Verkauft sich wie geschnitten Aufkleber

Bööööööööööh Bio. Seit Jahren versuche ich mich dem in Prenzlauer Berg raumgreifenden Biowahn designerkinderwagenschiebender und pullisausnachhaltigerwollestrickender Häuslebauer zu entziehen, boykottiere Biosupermärkte jeglicher Couleur, pfeife auf handgeknetete Hirsefladen mit marokkanischer Nanaminze in den Salatblattbutzen gestrauchelter Germanisten, lasse das anbiedernde Bioregal bei Kaisers aus voller Überzeugung links liegen, schmeiße grundsätzlich alles in die Restmülltonne und esse gelegentlich sogar eine Protestkettwurst mit warmer Chemiekäsesoße vor den Augen entsetzter Biokinder.

Manchmal knicke ich jedoch ein, werde weich, bin neugierig, will wissen, wie das goldene Kalb so schmeckt, um das hier alle tanzen. Und so war ich jetzt doch mal da im BioBrotBäckerBackHaus oder wie das heißt.

Was soll das denn? Welche Tofuwurst kam auf die Idee, Aufkleber auf Brote zu kleben und dies dann auch noch gemeinsam zu schneiden? Die Scheiße geht zudem nicht mal ab, man kann nur die Oberfläche des Aufklebers entfernen, der Rest bleibt kleben wie Kettritzens Werbung an meiner Haustür. Nicht abzukriegen, ich muss die ganze Brotrinde abpulen und wegschmeißen. Den vier Scheiben in der Mitte fehlt jetzt ihre Rinde mit den ernährungsphysiologisch so sinnlosen Sesamkörnern.

Was für eine Verschwendung. Biohansel. 3,50 für ein winziges Brot und dann doch nur Stümperei. Helden.

 

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