Wetzel’s

Das ist ein sehr gutes Restaurant hier in Tempelhof, ein sehr gutes Restaurant, deutsche Küche, so oft verkannt, so selten gut, hier schon, denn hier stimmt fast alles, hier stimmt sehr viel, das ist alles sehr stimmig, stimmt, der freundliche Service, das sehr gute Essen, die Sorgfalt, das Können, die Liebe, die man dem Essen anschmeckt, rausschmeckt, nachschmeckt, großartiges Wiener Schnitzel, dessen perfekte Panade das sehr gute Fleisch fein ergänzt ohne es zu dominieren, keine Sekunde früher, keine Sekunde später hätte man es aus dem Fett nehmen dürfen, saubere Sache, das gilt auch für das Schwein, den Fisch, die Vorspeisen, die Maultaschen, die Suppen und den Wein, den man hier ausschenkt, das ist weit vorne, großes Kino, großes Cabaret, großes Können. Ihr könnt kochen, verdammt!

Darf man da unken?

Ja, man darf, man soll, man muss sogar, man will das nicht hinnehmen, dass es da ein paar kleine Dinge gibt, die man in so einem Lokal mit so einem Anspruch besser machen kann, besser machen muss, hey, das Bier, was war das nochmal, Lübzer? Und Erdinger? Was soll denn das, Massenplörre, schade drum, wirklich, ernsthaft, holt euch einen kleinen lokalen Brauer heran, der euch ein Bier braut extra für ein Lokal wie dieses hier, ein Bier, ein süffiges Bier, eines, das fließen mag, das nicht jeder hat, von dem man nicht genug haben kann und das besser ist als die Plörre aus der Plörrenfabrik, denn das geht besser, das Bier, echt mal, so wie der Sherry als Aperitif, Sandemann, meine Güte, seid ihr wahnsinnig, Sandemann, nee, Sandemann geht nicht, gar nicht, überhaupt nicht, es sei denn zum Kochen, Kalbsleber zum Beispiel, aber nicht zum Trinken, geht nicht, und der Deppenapostroph über dem Eingang, der geht sowieso nie, aber was soll es … man muss ja …

… ja… da muss man

… muss man unken, damit es noch besser wird. Das Lokal. Das tolle Lokal.


Wetzel’s
Alt-Tempelhof 36
Tempelhof


 

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