Der traurigste Platz in Friedrichshain

Der traurigste und gleichzeitig sinnloseste Platz in Friedrichshain ist der Persiusplatz.

Dass der so heißt, weiß man nur, weil ein kleines Schild auf der Höhe eines Dackels davon kundet.

Natürlich ist der Platz EU-subventioniert. Sonst hätte er ja einen Sinn. Oder wäre gar schön.

Doch hier wollen nicht mal die fliegenden Ratten die dargebotenen Brotreste fressen.

Es ist einer der ödesten Flecken in Friedrichshain. Doch dafür gibt es Kunst.

Ganz tolle Kunst.

Aus! Aus! Aus! Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister! Schlägt Ungarn mit drei zu zwei Toren im Finale in Bern!

Oder so.

Nein. Das ist Kunst. Kein Fußball. Irgendwo über die Straße auf einer genauso schäbigen Wiese liegt ein dazugehöriges „Land“. Verstehnse? Aus + Land = Ausland = Kunst. Was das soll, weiß keiner, aber Hauptsache, es kostet richtig Geld und wird subventioniert von einem Moloch, der nicht weiß, wohin damit.

Und wie immer in Berlin wird das Ergebnis sich selber überlassen und verkommt nach Auslaufen der Subvention völlig.

Verkommt. Versifft. Verkeimt.

Bepisst. Bekackt. Bekotzt.

Kies. Kippen. Kacke.

Gulli. Graffiti. Gestrüpp.

Lirum. Larum. Löffelstiel.

Wer nichts sagt, der weiß nicht viel.

Persius. Die arme Sau. Berlin muss ihn hassen.

Persiusplatz.

Hier will man nicht hin, hier will man weg.

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