FEZ: Finnhütten am Badesee

An den Finnhütten am Badesee in der Wuhlheide, einem ganz normalen Imbiss, kann man was essen.

Damit ist eigentlich alles beschrieben, was man zu diesem Ort wissen muss.

Man kann da was essen.

Besonders gut ist das da nicht, wenn auch reichhaltig für den Fall, dass man unter Fettmangel leidet. Auf den Tellern läuft das Öl braun-schlotzig unter dem Berg Bratkartoffeln hervor, das Schnitzel für drei Euro wäre dann drei Euro wert, wenn man zwei Snickers dazulegen würde, der Kartoffelsalat müsste fairerhalber in Mayonaisesalat mit Kartoffeleinlage umbenannt werden und die Kartoffelpuffer sind doch nur wieder Fertigbriketts mit Fertigapfelmus – in nicht mehr ganz so frischem Fett gebadet.

Buargh.

Besonderes Augenmerk könnte man als Azubi im Gastgewerbe auf die durchaus eigenwillige Art der Abfertigung größerer Besuchermengen legen, denn hier lernt man, wie man es nicht machen sollte.

Die Abfertigung geschieht streng nach Reihenfolge. So werden nicht sinnvollerweise alle Bratkartoffelbestellungen gesammelt, um dann eine größere Menge Bratkartoffeln gleichzeitig zu braten, sondern einer nach dem anderen, so dass man mal Puffer produziert, dann wieder Bratkartoffeln, dann ein Schnitzel, dann wieder Bratkartoffeln, und so weiter, bis der letzte in der Schlange seine Mahlzeit hat.

Das ist gerecht. Sozialistisch gar. First in, first out. Jeder nach der Reihe.

Nur effektiv ist das nicht. Bei einer Gruppe ab 10 Personen vergeht so gerne mal eine halbe Stunde und es bricht völliges Chaos aus, weil sich auch niemand merkt, wessen Bratkartoffeln das nun wieder sind oder wem jetzt diese eine Portion der drei bestellten Kartoffelpuffer gehören. Die hinter der Theke nur versuchsweise freundlich agierende Thekenkraft brüllt das, was gerade fertig ist, über das ganze Areal, was aber manchmal nicht so ganz durchdringt, vor allem, wenn ein Zug der Parkeisenbahn vorbeizischt. Also wird das Essen kalt, weil man das Rufen nicht gehört hat oder es eilen drei Leute mit Kartoffelpufferhunger aus drei verschiedenen Himmelsrichtungen an die Theke, von denen dann aber nur einer was zu essen bekommt.

Es herrscht blankes Chaos, semigrößere Besuchergruppen entgleiten den Betreibern völlig und es schmeckt auch bei weitem nicht so gut, dass man diesen Umstand deshalb durchgehen lassen könnte. Hier stimmt nichts.

Ein Konzept ist auch beim Bezahlen nicht zu erkennen. Manche dürfen vorher bezahlen, manche müssen später, was auch wieder nicht durchdacht ist. Ich wollte vorher bezahlen, durfte aber nicht, der hinter mir durfte hingegen, weil er insistiert hat. Verstehe ich nicht.

Nicht auszudenken, wenn statt der 1/3 der Plätze, die lumpige 10 Leute besetzen, irgendwann mal alle Plätze besetzt sind. Dann geht die Finnhütte mit diesem Konzept völlig unter und kollabiert.

Was bleibt?

Besser was zu Essen mitnehmen in die Wuhlheide. Oder eine Pizza bestellen. Hat man mehr von.

 

 

img_20190116_2128194830293245704306769.jpg