Bunker! Bunker! Ab in den Bunker!

Wer tut so etwas?

Die schöne Pappelallee!

Zwei Kilometer Altbauten, manchmal sogar noch verziert mit Stuck, Ornamenten, Figürchen, zwischendrin das alte Finanzamt mit seiner wilhelminischen Wuchtarchitektur, Klinker neben Großbürgerbauten im Jugendstil ohne Ende. Einer der schönsten Straßenzüge Prenzlauer Bergs.

Und dann dieses Trio Infernale irgendwo mittendrin.

Das Teil links könnte ja bei wohlwollender Betrachtung noch als Parkhaus durchgehen – in Bottrop oder so, Gelsenkirchen, Gießen vielleicht, 60er-Jahre-Bausünde mag man denken, wir hatten ja nix, allein: Das Ding ist neu. Aber macht nichts, da kann man ja wirklich noch ein Parkhaus draus machen. Oder einen Atombunker. Konsulat für Nordkorea. Kaufland meinetwegen. Oder einfach eine Kulisse für Resident Evil 26 mit Milla Jovovich und ihrer Gehhilfe, die mit dem Krückstock nach Zombies schlägt.

Das Ding rechts, gut, das ist wohl wirklich der letzte unsanierte Altbau im Bezirk, da kann man erst recht noch was draus machen, wenn man will. Da sind sich nur wohl die Erben noch nicht einig, ob man die Fassade nun türkis oder pink anmalt und wie viele Wohnungen man nun genau mit Durchbrüchen zusammenlegt – für Oligarchen, Reeder oder die Kinder von Investmentbankern. Und die alten Mieter müssen auch erst mal raus vorher, so einfach ist das alles nicht.

Nein, der Gipfel der Scheußlichkeit ist dieser orangefarbene Bunker in der Mitte mit diesen asymmetrischen Schießscharten, was bei genauerem Hinsehen düstere Balkone sind.

Ein Albtraum.

Ätzend.

Ich konnte es nicht fassen, als ich es sah.

Wer tut so etwas? Das ist so, als wenn ich auf Arbeit auf das liebevoll angerichtete Geburtstagsbuffet vom Chef kotze, einen dicken dampfenden Haufen mitten auf den Biospielplatz der Feldenkrais-Namenstanzgruppe kacke oder mir vor der Champagnertheke auf Wowis Hoffest die Pulsadern aufschneide und auf dem Flauschteppich davor langsam ausblute.

Sowas tut man nicht.

Man kackt auch keine unansehnlichen 70er-Jahre-Orange-Plastikfassaden mit Bunkerbalkonen in eine Allee voller Jugendstil.

Tut man einfach nicht.

 

 

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