Biopaste aus der Veganerhölle

Ich habe wieder Unsinn gekauft. „Wie Hausmacher-Wurst“ steht da drauf. Auf der Veganerpaste. Ich probier‘ das mal. Ich muss ja jeden Scheiß probieren. Mal schauen, was die Veganer hier so essen. Besser ich gewöhne mich so früh wie möglich daran, denn bald gibt es hier sowieso kein Fleisch mehr und wir müssen die Würste und die Schinken durch einen illegal gegrabenen Tunnel aus dem Wedding unter die Esplanade nach Prenzlauer Berg schmuggeln, wo man sie im Gebüsch der Spielplätze gegen Zigaretten, Schnaps und dreckigen Sex tauschen kann – alles Dinge, die es hier jetzt schon kaum noch gibt.

Wie Hausmacher-Wurst. Da bin ich aber mal gespannt. Boar, übel, sieht aus wie ein Konglomerat aus Moppelkotze, Hundekot und Schlamm.

Gut, das sieht Hausmacher-Wurst auch. Haps.

Börks.

Ekelhaft. Abstoßend.

Schmeckt wie Gummi. Reifengummi. Continental. Pirelli. Michelin. Habe heute keinen Stern für dich. Was zur Hölle ist da drin? Tofu. Natürlich. Und Seitan. Was soll das sein? Gibt das den Gummigeschmack? Tartex heißt die Firma, die den Scheiß herstellt. Wie passend. Klingt wie Pattex. Und ist wahrscheinlich genauso bekömmlich.

Weg damit. Ich kann das nicht essen, da sträubt sich alles. Ich krieg‘ das nicht runter. Das muss in den Müll. Das Zeug ist unessbar. Wer tut so etwas? Wer isst das freiwillig?

Wedding! Hilfe! Ich brauche dringend eine Hausmacher-Wurst. Eine echte. Vom dicken rotgesichtigen Fleischer. Mit Fettstücken drin. Die nach totgemachten Schweinen schmeckt. Geht das?

Meine Güte, Veganer, davon ernährt Ihr Euch? Deswegen lauft Ihr durch Prenzlauer Berg wie geprügelte Hunde mit Euren Merkelgesichtern – weil Ihr so etwas essen müsst.

Tartex gebührt der Verdienst, dass aus mir nie ein Veganer werden kann. Lieber grabe ich mit meinen Fingernägeln einen Tunnel unter die Esplanade nach Wedding oder mache gleich ganz rüber.

 

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