Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk (11)

Unsere Betriebstoilette hat kein Fenster. Das heißt, es gibt dort kein Tageslicht. Dumm gebaut, aber is nun mal so.

Und was macht der Honk, während ich gerade auf dem Thron sitze, bei „Age of Conquest“ auf dem Galaxy mit meiner polnischen Armee die deutsche Hauptstadt einnehme und entspannt die braunen Massen unter mir dirigiere?

Er pisst in das Pissbecken und macht danach …

… das Licht aus.

Klick.

Dann is dunkel.

Stockdunkel.

Niemand da.

Tick. Tack.

Tick. Tack.

Da sitze ich. Auf dem Thron. Nur ich und mein Galaxy. Da läuft immer noch „Age of Conquest“. Das leuchtet ein wenig und so ziehe ich mir notdürftig die Hose hoch, jongliere Smartphone und Gürtel und taste mich mit Hose auf halb acht aus der Scheißhauskabine raus zum Lichtschalter in der Hoffnung, dass mir nicht ausgerechnet jetzt Chef, Putzkraft oder die männerfressende Frauenbeauftragte, die wir alle Jabba nennen, entgegen kommen. Letztere hat nämlich einen Bart und darf deshalb aus Gleichstellungsgründen im Männerklo kacken, zumindest so lange wir noch keine Unisex-Toilette haben.

Aber heute geht alles glatt. Das Licht ist wieder an und ich setze mich mit einem Seufzer erneut auf den Thron.

Schritte.

Tipp Tapp.

Plonk. Quietsch. Tür auf. Klick. Licht aus. Quietsch. Plaff. Tür zu.

Da sitze ich wieder. Das gibt’s doch nicht. Wieder stockdunkel. Es dampft aus meinen Ohren.

Jetzt dämmert es: Der Honk will Strom sparen, das ist keine Unachtsamkeit, keine Nachlässigkeit oder einfach nur pure Dummheit, es ist verfickte Absicht, er ist ein Ökofaschist, der Thronsitzer, die zu lange bei Licht thronsitzen, terrorisiert. Sein ideologisches Gerüst: Stromsparen, CO2-Emission, Kuhfürze, Energiewende und so. Das Licht muss aus. Sitze da wer will.

Sackgesicht. Sagrotanwischer. Sozialverkrüppelter Stromsparterrorist.

Oder einfach Honk. Herzlichen Glückwunsch.

 

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