Junkfraß aus der Industriehölle

Ich bekomme manchmal unglaublich ekelhaften Heißhunger auf Junkfraß. Glutamat. Chemie. Instant. Salz!

Zum Glück gibt es bei mir um die Ecke diesen Asiahandel, an dessen Kasse ein Gelangweilter sitzt und sich den ganzen Tag schrille Thaisoaps via Internet reintut. Aber der hat alles, was ich brauche, wenn ich es brauche: Fiesesten Cup-Nudel-Instantkram in allen Farben und Formen:

Was wird passieren? Werden mir Hörner wachsen? Ein zweiter Penis? Brüste? Antennen? Ein Ringelschwänzchen über der Kimme? Look:

Grundgütiger. Die Asche eines Verstorbenen. Auf meiner Brühe. Und wenn die Asche nass wird, sieht sie aus wie dünner Suffschiss! Zauberei! Aber ich habe auch eine giftgrüne Chemieerbse. Innen hohl. Aber Vitamine! Oder so.

Aber was ist das?

Ein Embryo? Ohrenschmalz? Ein eingelegtes Nierchen von der Omma? Oppas Hörgerät? Darmwurm? Lindwurm? Penisgrind? Ich fürchte, das soll eine Garnele darstellen, also eine geknetete Garnele, von einem blinden Einarmigen geknetete Garnele, quasi als Andenken an die vom Deckel:

Die ist heute nämlich nicht da. Hat Freigang. Daher gibt es sie heute für mich leider nur püriert, zusammengematscht und halbmondig geformt, aus Mist, der weg muss: Bratenfett, Gedärme, Pansen, Hornhaut, Fischschuppen, das gelbe Zeug unter den Fingernägeln vom Hausmeister unserer Kita. Irgendsowas.

Hölle…? Sind das zwei Augen?

Und grinst das Ding etwa? Und was hat es für Ekzeme auf der Haut?

Bragh. Das Ziel ist erreicht, ich habe mein Leben um mindestens einen Monat verkürzt, das kann der Körper niemals mehr abbauen, das wird in meinen Eingeweiden schwelen wie Plutonium. Und irgendwann werden sich die Abdecker wundern, was da im Sarg so leuchtet.

Das ist keine Nahrung mehr, das ist Selbstverstümmelung. Für Einsfuffzig. Günstig. Immerhin.


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