Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (14)

Viele Menschen kommunizieren ja gerne in indirekter Rede. Wenn sie Kritik üben, passiert das um die Ecke, formell gar nicht direkt an den Adressaten, sondern an einen anderen zufällig Anwesenden, aber immer so laut, dass der Adressat es auf jeden Fall versteht.

Beispiel?

Vor der Kita. Ich im Auto. Rechts von mir ein freier Parkplatz. Selten genug in der Gegend. Ein Auto kommt mir entgegen. Die Frau da drin peilt den Parkplatz mit den Augen an – in den ich aber nunmehr rückwärts einparke. Sie wendet, bleibt hinter mir stehen und wartet – offenbar darauf, dass ich wieder rausfahre und ihr den Parkplatz überlasse.

Was ich nicht tue. Warum auch?

Als ich mit Zwerg unterm Arm aussteige und meinen Kram zusammenpacke, steigt sie auch aus und ruft der Erzieherin, die gerade aus der Kita kommt, zu: „Schade, einmal ein Parkplatz direkt vor der Kita und dann schon wieder weg. Schnell muss man eben sein.“

So ist es. Schnell muss man sein. Und auf der richtigen Fahrbahnseite fahren. Dusselige Kuh.

Die Lautstärke hat sie dabei so gewählt, dass ich es genau höre. Aber sicher. Der sauber präparierte Giftpfeil muss schon treffen. Aber er prallt ab, wie alle anderen Giftpfeile vor ihm. Das ist das Beste, was man mit Giftpfeilen machen kann. Ich hör‘ das nur noch, damit ich es hier aufschreiben kann.

Es sind Momente wie dieser, die mich sicher sein lassen, dass die ganzen Geschichten über konzentrische Weltbilder egomanischer Prenzlmütter weder übertrieben noch schon erfunden sind. Sie sind wahr. Die Geschichten laufen hier rum. Und fahren Auto. Errichten Kinderwagenblockaden auf Bürgersteigen. Und sind sauer, wenn man ihnen den Parkplatz nicht frei lässt, damit sie statt mir dort parken können. Ja. Es gibt sie. Und sie sind alle hier. Ich weiß das. Ich wohne hier.

Glückwunsch. Honk. Und so weiter.

 

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