Frau Galinou kocht griechische Genüsse

Man kann auch am Kollwitzplatz noch gut essen, ohne abgezogen zu werden. Bei der guten Frau Galinou zum Beispiel.

Griechisch.

Griechisch? Ist das nicht das mit prekären XXL-Teller voller Fettbommelgyros und frittiertem Unsinn von Blumenkohl bis Frostapommes? Wird man da nicht mit fetttropfenden Fleischabfallmassen abgefüllt, damit man gar mit mehr mitbekommt, was für einen Scheißdreck man da isst? Grillteller Olympia für 8,95 mit eingelegtem Minutensteak in Streifen, traurigem Billighähnchen, Eimertzatziki und irgendwelchem Gemüse, das weg muss?

Frau Galinou wird mit dem Vorurteil zu kämpfen haben, da bin ich sicher. Die griechische Küche hat den gleichen zweifelhaften Ruf wie die deutsche: Jeder glaubt, sie kann nix, weil es zu viele Verbrecher gibt, die sie missbrauchen.

Es gibt hier bei Frau Galinou kleinere Portionen als beim XXL-Griechen und ihre Küche ist qualitativ mehrere Lichtjahre davon entfernt. Nicht billig, sicher, aber den Preis wert.

Frau Galinou kocht keine Sterneküche, das vorab, dafür aber verfeinerte Gerichte, die in den kleinen Dörfern dieses wunderschönen Landes mit den freundlichen Menschen gekocht werden, das im Moment ausnahmsweise mal nicht mit Panzern zerstört wird, sondern durch eine viel effektivere Waffe: Den Finanzmärkten. Früher ein schneller Tod – heute ein langsamer. Ich weiß nicht, was besser ist.

Gerade deshalb: Gerne wieder, Frau Galinou. Danke. Toll.


Frau Galinou kocht griechische Genüsse
Kollwitzstrasse 88
Prenzlauer Berg



 

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