FEZ: Der Schnullerbaum

Irgendwann kommt die Zeit, an der Auf Nimmerwiedersehen gesagt werden muss, zum guten Gefährten, zu dem, der immer Trost spendet, der jedes Weinen sofort beendet, der das Adrenalin wieder in normale Bahnen lenkt, jener, der immer so gut beim Einschlafen hilft: Dem Schnuller.

Der Zahnarzt unkt ja schon, wenn der Zwerg zehn Monate alt ist: Der Schnuller, denken Sie daran, der Schnuller muss so schnell wie möglich weg, die Zähne, die Zähne, oje oje, Karies, Kacktus und Kackterius, schiefe Zähne, Spange, Pferdefresse, Gespött der Klasse, Depressionen, teure Therapiesitzungen, Borderline, Selbstmord.

So klein zu sein, bedeutet sowieso dauernd Abschiednehmen: Die geliebte Brust wird irgendwann verwehrt, die geliebte Milchflasche abgeschafft, die Windel durchs Töpfchen ersetzt, die Lieblingshose wird zu klein und ältere Arschlochkinder in der Kita verstecken den Lieblingsteddy in der Mülltonne.

Einfacher Abschied nehmen geht mit dem Schnullerbaum im FEZ in der Wuhlheide:

Es ist eine hilfreiche Zeremonie, den Schnuller dort gemeinsam an einen Ast zu hängen. Das Kind begreift, wenn es den Schnuller selber an den Baum hängt, dass nun etwas zu Ende geht und etwas Neues anfängt: Ein Leben ohne Schnuller. Das klappt gut …

… bis abends das Licht ausgeht und kein Schnuller da ist.

Dennoch, es ist eine schöne und hilfreiche Einrichtung, mit der man versuchen kann zu vermitteln, dass ein neuer Abschnitt beginnt und mit der das Kind einen Ort hat, an dem es den Schnuller immer wieder besuchen kann.

Da man im Internet nur sehr widersprüchliche, ungenaue und unbrauchbare Wegbeschreibungen zum Schnullerbaum erhält und ich viel zu lange mit Schnuller und Zwerg im Schlepptau nach ihm gesucht habe, habe ich mich mal an einer Übersicht versucht. Viel Vergnügen.

img_20190116_2128194830293245704306769.jpg