, Dopamin macht das Hirn glücklich. Porno.

Der Asics Grand 10-Lauf ist in der Tat eine ideale Vorbereitung auf den Halbmarathon oder einfach nur eine Möglichkeit entspannten Joggens. Jedes Jahr gerne wieder. Eine wirklich schöne Veranstaltung. Hier die Strecke:

http://www.berlin-laeuft.de/ASICS_Grand_10_Berlin.html
Bilder aus 2009. Oder 2010. 11. 12. 15. Kein Plan.

 

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