Harz: Restaurant Benedikt

Es gibt Situationen, da erwartet man als Gast gar nichts. Beziehungsweise gar nichts mehr. Essen in Quedlinburg zum Beispiel.
Nach einer kulinarischen Geisterbahnfahrt durch den Harz unter leider nur teilweiser Vermeidung feilgebotener Scheußlichkeiten primitiv-deutscher Küche wie dem unvermeidlichen Jägerschnitzel in Dosenpilz-Tütenrahmsoße, reihenweise Lederhaut-Bratwurst, Gummi-Bockwurst, immer wieder Jägerschnitzel und noch mehr Jägerschnitzel und da wieder Currywurst, Hähnchenbrustformfleischabfall in orangener Industriepanade, Schnitzelschuhsohle und natürlich den fürchterlichen Frosta-Pommes erwartet man gar nichts mehr. Nichts. Man stumpft einfach ab nimmt hin. „Kuck mal Schatz, es gibt wieder Jägerschnitzel.“ „Ja, toll. Haben wir zufällig das Samuraischwert von der Küchenwand dabei? Ich möchte mich gerne entleiben.“
Der Harz ist ganz offenbar kulinarisches Entwicklungsgebiet oder hat sich dem dumpfdeutschen touristisch-anspruchslosen Herdentrieb in seiner ganzen in Socken mit Sandalen steckenden Banausenhaftigkeit angepaßt. Dachte ich.
Und dann sowas. Versteckt in einer kleinen Gasse wartet das etwas unscheinbare Restaurant Benedikt mit seiner hochklassigen kleinen feinen Küche auf. Sterneverdächtig.
Kalbsleber
mit getrüffelten Gnocchi
16,50
Danke. Das hab ich gebraucht.

Restaurant Benedikt
Marktkirchhof 18
06484 Quedlinburg

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