Bestellburger – bin ich naß?

Ein Lieferservice für Burger – kann das gut gehen?

Nein.

Nein.

Nochmal nein.

Fünftausendmal nein.

Man hätte es wissen können.

Hat er aber nicht.

Der doppelte Cheeseburger ist ein bemitleidenswertes verknautschtes Stück Elend, das noch nicht einmal an die Zumutung eines McDonalds morgens um 3 Uhr am Bahnhof Zoo heranreicht. Die Paddys haben Konsistenz und Geschmack derjenigen von Lidl aus dem Tiefkühler, es würde mich wundern, wenn es andere wären. Der Bun ist nicht ansatzweise angetoastet, sondern völlig unbehandelt und saugt daher den viel zu reichlichen, dafür aber geschmacklosen Ketchup vollständig auf und weicht durch, bekommt gar Löcher. Für 3,50 € ist das Ding merkwürdig klein, so dass ich mir verarscht vorkomme. Bei Burger King firmiert so ein kümmerlicher Zwerg unter Cheeseburger für 1,19 €, zweites Paddy hin oder her.

Geschmacklich ist das nur noch ganz knapp lauwarme Machwerk schwer zu beschreiben. Es gibt da diese fertigen Burger aus der Packung, vorwiegend an Autobahnraststätten direkt von der Mikrowelle an die Fernfahrer gebracht. Genau so.

Nein, es ist ein trauriges Stück Lebensmittel am unteren Ende der Kellertreppe. Niemand sollte so etwas essen müssen. Ich habe es nicht aufgegessen.

Der andere bestellte Burger für irgendwas um die 6 Euro ist zumindest größer, im Ergebnis jedoch genauso unterirdisch. Schlimm, wenn man feststellt, wie viel man für etwas abgedrückt hat, was niemand, absolut niemand, essen müssen sollte.

Die fahrlässigerweise mitbestellten Pommes sind natürlich kalt, ungesalzen und labberig. Auch das sollte konsequenterweise niemand essen müssen. Dieser Gedanke zieht sich hier bei Buddys Burger durch bis zum Verenden. Niemand sollte das essen müssen.

Der in völliger mentaler Umnachtung mitbestellte Krautsalat entpuppt sich als Sahnesuppe mit Krauteinlage und schmeckt nach Sahnesuppe mit Krauteinlage. Man sollte das als Nahrung für jemanden vorsehen, aus dem man noch ein Geständnis für die Ermordung von Vater, Mutter und Chihuahua herauspressen will. Danach gesteht der alles, die Ermordung von Kennedy, die Bauernkriege, die Bankenkrise, das Elbe-, Oder- und Nil-Hochwasser und zu allem Überfluss meine Blähungen nach diesem fürchterlichen Essen.

Können zuletzt die Buffalo Wings für 5,95 € irgendetwas retten?

Nein. Auch die nicht. Man schmeckt bzw. fühlt ihnen zu deutlich den Sonderpreis mit dem roten Etikett („Muss raus. Schnell!“) beim Großhändler an. Durchsehnt, hart, trocken, das Fleisch hat sich teilweise schon vorauseilend vom Knochen gelöst und die Haut ist zwar mariniert, aber unknusprig. Es ist im Ergebnis das Minderwertigste an Wings, dessen man offenbar habhaft werden konnte und man verkauft sie zu einem vergleichsweise unanständigen Preis. Wenigstens waren sie das einzige Produkt in der gesamten Bestellung, das noch einigermaßen warm war. Retten kann das trotzdem gar nichts. Ein Desaster.

Buddy. Freund. Hier kommt mein Mantra: Hör damit auf. Züchte Begonien, mach einen Holzhandel auf, eröffne einen Kiosk oder pachte eine Tankstelle, aber hör auf, Lebensmittel zu verticken. So geht das nicht.

Und ich? Bin ich naß? Auf jeden Fall. Schlimmer ist schwer. Und man hätte es wissen können.


Buddys Burger
Berliner Allee 160
Weißensee


 

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