Imaginierte Auspuffpenetration

Bei Buchbinder an der Weißenseer Spitze leihe ich gelegentlich ein Auto. Das klappt ganz gut, die Wagen sind gepflegt und relativ neu. Auch das Personal ist sehr freundlich und verbindlich, nur eine der Damen macht jedes Mal, wenn sie vom Kontrollrundgang nach der Rückgabe zurückkommt, ein vorwurfsvolles Gesicht, als hätte sie mich gerade beim Penetrieren des Auspuffs erwischt.

Und dann stehe ich an der Theke wie ein beim Kiffen im Fahrradkeller der Schule erwischter Teenager und schwitze sortenreinen Ammoniak, meine Hände zittern wie die des morgendlichen Sprittis am S-Bahnhof und ich erwarte jeden Moment das rückstandslose Verpuffen meiner Kaution wegen eines Längskratzers an der Karosserie, eingetrockneten Senfresten am Lenkrad oder eines unentdeckten Koksdepots unter dem Fahrersitz (ach da war das).

Aber nichts kommt. Und nichts verschwindet. Schon gar nicht meine Kaution. Alles prima. Immer.

Nur das Adrenalin braucht noch eine Weile, bis es die Blutbahn wieder verlassen hat.


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