Im Sprengelkiez – Naveena Path

Der Weddingweiser war schon daDer Stef auch.

Naveena Path.

Ich mag gar kein Indisch. Indisch ist immer eine Pampe, im Zweifel nur scharf und sonst Pampe. Raffiniert ist anderswo. Lecker auch.

Doch der Weddingweiser mag es hier. Und der Stef auch.

Es ist ja strenggenommen gar kein indisch, sondern tamilisch. Was für mich kaum einen Unterschied machen dürfte. Ich hatte schon nepalesisch und pakistanisch, mit dem Effekt, dass das schmeckt wie indisch. Pampe. Im Zweifel scharf. Was soll das hier werden?

Die Hauptspeise kommt hier 7-9 Euro. Sportlich für Wedding. Günstig für Prenzlauer Berg. Das lässt hoffen.

Was kommt, ist eine Pampe. Natürlich. Aber die ist gut. Irgendeine Spinat-Kartoffeln-Irgendwas-Pampe. In gut. So gut, dass mein Kind fast meinen ganzen Teller mit der Hilfe von Unmengen warmen leckeren Naans leertunkt.

Ich muss mir noch was bestellen. Das Kind frisst mir die Haare vom Kopf. Am besten etwas, was nie gut ist, damit ich heute doch noch zu einem Verriss komme und das Kind vom Essenklau abhalte. Frittierte Champignons. Haha. Frittiertes Gemüse. Buargh. Das ist nun wirklich überall furchtbar, vor allem beim Griechen. Altes Fett meets Gemüse, das weg muss. Dringend. Heute noch. Labberig, eklig, wenn kalt, dann erst recht. Frittiertes Gemüse, die Nemesis, der Untergang, das programmierte Desaster.

Sorry. Auch gut hier. Echt.

Gutes Fett. Knackige Champignons. Perfekt im Fett gebadet. Keine Sekunde zu früh, keine Sekunde zu spät aus dem Fettbad geholt. Hut ab.

Auch das hat mein Kind verschlungen. Anderthalb Champignons habe ich für mich retten können, in dem ich es kurz mit der Galaxy-Taschenlampe geblendet habe.

Sorry. Echt gut hier.

Ich bekomme Bock, umzuziehen. Nach all den Jahren. Fort aus Bionadeland. Fernweh. Wedding. Ich fühl‘ mich wohl hier.


Naveena Path
Tegeler Straße 22
Wedding


 

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