Verpackungsklaus

Was ist das?

Fort Knox? Ein echter Silberbarren? Der heilige Gral?

Nein, ein Kleiderhaken – eingeschweißt wie die Kronjuwelen, wenn diese verpackt werden müssten.

Ich bin ein Verpackungsklaus. Ich scheitere an Dingen wie diesen. Ich kaufe etwas und kriege es dann nicht auf, weil es in einer Vakuumverpackung aus der Hölle eingeschweißt ist, manchmal auch mit Hartschalenplastik, für die man eine Kreissäge braucht, die ich aber nicht habe und dann Rohrzange, Schere und Tranchiermesser nehmen muss, wobei ich den Inhalt nicht selten genau damit zerstöre.

Das macht die Industrie, damit das keiner klaut, also aufreißt, in die Tasche steckt und dann behauptet, es wäre seins. Ein Kleiderhaken. Für Zweifuffzig. Weil die so oft geklaut werden und dann bei Nacht und Nebel in irgendwelchen schimmligen Gassen gegen Dope und Amphetamine getauscht werden. Goldstaub. Silberstaub. Fort Knox.

Wahrscheinlich verpackt es die Industrie aber auch so, damit ich den Inhalt beim Öffnen kaputt mache und dann den gleichen Scheiß noch einmal kaufen muss. Geplante Fuckdoleszenz.

10 Minuten hat es hier gedauert und dann trennte sich der Haken im Rahmen einer Hebelungsaktion mit Schere, Kuli und meinem Fingernagel, der dabei abbrach, von seiner Verankerung in der Klebefläche. Ratsch. Klonk. Kaputt.

Die Verpackung war noch dran, als ich den ganzen eigenhändig zerstörten Metallschrott in den Mülleimer schmiss. Immerhin. Herzlichen Glückwunsch dafür.


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